Am Dienstag, den 19.05.2026, Abfahrt um 5:30 Uhr in Hemme über Schenefeld nach Neumünster, zweite Abfahrt auf A7 nach Segeberg. In Segeberg Stopp bei letzter Tanke und Sylvie zeitgleich rüber zum Penny, um 12 frische Brötchen zu holen. Dann Stopp auf erstem Rastplatz Stück Autobahn nach ca. 10km, um Ole auszuführen und Brötchen zu schmieren. Dann noch halbe Stunde weiter bis zum Terminal Fähre Finnlines/Travemünde und einchecken, Abfahrt 10 Uhr, Ankunft in Malmö19 Uhr.
Hin in Luxuskabine mit Doppelbett und Kühlschrank sowie Panoramausblick nach vorne und zur Seite, mit Strom auch die Hinfahrt, da wir nur eine 11l Gasflasche mithaben. Zurück gebucht am 25.6. in 4erHundekabine, mit Strom und Essenspaket Frühstück und Abendessen.
Dieses Mal fahren wir alleine vorweg, da wir einmal etwas früher in Norwegen sein wollten, um auch neue Plätze auszuloten und um zu sehen, ob es dann mehr Fisch gibt und weniger Camperbetrieb ist. Das geht besser, wenn man solo unterwegs ist. Sille, Jens und Stefan fahren erst am 12. Juni los, also ein Treffen vor Ort findet vmtl statt.
So früh also Mitte Mai wie nie zuvor. Dafür sprechen einige Argumente. Der Fischbestand nimmt deutlich in den letzten Jahren ab, die Angeltouristen eher nicht und auch Womos werden immer mehr. Zu so früher Zeit hoffentlich weniger Betrieb an Campern und auch auf dem Meer an Anglern. Ab 30. Juni Norwegische Ferien, das will man dann ohnehin nicht wirklich.
Das Wetter war die letzten Jahre im Mai/Anfang Juni oft besser als Ende Juni/Juli. Und es hat ganz gut gepasst mit unserer privaten Vermietung mit unseren „Dauer“Gästen vom Ferienhaus in Tönning, die nun selbst fürs Saubermachen verantwortlich sind, und wir so insgesamt 35 Tage unterwegs sein können, eben um auch Neues zu erkunden. Die alten Plätze sind zum Teil angezählt. Sowie die politische Entscheidung, 2027 nur noch 10 Kilo Filet pro Kopf zu erlauben, was ein anderes Vorgehen zur Folge haben könnte.
Wir sind gestartet halb Fünf Abfahrt, alles reibungslos wie geplant, auf der Fähre wurden wir unmittelbar vor Ausfahrtsrampe platziert, also Startplatz 1. Kabine und Überfahrt einwandfrei.
Update 24.04.2026
Als erster runter von Fähre, vorweg vor allen anderen den Exitschildern folgend, und wir fahren ja auch nicht das erstemal mit Finnlines diese Strecke. Trotzdem steckten wir dann kurz vor verschlossenen Toren bei roter Ampel fest, alle anderen hinter uns. Nach vier Minuten fuhr ich dann ganz dicht ans Tor, was sich dann wie mit Zauberhand öffnete und Ampel auf grün umsprang. Bei geschlossenem Tor und grün würde vermutlich trotzdem keiner fahren. So gings grad raus, in den Kreisel und ratzfatz auf die Autobahn. Bis 10km vor Grenze 428km kurz vor 1Uhr nachts Augenzustop auf Rastplatz, noch die letzte freie Lücke zwischen überall parkender LKW‘s ergattert. Das könnte bzw. ist mittlerweile ein echtes Problem entlang Autobahn, einen Platz nach 22 Uhr zu finden.
Die Pause durfte aber nicht länger als bis halb 5 sein, da wir bis Oslo exakt 120km vor der Brust haben. Nach sechs Uhr willste da nicht im Berufsverkehr auf der Autobahn durch, daher rechtzeitig gestartet nach kurzem Nickerchen und um kurz vor 5 über Grenze, Oslo passiert bei regem Verkehr um Sechse, und insg. 195km bis zum nächsten Nickerchenstop und Frühstück gemächlich um ca. 9 Uhr zwischen Hamar und Lillehammer.
Den Rest von 417km bis Vike, einem neueren Stellplatz am Romsdalfjordeingang, den wir gegen 17 Uhr erreichten, wurde nach dem Frühstück um 11abgewickelt. E6 war problemlos, kleine 100m Baustellenumfahrungen bei Lillehammer, von Dombas runter nach Andalsnes 3 größere Baustellen, in Andalsnes obligatorisch Betanken der Bootstanks und frisches Brot und Cola bei Rema1000. An Mana vorbei, Dickschiff Michael und auch Bernd bereits beide auf ihren Plätzen.
Der Platz für 175kr mit WC, Strom, Wasser und Ablass, zu bezahlen mit Vipps oder Go Marina-App, was wir taten, bar scheins auch noch möglich per Umschlag. Kurz gepilkt, geht nicht über die 7m weg, einen Dorsch von 50 cm und wieder laufen lassen. Ohnehin nix zum Filetieren vor Ort.
Dann gings weiter zu einem Holländer, Auswanderer Moviestar mit Frau und zwei pubertären Knaben, im holländischen Fernsehen, bei dem wir nach ausgiebiger Begehung seines von Baustellen geprägten Geländes den mittleren Platz bezogen. Zuvor auf dem Wege hierher 35km ein paar Ferienhäuser gecheckt und eine ganz gute Adresse ausfindig gemacht.
Also zu Holländer, Kommunikation in Englisch, Gelände steil zum Bootshafen, daher mittleren Platz, halber Anstieg zum WC oder zum kleinen Bootshafen. Da bleibt man fit. Chef Dennis ist mit Quad unterwegs. Aber natürlich auch Traktor vor Ort. Er erscheint sehr umtriebig, 2 große Appartements 8+6Pers., ein kleines App 4Pers., ein FH in Arbeit 6Pers., wo sich zur Zeit WC + Dusche für Camper befinden. Weiteres Häuschen, im Umbau zu Camper-Sanitärblock und Küche. In Rezeption Angelgedönsverkauf, oben an Straße 3 Stellplätze, am Wald Mitte 3 Plätze (eher 2), auf Weide Weg 1 Pl., aber da steht sein eigenes Mobil vor einem Jahr zugelegt und unten am Hafen ein Platz für kleinere Mobile.
Im Hafen 8 Bootsplätze, davon einer frei (mein Boot),
ansonsten Mietboote von 25 – 80 PS bzw. zwei Boote sind wohl die Tourboote, die er selbstverständlich als Panoramausfahrten oder Angeltrips auch anbietet. Dennis ist immer am Lächeln, fast immer, und war selbständig im Computernetzwerkbereich. Also die Stromsäule mit WiFi Internet ist schon vom Feinsten.
Überdachter Filetiertisch aus Nero Assoluto Granitstein mit Licht
und Schuppen zum Trocknen der Klamotten und bei Bedarf mit Gefriertruhen auch nett.
Aber eben auffällig viel Baustellen, wacklige Deckel, überall liegt Werkzeug und angefangene Arbeiten rum, Angelruten in Massen (ob die am Ende des Jahres noch alle da sind? Schon Gottvertrauen) und so wirkt das ganze Konzept noch nicht voll überzeugend.
Die Preise sind angemessen bis hoch. Problem bei uns, die Rampe. Vorab hat er mir erlaubt, das eigene Boot zu seinen dazuzulegen, schon mal großartig, aber die Rampe geht nicht durchgehend mit Beton tief genug rein und bricht mit steiler Abbruchkante ab, so dass der Trailer bereits mit Rahmen aufsetzt. Rein geht ja noch mit Geschubse aber raus muss an anderem Platz geschehen. 500m südwärts, es wird sich zeigen, wie es geht. Rein hat er mit seinem Quad gemacht, mit Womo eher unmöglich. Na, wie gesagt, vor drei Jahren war er noch mit seiner Firma in Holland mit Netzwerktechnik beschäftigt, jetzt ist er Angelprofi, Camper, Reiseführer, Hotelier, Bootmechaniker, und Allroundhandwerker bei Riesenprojekt und kurzzeitig „Filmstar“. Wie der finanzielle Backround aussieht weiß ich nicht, jedenfalls fünf Fahrzeuge und 7 Boote und viel zu viel Arbeit für 50 jährigen auf steilem steinigen Gelände. Da kann jeder sich doch Gedanken machen. Aufgrund von Wetter Westwind mit 10-18er YR ist an Angeln bzw. mit Boot raus, nicht zu denken. Das soll hier vier Tage so sein. Pilken kannste auch vergessen, und sonst ist hier nix. Also wollen wir los, dafür aber muss das Boot raus. Merkwürdigerweise ist bei Anne in Roedven nur Ostwind von 2 angegeben, kaum zu glauben, Regen zwar auch, und das würden wir am liebsten checken. Umso eher umso besser.
Update 26.06.2026
So entschieden wir uns auch, sagten dem holländischen Gastgeber Dennis,
daß wir am liebsten morgen fahren wollen, um das Sturmwetter zu umgehen. Begeistert war er nicht im ersten Moment, aber dann doch total hilfsbereit. Denn wir brauchten seine Hilfe, um das Boot aus dem Wasser zu holen. Die brauchbare Slipstelle war ca. 400m entfernt. Er betonte aber, alles auf mein Risiko hin, „er sei raus aus der Haftung“ und ob ich mich denn überhaupt trauen würde, da rauszufahren mit dem Boot.
Er fuhr zeitgleich mit seinem Pajero und unserem Trailer in Begleitung mit Sylvie dort rüber. Ich traute mich, wollte ja weg und nicht vier Tage da nur rumhängen. Also aufs Boot, alle Fender und Seile abgebaut, alles ins Boot und raus aus dem Hafen in die bereits 2m hohen Wellen. Ein Ritt, der harmloser war als befürchtet, ein Schlauchboot ist schon relativ sicher. Langsam zwar die Wellen ausgefahren und rüber zum anderen Hafen. Dort über steinige Stelle, keine richtige Slippe, am Strand, die auch nur mit Allradfahrzeug befahrbar war, auf den bereits im Wasser stehenden Trailer Boot raufgehievt und ab zurück zum Lager. Sylvie und ich waren bis Oberschenkel im Wasser, es klappte aber alles reibungslos. Dann wurde in einer halben Stunde alles verpackt, Boot festgeschnürt, Motor gesichert und Persenning rauf. Angehängt, zum Bezahlen gegangen und ab. Auch mit Fischschein und Rechnungsnachweis über Aufenthalt alles online aufs Handy bzw. per email übermittelt.
Dann gings zurück über Andalsnes am Pfingstsonntag, dort der Rema1000 geöffnet, Cola, Brot und Kartoffeln eingekauft, und weiter zu Anne Camping. Kennen wir ja schon seit Jahren und wollten es dieses Jahr eigtl. weglassen, den sonst nötigen Schein zur Fischausfuhr hatten wir nun ja bereits. Doch aufgrund der Wetterverhältnisse wurde die Insel- bzw. Westküstentour gecancelt.
Lieber zu Anne, da war das Wetter mit Wind von 2-4 angegeben, auf den Inseln Bud und unserem Camp mit 18-24 bei YR. Das ist schon ein brutaler Unterschied. Bei 24 fliegt dir dein Vorzelt weg und auch der ein oder andere Baum, bei 4 kann man rausgehen mit Boot zum Angeln. Deswegen sind wir ja nun mal hier. Und es stimmte, was YR angab, es war quasi Badewanne gegenüber vorher.
Am Camp bei Anne angekommen, große Verwunderung, nur Dirk und Christel, ein altes Ehepaar, die schon seit X Jahren Stammgast sind und 5 Monate bleiben, sowie ein Ritschratsch aus Sachsen, der nur 2 Tage blieb. War Ok und die beiden Älteren sind ja die Ruhe selbst, sitzen meist im Vorzelt, haben aber sogar dickes Buster-Boot dabei. Ist aber noch nicht einmal im Wasser, obwohl sie schon 2 Wochen vor Ort sind. Haben ja auch reichlich Zeit.
Es sah aus wie ein Geisterplatz. Die beiden Campingplätze vorher wie Mana Camping waren dagegen ganz gut besucht. Anne Camping wird jetzt scheins vom Sohn Kurt betreut oder auch nicht, es ist ein „Do it yourself Platz“.
Man soll sich einfach was suchen und bezahlen per Vipps oder Iban. Vipps geht für die meisten Ausländer sowieso nicht und Iban Überweisung auch nur online ist auch für den einen oder anderen nicht möglich. Na dann überweisen sie also, wenn sie zuhause sind. Wer es glaubt?
Jedenfalls wir Platz unten von Dieter geschnappt, direkt am Wasser. Unser alter Platz zwar frei, eigtl. sowieso alles frei, doch Gras etwas zu hoch, dann lieber da unten. Auch mal wat Neues. Dann auch noch gleich das Boot rein bei Flut mithilfe Womo und Seilwinde und Sicherungs-/Abschleppseil.
Auch alles geklappt. Bootsliegeplatz direkt gegenüber vom Lager, so Boot jederzeit im Blick. Platz inspiziert, alles beim Alten. Nun genießen wir die Ruhe hier.
Auf dem Wasser draußen war ich auch schon. Den Großfisch nicht gefunden, dafür 4 Halbwüchsige 40er Seelachse mitgenommen zum Burgeressen
und einen für Ole. Abends dann noch raus mit Sylvie kurz vor zur Ecke, sie lässt runter auf schwarzrot und Bumms Fisch! Und ein Großer! Auf halbem Wege dann Rute abgenommen, weil diese zu kurz für sie war, kaum zu halten, und dann hoch damit. Ein achtziger Köhler!
Es gibt also doch schon welche. Zuvor ich tagsüber bestimmt 100x raus und nix in der Tiefe, Ecke, Stab, Vogelinsel, Seehechttiefe und 100m Loch. Alles nix. Sylvie einmal und Bumms.
Ok, wir sind viel früher dran, noch keine Makrele beim Schleppen, nur kleine Pollaks und Köhler, aber schwierig war es ja auch letztes Jahr. Schön zu sehen, nur wenige Boote auf dem Wasser und in der Lachsfarm nur 1-2, ein Wunder bzw. warum da, wenn man auch nix fängt. Die einschlägigen Stellen im Roms hebe ich mir noch auf. Heute am dritten Tag etwas windiger und ungemütlich, viel Regen. Also eher Ruhetag, um die Knochen mal auszuruhen.
Erst Umzugstag und dann gestern 2 Schichten. Eben bei den Alten Smalltalk über Anne, wissen auch nix, und sind echt ganz schön alt. Sylvie hat noch Handy von ihm zum Laufen gebracht. Und wir dürfen auch was in die „private“ Kühltruhe umlagern, weil unser Gefrierfach im Womo nichts mehr hergibt. Und eine der großen Truhen für ein paar Fischteilchen anzuschmeißen, macht noch keinen Sinn.
Update 10.06.2026
Also mal in Kurzform zusammenfassend, den ungeplanten Aufenthalt bei Anne und Oddvar in Roedven wetterbedingt und dann den Umzug zur Kirche. Das schöne bei Anne war, daß das Wetter grundsätzlich gut mit Sonne war
und windtechnisch immer eine Ausfahrt möglich war. Außer uns oben nur Dirk und Christel, die beiden Alten, die schon Jahre kommen und vor uns da waren und bis September bleiben. Die sitzen zwar nur im Vorzelt rum und man sieht sie kaum, doch zweimal war ich dort auf nen Schnack. Genaues Wissen, was los ist mit Anne und mit Roedven, hatten sie nicht. Er wartete schon seit 2 Wochen darauf, daß sein Buster Boot zu Wasser gebracht wird. Er kann das alleine nicht, braucht dafür anderes Fahrzeug, Trecker oder Allradfahrzeug. Der Filetierfisch war unbenutzt, alles etwas verwahrlost, nichts aufgeräumt, nur die kleine Gefriertruhe lief. Wir räumten bissl auf und machten es uns gemütlich in der einmaligen Ruhe, die wir so nicht kannten. Alles total entspannt, auch Ole gefällts richtig gut hier, er ist ganz gut drauf und läuft überall rum. Freut sich sich mal über netten Campingnachbarshund, wie z.B. Lotte, die sich allerdings nur für ihren Stock interessiert
die Atmung ist zwar bisschen schwer aber kein Humpeln mehr und sonst freut er sich des Lebens. Für weitere Strecken, wie z.B. zum 1km entfernten Laden, hat er ja seinen Wagen, der unverzichtbar ist.
Nur für Sylvie ist das dann anstrengend, Ole den steilen Berg im Wagen hochzuschieben – gutes Training.
Nach dem Spaziergang dann erstmal Päuschen machen.
Es kamen in einer Woche ca. 8 Mobile, die Hälfte fuhr ungesprochen, die anderen vier blieben einen Tag, einmal Franzosenpaar, die später bei Sylvie 250 Kr bezahlten, weil sie unbedingt bezahlen wollten. Die Bezahlung mit Iban ist auch nicht so ganz einfach, weil Norwegen eben nicht in der EU ist und verwirrende Sicherheitsabfragen verlangt werden. Ein anderer deutscher Geselle, dem gaben wir Angeltipps und richteten ihm seinen Router ein, der in Norwegen nicht lief. Sylvie machte Dirks Handy einsatzbereit, und einem Deutsch-Brasilaner Päärchen, die in München seit 7 Jahren leben und arbeiten, gaben wir Tipps zum Platz und Fisch.
Von Oddvar und Anne war in der ganzen Zeit nix zu sehen. Die sind völlig raus. Anne wurde mit Verdacht auf Schlaganfall per Rettungswagen nach Molde gebracht, der sich aber als Diabetesschock entpuppte und es ihr wohl wieder ganz gut geht. Das zweite Bein soll scheins auch teilweise abgenommen werden. Also so gut auch nicht.
Boote sind wohl noch alle da, Häuser nun nur noch bei Airbnb und nur für 14 Tage buchbar und nur die zwei mittleren, waren konstant leer. Das vor zwei Jahren angeschaffte Womo BJ 2012 für 600000NK gammelt auch nur so vor sich hin, findet sich wohl kein Käufer. Woher wissen wir das. Weil irgendwann kam der Kurt, Sohn der beiden, arbeitet auf Geninstitut für Lachse in Molde, wohnt am Langfjorden, und ist mit Sohn und Fussball, eigener Familie und Arbeit ziemlich ausgelastet, kam zum Rasenmähen. Es war ja noch alles ungemäht, daher standen wir auch unten auf Dieters Platz. Das war es dann aber auch.
Ganz am Ende brachte er das Boot von Dirk zu Wasser, aber immer in Zeitnot, aber nett und mit Englisch geht es. Dann tauchten auch noch Asbjörn, der Schwager mit Tochter Maybrit auf, wobei Asbjörn sogar ganz gut deutsch kann. Jedenfalls deutlich mehr als mein Norwegisch und Englisch auch. Mit diesen fanden dann auch Verhandlungen über ein Projekt statt, das die kommenden Jahre einiges verändern könnte. Es ist noch nicht abgeschlossen, daher fahren wir hier von der Kirche am 15ten Juni, wo wir seit 5 Tagen stecken und mit Jens, Sille und Stefan zusammentreffen, die heute 10. Juni anreisen, wieder zurück nach Roedven.
Für die drei ist alles vorreserviert, Platz und auch Bootsplätze. Das haben wir erledigt. Evtl. bleiben die noch ein paar Tage länger hier, bevor sie auch rüber zu Anne fahren. Die drei bringen uns sogar ein paar Sachen mit, die wir bestellt haben. Und dann kommt Leben in die Bude.
Hier sind nur drei Plätze offiziell, reservieren kann man eigentlich nicht, und als wir hier ankamen am 5ten, war der vordere Platz reserviert für einen Opi Norweger mit Riensenschlachtschiff Niesmann+Bischoff. Mittlerweile unser „Freund“, er bekam von uns 60er Sei/Köhler und 70er Torsk. Die Frau ist zwar eifrig am Pilken, doch die Fänge sind überschaubar. Kommunikation schwierig, nur norwegisch und Hände und Füße. Er kann kaum noch straucheln, sieht aus wie ein alter Bauer und ist hier in Öre geboren. Daher kommen einige alte Knochen, z.B., der rote Treckertyp, hier und da zu Besuch. Aber er ist ruhig und angenehm. Abgesehen davon, daß er sich ziemlich breit gemacht hat und seinen Grauwasserschlauch über 10m direkt in den Hafen abführt. Ist sein Land, er darf das.
Hier war nur einmal ein Ritschratsch, Deutsche ein Jahr unterwegs, Mechaniker und Krankenschwester, aus Portugal nach Norwegen und jetzt wieder zurück. Sie waren am Pilken wie die Irren, aber echt noch keine Ahnung. Als sie dann einen Fisch fing, konnte man das Gejauchze bis nach Kristiansund hören. Dann schaute ich mir ihren tollen Fang später an, ein Dorsch von maximal 35cm, kleinere habe ich im Leben noch nie gesehen. Als er dann sagte, er hätte Angelschein gemacht vor einem Jahr, und Dorsch muss 40 cm sein, was er definitiv nicht hatte, klärte ich ihn auf. Mindestens 55cm, und wenn man etwas zu essen haben will für 2 Personen sollte schon mindestens 60 haben und pralle sein.
Und dann spielte ich wieder Angellehrer, denn grundsätzlich waren sie supernett, einsichtig und wollten nur angeln und fangen. So schenkte ich ihm erst einmal einen 50gr. Pilker, denn sein größter war 25gr. und den hat er noch beim Ranmachen fallen lassen, so daß dieser zwischen die Holzbretter ab ins Meer fiel. Bis jetzt hatte ich einen alten Pilker verheizt und sechs gefunden. Also so jetzt nur noch 4 Plus. Dann zeigte ich ihm wie man fängt später, zuvor mit dem Spruch „wenn ich zehnmal rauswerfe, hab ich dreimal einen Biss. Er hatte gefühlt schon 100 Würfe und nix, sie den Dorsch nach 50x. Wobei das eher Würfchen waren. Also nach dem Essen ging ich vor, haute die Angel raus und gleich beim ersten Wurf rumms nen 50er Pollak. Hatte ja gesagt, den kriegen die beiden. Aber so nen schönen Pollak. Jedenfalls fielen ihm die Augen aus, der hatte gedacht, ich bin so ein Laberheini. Dann fing ich noch nen kleineren Köhler, den ließ ich laufen. Hätte er schon gerne gehabt, aber zu lütt. Dann hatte ich noch einen Biss und der schüttelte sich ab. Das waren zehn Würfe.
Na ja egal, dann drückte ich ihnen den Pollak in die Hand zum Filetieren. Großer fragender Blick. Also Filetieren zeigen, Sylvie Haut abziehen, das ganze Programm. Und sie waren happy, hauten sich ihren Dorsch (den haben sie wohl selbst filetiert, hätte ich auch nicht angerrührt) und den Pollak in die Pfanne. Abends stand er dann wieder vorne, wo wir ins Bett sind, mit seinem neuen Angelwissen.
Lustig war noch, wo wir vorne am Pilken standen, erzählte ich, „es gäbe auch Schweinswale und so, na ja so ne Art Delphine ohne lange Schnauze. Wie soll man das sonst Unwissenden erklären, die grad Angelschein gemacht haben. Leicht ungläubiges Lächeln wurde mir entgegnet. Und vier Minuten später schwimmt ein Schnaufer 30m vor der Pilkstelle vorbei, da war helle Aufregung. Vermutlich hätte ich gesagt, die Welt gehe eine Woche später in die Luft, das hätten sie nun geglaubt. Ich selbst vermutlich auch. Am nächsten Morgen berichtete er, er habe ein Köhler gefangen 40 cm. Stolz wie Bolle.
Aber warum erzähle ich das, weil sie uns tatsächlich eine Flasche Wein überreichten, zwar so nen Obstwein für Sylvie und Sille. Aber immerhin Ritschratscher auf billigster Schiene, also die müssen sich durchschlagen, aber die Geste ist super. Nicht alle Ritschratscher sind „das Letzte“, aber viele. Bei uns gabs auch für Hafenmeister Christian ne Flasche Chantre, für den Holländer ne Flasche Wein und für Tochter Maybrit, die Rotwein liebt, auch eine Flasche nach Handschlagdeal. Selbst haben wir keinen mehr, außer dem Fruchtgetränk, hoffe Sille kann aushelfen.
So jetzt zu meinem Fischen. Bei Anne gabs drei 80er Köhler und paar kleinere 50er, also von denen genug. Die schmecken auch gut, vielleicht sogar besser als die großen, einer ergibt schon Essen für zwei Personen an Filet. Dann beim Schleppen paar vernünftige Dorsche und einen Leng.
Man muss aber suchen und hat auch mal 5x hintereinander nix. Der Zigarettenkonsum steigt schon aus Langeweile, die Finger sind ja ewig trocken und es lässt sich gut eine drehen und insbesondere das Knarren der Bremse fehlt, wenn die großen Bolzen die Flucht ergreifen. Man ist halt verwöhnt.
Hier sieht es nicht viel anders aus. Die typischen 70/80er fehlen, Bisse in der Tiefe absolute Mangelware. Dafür beim Schleppen fette Dorsche, schöne 60er Pollaks, und im 20er Bereich pralle 50er Köhler. Die Box ist mit 24 Kilo voll, also nur noch 6 Kilo Kontingent über. Daher fange ich jetzt wohl für andere mit, oder verlege mich aufs Schleppen auf Meerforelle und Lachs. Ein 1m großer Lachs ist mir zweimal schon begegnet, sprang vor mir raus und es platschte. Den hab ich im Auge, das wäre der Hammer. Der treibt sich jedenfalls hier rum. Gestern gab es dann die ersten zwei Makrelen, eine beim Schleppen, die andere vom Ufer. Wat für ein Bolzen 45cm und 800gr schwer, sind als Köder dann bei Anne, da geht’s dann auf Seehecht. Ein großer Seehecht und wir sind voll. Nur das Tagesessen halt vor Ort, dass fang ich blind. Aber Wetter gut und ab heute Leben in der Bude.
Nach 2023/24 Spanien/Andalusien und 2021/22 Griechenland/Peloponnes soll‘s diesmal nach Sizilien gehen, also genau in die Mitte von beiden auf selber Breitengradhöhe quasi. Zuhause alles winterfest bei beiden Häusern eingerüstet, Abschiedstrinken mit Nachbarn und Freunden am Mittwoch, dann Freitag, 31.11.2025 morgens um 4:30 Uhr Aufbruch gen Süden. Nach 2 Stunden problemlos ohne Stau in Hannover bei meiner Mutter im Altenheim aufgeschlagen zum gemeinsamen Frühstück, um zehn Uhr ging‘s dann weiter Richtung Ulm zu Sylvies Eltern. Meine Mutter mittlerweile 94 ist noch geistig fit, hat gerade ihre erste Krone verloren und nun doch noch Zahnarzt oder auch nicht, bissl sehr dünn geworden. Einfach über 90 werden ihr Mädels in der Welt, und schon hat man die Traumfigur, die man sein Leben wollte, ohne Kur, Diät…So schön kann Alt-Werden sein, für das männliche Geschlecht gilt das nicht unbedingt. Auf dem Rückwege im März werde ich ihr trotzdem einen neuen Fernseher hinstellen, den sie natürlich nicht mehr braucht, ihre Worte.
In Ulm angekommen, auch problemlos die weiteren 600 km durchgeknallt mit 130 ohne Stau, sogar noch Halt und Einkauf bei Kaufland da unten erledigt und dann zu Eltern vorgefahren. Übrigens unser Modell Carado 337 ist und bleibt allen Ansprüchen gewachsen, auch den Anforderungen Palermos, wie später folgt. Bei den Eltern das übliche Familienprozedere, erwähnenswert lediglich, daß ich mich sehr zurückgehalten habe aufgrund aufflammender Erkältung mit Schnupfen, Husten und Muskelschmerzen unmittelbar nach Ankunft. Woher auch immer?! Jetzt nach exakt einer Woche leider immer noch Schnupfen und Husten und Stimme angeschlagen, interessantereise hat Sylvie bislang gar nichts. Blöd war es insofern, weil wir nach zwei Tagen morgens erst bei Sylvies Firma reinschauten für 2 Stunden, und dann weiter über Reutte, Innsbruck und Brennerautobahn nach Italien aufbrachen. Blöd, weil ich den Druckausgleich in den Bergen nicht richtig hinbekam, die Ohren waren stundenlang zu, Vorteil dabei, das Gehupe in Italien war kaum wahrzunehmen.
Maut für Austria kauften wir tags zuvor online, Tagesticket 9,30€ und Brenner digiMaut 12€. In Italien nach ca. 5 Std, viele Baustellen auf Brenner, aber keine Staus, nur sehr viele LKWs unterwegs mehr als PKWs. Also 130 auf linker Spur und zügig in Italien auch ohne Stau.
Dann in Bozen 480km runter zwecks Übernachtung mitten in Stadt auf Gemeindeplatz gratis, seltsame Vögel mit verkehrsunzulässigen Womos oder Wohnwagen, doch blieb alles ruhig. War ja auch nur für die eine Nacht. Tags darauf weiter nach Pisa, nur 30km entfernt von Livorno, wo unsere Fähre nach Palermo/Sizilien am Folgetag um 18.30 Uhr abgehen sollte. Die Strecke dorthin nur Autobahn, alles Mautstrecke, bei der man noch in bar bezahlt, also Münzen rein aus unseren gesammelten Röhrchen, einmal 6€, dann 13,50€ und 20,30€. Wir entschieden uns für die „Nordstrecke“ in Modena nach Parma dann Richtung La Spezia, zwar 30km länger, aber kein Bologna und Florenz auf der Strecke. Es geht schön durch die Toskana
und Gebirgszug, kaum Verkehr, schöne Strecke und gute Straßen und Brücken. Direkt nach Pisa mit kleinem Stopp bei Lidl, Getränke wie Cola… fehlten noch. Man weiß ja nicht, was uns in Sizilien die ersten Tage erwartet und wo wir da bleiben. In Pisa gibt es einen Stadt-Stellplatz für Womos,
aber auch da gilt bereits italienische Fahrkultur. Verkehrsregeln und Ampeln gelten nur bedingt, mitschwimmen im stockenden Verkehr, ruckartige Bewegungen des Fahrzeugs vermeiden, weil ständig Mopeds links und rechts vorbeirauschen und beim Kreisverkehr die Vorfahrtsregel quasi „missachten“. Reindrängen sobald sich auch nur die kleinste Lücke ergibt und dann frei Schnauze im Tross durch. Klappt gut, weil alle so fahren, außer Du hast andere Touris um Dich rum. Bei mir wurde so gut wie nie gehupt, dachten vmtl. italienischer Gastarbeiter mit dt. Womo auf Heimaturlaub. Und Geschwindigkeitsregeln gelten von Haus aus nicht, egal ob Landstraße oder Autobahn. Eigentliche meine Welt, bin ja auch in Taormina/Sizilien gemacht worden, laut früheren Erzählungen meiner Mutter.
Sylvie erkundete dann zu Fuß das Wahrzeichen der Stadt, den „Schiefen Turm von Pisa“ und die historischen Gebäude drumherum.
Auf Sizilien angekommen
Lediglich Palermo um 14 Uhr von der Fähre runter war anspruchsvoll, klappte aber auch eigtl. gut, nur Wahnsinnsverkehr komplett ohne alle Regeln und einem Straßenbelag durchsetzt mit Löchern 30 bis 40cm Tiefe. Also nicht allein der Verkehr links und rechts, sondern auch Blick auf die Straße und dann mit einem italienischen Wohnwagen vor uns volle Pulle durch, bei dem steht kein Teller mehr aufeinander. Gefühlt wurde auch unser Mobil stark belastet, Radlager, Aufhängungen und Stoßdämpfer sowie Bremsbeläge, sind ja sowieso Verschleißteile. Hat geklappt und sind dann auf einen Campingplatz Acsi unter Eukalyptusbäumen nach knapp einer Stunde Stadt und Autobahn, überraschenderweise keine Maut, eingekehrt, um erst einmal zur Ruhe zu kommen für ein paar Tage Akklimatisieren an sizilianische Lebensart. Und natürlich auch die erste Pizza und Calzone auf Sizilien genießen.
Bei mir nach wie vor die Erkältung, auf Fähre die Klimaanlage nicht vorteilhaft, bei Ole hoher Stressfaktor, weil unsere Außenkabine auf der Fähre in Stock 6 keinen Lift hat.
Also vom Parkdeck hoch bis 5 ein Zeitlupenlift ja, aber dann Treppe hoch. Kein Chance, Ole blockt, also hab ich ihn gepackt und hochgetragen. Das hat aber das angeschlagene Knie (Meniskus) bissl aktiviert, Rücken egal. Kabine sonst gross und OK
Überfahrt völlig entspannt und auch für Hund, darf überall draußen rumstiefeln, völlig OK.
Die vielen negativen Bewertungen beziehen sich vmtl. auf die Sommermonate, wenn die Fähren überladen mit Autos und Menschen Chaos egal wo im italienischen Service auslösen. Daß man die Schlüsselkarte dreimal tauschen musste, weil sie nicht funktioniert, ist Alltag und für uns Peanuts. Jedenfalls mussten wir auch wieder runter von Deck 6 auf 5, diesmal rutsche Ole auf seinem Kissen wie ein Bobfahrer, mit ein wenig Unterstützung versteht sich, runter, so daß Getrage rückenschonend entfiel.
Vielleicht noch erwähnenswert, das temperamentvolle Wesen der Italiener oder soll ich besser sagen Sizilianer, denn scheins gelten diese nicht bei allen Italienern als gleichwertige Italiener, das war jetzt nett ausgedrückt. Jedenfalls das Temperament schlägt nicht nur beim Autofahren, sondern auch bei Fussgängern durch, wenn sie die Fähre verlassen, zum Teil wirkt es panikhaft. Also immer ganz zurückhalten, bis quasi alle weg sind und dann los. War Zeit genug beim Fahrzeug, bis die für Ausfahrt sortiert sind. Dann geht das Chaos von neuem los. Alle auf einmal raus wie rein. Durch das Temperament wirken sie auch unfreundlich. Man liest das viele Male bei den Bewertungen. Ich führe das darauf zurück, daß überraschenderweise sehr viele überhaupt kein Englisch können. Zumindest nicht die bei Girimaldi Ferries und die im Hafen, und das führt dazu, wenn Du etwas fragst oder willst, sie nun aber gar nix verstehen, dann aber gestikulierend und laut rumblöken, was ausgesprochen unfreundlich auf einen wirkt, aber vmtl. gar nicht so gemeint ist. Still nix kapieren ist freundlicher, aber das geht eben nicht, das Temperament!. Abgesehen dann, wenn sie das weibliche Geschlecht anbaggern, dann geht’s auch ruhig und völlig altersunabhängig von 15-80. Davon bin ich aber nicht betroffen. Wird sich zeigen in den kommenden Monaten, ob der Eindruck sich bestätigt. Nur wenn bereits in Deutschland eine schlechte Pisaumfrage aufhorchen lässt, was müsste dann erst hier los sein. Katastrophe, da war ja in Griechenland höherer Leistungsstand.
Unser Italienisch ist in Arbeit, vorher war wegen Baustelle zuhause keine Zeit, aber es läuft jetzt an, bereits Fahrzeiten und Fähre genutzt. Durch unsere Grundkenntnisse Spanisch wird manches leichter, anderes erheblich verwirrender. Manche Redewendungen sind gleich, viele ähnlich aber anders ausgesprochen und betont, andere Worte völlig anders. Und manche überhaupt nicht herzuleiten und echte Zungenbrecher, die nicht in den Kopf wollen. So läufts jetzt mit einem Gemisch von italienisch, spanisch und englisch oder deutsch = italiano, spagnolo e inglese o tedesco.
Und schon voll involviert ins Tagesgeschäft.
p.s. das erste Gewitter mit Regen und mäßigem Wind zieht grad über uns weg, aber immerhin bei 20 Grad, für alle die ein kleiner Trost, die bei 3 Grad und Sonnenschein zuhause sind. Sogar die Campingplatzkatzen suchen sich ein Plätzchen im Trockenen. Ole ist das völlig schnuppe. Was hätte wohl Fella davon gehalten?
Update 11.11.2025
Wir blieben zwei Tage bei den Eukalyptusbäumen, um reinzukommen,
quatschten mit deutschen Nachbarn, insg. etwa 15 Parteien da, alles Durchreisende. Von den weiter hinten liegenden Dauercamperquartieren war nix zu sehen, wohl niemand da. Es verteilte sich auf drei Franzosen, die sich alle nach hinten verpieselten, ein Schweizer, ein Holländer, eine Slowenentruppe (bissl laut), zwei Italiener, Rest Deutsche von Autoschläfer, Dachzelter Jeep, kleinere Ritschratscher und Womos wie wir. Keine Schlachtschiffe außer dem Schweizer, und der noch alleine. Ein Deutscher gab ganz gute Infos, Maschinenbauingenieur, vor 5 Jahren Frau gestorben und nun Frühling wie Winter in Italien auf Achse. Laut seinen Infos solls im Süden voller werden, da die klassischen Ewig-Überwinterer insb. Deutsche so mit Stuhlkreis und Bürgermeister sich auf einen Fleck versammeln. Also genau gesagt auf 5 Campingplätze quasi alle auf einem Fleck. Da könnte es auch mal eng werden, er ist da ausgestiegen, das war ihm auch zuviel. Aber sonst sieht es ganz gut aus, Stehen zum Übernachten zwecks Fahrtauglichkeit wie in Deutschland und Platz hats jetzt im Winter reichlich davon. Den Ingenieur treffen wir ziemlich sicher im Süden wieder, er mietet sich auf einem Platz für einen Monat ein, 350€ inkl. Strom 1200kw, den hab ich mir auch mal vorgemerkt für die Weihnachtsfeiertage, wo es sich immer etwas füllt auch mit Einheimischen.
Für uns ging es dann weiter, kurz gestoppt am Supermarkt am Sonntag, brauchten Milch, Brot, WC-Papier (kein Campingplatz hat das, alle ohne und schön in den Eimer, nix rein ins Schüsselchen) und Küchenrolle für meine Nase. Mittlerweile ziehe ich mir Antibiotika rein, hatte noch ne Schachtel von 2024 im Gepäck, heute noch 9 nachgekauft in Pharmazie, damit ich die Woche voll kriege. Selbstmedikation wie immer, und besser so, weil der Scheisshusten nach ner Woche nicht aufhören will. Die großen Supermärkte haben Sonntags alle auf, die Pharmazie gibt einem das Zeug auch ohne Rezept 7€, alles im Lot also.
Weiter auf nen Campingplatz, unmittelbar neben Cefalú. Dieser hatte den letzten Tag auf, dann Winterpause.
steile Treppe zum Strand
Rosmarinhecken
mit Pool und Tennisplatz
Cefalú – eine bekannte Stadt mit Kathedrale, berühmter Altstadt mit eindrucksvollem Berg und Klippenfussweg….
Sylvie los mit Bus vorn am Campingplatz, Fahrer wie ein Gestörter nach Cefalu, zwei Franzosen fast eingekackt, und 5 Stunden Begehungstour für sie, 22000 Schritte rauf und runter dagegen ein Eis und Cafe Latte. Das ist gutes Training. Ich blieb mit Ole im Camp, noch weiter Auskurieren und Ole mit Maulkorb im Bus, und dann hätte der sich ohnehin nach 1000m ins nächste Cafe gesetzt auf ne Wurst. Wir hatten ein schönes Gewitter im Camp, es wurden so einige Plätze geflutet. Bei uns nix, ich war ja da.
Dann heute weiter Richtung Osten an der Nordküste Richtung Patti zu unseren Bekannten. Denke mal in drei Tagen oder so werden wir bei denen vorsprechen. Heute in Santa Agata de Militello auf einen privaten Stellplatz von Fabrizio,
supergemacht, direkt mit Meerblick, eigene Pforte zum Strand, da kann sich so manch Acsi-Campground was abschauen. Morgen schicken wir mal ein paar Bilder in den Cosmos. Konnte mit dem gut quatschen, Englisch und Spanisch, er war jahrelang in Costa Rica. Kein alter Bock, so einer mit Hoodie und schlank.
Hier grad sechs Parteien, 1x Schweiz (nett), 4 x Italiener (dabei ein Angler mit 4 Brandungsruten), keine Deutschen schon auffällig, bester Spot bisher. Haben über Fabrizio Essen bestellt
Morgen gehe ich mal mit Fahrrad vor zum Hafen auf Erkundungstour. Wetter ab übermorgen richtig bombig. Aber immerhin nachts raus mit Sweatshirt, reicht völlig, also warm genug. Und morgen gibt’s Pinsa, auch vom Lokal, hat heute Ruhetag. Bis vor einer Stunde wusste ich auch nicht, wat dat is. Wer weiß es?
Sonst zu erwähnen bleibt, daß die Unterführungen nicht alle immer hoch genug sind. Es steht öfter auch nix dran, wie hoch es ist, so daß wir durch eine in Zeitlupe mittig durch (war Rundbogen) sind, zurück wäre nämlich voll Mist gewesen. Sylvie hat von vorne dirigiert. Reicht ja auch einer, der sein Leben lang im Womo in Stein gemeißelt ist. Schönes Denkmal für später. Ein anderes Mal mussten wir kehrt machen, wieder durch die Stadt zurück, da passten wirklich nur PKWs durch, sogar die Ritschratscher gehen da nicht mehr durch, aber vorher steht nix an Straße und ich spreche hier nicht von einem Wald- oder Wiesenweg. Mitten in der Stadt und irrer Verkehr. Wir checken unterwegs andere Stellplätze oder wilde Plätze und tragen die in unsere Karte ein. Man weiss ja nie, ob man hier wieder vorbeikommt. Dabei standen wir an diesem Minirundbogen und mussten alles wieder retour.
Pinsa oder Pizza, was ist der Unterschied?!
Pinsa ist die bekömmlichere und meist länglich-ovale Variante der runden Pizza. Die Pinsa zeichnet sich durch eine lange Teigreifung und eine Mischung aus verschiedenen Mehlsorten wie Dinkel-, Soja- und Reismehl aus, wodurch der Teig leichter, luftiger und knuspriger wird. Diese Mischung macht den Teig leichter und bekömmlicher. Da wenig Hefe verwendet wird und die Hefe für mindestens 24 Stunden fermentiert, kann das menschliche Verdauungssystem ihn besser verarbeiten. Das macht die Pinsa gesünder als Pizza.
Wer wusste, daß es eine APP gibt, um den AstraSatellit zu finden bzw. sichtbar zu machen. Gibt es! Weiß ich vom Ingenieur, da standen wir ja unter Eukalyptusbäumen und ich wollte wissen, ob es klappt durch ein Loch im Blätterwald ein Signal zu kriegen. App gratis auf Handy, damit den Himmel absuchen und der Satellit wird witzig exakt angezeigt. Da muss die Antenne hin und man kann das Fahrzeug dementsprechend ausrichten. Ist super.
Also dann will ich mal weiter zusammenfassen. Unseren Aufenthalt bei Fabrizio beendeten wir mit Telefondaten-Austausch und dem Wissen, wenn wir einen Monat bleiben wollen, dann für 350€ all inclusive. Eine erste Hausnummer.
Weiter an der Nordküste gen Osten geradewegs nach Patti, wo wir uns bei unseren Bekannten Massimo und Susanne für den kommenden Tag angekündigt hatten. „Aber bitte nicht vor 14“, morgens zu viel zu tun und Siesta=Schlafen von 12-14 Uhr. Na ja, es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben im Stress sind. Stress ist, wenn man sich Hunde anschafft, und für diese nun mal gar kein Händchen hat, wenn man Häuser und Land besitzt, aber selbst kein Händchen für handwerkliche Arbeit hat und somit alle Arbeiten delegieren muss, und „trotz allem Reichtum“ gefühlt immer an der Armutsgrenze existiert.
Unterwegs checkten wir einen weiteren Platz, der auf der Strecke lag, den wir durch auffällige Werbung im Internet kannten. Er ist sehr organisiert geführt, war recht voll aber noch Plätze frei, hat auch nette Appartementhäuser für 400€. Ein Monatsstopp kostet dort 300€ und gute Infrastruktur Läden und Cafes, sind dort vorhanden. Eine weitere echte Alternative. Mussten ja aber weiter.
Die Strecke führte uns entlang der Küste recht spannende, kurvige aber schöne Strecke bis kurz vor Patti zu einer Bucht, wo wir eine längere Pause einlegten, war noch Zeit bis 14 Uhr. Wir wollen ja niemandem aus dem Schlaf reißen. Dort könnte man auch locker 2 Tage wild machen. Zwei Womos waren auch dort. Aber großzügig Platz. Ich warf meine Angel das erste Mal aus, testete ein, zwei Pilker.
Auf der Strecke zuvor die 50km entlang der Küste war kaum Verkehr und kein Womo weit und breit zu sehen, außer bei dem Camp. Auch schon Kontakt gehabt mit ein paar Streunern, mit denen sich Sylvie gerne noch länger beschäftigt hätte um etwas Fellpflege zu betreiben. Standen aber ungünstig und so reichte es nur für ein paar Happen Trockenfutter, bisschen Wasser und Streicheleinheiten.
Kurz vor 14 Uhr fuhren wir nach Patti rein, ein kurzen Einkaufstopp bei Deco, wer weiss denn schon, wie lange unser Besuch bei Bekannten sich hinzieht. Läden wie Lidl, Deco, Spar, ARD, Eurospin und Conad sind zahlreich. Lidl ist hier nicht erste Wahl, auch preislich nicht unbedingt. Es gibt keine Leberwurst und keine Filtertüten für Kaffeemaschine, erste Erkenntnisse, und Deutschland ist grundsätzlich günstiger außer bei Brot, Wein, Olivenöl, Parmesan und Obst. Letzteres aber nur bei den kleinen Straßenhändlern.
Dann trafen wir vor Villa Chelia in Marina di Patti ein, direkt ein Parkplatz vor Strand an der Promenade ergattert.
Ich mach‘s kurz. Daß sie etwas „speziell“ sind, wussten wir, aber so hatten wir es nicht erwartet. Wir hatten eine andere Vorstellung von einem Besuch bei guten Bekannten. Professore war laut, unwirsch und völlig gestresst mit Frau und Hunden, holte vier Espressi aus Café nebenan als Begrüßungstrunk und das war es dann auch. Er ward nicht mehr gesehen und räumte mit einer grad angekommenen Putzfrau irgendein Zimmer auf, wir sahen ihn nur später eine völlig vergammelte Matratze durch den Garten schleppen. Die wohnen da konstant 10 Jahre, wie kann es dann so ein Zimmer geben? Diese Frage und andere sollten unbeantwortet bleiben, letztlich auch egal.
Wir kümmerten uns ein bissl um die Hunde, die völlig lieb sind, nur an dieser Adresse evtl. falsch aufgehoben sind. Nach einer Stunde waren wir froh, wieder weg zu sein, den Geschenkkorb gaben wir aber trotzdem ab, so üppig war er auch nicht. Hauptsache Platz.
Dann gings rüber zu ihrer Plantage mit 5 Ferienwohnungen, der Schlüssel von Nr. 4 soll in Tür stecken, dem war auch so. Bissl Geschisse beim Hinfahren, erste Mal auf der Tour, standen quasi schon vor Mautstation auf Autobahn. Da gab es einen Linksabbieger unmittelbar davor, der weder im Navi noch mit normaler Straßenführung erkennbar war. Letztendlich kamen wir an, mitten in der Pampa, hinten auf die Haushinterseite auf den Hof,
noch ein Paar Äste absägen, die zu tief hingen und standen vor verwilderter Plantage in gefühltem Nirgendwo. Kabel hoch in Wohnung 4 durch Fenster, Strom da, WC da und Dusche sogar heiss, Wasser unten, also alles was man braucht.
Man hörte tagsüber die Autobahn, nachts gings, ab 5 Uhr dunkel und Moskitos, also nix mehr mit draußen sitzen. Jetzt war klar 2-3 Tage, dann geht’s weiter. Am folgenden Tag wurde die direkte Umgebung mit Roller und Fahrrad inspiziert, auch der Strand, schön und menschenleer,
zu weit mit Ole zu Fuss und alle Geschäfte dicht. Eines muss man wissen, um 5 Uhr geht man da ja rein, dunkel und Viecher, dafür morgens um 6 Uhr raus zum Sonnenaufgang. Also geht’s so für Sylvie um 9 ins Bett, bei mir meist ne Stunde später, jedenfalls machen die Lokale ihr Geschäft erst um 20 Uhr auf. Also Essen gehen so um Neune, bis dahin ist man längst verhungert und Sylvie schon im Bett.
Das ändert sich vielleicht, wenn man für einen Monat Langzeitcamp macht, wo ein Lokal in Fussreichweite ist, denn im stockdunklen willste auch nicht km weit unterwegs sein, weder mit Bike oder Eroller. Zumindest haben wir die völlig verwahrloste Plantage tagsüber inspiziert und uns mit essbarem eingedeckt.
Sylvie hatte fast Vitamin C Vergiftung. Apfelsinen, Mandarinen, Feigen, Walnüsse, Zitronen, Avocados oder Schlangengurke (war doch eine Zuccini) meterlang, Tomaten, alles wurde verladen. So voll verabschiedeten wir uns von der Plantage nach drei Tagen. Die Bekannten kamen aufgrund von Stress und zu viel Arbeit nicht vorbei, dafür stand eines morgens eine Klapperkarre hinter uns auf den Hof. Er stellte sich vor als Professor Bondie, textete uns in italienisch freundlich zu. Man versteht nix, aber das macht ihnen nix. Das kam schon ein paar Mal vor. Das Auto hatte nur ein Licht, keine Stoßstange, Beulen und quietschte, der Professor hatte noch zwei oder drei Zähne. Er kam zum Obstpflücken, machte sich ein Kistchen voll und verschwand wieder. Uns aber auch egal, verrottet ja vmtl. sowieso alles. Wenn unsere Bekannten das hier lesen sollten, wissen sie vielleicht, wer das ist. Wenn nicht, auch gut. Für uns jedenfalls ist die Bezeichnung Professore ab nun ein weiteres Rätsel, was sich vielleicht noch auf der Tour aufklärt.
Die Ferienwohnungen sind sehr spartanisch, aber immerhin Strom, Dusche und WC. Auch die anderen Ferienhauswohnungen kommen eher nicht in Frage, völlig zugebaut, kein Spot.
Es ging weiter nach 3 Tagen dort. Ich hatte einen Spot am Meer ausgemacht, ca. 30km weiter gen Osten. Die Bekannten per Whatsapp informiert “wir sehen uns ja evtl. noch auf dem Rückweg, wenn sie weniger Stress haben“, „ja na klar doch“. Jeder wird jetzt denken, da muss doch etwas gewesen sein, nein, die sind so, total freundlich, gastfreundlich nur total überfordert, das irgendwie umzusetzen. Ich weiß gar nicht, wie sie das mit Feriengästen machen, eigentlich unvorstellbar.
Denken eher nicht, besuchen eher Professore Bondi, der hat uns ja getroffen.
Angekommen am neuen Spot, zuvor richtig eingedeckt bei Lidl, Anfahrt völlig unproblematisch, ein Riesenwiesengrundstück bei Giovanni. Giovanni mit polnischer Frau und 15 jähriger Tochter, ehemaliger Motorcrosstrainer oder so, hat italienischen 8-fach Weltmeister hochgebracht, muss ich noch recherchieren, hat eine seiner drei ehemaligen Rennstrecken zum Stellpatz umfunktioniert.
Dusche heiss, WC, Strom 5A, Platz ohne Ende, kaum Leutchen da, 15€ all incl., Monat 250€, sprang auf uns zu, freundlich aber wie so oft nullenglisch, nur italiano, textete uns auch zu. Jedenfalls ein Topplatz, zwar kein Restaurant in Fussweite, aber sonst Top und direkt gegenüber der Strand.
Guter Nachbar Jan aus Münster, Erzieher, der mit 48 mal raus musste und nun mit Auto und Kühlschrank seit Mai unterwegs ist. Gesamter Balkan, Griechenland, nun Italien, will noch nach Marokko. Den ersten Abend killten wir 2 Flaschen Wein, haben noch per WhatsApp Kontakt, fährt uns quasi voraus.
Dann noch Giovanni, der uns mit frischen Orangen und Mandarinen täglich belieferte bzw. die man hinten auch selbst pflücken darf, wenn man weiss wo. Dann natürlich LEX, ein Holländer mit Streuner Chchchabber, der seit Januar 2025 dort mit seinem altem Womo steht und halber Platzwart ist. Spricht perfekt deutsch, englisch und holländisch, war mal für die Amerikaner irgendetwas mit Nuklearscheiss oder Informatik, noch unklar. Hat auch dummerweise nur noch drei Zähne, auch Professore, also sieht eher verwegen aus, ist aber nen echt schlaues Kerlchen. Alles was er erzählt hat Hand und Fuss. Haben mit ihm natürlich auch noch Kontakt, werden dort bei unserer Tour sicher noch einmal aufschlagen.
Dann gabs noch nen Belgier, älter, den man nie sah. Ein dt. Rentnerpaar aus Kölnerraum, Langzeitcamper, Ok aber andere Liga. Und dann mein neuer ganz speziellen Freund.
War super da, nur den einen Vorfall. Als wir gestern zusammengepackt haben, stellten wir fest, daß die kleine Strahlertaschenlampe fehlt. Wo ist das Scheissding hin? Und dann kam mir die Erleuchtung. Ich war auf dem Lokus, hatte sie abgestellt auf den Rollenhalter, mir eine gedreht und das Ding dann stehen lassen. Und an dem Abend zuvor, wo wir mit Jan und Lex auf nen Bierchen saßen, leuchtete doch abends einer mit einem Strahler raus in den Campus Richtung Ätna, den man übrigens in weiter Ferne von da qualmen sieht. Nur circa 10 Sekunden, doch das hatte ich gesehen. Dachte mir, auch geiler Strahler, aber mein Dicker macht wohl doch mehr Saft. Konnte dann die ganze Nacht nicht schlafen, weil mein Bauch sagte mir, daß der Typ unseren Strahler hat.
Italiener, Langzeitsteher wie Lex, sogar länger, deswegen sind die schon aneinander geraten. Er wollte nämlich den Platzwart machen, versoffen und fett genug sieht er auch aus, kann aber natürlich nur italiano. Sehr vorteilhaft für nen Platzwart bei vielen ausländischen Gästen. Scheinbar wollte ihn Giovanni schon loswerden, weil es gab schon paarmal Stress mit dem. Lange Rede, kurzes Ende. Morgens Grauwasser abgelassen, da stand der Typ auf und fuhr mit Quad zum Kacken. Da hab ich ihn mir gepackt, und gesagt „hey, du hast doch meine Lampe gefunden, die ich wiederhaben will, brauche ich noch“, der war so baff, daß er nickte und auf sein Womo zeigte. Er zum Kacken und ich schickte Sylvie rüber zum Abholen. Als er dann nach kurzem Umweg zu sich nach Hause kam, stand Sylvie da, um die Lampe abzuholen. Es war so verabredet, sie soll den Arm heben, wenn er murrt, dann spring ich rüber. Stand ja vorne mit Womo am Eingang mit Lex und beobachteten das Szenario. Und tatsächlich ging er rein und kam wieder raus mit seinem Handy, tat so, als wüsste er nicht, worum es geht. Also mit Übersetzer sagte sie, sie will die Taschenlampe, dann ging er murrend wieder rein und brachte sie raus. Was für ein Vollidiot. Wenn fünf Parteien auf dem Platz sind, und nur die Zugang zum WC haben, dann muss die Lampe doch einem davon gehören. Und als Möchtegernplatzwart geht man doch dann mal bei allen 5 vorbei und fragt. Nein, er sackt die ein, und ist dann so blöd aus Neugier, daß er abends damit auf dem Feld hinten rumleuchtet. Wie blöd kann man sein!. Ansonsten wäre ich ja nie auf die Idee gekommen, daß er die hat. Auf alle Fälle haben wir sie wieder, Giovanni wurde von Lex informiert, vielleicht ist die Ecke hinten dann frei. Dann gehen wir dahin.
Jedenfalls heute dann weiter Richtung Taormina, Catania und Syrakus über die Autobahn, um Messina zu umfahren, 80km an die Ostküste südwärts. Sollte ein paar Tropfen geben also Fahrwetter. Alles gut nach Lampenrückgewinn. Noch WCpapier bei Lidl und Chinamarket Obstpresse für Saft besorgt, hatten wir vergessen. Dann Autobahn, mautpflichtig aber peanuts. Man zieht beim Rauffahren so ne Zettel und bei Abfahrt schiebst den wieder rein. Aber es gibt verschiedene Terminals, grün für Dauerticketfahrer, Münz- oder Kreditkartenschalter. Jedenfalls sind wir vmtl. an falschen Schalter, erstemal passiert, oder auch nicht, jedenfalls Ticket rein, 2,70€ leuchten auf, Deckelchen für Münzeinwurf geht auf, haue drei einzelne 1 € Münzen rein, und nix passiert. Also lang gemacht, Hand da rumgefingert, Münzen sind weg. Aber 2,50 leuchten auf Anzeige, normal zählt er runter. Dann sagt Sylvie, vielleicht nur mit Schein bezahlen, also 5€ Schein versucht reinzuschieben, nimmt er nicht. Hinter uns schon Hupkonzert! Auf einmal kommt Ticket bedruckt wieder raus und Schranke geht hoch. Normalerweise kommt aber kein Ticket raus, sondern Geld läuft runter und Schranke geht auf. Gut, sind ja raus und bezahlt haben wir auch, sogar 50 cent zuviel, aber auf dem Scheißticket steht, wenn man es übersetzt. Bitte in 15 Tage bezahlen, weil sonst Bussgeld und Einziehung. Wat für ein Scheiß, jetzt haste bezahlt, Geld ist weg, und wie willste das beweisen. Und wenn es nur ein Scheinautomat gewesen wäre, warum geht dann die Münzeinrichtung auf zum Einwurf, schluckt die Kohle. Dann dürfte diese doch gar nicht aufgehen?! Mal sehen, was wir davon machen.
Gegen Mittag nach nervigem Scheißverkehr hier auf der Ostseite einen Platz bei Capitano Nino, der nur mit Handyübersetzer halbe Stunde Einweisung macht. War too much, nervt, v.a.D. wenn er noch immer Witze reisst, die aber bei Übersetzer völlig bescheuert rüberkommen. Jetzt war das nun nen Witz oder bescheuerte Übersetzung? Etwas nervig, abgesehen davon ist der Platz die 20€ nicht wert, sind halt verwöhnt vom Norden. Morgen geht’s weiter nach Taormina und Naxos Küste.
Update 28.11.2025
ALSO WEITER; durchgestartet an Küste nach Taormina, wo wir unten halten wollten, dort wo eine Seilbahn zum höheren Part von Taormina geht für 3€ pro Person oneway. Ole sollte im Wagen mit, so die Idee. Es war etwas bewölkt, die Highlights sind ein römisches Theater und der Blick zum Ätna einerseits, anderseits hinab aufs Meer. Durch die Bewölkung nicht ideal und römische Arenen kennen wir ja bereits aus Griechenland zur Genüge. Hätten wir trotzdem gemacht, wenn nicht ein großes Schild gewesen wäre „Womoparkverbot“, und da kein anderer Parkplatz zu finden ist, ziemlich eng die Straße, haben wir es mit dem Blick auf bekannte Inselchen bei der Durchfahrt belassen, und sind weiter mitten durch Naxos zum 10km südlich liegenden Strand spiagga libre gefahren.
Obligatorischer Einkauf bei Lidl und Volltanken bei Esso (ist meist die billigste und auch guter Diesel, was scheins nicht immer der Fall sein soll bei den kleinen… Verdacht liegt nahe, daß dort gepanscht wird mit Wasser, zumindest ist es uns zu Ohren gekommen). Aus Erfahrung sollten immer alle Reserven aufgefüllt sein, denn, man weiß ja nie, wo man unterkommt und wie dort die Infrastruktur zwecks Einkaufens ist. Wäre ärgerlich, einen guten Spot zu verlassen, nur um Einkaufen zu fahren, wenn es sich vermeiden lässt oder teuer in den erreichbaren Muckelläden einzukaufen.
Der Strandbereich hinter Naxos ist der erste Küstenabschnitt, der nicht zugebaut ist, und dann wieder erst ab Syrakus die Strecke um die Südspitze herum, wo es ländlicher und naturbelassener wird. An dem km langgezogenen Strand finden sich 5 Stellplätze, drei waren offen. Wir entschieden uns auf den mittleren zu gehen und waren anfangs auf einem riesigen Platz 4 Parteien.
Zum Wochenende füllte es sich auf ca. 16 Parteien, da die einheimischen Sizilianer Camper mit ihren Gurkenmobilen zum Karaoke-Wochenende kommen, oft mit Kind und Kegel. Dann kann es etwas hektischer werden und kuschliger. Auf diesem Platz verteilte sich das ganz gut, und am Freitag zogen wir um auf den vorderen Platz von Salvo, den wir in den 5 Tagen dort erkundeten mit Fahrrad oder E-Roller.
Mit Jan aus Münster, den wir vom Nordplatz von Giovanni kennen, und ich mit ihm direkt per WhatsApp Standort austausche, aber nicht Mitglied in der Gruppe, den kennt ja auch sonst keiner, gilt auch für den Holländer Lex vom Norden. Dort oben soll es die Tage nur geregnet haben, berichtete dieser mir. Jedenfalls schickte ich ihm Standort von uns, und er kam eine Stunde später zurück, war bereits weiter im Süden, meinte, er bräuchte gute Gesprächspartner, hatte wohl kleines Tief. Zumindest haben wir uns Naxos als Stadt geschenkt aufgrund seiner Infos und auch CP Jonios. Naxos selbst ist eher im Sommer Partystadt, sonst nix besonderes, es sei denn man will mit Bus nach Taormina.
Also war wieder Weintrinken angesagt, Strand und Umfelderkundung, Angelversuche,
aber zu flach, und die anfängliche Ruhe bis zum Wochenende genießen. Zuvor Platz bei Salvo (spricht englisch, Bruder hat deutsche Frau) aus Catania erkundet und mit ihm vereinbart, daß wir rüberkämen. Er lässt keine Sizilianer Womos auf seinen Platz, „das seien alles Chaoten“, seine Worte. Mailänder oder Römer ja! Wurde etwas voller zum Freitag und wir gingen alle tatsächlich rüber zu Salvo am Ende des langen Strandes, kleiner neuer Platz und nahe an Ort, so daß wir zu einem Pizzaessen in Restaurant einkehren konnten.
Preise von 7-9€, 1 l Karaffe Wein 10€ und was für eine Pizza bei Restaurant Spina. Und voll um 22 Uhr mit Einheimischen, aber da waren wir schon fertig. Hatte zuvor reserviert am Nachmittag, das war gut so.
Zu Berichten gibt’s noch, daß am ersten Abend so nen grauer oller Ritschratsch ohne Fenster auf den Platz fuhr und ich sagte zu Jan „Sieh mal, ne Lady alleine, das wäre doch was für Dich“. Minuten später stand sie bei uns im Lager, um Hallo zu sagen, und wir erkannten sie wieder. Michaela von unserer Fähre hierher mit Straßenhund Sia, mit der wir uns lange auf der Fähre unterhalten haben. Deutsche, gebürtige Rumänin, Eltern Balletttänzer, die unweit von Catania im Hinterland eine Olivenfarm haben, und dort wollte sie bei Ernte helfen und für immer dortbleiben. Sind bereits weit über 70, aber es gab Streit mit dem narzisstischen Vater, so daß sie für ne Woche von dort abgehauen ist. Warum grad dieser Platz, egal reines Kama, passt auch zu ihr, Esoterik, Joga, Klangschalen, Heilpraktikerin, hat beim Dalai Lama auf dem Schoss gesessen, bastelt Energiesteine und Modeschmuck für Märkte und lebt seit dreizehn Jahren auf der Straße. Ganz unterhaltsam ein, zwei Tage, hatte was zum Rauchen dabei, auch Ok, aber auch ne Menge „Scheiß erzählt“, eben keine Krankenversicherung…usw. auch den Dalai Lama oder den Heilpraktiker nehme ich ihr nicht ab. Nach Salvo trennten sich unsere Wege, langte auch. Sie liebt Cozze gesprochen Kotze, das sind Miesmuscheln, aber genug davon, wollte große Kotze bestellen im Restaurant, etwas sehr peinlich. Sprachlich deutsch gut und vmtl. rumänisch, aber englisch und italienisch quasi Null.
Sind dann alleine weiter, Jan und Michaela blieben noch. Ein Zwischenstopp bei Kapitano Nino unweit vor Taormina, zuvor nebenan CP gecheckt bei kratzbürstiger Chefin am Einlass, die mir nicht erlaubte den Platz vorher zu checken, sondern nur mit „Passaporte und 25€ rapido“, und daher nicht in Frage kam. Sind dann nebenan zu Unikum Nino für 15€ eingekehrt. Aber auch nix Dolles und etwas nervige Dreiviertelstunde Einweisung mit seiner Übersetzer-App und Witzen, die entweder falsch übersetzt oder nur blöd rüberkamen. Platz war an Straße laut und im Ort viel zu viel Verkehr. Hätte man sich schenken können.
Eine Nacht und von da aus weiter nach Syrakus, mitten in die Stadt auf zu bezahlenden Parkplatz 15€/24Std, nix dolles, aber wir konnten uns Ole schnappen mit Wagen und die wirklich schöne und berühmte Altstadt in langem Marsch von 5 Stunden gemeinsam begehen. Das ist schon ne Weile her, daß wir gemeinsam auf Reisen eine Stadt erkundeten.
Ein Vorteil, daß Fella nicht mehr da ist, so übel sich das anhört, und mit Ole und Wagen waren wir sogar der absolute Renner in Syrakus bei Chinesen oder auch Italienern, die so was scheinbar noch nie gesehen haben. Vermutlich tauchen wir anderntags in Tageszeitung auf als Zusatzhighlight der Altstadt, die wirklich beeindruckend ist.
Zu Ole ein Wort. Er ist die Ruhe selbst, bei Katzen oder bei anderen Hunden, die gemeinsam bei uns im Lager sitzen, ob es Streuni war oder Sia, oder die Katzen, die um die Ecke schauen, er fühlt sich wohl und erlebt quasi seinen zweiten Frühling. Und sein Wagen ist sein zweites Zuhause.
Nach einer Nacht und unseren ersten Arancinis, Nationalgericht Sizilien (frittierte Reisbällchen sind auf Sizilien ein beliebtes Streetfood und ersetzen locker eine komplette Mahlzeit! Es gibt sie hier in allen Variationen: Klassisch gefüllt mit herzhaftem Ragout, aber auch mit ungewöhnlichen Füllungen wie Apfel, Speck und Käse. Frittierte Reisbällchen, oft gefüllt mit Ragout, Erbsen oder Käse, manchmal auch mit Tintenfischtinte oder Pilzen)
ging es weiter gen Süden, wo es ab jetzt deutlich ländlicher wird.
Wir kehrten dort ein an einem Sandstrand auf einen Stellplatz 15€ mit allem, sogar Handseife und Klodeckel (echte Seltenheit in Italien) und Warmwasser am Waschbecken bei Giorgio (auch kein Englisch). Hier sind wir erst einmal eine Woche, um am Samstag den Markt mitzunehmen, interessante Infrastruktur mit fast allen Supermärkten auf einem Haufen in 5 Minuten mit dem Fahrrad und trotzdem ruhiger Spot. Die Weihnachtsbeleuchtung am Eingang erinnert daran, dass bald Weihnachten vor der Tür steht.
auch der Strand ist nicht weit und mit Ole fußläufig erreichbar.
an dem auch ein, zwei verheißungsvolle Angelstellen sind. Aber noch nicht zu gekommen. Vielleicht heute.
Jan stieß auch wieder für zwei Tage dazu, ist aber heute weiter nach Noto und mal sehen, wird schon neuen Standort schicken. Habe ihm ausgearbeitete Plätze gegeben, mal sehen, was er checkt. Heute zwei Maschinen Wäsche gewaschen für 2€, ist schon günstig und Giorgio auch Klasse. Drei oder vier Parteien bleiben daher auch Monate, Platz hat ca. 30 Plätze, ist halbvoll, Nachbar Spanier mit drei Hunden ohne Frau aus Malaga, labere mit ihm spanisch, eine Deutsche 72 auch im Womo lebend, kennt sich aus in Sizilien, evtl. heute Abend ein Weinchen, paar Deutsche, ein Norweger, muss ich noch kontaktieren, ein Schweizer, ein Slowene und zwei Italiener. Recht harmonisch bislang. Mit den Deutschen haben wir am wenigsten zu tun, warum bloß?!
Am Samstag noch Markt und danach geht’s am Sonntag dann weiter, und dann ist schon Dezember. Mal sehen, ob hier auch Karaoke am Wochenende ist! Es gibt noch vieles zu Erkunden und zu Verstehen, sind gefühlt grad mal angekommen. Italienisch lernen auch sehr sporadisch, aber die Pizzaspeisekarten und Discounterkataloge hab ich drauf, hier mal wie man es spricht, so wird es nicht geschrieben,
atschuge = Sardine, wowo = Eier, peperontschino = Chilli, ajlio = Knoblauch , pre-ze-molo = Petersilie, cartschofi = Artischocke, tschipolla = Zwiebel, oder leicht zu merken donna=frau, womo= Mann, otto= acht, cavallo=Pferd oder für alles zu verwenden cazzo = Schwanz= wie bei uns Scheiße und anderes ist leicht salmone=? , spinatschi= ? , formaggio= ?, zukine=? capperi= ?
Kriegt man raus, wenn man es spricht. Nur dummerweise ist das alles nix, um mal nen Smalltalk mit Italienern zu führen.
Zurzeit behelfe ich mir mit einem Kauderwelsch aus Spanisch, Englisch und Pizzaitalienisch. Hab ja noch bissl Zeit.
Update 06.12.2025
So weiter sind wir, verabschiedet von Giorgio, der uns auch frisches Olivenöl 50 l besorgen will eventuell bei Rückfahrt, hat uns eine Probe abgefüllt in Marmeladenglas. Ist nicht schlecht, sollte aber noch besseres kommen. Preis scheint so etwas um die 15 Euro für wirklich Gutes zu sein. Mal sehen, was kommt. Jedenfalls am Samstag noch auf den Markt
und dann los am Sonntag vom Platz nur 15 km weiter zu einem ehemaligen Thunfisch-Fabrik Hafen, der jetzt eher umgebaut wurde in lokalen Tourispot mit vielen Lokalen. Aber sehr schöner Ort, Marzamemi. Wir parkten am Hafen, innerorts alles gesperrt, und ich versuchte mein Angelglück.
Viele angelten dort sowohl im Hafen mit Brot auf Cefali = Meeräsche und von den Molen durchaus tiefer mit Köder meist Garnelen. Hier und da sah man auch Fänge, meist 12-25 cm Fischchen. Manche warfen diese sogar zurück. Bei mir ging gar nix. Eigentlich wollten wir da wild stehen und bleiben, das wäre auch kein Problem gewesen. Später kamen zwei spanische Womos dazu, das war es auch. Sylvie machte mit Roller komplette Stadtbesichtigung,
andere bessere Mole, doch da war kein Parkplatz, zu Fuß zu mühsam, und checkte auch unweit privaten Stellplatz. Mit 20€ etwas zu teuer, auch nur 2 Mobile Holländer und Slowene. Zum Wildstehen gehört eigtl. Pizzaessen, doch die Lokale, die offen hatten, wären etwas zu weit bzw. man hätte kein Zugriff auf das Mobil. Immer blödes Gefühl, wenn man wild steht. Ein paar Sachen zum Klauen haben wir ja schon dabei. Arbeitscomputer, E-Roller, meine tollen Ruten, Ecoflow, usw….
Wir verbrachten quasi den ganzen Tag vorort und entschieden uns kurz vor dem Dunkelwerden, den anderen Hafen 10km weiter südlich Portopalo, quasi die Südspitze Siziliens, anzufahren. Angeln kann man da auch und die Pizzeria, die offen haben soll abends, ist unmittelbar am Hafen, wo man das Mobil abstellen kann. Also schnell die Angel rein, E-Roller rein und los. In ein paar Minuten waren wir am anderen Hafen, bissl. eng durch den Ort, um da hinzukommen und schon vor Pizzeria geparkt. Viele Boote von ganz klein bis größere Kutter. Einen Fischmarkt sollte es auch dort geben um 13 Uhr kommenden Tages, doch das entpuppte sich als Fehlinfo, zumindest nicht offen. Ohnehin ein kleines Problem ist, daß die Restaurants und Geschäfte ihre Webauftritte bei Google oder auch sonst kaum aktuell pflegen. Da steht „öffnet um 19 Uhr“, dann kann sein erst um 21 Uhr oder auch gar nicht. Oder steht „geöffnet“ und ist schon seit Monaten zu, wie es aussieht. Also ein klein wenig Glücksspiel.
Auf einem Stellplatz findet man ja Informanten, beim Wildstehen schon schwieriger, wenn man die Sprache nicht so beherrscht. Leute, die dich anquatschen gibts zu Hauf, und mit dem Standard „non parlo italiano, pero io hablo espangiolo un poco, …inglese oder tedesco ? „bekommst Du zwar ein breites Lächeln, anschließendes Kopfschütteln für ein Nein, und dann quatschen sie ohne Punkt und Komma los, egal ob du was verstehst oder nicht. Im Hafen zuvor hatte ich Glück bei einem Vater mit zwei Söhnen, der konnte deutsch, war als Bauarbeiter in Stuttgart und sein älterer Sohn 17 grad von Schule zurück, um jetzt evtl. Friseur zu werden. Hier in Sizilien. Na ich weiss nicht, der Verdienst ist nicht so Dolle.
Einer war beim Barbier, sich rasieren lassen, mit Gesichtsmassage mit irgendwelchen Ölen, 45 Minuten und hat 6€ bezahlt. War ein Deutschitaliener aus Bozen, der in München lebt, und mit Mietmobil unterwegs ist, schon bissl ein Schnacker, laut, allwissend, wichtig, wobei ein paar Infos mit dem bereits gesammelten Wissen sogar kompatibel waren, also kein Vollschnacker wie so oft. Aber schon deutlich als Italiener-Macho und Frauenheld ausmachbar, mit graumelierten Haaren und Frau zuhause, also eigentlich ein alter Sack wie ich. Laut seinen Erzählungen sind sizilianische Frauen sehr, sehr emanzipiert, egal ob verheiratet oder nicht, insbesondere in den Sachen, die ihn interessieren als 60 Jahre alten Sack. Und das ist ja auch nur die eine Sache.
Wir aßen Pizza für 13€ zu zweit, waren satt, also das Kochen entfiel beim Wildstehen, parkten aber um, weiter nach hinten die Mole raus, weil erstens Karaoke im Restaurant begann um 22 Uhr und was noch nerviger war, das Rumgekutsche von Autos und Mopeds. Gefühlt fuhren 1000 Autos von 20 bis 23 Uhr in den Hafen, die Mole raus, drehten um, stiegen nicht aus, hupten ein paar mal zur Begrüßung des Nachbarn oder Bekannten und so wie sie kamen waren sie auch wieder verschwunden. Uns war nicht klar, was das soll. Alte wie Junge, dicke Autos und Schrottkarren, alle waren beteiligt. Das Dorf mit Hafen ist Portapalo, das hat nur 1000 Einwohner vermutlich, warum das Rumgefahre. Langeweile?, Fahrtraining für jung und alt?, Unterstützung für Tankstellen? oder waren wir der Grund. Einziges Womo dort, kam auch keiner mehr vorbei? Aber die haben ja wohl schon mal deutsches Womo gesehen! Unser italienischer „Gockel“, den wir erst einen Tag später kennenlernen werden, also der oben bereits erwähnte Deutschitaliener mit Namen Marko, meinte die Lösung zu wissen. Die Sizilianer verabschieden sich täglich vom Meer, also abends, und schauen so rum im Hafen nach den Booten und nach dem Wetter für kommenden Tag. Na gut, vielleicht hat er ja sogar Recht. Nur manche machen das dreimal, und morgens dann dasselbe, aber da nur alte Knacker.
Jedenfalls habe ich auf Calamari nachts geangelt, kein Erfolg.
Dummerweise einen Pilker verheizt, bei dem Müll im Wasser kein Wunder, dafür später einen schönen Wobbler gefunden, also gleicht sich aus. Zu Erwähnen folgende Auffälligkeit, es gab im ganzen Hafengebiet nicht eine Mülltonne oder Müllcontainer. Das ist kein Witz! Müll gab es dagegen haufenweise, überall und leider auch im Hafenbecken.
Da ist Griechenland bereits deutlich weiter, da steht an jeder Ecke ein Container. Um Markos Allwissenheit wieder zu zitieren, „keine Mülleimer mit Absicht, die wollen damit die Sizilianer erziehen, ihren Müll mit nachhause zu nehmen und Angeln machen nur die Männer, die wollen nix fangen, sind nur froh wenn sie zuhause raus sind“. Na ja, sein Fachgebiet ist ja auch das eine, dabei wollen wir es mal belassen.
Weil Fischmarkt geschlossen, fuhren wir am späten Vormittag weiter, checkten wie immer mal einen Platz, wenn er auf dem Wege lag, weiter gen Westen jetzt, den südlichsten Punkt hatten wir ja schon. Da unten im Süden ist es eher ländlich, nicht so zugebaut, Plantagen und auch größere Gewächshäuser, ähnelt bissl Andalusien mit den kilometerlangen Gewächshausanlagen.
Auf einer Straße durch die Pampa, kein Verkehr, stand irgendwann eine silberne kleine Mukkelkarre am Straßenrand, fiel mir sofort auf, und die Straße war 6m breit. Also Platz genug um drei Meter an dem vorbeizufahren, langsam so 60 bis 80, tingeln halt und Rumgucken, gemütliches Fahren, als auf einmal ein Knall, heftiger Knall quasi im Fahrzeug auftrat. Ich stoppte nach fünfzig Metern und sagte Sylvie, sie soll schauen ob da ne Weinflasche oder Wasserflasche explodiert ist. Sie schaute in den Schränken nach, als neben mir ein Fahrzeug hielt. Fenster war sowieso auf, war ja mittags bei Vollsonne. Beifahrerseite 35 jährige Frau mit Brille, daneben Fahrer gleichaltriger Spargeltarzan, kaum Zähne, und hinten saß c5-jährigesges Mädchen. Dachte, der will fragen, ob wir Panne hätten oder so, sind ja überhilfsbereit und freundlich bislang. Sprachlich natürlich nur sizilianisch. Er zeigte auf seinen Fahrerspiegel, „kaputto“… da war mir klar, wat hier läuft. Hatten von der Masche gehört aus Palermo, Catania oder auch Livorno Festland. Da wird entweder Tennisball gegen das Fahrzeug geschleudert und zuvor schwarzer Streifen an Fahrzeug bei parkenden Autos angebracht mit Gummi, und dann behauptet, man hätte ihren Spiegel abgefahren. Dann wollen sie Geld, und viele Touris bezahlen übrigens scheinbar.
Nur wir hatten weder geparkt, also Streifen kann nicht sein, und Spiegel gegen Spiegel kann nicht sein, weil Mukkelkarre viel zu tief, und abgesehen davon bin ich ja mit mindestens 4m Abstand an dem vorbeigefahren, gab ja auch keine anderes Auto weit und breit auf den letzten 5 km. War grad im Begriff auszusteigen, um mir den Vogel zur Brust zu nehmen, als Sylvie von hinten vorkam und ihr Handy in der Hand hatte. In dem Moment haute er den Rückwärtsgang rein und mit Vollgas rückwärts ab, so schnell verschwunden wie er auftauchte. Ich war echt baff, wat für ein Vollidiot. In der Pampa, kein Verkehr, 6m große Straße, nicht einmal Steinschlag war möglich, weil er in Fahrtrichtung parkte, also ein Stein den Spiegel innen hätte gar nicht treffen können. Puls hatte ich trotzdem. Bin raus und hab geschaut, ob Schaden zu sehen ist, denn der Knall kam ja nun nicht von innen, sondern von außen. Hab nix entdeckt. Keine Beule oder sonstige Spuren. War schon heftiger Knall im Innenraum.
Jedenfalls fuhren wir weiter ca. 300m, bogen links ab und da stand Gendarmerie und machte Verkehrskontrolle. Genauso seltsam, weil ja kaum Verkehr da ist. Hatten grad einen BMW am Wickel, Papiere kontrollieren. Hab angehalten und erklärt, natürlich vorher wie immer „non parlo italiano….“, Polizist solamente italiano. Also mit meinem Kauderwelsch erzählt, was 4 Minuten vorher und ca. 300m weg in Nebenstraße passiert ist, ein spanischer Radfahrer half mit bei Übersetzungsgeschichte, der grad zufällig vorbeikam. Innerhalb von1 Minute flogen die Papiere vom BMW-Fahrer in sein Auto, Klappen zu vom Polizeiauto und mit Vollgas in die Straße rein, wo es passiert ist. Suchen jetzt nach silberner Kleinkarre mit Frau und Kind. Schon Ok.
Man soll laut Forenberichten immer mit Polizei drohen und Kamera also Handy rausnehmen und fotografieren. Meist hauen sie dann ab. Sylvie hatte geistesgegenwärtig ihr Handy geschnappt, noch nicht mal ausgeholt zum fotografieren, und schon war der Vogel weg. Oder mein Erscheinungsbild mit bissl Puls, wollte ja gerade aussteigen. Ist Wurscht, sind dann weitergefahren. So ein Würstchen und strohdoof, hatte wohl mal etwas davon gehört aus Palermo und wollte auch mal die große Kohle machen. In Palermo oder Catania in den engen Gassen kann man die Nummer auch abziehen aber nicht hier in der Pampa.
Kamen dann an einen privaten Stellplatz, sah verlassen aus, vorne setzten ein paar Arbeiter ein paar Steine auf Mauer, enge Einfahrt. Jedenfalls fuhren wir ein, vorne Appartementhäuschen, dann langgezogene Strecke mit vielen auf Kies liegenden Stellplätzen bis ans Meer vor. Sah alles ziemlich neu aus, sehr gepflegt angelegt.
Ganz vorne ein slowenischer moderner Ritschratsch mit Babyhund. In Englisch war zumindest Verständigung in gewissem Rahmen möglich, 20€ und Chef kommt abends oder morgens. Ok, wir blieben auf eigtl. tollen Platz, die Ruhe war der Hammer und der feiene Sandstrand mit privatem Zugang der Oberhammer.
Ganz alleine für uns 4 Leutchen.
Wir blieben 2 Tage, solange die Sonne ihre volle Pracht auf uns niederstrahlte, in kurzen Hosen oder weniger, Bräune tanken, und Sylvie war sogar im Meer baden. Das Wetter wurde dann bewölkt und wir fuhren wieder. Einziges Manko, der Strom inkl. war nur mit 4A abgesichert, das reicht schon nicht mehr für die Kaffeemaschine oder Toaster und auch nicht für das Laden des Ecoflow und WCs haben kein Dach auf dieser Seite. Und Moskitos aus naheliegendem Feucht-Naturschutzgebiet sofort um 17 Uhr wahnsinnig aggressiv und Bolzen dabei. Chef war nett, sah aus wie Bürgermeister, preislich ließe sich was machen, nur durch Moskitos und mangelndem Strom uninteressant für längeren Aufenthalt.
Nun gings weiter nach Pozzallo, ein Stellplatz auf dem sich Jan aus Münster, der Autoschläfer, derzeit aufhielt bzw. auch jetzt noch aufhält und auch der legendäre Marko. Unterwegs ein P4N Parkplatz am Meer, kurz rein zum Schauen, und Andalusien lässt grüßen. 25 Mobile dicht gedrängelt, Hunde laufen frei rum, keine WCs und vmtl. keine Mülltonnen, der Horror. Aber gratis!!! Und wer stand da mitten drin, unser Spanier mit seinen drei Hunden von einigen Plätzen vorher. Das passte, denn der ließ seine Hunde morgens aus dem Womo loslaufen, die gingen irgendwo zwischen den anderen Mobilen kacken, und oft blieb diese liegen. Ansonsten war er nett, aber eigtl. ein NoGo. Kurze Begrüßung, bei dem Spanier immer sehr laut, aber egal, waren ja in Andalusien.
Dann nur noch ein paar km auf Platz bei Pozzallo. 15€ inkl. Strom, Standard Preis. Schmale eklige Einfahrt unmittelbar zwischen Hauptstraße und Meer. Plätze sehr schräg nach unten ablaufend. 2 WCs, Duschen, die scheins kaum funktionieren 1€, das war es. Gute Infrastruktur. Die Camper sind etliche Langzeitreisende, einige alleine, viele problembeladene Figuren, die noch danach suchen, wie es weitergeht. Also nicht morgen die nächste Etappe, sondern im Leben.
Für Jan ideal, trifft Gleichbetroffene, und auch mal einen Saufpartner. Wir wären ohne ihn nicht einmal eine Nacht geblieben, hätten den Platz gecheckt und weiter. Ursprünglich hatten wir den sogar für den anstehenden Monatsaufenthalt über die Feiertage mit in der Planung. So blieben wir eine Nacht, einen kleinen Umtrunk mit den problembeladenen Figuren, bissl dummes Zeug von sich geben, eine Flasche Wein im Stehen und bloß weg am kommenden Morgen. Hatten gleich bei Ankunft bezahlt für eine Nacht. War klar, weil haben eine Stromabsicherung von 3A, da kannste gar nix betreiben außer Kühlschrank. Billiger Schrott für „gestrandete“ Figuren und eigentlich viel zu teuer für Nix Dolles.
Sind dann weiter, und hatten Marina di Ragusa als ersten längeren Dezemberstopp im Auge, war eine Empfehlung vom ersten Platz, dem Maschinenbauingenieur. Zuvor noch 2-3 winteroffene, wobei nur einen gecheckt, und der war fast voll belegt mit Dauercampern. Die kamen eigtl. alle nicht in Frage aufgrund mangelhafter Infrastruktur. Was heißt für uns gute Infrastruktur. Also bei längerem Aufenthalt 1 Monat sollte der Platz grundsätzlich höheren Standard haben, keine Dauercamper-Ansammlung mit Stuhlkreis und Bürgermeister meist deutsch, ein paar offene Cafés oder Restaurant haben, zu Fuß einfache Einkaufmöglichkeit, Strand, mit Fahrrad erreichbare große günstiger Discounter und noch schön ruhig sein sowie Internetempfang, was bislang überall der Fall ist auf Sizilien.
Und dann kam uns der Flintstones CP auf dem Wege noch ins Auge, etwas teurer als andere, dafür auch höherer Standard. Gute A Absicherung, zwei Discounter in 1,5km, Topbäder mit WC-Deckeln, Handseife, Topduschen, Leihwagen 20€ täglich buchbar, Fahrrad da, Restaurant und Strandbar, Metzger und kleiner Coop sowie Brötchendienst, eigtl. unnötig. Es war nur dort, wo 6 Dauercamper stehen, maximal ein Platz frei, kaum Sonne und etwas eng. Doch mit Hilfe von einem dort 10 Jahre lebenden Allgäuer Mikele, den ich bei Begehung am hinteren Ende ausgemacht habe, kamen wir abseits auf einen abgelegenen Platz, der zuvor erst noch gemäht wurde,
sehr sonnig und stehen da quasi alleine. Jetzt am zweiten Tag passt noch alles. Mal sehen, ob wir die 30 Tage durchhalten. Gestern jedenfalls per Fußmarsch sowohl die Strandbar
als auch das Restaurant mit Glas Wein und Cappuccino/Espresso angetestet. Wenn ich jetzt fertig bin mit Schreiben, mache ich kurz Fahrradbegehung unseres „Dorfes“. Und zwar jetzt.
Update 03.01.2026 – Jahreswechsel
Ja, wir sind 30 Tage geblieben. Nach 14 Tagen kam bei mir zwar das Gefühl, „es langt eigtl.“, doch jetzt am Ende am eher das Gefühl „schon ganz gut, man weiss, was man hat“. Egal, müssen weiter und den restlichen äußeren Bereich bis Palermo erkunden. Ende Februar solls dann rüber in Messina auf die Festlandseite unten in Kalabrien aufhalten und dann gemütlich gen Norden zurück, so daß wir etwa Mitte März heimatliche Gefilde erreichen. Im Mai geht’s dann ja bereits nach Norwegen.
Also was haben wir hier 30 Tage gemacht, täglichen Strandausflug mit Ole und Wagen. Unterdessen läuft er wieder deutlich weiter, die Treppe ins Mobil ohne Hilfe ist ein Klacks, dafür tritt bei Steigungen ein schweres Schnaufen auf. Ob nun Wasser in der Lunge durch geschwächtes Herz altersbedingt oder durch Belastung ausgelöstes Anschwellen der Bronchien, letzten Endes wurscht, wie der Bayer sagt, im Allgemeinen geht es ihm blendend, besser als lange zuvor jedenfalls.
Desweiteren Einkaufstouren, Fahrrad- oder Rollerausfahrten, Inspektion des Lagers, man kennnt ja mittlerweile den einen oder anderen. So haben wir hier Holländer, Schweden und Österreicher, die gut drauf sind, aber auch die kleine Minderheit der deutschen Dauercamper 5 Stück sind untypisch ruhig und jeder macht nur sein eigenes Ding.
Schwäbische Italienierin, die in Ehingen in der Eisdiele Da Vittorio gearbeitet hat vor 45 Jahren
Also weder Stuhlkreis, geschweige gewählter oder selbsternannter Bürgermeister. 1km vor Ort, einen gr. COOP (teuer) und ein Eurospin, ein Chinaladen für all Zeugs, im Ort Schlachter, Pharmazie, Minicoop, drei Cafés, Tankstelle, Pizza zum Mitnehmen, am Strand ein Restaurant/Bar und Strandbar und Eisdiele/Café. Oder man nimmt seinen Vino einfach mit an den Strand.
und wartet auf den Sonnenuntergang
Bissl Berg hoch und runter, mittlerweile kennen wir alle Schleichwege, alles machbar in 10-15 Minuten. Zu Erwähnen, daß wir den Leihwagen für 2 Tage hatten und damit sowohl Ragusa, Pozzallo, umliegende Dörfer und Scicli besuchten. Ist ein lütter Diesel, Wagen von Ole in Kofferraum und los zu dritt. Besuch bei Lidl incl.
Am besten hat uns Castello Donnafugata gefallen, ein adliges Herrschaftshaus mit Garten…
Wetter ist weiterhin angenehm warm, nachts kälteste Temperatur war 9 Grad, heute 2. Januar waren es 16 nachts, also nicht einmal Heizung aufgebaut. Tagsüber zurzeit strammer Westwind, Regen hier und da mal ein paar Tropfen, aber so schnell wie sie kommen, gehen sie auch wieder. Küste eben.
Angeln war hier kein Thema, die Ruten liegen brav in der Heckgarage. Körperlich beide wohl auf, keinerlei Wehwehchen. Sylvie war bei Friseurin, macht nur Donne, weil ich könnte auch einen gebrauchen. Große Saufgelage gabs nicht. Kontakte mit Augsburger Nachbarn
sowie Holländer Segler, mit beiden per WhatsApp Kontakt zwecks Infoaustausch Tour und Plätze sowie mit Jan und Lex nach wie vor. So weiss ich auch, was zeitgleich auf anderen Plätzen passiert, also gewesene und auch neue.
Es war hier sehr, sehr ruhig sogar bis nach Weihnachten, quasi am zweiten Weihnachtstag kam der Ansturm bis Silvester, dann wird’s wieder ruhiger. Es sind Italiener und die Weihnachtsurlauber aus Deutschland, Österreich…Aber wie gesagt, unsere Wiese ist mit 8 Fahrzeugen belegt heute 3. Januar, das erste Mal überhaupt für die Chefs hier ist diese Wiese im Einsatz. Sie sind schon überrascht. Aber es ist das, was ich ihnen vorausgesagt habe. Es wird der Run kommen nach Sizilien, die kommenden Jahre dann noch schlimmer, weil es jetzt ja gegenüber Spanien noch eine Wohltat ist. Hoffentlich halten die Behörden und Polizei das anarchischste, chaotische Wildcampen gleich von Anfang an im Zaum mit Geldstrafen und Verweisen. Glaube aber nicht, daß es klappt. Für uns vmtl. das nächste Mal wieder nach Griechenland, oder eine Kombi, wir werden sehen. Nachher geht’s weiter.
Tschüss Camping Flintstones – es war schön hier – Yabba Dabba Doo
Update 09.01.2026
Am 3. Januar zogen wir dann weiter gen Osten an der Küste entlang. Als Angler erscheint die Küste von Haus aus interessanter, obwohl viele Küstenabschnitte komplett zugebaut sind, und nicht zu vergessen, wir sind am Überwintern. Also im Landesinneren fallen die Temperaturen schnell deutlich unter zehn Grad nachts und die Wolken hängen sich an den Bergen auf, um abzuregnen. Das braucht niemand. Im Frühjahr oder Sommer sicher ganz nett da drinnen im Inland.
Wir checkten einen Platz in unmittelbarer Strandnähe mit Eukalyptusbäumen. Der war preislich und platzmässig gar nicht so schlecht, wurde vermerkt und wir fuhren 8 km weiter in die Touristen-Hochburg Punta Braccetto, wo insbesondere fast nur deutsche Überwinterer ihr Dasein fristen. Es sind fünf CP-Plätze, vier haben seit X-Jahren auf, von nobel 35€ bis einfach 23€ plus VerarschungsTax 2€, an einem Strandabschnitt von ca. 1000m, zusammengestopft 250 Womos bzw. Wohnwagen jeglicher Art mit Vorzelten, ohne Vorzelte, mit Zäunchen und auch ohne… Stuhlkreis, Bürgermeister und Platzhengst alles inklusive. Also ca. 500 Personen, vorwiegend im Rentenalter, auf einen kleinen Shop, ein Restaurant (nur freitags-sonntags auf), einer Strandbar, die aber ab Silvester zu hat und das war es. Dies ist wirklich war. Große Geschäfte 30 km entfernt. Das ist gottverdammt nix, nur ein Strand und der auch noch dreckig. Nicht einmal dazu sind 500 Personen imstande, den aufzuräumen, also die hocken da und machen einfach gar nix. Die Gegend war schnell erkundet.
Wir sind auf den günstigsten eingecheckt, also ganz hinten in der Kette bei zwei vom anderen Ufer, und haben zufällig neben unseren Augsburgern, die wir vom anderen Platz kannten, gestanden.
Mit 23+2€ unser bisher teuerster Platz aber sicher nicht der beste. Durch die Situation war klar, kommenden Tag Abflug, also nur Begehung und Check des Gebietes und so schnell wie möglich weiter. Es sind Leute da, die in keinster Weise vorbereitet sind, die kennen tatsächlich nur zwei Plätze und das wars. Auch Platzhirsch Capitano Niko, dt. Italiener, schiebt eine Wahnsinnswampe vor sich her und redet gequirlte Scheiße, der mich zutextete von wegen Angelschein Sizilien, horrenden Strafen und Küstenwache jagt die Angler mit Drohnen, seine Womoreifen Stückpreis 4000€ Grad bestellt, Pulpotaucher mit Speer…usw. hab mir verkniffen zu sagen, wie willst du denn auf den Boden runterkommen mit der Plauze, da müsste er ja 300kg Bleigürtel ummachen. Er hätte dies bestimmt bejaht. Auch einen Angelschein als Touri brauchste nicht seit 2023, und abgesehen davon, interessiert die Umsetzung von Gesetzen beim Parken, Autos oder egal was, offensichtlich kaum jemanden hier auf Sizilien. Wie auch, die jagen ja die Uferangler mit Drohnen und Wärmekameras nachts, da bleibt kaum Zeit für wat anderes.
Ansonsten wird’s auf dem Platz auch nicht besser, wenn man anderen begegnet. Wie man da überhaupt ne Woche bleiben kann also in der Ecke, ist mir schleierhaft und spricht nicht für die Augsburger.
Jetzt das einzig Positive. Im kleinen Eckshop hatte der dt. sprechende Sohn und Vater tatsächlich Leberwurst und Kaffeefilter. Das gesamte Kontingent von 8 Stück wurde meinerseits aufgekauft und gleichzeitig ein Termin für 19 Uhr Pizza im angrenzenden Restaurant reserviert. Es war Samstag. Alle waren überrascht, daß wir eine Reservierung hatten, scheinbar war das kaum möglich. Die Pizza soll nämlich sehr gut sein, und die meisten holen die sich nur ab und essen die dann auf dem Platz oder im Womo.
Jedenfalls sind wir los um kurz vor sieben 200m zu Fuß ohne Ole. Vor dem Restaurant standen ca. 20 Personen, wir durch diese durchmarschiert und oben rein. Da stand dann der alte Chef in voller Panik, fragte seinen Sohn, ob wir reserviert hätten, der nickte. Dieser war selbst der Pizzabäcker. Von den zwanzig waren aber zehn weitere, die reserviert hatten, egal von 5 Tischen war einer frei, da saßen wir nun. Die anderen waren besetzt. Die aßen oder warteten noch auf ihre Pizza. Dann wurden noch 2 Tische von draußen reingeholt, alles zusammengeschoben, es wurde sehr kuschelig, und die Wartezeit, weil nur maximal vier Pizzen in Ofen passten, dementsprechend. Flasche Roten auf den Tisch und mit Münchener Nachbarn vom anderen CP muntere Runde, weil wir durch München-Eishockey eine gute Basis hatten. Und die Pizza war wirklich gut! Das WC dort dagegen unterirdisch, nur eine Erzählung vom Nachbartisch. Also Superabend und gleich Folgetag morgens abgehauen mit Leberwurst im Gepäck.
Es ging 10km weiter, da sollte ein nagelneu geöffneter Stellplatz con Camper für Camper am Strand sein. Wir stoppten dort und blieben 2 Tage.
Thomas, ein Deutscher aus Bayern ehemals Kfz-Werkstatt, der von Deutschland die Schnauze voll hat, mit umgebautem Allrad-LKW, seit Mai unterwegs macht den Platzbetreiber für Raffaele, der grad nicht da war. Also easy, 5€ pro Person plus 50Cent für Strom. Kein WC, Dusche oder Abwaschbecken, aber alles zum Entsorgen und Wasser, abgezäunt mit Kameras. Ok. Für uns effektiv 13€ mit Strom, wir verbrauchen normal pro Tag 6kw. Strand vorne toll, kein Mensch, wurde von Thomas und Helfern im Sommer aufgeräumt. Dagegen links oder rechts davon, weitere Buchten mit Müll übersäht. Bei Strandbegehung wurde ich fündig, eine fast neue XXXL-Schwimmweste angeschwemmt,
der Rest nix Erwähnenswertes. Was anderes als an den Strand gehen is da aber auch nicht.
2 Franzosen, 2 Italiener, 2 Deutsche alles Einzelreisende waren auf dem Platz, teils länger, da 5€ günstig sind. Bei 2 Personen relativiert sich der Preis, und ist nix Dolles. Trotzdem wars schön, mit gutem Essen und tollen Nachbarn
Nach 2 Tagen weiter Umzug sieben km weiter auf Pit Stop Camping, etwas weiter weg vom Wasser, belebtes Hafenörtchen namens Scoclitti, also nicht so weit zu fahren. Das Wetter sollte sich ändern, Sturm ist angesagt. Was willste da also am Strand. Um halb zehn los, um zehn bereits auf neuem Platz eingecheckt bei Toni,
ca. 70 Mechanic aus New York, also zumindest dort als Sizilianer aufgewachsen. Wer den Paten kennt, weiß, daß die 1930er in New York, Chicago geprägt durch Cosa Nostra wurden. Viele waren zuvor von Sizilien in die Staaten übergesiedelt. Wir kommen später noch im Norden in den Ort Castellammare del Golfo, aus dem kommen alleine 5 bekannte Familien wie “ Bonanno, Colombo, Gambino, Genovese und Lucchese. Dazu später mehr. „War of Castelmare“, wem keine Ruhe lässt. Toni Cousin ist ein Gambini. Jedenfalls kam ich von Anfang an mit ihm gut klar, bekamen einen der zwei freien Plätze unter Eukalyptusbäumen, gleich vorne bei Barunterstand und Eventzelt.
Alles dabei 16€ +60Cent Strom, oder 14 Tage 140€ oder 3 Wochen 190€ für mich. Erst einmal die 14 Tage durchgewunken. Hier ist ein Discounter ARD und kl. COOP, viele Restaurants, Friseure, Obstläden….sogar Fischhandel, Hafen gut zum Angeln, nur beim Wind von heute 55km/h geht kein Boot raus. Obendrein läuft bei mir wieder die Nase und Husten, kein Fieber, aber jedenfalls kein Rauchen nur Rumliegen und so wie jetzt Schreiben. Bis Übermorgen muss ich fit sein. Samstag ist Event, Karaokeparty oder so etwas, und Pizza bestellen.
Auf dem Platz ca. 5 Deutsche, Rest alles nur Italiener. Kontakt bislang von denen nur mit einem „ZweitRene“ aus Sachsen, Meißen, sehr kommunikativ, Gläschen Wein konsumiert. Ist speziell OK. Kein AFDler, mit Wohnwagen und goldenem VW Caddy Maxi unterwegs. Ein „Sachsengigolo“, Fotos werden folgen, er ist einen Monat hier mit Freundin.
Aber an den Italienern kommste nicht vorbei, egal wer, jeder quatscht dich an. Und zum Teil laut, wie sie nun mal so sind, aber egal ist einkalkuliert und man versteht es ja nicht. Und das ist der große Vorteil gegenüber dem Dummgequatsche.
Also Karaoke steht an am Samstag mit Pizza und Wein,… muss mich jetzt schonen…
Update 31.01.2026
Die Karaoke Veranstaltung mit georderter Bringpizza und eigenem Wein, gemeinsam mit Dresdener Frank und Sabine, war jetzt nix besonders Dolles.
Ein Streuner schlich auch immer ums Zelt und wäre auch gerne dabei gewesen
Nach einer Woche zogen wir vom vorderen Platz nach hinten, weil es einfach zu laut war ab Nachmittag an Rezeption, auch das italienische Gequatsche. Für 14 Tage wurden 140€ fällig, Dusche für 50cent und Strom mit 60€ kamen dazu, ein normaler Verbrauch ist ca. 5kw am Tag ohne Heizung. Es ging mit Ole per Wagen in den Ort zum Hafen runter, dort ein ARD und Obsthändler sowie etliche Lokale, Bankomat HVB (keine Gebühr für uns) und Eisdiele für obligatorischen Cappuccino und Eis. Oder Ausfahrt mit Roller oder Fahrrad zu naheliegender Panificio, leckeres Baguette für 60Cent.
Verabschiedung mit Toni war mehr als herzlich. Mit Frank per WhatsApp im Austausch.
Dann ging es weiter. Unterwegs haben wir noch einen wilden Platz gescheckt, direkt am Wasser und wurden auch gleich von den Platzhunden begrüßt,
haben uns aber dann doch entschieden, weiterzufahren. Es war ja der Zyklon „Harry“ angesagt und da wollten wir uns etwas geschützter positionieren.
Wir haben dann Platz bezogen bei Sonnenschein auf dem Campingplatz Vale Dei Templi, nächster Nachbar 70m weg, der einzige mit Abendsonne und Ruhe pur. Etwas teurer als Standardplätze mit acsi 23 Euro, daher nicht überfüllt. Infrastruktur mit Lokalen, Hafen und Stadt Agrigent, Tempelanlage um die Ecke. Erstmal 4 Tage eingeplant weil Dienstag ja der Zyklon kommen soll mit 10m Wellen und reichlich Regen. Erstmal wollen wir die Ruhe genießen, da wir 100 km abgerissen haben, unterwegs 4 Plätze gecheckt, eingekauft bei Eurospin und Penny. Lager ist voll, so können wir abwarten was auf uns zukommt.
Die Auswirkungen des Zyklons waren allerdings bei uns kaum zu spüren, an der Ostseite Messina und Catania sah es ja wohl übler aus. Nachdem sich das Wetter beruhigt hatte, fuhren wir weiter.
Kommende Station sollte der Hafen Porto Sciacca sein, wild, evtl. Angeln, obwohl ich mir das quasi abgeschminkt habe. Fisch zu klein, Wasser nicht tief genug, an Häfen keinerlei WCs geschweige denn Mülltonnen, so daß die Tütenkackerei quasi auch unmöglich ist.
Die Anfahrt zu dem großen geplanten Hauptplatz vom Hafen war durch eine gesperrte Zufahrt anfangs nicht möglich, daß wir in so einen kleinen Nebenplatz umgeleitet wurden. Dort standen bereits zwei Italiener, später sollten dann drei weitere dazukommen. Wir parkten ganz vorne und konnten beobachten, daß alle ankommenden Womos vor einer anliegenden Restaurantbesitzerin vertrieben wurden. Witzigerweise hatten wir 5 Restaurants auf 100m um uns herum. Zu Fuß zum angedachten Hauptparkplatz, riesig, und dort stand niemand. Warum auch immer. Ein Einkaufsladen ist dort, wo wir Brot kauften, und der Chef kam raus mit ner Bifi für Ole im Wagen. Sind schon nette Sizilianer überall.
Abends gab es dann Pizza aus drei der fünf Lokale, gerecht verteilt.
Unterwegs nur einen kurzen Fotostopp bei der „Türkischen Treppe“, mehr war nicht drin, da keine Parkmöglichkeit oder Stellplatz für uns in Frage kam.
Kommenden Tag dann weiter. Am Ortsausgang dann noch Basiseinkauf bei Lidl, um Vorräte auch für abgelegenere Plätze wild dabei zu haben. Einer der nächsten Plätze, der doch sehr einsam ohne jegliche Infrastruktur, wurde Contrada Cipollazzo CP Boomerang, geführt von Domenico und Mary. Domenico, Sizilianer, war 5 Jahre bei seinem Onkel in Westaustralien, der ihm auch diesen Platz zumindest das Land kaufte. Perfektes Englisch, is ja klar, und durch unsere „Australien way of life Erfahrung“ gleich eine gute kommunikative Basis.
Anlage klein für 12 Plätze, alles perfekt gemacht, für 15+5 Strom, Waschmaschine 3€, und nur 50m von seinem dazugehörigen Restaurant mit überdachter Terrasse an einem quasi Privatstrand. Wir saßen alleine am Nachmittag in der Sonne bei einer Flasche Wein und es fühlte sich wie Australien an.
Dann kam noch seine Frau Mary, die in Deutschland, bis sie 10 Jahre alt war, aufgewachsen ist und mit 10 zurück nach Sizilien geschafft wurde, ohne ein Wort italienisch zu können. Sie ist die Köchin für Fischgerichte oder klassische sizilianische Küche, aber keine Pizza. Aber deutsch perfekt noch.
Der Platz war nur halbvoll und wir hatten ganz vorne die beiden größten Plätze gesichert, weil Frank aus Dresden folgte uns und baute sich mit Wohnwagen und Vorzelt ideal auf.
Wir erkundeten den daneben liegenden Strand 4 km zu Fuß, netter brauner Hund auf Parkplatz vor Restaurant
tranken was im Lokal und gingen nach vier Tagen am Abschlussabend auch Essen. Sylvie bekam ihre Spagetti Aioli mit Salat und ich Schwertfisch mit Pommes. Mein Fisch war Ok, aber muss auch nicht wiederholt werden. Sylvie war begeistert von ihrem Essen.
Danach gab es dann eine Art Saufgelage, denn es war noch ein Schweizer bei uns am Tisch, Bruno, ehemals große Halbleiter Firma mit Jeep und Dachzelt sowie Frank alleine. Hatte bissl Stress mit Frau, weil er sich ne Schachtel Zigaretten gekauft hat, und sie nun Angst hat, daß er wieder anfängt. Schuld bin natürlich ich, wer sonst. Dabei dann noch Steven, ein 79-Jähriger Texaner, der vorne kleines Appartement gemietet hat und bereits seit 4 Jahren hier lebt, aber ziemlich gut deutsch spricht, da er jahrelang als Soldat in Deutschland lebte. Mit ner 3000Dollar Rente lebt er wie eine Made im Speck, doch geizig wie verrückt, das ist das Alter. An der Bar mit Domenico sprachen wir dann englisch oder wenn Frank es nicht mitbekommen sollte, ansonsten halt deutsch.
Am nächsten Tag brachen wir auf mit leicht dickem Kopf, Frank blieb noch. Hat ja auch mehr Geschisse mit Vorzelt und so, abgesehen davon, daß er einmal das Camp strommässig niederlegte, indem er Heizlüfter 2000w und Strahler 1000w, Licht und Musik dazu betrieb. Das war dann zuviel, Domenico hat Anzeige, wer Stromfresser ist, und kam abgenervt aus vollem Restaurant hoch, um Hauptsicherung einzuschalten. Ansonsten hat jeder eigene Sicherung, die war es aber nicht. Dann nabelte sich Frank abgemahnt ganz ab, hat ja Solar und riesige Batterien. Schon geil, wenn man genau an Anzeige sieht, wer die Stromfresser sind. Domeniko hat Plumber und Elektriker studiert in Australien, erzählte er mir.
Ok, wir jedenfalls los, wieder ein Lidlstopp, noch Orangen bei Straßenhändler 4Kilo 5€, aber dicke fette saftige, dann kurz mal die richtige Auffahrt Autobahn verpasst und unterwegs nach Palermo, nach sechs km gewendet, und dann direkt zu einem Platz mit 7 Straßenhunden, so unsere Info. Man muss dazu sagen, daß war das erstemal auf unserer ganzen Tour, dass wir quasi überhaupt falsch abgebogen sind. Eigentlich wollten wir zu einem Hafen, wo laut Tipp und P4N etliche für länger an Hafenmauer stehen. Dafür muss man aber erst ganz durch dicke Stadt durch, um dahin zu kommen. Dicker Kopp und Brand und Verfahren, nee, gleich weiter die Autobahn zu neuem Platz ohne Rumgegurke, nicht heute. So kamen wir relativ spät 14 Uhr für unsere Verhältnisse bei Camping Biscione an.
Enge Durchfahrt in der Höhe, ein Holländer Womo davor, und traute sich nicht wirklich durch, ansonsten weit und breit niemand zu sehen. Dafür riesiger Platz auf Wiese unter Palmen mit geschlossenem Restaurant und Sanitäranlage in desolatem Zustand, dafür 16A Strom und Dusche heiß, wenn man bissl wartet, und etwas zu teuer mit 23€. Vor allen Dingen für den Zustand. Gesamt stehen nur noch zwei weitere Dauercamper hier, Deutsche ein Schwab, heute wohnhaft in Meißen, und ein Schwab Karlsruhe, heute wohnungslos, die wir aber erst später kennenlernen sollten.
Der Holländer verschwand nach einer Nacht, und ich ging vor, um zu Verhandeln oder zu bezahlen. Ergebnis runtergehandelt. Jedenfalls ist es ein Familienbetrieb, zwei Alte, zwei Söhne und drei Enkel, alle verpulvern ihr Geld wohl mit Autos, so daß kein Geld für Renovierung ist oder einfach keine Bereitschaft und fehlendes Können, um mal ne Tür, Wasserhahn, Klodeckel oder raushängende Steckdose zu reparieren. An sich eine Goldgrube hier, wenn man wollte. Darüberhinaus haben sie ein Weingut mit Weinhandel, jedenfalls den Prospekt Hochglanz gesehen, die beiden georderten 5€ Nero und Syrah haben es nach 24 Std. noch nicht bis zu uns geschafft. Ist so gut wie nie einer da in Rezeption, es wohnt aber wohl eine Enkeltochter und ein Sohn vorne. Aber meist auch unterwegs.
Das Highlight für uns sind 7 sog. Streuner, die hier ihr Domizil gefunden haben. Richtig versorgt werden die aber auch nicht. Es gibt wohl sporadisch Futter, von Fellpflege oder so kann keine Rede sein, einer humpelt hinten, der andere vorne, der junge kam heute mit Matschauge, jedenfalls Sylvie hat genug zu tun.
Wenn ich mit Ole gestern im Wagen vor bin ans Meer, hab ich 5 Begleiter. Also die pesen hier im Lager rum, bellen die Autos vorne an und jagen sie, falls mal einer vorbeikommt. Mit Ole klappt das, obwohl sie tatsächlich fast alle bei uns rumhängen den ganzen Tag. Heute früh um 6 hats geschüttet. Drei lagen bei uns unter dem Womo. Zwei müssten eigentlich zum Tierarzt, eine Ohrentzündung oder Verletzung, eine kleine offene Wunde am Rücken oder Carcinom. Bei uns gibt’s halt Futterration, Streicheleinheiten, Fellpflege (die Scheißpikser aus dem Fell, jeder Hundebesitzer weiß, was damit gemeint ist), und Sylvie fühlt sich wie im Traum-Leben im Hunderudel.
Gestern Ausfahrt gemacht, der Strand ist nicht so Dolle, überhäuft mit Algen, aber angeln könnte man vielleicht. Zwei waren da, ein Opi konnte deutsch und fing auch kleine Muräne „ist gut mit Tomatensoße lecker“, sah aus wie ein Minileng mit 35cm. 2 km mit Fahrrad dann Bäcker, zwei Supermärkte, Pizzeria und Bankomat….Bei uns unten 100m ein Strandrestaurant, mal sehen heute oder morgen auf nen Drink. Eher heute. Ach nee, ist ja Handball gegen Frankreich. Haben noch ne Wäsche gemacht heute 3,50€.
Sonst kaum Schäden zu Reparieren, Moskitotür wieder Band gerissen, machen wir zuhause, das wars eigtl. bis jetzt. Außer die drei Macken vom Anschlag in der Womotür. Mal sehen, was Jens sagt, TÜV kommt ja auch noch vor Norwegen.
Update 14.02.2026
Weitere Tage auf dem Hundeplatz, also gemeinsamer Strandgang mit Ole im Wagen und fünf der sieben Streuner begleiteten uns. Die Ohrentzündung hat Sylvie mit Ole-Medikamenten weggekriegt, auch sonst erholten die sich zügig, also aufgepäppelt nach morgens Futter relaxed in der Sonne liegen, dann tagsüber immer ein paar Attacken nach vorne zur Einfahrt, falls da ein Auto oder sonst wer vorbeikam. Und immer kehrten alle dann zurück und lagen um unser Mobil herum, holten sich Streicheleinheiten oder Leckerli ab. Alle hatten mittlerweile Namen.
Zusätzlich tauchte auch noch ein Welpe auf, der von den Betreibern weiter hinten in einem Schuppen einquartiert war. Er soll vermittelt werden, wer es denn glauben möchte.
Frank und Sabine tauchten unterdessen auf und gesellten sich dazu.
So wurde der GB von Frank mit Pizza und Kuchen gefeiert. Vorteilhaft war es beim Abschied von den Streunen, daß Frank noch 2 Tage bleiben musste zwecks Tarif, und wir ihm für die 2 Tage Futtersack und Wassernapf daließen. So war der Abschied kurz und schmerzlos, obwohl man sich schon wie eine große Familie fühlte.
Von da aus weiter Richtung Palermo, erst durch Marsala, an den Salinen vorbei, dort tauchte auf Parkplatz ein neuer Streuner auf, kurzes Aufpäppeln und Smalltalk mit Kölnern aus Niessmann+Bischoff Womo, und weiter wie immer, einen Platz gecheckt
und dann zu Parkplatz bei Trapani mit Strom aber ohne WC. Das Gute bei dem Platz ist, daß er einen Transfer gratis in die Stadt Trapani ermöglichte. Also eine Stunde nach Ankunft kam Fahrer, sah aus wie Zwillingsbruder von Griechenland Dimi, mit ziemlicher Schrottkarre, aber egal, Hundewagen zusammengeklappt in Kofferraum, Ole auf Rücksitz
mit Sylvie und ab in die Stadt. Nach drei Stunden Stadtbegehung WhatsApp an ihn und er holte uns umgehend wieder ab.
Die Nacht blieben wir da, dann ging es weiter. Die Bergstadt Erice ließen wir aus, die Gondel fuhr nicht und Berg war eingehüllt in Wolken. Strammer Wind begleitete uns durch anschließendes Naturschutzgebiet. Tolle Strände, doch durch den Wind eher sandsturmartig, so daß ein Bleiben wild auf einem der Parkplätze unsinnig erschien. Somit nächste Station ganz im Nordwesten der berühmte Strand San Vito Lo Capo. Er gilt als mit der schönste Siziliens. Ok, ist groß und nett, der Ort dagegen im Winter mehr als tot. Echte Touristadt, die mit sizilianischem Leben nix zu tun hat. Im Sommer brennt der Baum dort, das ist sicher.
Wir blieben auf einem CP acsi 23 eine Nacht, der einzige Platz, der da auch nur in Frage kam, es sei denn am Hafen mit anderen Wildstehern rumgammeln.
Auch kommenden Tag weiter und hin zum Mafiaort Castellammare del Golfo. Dort auch nur ein simpler Stellplatz 14€, der CP hatte zu. Wir trafen italienische Pitstop-Truppe, Womos und Wohnwagen Combo, die je einen Monat auf Platz verweilen, möglichst günstig. Diesmal auch kurzer begrenzter Smalltalk, kein inglese ist klar, aber man kennt sich wie alte Kumpels. Zumindest habe ich ja auch ein gefundenes kleines Messer dem Einen in Pitstop zurückgegeben, daher ja sowieso schon der Held.
Die Stadt war für uns fussläufig machbar, und zwar mit Ole. Eine tolle Stadt,
lebendig und schön, und Pizzaessen war auch wieder obligatorisch 300m.
2 Tage blieben wir. Für länger ist der Platz nix, obwohl wir den einzig freien mit Meerblick ergatterten.
Von da aus gings geradewegs nach Malica sosta camper Sferracavallo zu Massimo, ein ziemlich neuer Platz im Norden von Palermo. Hier geht jeden Tag mehrfach eine Buslinie 616 für 1,40€ nach Palermo direkt vor der Tür die Endhaltestelle. Zuvor noch größerer Einkauf bei Lidl/ Eurospin, weil wir planungsmässig mehrere Tage dort bleiben wollen. Grund ist, daß Sylvies Neffe Michi mit Freundin am 21. Februar in Palermo eintreffen, dann per Mietwagen ihr Airbnb in Cefalu im Norden für eine Woche beziehen werden. Seinen GB am 24.02. wollen wir gemeinsam mit Essen begehen, außerdem bringt er Leberwurst, Kaffeefilter und Tabak mit. Hier entweder deutlich teurer oder gar nicht zu kriegen. Nach Cefalu mit Camper ist quasi unmöglich, die direkten CPs haben noch zu, also bietet sich nur ein CP in Campofelice di Roccella an. Er ist 15 Minuten mit dem Auto von Cefalu entfernt, hat super Restaurant und man kann dort auch fussläufig zum Bahnhof, eine direkte Zug-Verbindung nach Cefalu. Wir werden also am am 21.02. von hier direkt dorthin rüberfahren.
Wir kennen ja bereits alle Plätze im Norden, Sizilien ist nun hier letzte Station der Umrundung. Das Gechecke von Plätzen hat ab hier ein Ende. Wir fahren quasi den Rückweg über Messina und dann Festlandroute gezielt gen Norden, so daß wir spätestens 15. März zuhause sind je nach Wetterlage. Gibt sicher einiges zu tun, an den Häusern, in den Gärten und auch am Womo. Mittlerweile ist die Markise auch überholungsbedürftig, nix für unterwegs, daher hilft zurzeit ein stabiler verlängerter Kabelbinder.
Vom CP in Campofelice di Roccella geht es spätestens am 25. direkt weiter nach Barcelona im Nordwesten zu Giovanni und dem Holländer Lex. Ein paar Tage dort und alle wichtigen Einkäufe für zuhause tätigen. Dann rüber nach Messina. Evtl. noch ein Stellplatz, der für uns neu ist, als ein Stopp näher an Fähre Messina, weil dann auf Festland bestimmt noch 150km Fahren, wenn wir übersetzen.
Zurzeit also in Sferracavallo bei Massimo, es wurden nur 4 Tage, weil er sich bei Frank so dämlich angestellt hat. Er rief 27€ auf, er braucht wohl kein Geld, dann auch von uns keinen Penny mehr. Also zahlen wir 22€, egal auf die 9 € geschissen, und fahren weiter an Sylvies GB zu dem Stellplatz Baja del Sole nahe dem CP Roccella Mare, 2 km weiter, zu dem wir Frank vorgeschickt haben. Er zahlt dort nur 120€ für 10 Tage plus kw50Cent und sonst auch alles da, nur halt feiner Sandstrand.
Platz hat er reserviert. Hier bei Massimo aktuell zwar wunderbarer Platz für uns ohne Nachbarn quasi, mit einem tollen Berg im Rücken
zwar kein Strand, aber Stadt lebendig, Angelmöglichkeit,
Restaurant um die Ecke aber drüben gibt’s auch eins für Sylvies GB, super Radwege und mit Ole alles fussläufig machbar. Es sind Olympiasegelteams vorort aus sechs Ländern, vmtl. Trainingslager, gestern war Feuerwerk, etliche Lokale und trotzdem ruhig und Bustour nach Palermo ist auch noch angesagt.
Die Palermonummer können wir auch per Bahn vom anderen Platz abziehen. Der Platz hat sich ganz schön geleert, kein Wunder bei dem Regen heute. Viele kommen direkt von der Fähre Palermo hierher und müssen dann weiter, is ja klar.
Das Wetter ist seit ca. 4 Wochen eher dürftig, zwar nicht richtig kalt, aber ständig Regen meist nachts, Wind dazu oder bewölkt.
Wenn ich dagegen die Infos aus Spanien/Portugal lese, die saufen da ab, und aus Peleponnes ähnlich wie bei uns, nur die Hälfte kälter, dann geht’s uns noch gut. Zuhause die Scheißkälte mit Schnee und Ostwind ist ja auch seit Jahren der übelste Winter, wir sehen das daran, was wir heizen müssen wie verrückt.
Erstes Resümee. Sizilien super freundlich, keinerlei negative Erfahrung gemacht, Wetter besser als anderswo, aber Preise etwas teurer als Griechenland. Küste sehr zugebaut im Vergleich zu Greece, gut besucht, aber man findet immer noch einen Platz. Am übelsten ist das Müllproblem,
das mir unerklärlich bleibt und die Unbildung der einheimischen Bevölkerung. Fast keiner spricht englisch, sogar auf den Stellplätzen. Und die Nummer mit Handy und Übersetzer empfinde ich als unpersönlich und bissl nervig.
Warum nicht einmal Einheimische, da denke ich an Schulen und Lehrer, Vereine oder andere Privatleute so Müllsammelaktionen durchführen, bleibt mir verborgen. Man könnte ganz easy so etwas durchführen, sogar regelmässig. Aber wir Deutsche sollten sicher nicht den Dreck von den Sizilianern wegräumen, die einen belächeln würden. Sicher nicht, nur wenn ich hier leben würde, dann ganz sicher. Wer will in so einem Dreck leben?!
Abschlußbericht 03.03.2026
Jetzt bereits auf Rückfahrt auf Rastplatz Autobahn kurz vor Bozen, mit Strom 800W, Wasser, Entsorgung und WC, alles gratis und absolut sauber, auch das ist Italien. Der Norden ist wie ein anderes Land, dafür teurer und Leute mürrischer oder gestresster. Und hier fahren genauso viel Sonntagsfahrer rum wie in Deutschland, da unten fahren sie deutlich besser und schneller.
Aber kurz zusammengefasst den Rest der letzten zwei Wochen auf Sizilien.
Wir zogen vom letzten Platz, Frank war nicht willkommen bzw. Platz zu teuer, ebenfalls an Sylvies Geburtstag morgens um zu dem Platz, wo wir Frank hingeschickt haben, zum selben Preis 10Tage=120€ plus kw Strom 50Cent, was bei uns 6kw ausmacht am Tag. Er ist nahe dem acsi-Platz vom Beginn unserer Reise, deutlich günstiger und auch nicht wirklich schlechter. Nur das Lokal von Anne ist 2km weg, was wir am selben Tag merkten, denn nach Nachmittags-Umtrunk an auf Paletten gebauter Plattform am Strand bei wechselhaftem Wetter und 4 Flaschen Wein zu viert plus Stutz, ein Alleinreisender exossi aus Ostberlin mit Eigentumswohnung in Venedig war auch noch dabei.
Ich hab ihn dazugebeten und er kam. Der Name setzt sich aus Stasi und Lutz zusammen. Land und einen Tabbert hat er auch noch unten bei Frank in Meissen stehen, ganz ohne Verwendung. Also ein Ossi mit Geld, wobei nicht ganz klar wurde, wo es eigentlich herkommt. Ich vermute Seilschaften, daher der Spitzname. Kontakt habe ich. Und in dem Zustand dann alle Mann abends zu Fuß zu Anne zum Pizzaessen. Hin war hart, zurück gings dann wieder nach ner Karaffe Wein.
Am nächsten Tag kam dann wieder Sturm, die Wellen spülten halben Strand weg und auch unsere erwähnte Plattform,
dafür war der Strand vorne erstmalig sauber, der ganze Dreck lag nun oberhalb zum Teil in den angrenzenden Grundstücken. Viel Spaß beim Aufräumen. Waren ganz entspannte Tage und wir warteten ja auf Neffen Michi und Freundin Sandra, die am 21.2. per Flieger nach Palermo kamen, Leihwagen und Airbnb Butze in Cefalu hatten für 5 Tage, einerseits um die bestellte Leberwurst, Kaffeefilter und Tabak in Empfang zu nehmen sowie seinen GB am 24. irgendwie zu feiern. Der geplante GB bei Anne Restaurant fiel aus, weil geschlossen, daher umdisponiert. Ein Umtrunk und Übergabe im ersten Camp, dann Sylvie gemeinsam mit beiden per Zug nach Palermo,
ich hielt die Stellung mit Ole im Camp und Frank plus Sabine waren auch noch da.
Dann zogen wir gemeinsam um zu einem anderen Camp bei Giovanni in Barcellona, wo auch altbekannter Holländer Lex „wohnt“ mit adoptiertem Streuner „gubber“, mit dem ich die ganze Tour über Kontakt hatte. Wir nahmen die Mautautobahn, Frank Landstraße. Außer, daß er drei Stunden später ankam, da hatten wir schon Sonnenbrand,
hat das dem alten Wohnwagen nicht gutgetan. Er hatte jetzt die Neigung gleich auseinander zu brechen. Nun war Frank doch bissl beunruhigt, wie er heile nach Hause kommt, insb. Sabine wegen. Es wurde alles mit Gewicht nach vorne ins Auto verladen, Radkasten und gebrochene Schränke demontiert, und zügig die Heimreise angetreten, nur noch Autobahn. Er hat‘s heile nach Dresden geschafft, nun wird saniert.
Wir vergnügten uns mit Lex,
gaben Bestellungen bei Giovanni auf 10l Olivenöl, 10kg Orangen und drei Bäumchen Zitrone, Orange + Olive, gruben für Sille Bambus aus und machten Grosseinkauf italienischer Produkte als Mitbringsel für alle, die zuhause auf Haus… aufgepasst haben. Und Michi und Freundin kamen bei Ausflugstour nach Taormina bei uns vorbei zum Grillen und Quatschen, das konnte man gut miteinander verknüpfen.
Lokal fiel aus, waren alleine essen und shoppen. Erwähnenswert noch, daß ich von Österreichern ihr Rückfahrticket von Messina aufs Festland Kalabrien rüber übernommen habe, also abgekauft und zwar auf dem Platz vorher. Somit hatten wir das drei Monate gültige Ticket auch bereits im Sack und günstiger obendrein. Hat auch einwandfrei geklappt. Auch die Lieferungen von Giovanni kamen alle, dann bezahlt und Abflug genau am 1. März rüber.
Grob angepeilt war der 15. März als Ankunftsdatum. In Kalabrien gegenüber Sardinien fanden wir Platz bei Diamante, Betreiberin/Patrona 66 jährige Deutsche, die Hilfe gebrauchen könnte. Kontakt ist da.
Wir wollten länger bleiben, also ein paar Tage, doch der Schock kam bei Wetterausblick Deutschland bzw. Brenner. Die erste Märzwoche ja noch Ok, sonnig und bei 14 Grad ok, aber nachts Ehingen Null und bei uns auch nicht viel besser. Und Woche danach geht’s dann ins Minus und Wolken dazu. Also theoretisch Schnee und Glätte möglich. Daher entschieden wir die ersten Tage März sofort zurückzuknallen mit dem Womo, so daß wir morgen wohl am 4.3. bereits in Ehingen bei Schwiegereltern aufschlagen und zeitig über Hannover nach Hause gleiten mit 130km bei erhöhten Dieselpreisen durch Irankonflikt, wobei das ja noch teurer werden könnte. Gasbottle ist noch voll, denn Heizung werden wir sicher brauchen bei Null Grad nachts. Hoffentlich keine Seuche wie bei Hinfahrt durch das „Scheisswetter“. Wir freuen uns schon auf Kamin und Sauna…
Das war es dann eigentlich. Ach so, Rückfahrt km schrubben, auf Rastplatz gratis übernachten, gibt da im Norden schöne mit Strom, Ents, WC und vielen LKWs, kalt essen oder Ravioli, so wie immer. Eben schnelle Rückfahrt.
Dieses Jahr Hinfahrt wieder per Fähre mit Finnlines Travemünde – Malmö mit Womo und Trailer aber nur noch mit einem Hund, mit Ole. Fella liegt begraben im Garten. Hatten diesmal bereits früh bei BlackFriday gebucht, sie hatten uns von Finnlines Club angeschrieben. Tatsächlich sind wir so günstig je Fahrt für 150€ incl. Hundekabine und Strom noch nie per Fähre gefahren. Sind zwar zeitlich gebunden, aber da wir ja ohnehin nicht länger als 30. Juni, Ferienbeginn Norweger, bleiben wollen, haben wir diesmal Hinfahrt 3. Juni, mit Vermietung abgestimmt, und Rückfahrt auf 30.6. gelegt. Könnte etwas zu kurz sein, dann nächstes Jahr zwei Wochen früher einplanen. Oder spontan im Herbst noch ein zweites Mal eventuell in den Süden nach Norwegen, wir werden sehen. Stefan fährt dieses Jahr nicht mit aus gesundheitlichen Problemen, wollen wir das mal so für die Öffentlichkeit formulieren. Dafür Jens und Sille, ebenfalls mit Gespann Auto und Wohnwagen, für die ich gleich mitgebucht habe. Für 100 Euro lohnt sich die Brücke in ihrem Fall auch nicht wirklich. Und für uns sind ja die Kombination Womo und Trailer über die Brücken trotz Rabatte unsinnig teuer und kommt nun mal gar nicht in Frage.
Als Reiseanfahrplan haben wir eine neue Strecke in Schweden auserkoren. Das wird spannend, in Malmö um 19 Uhr ankommend, so schnell wie möglich da raus auf Autobahn E6 gen Göteborg, aber bereits in Helsingborg auf die E4 gen Norden und hinter Jönköping, da endet die Autobahn, die erste Übernachtung auf der 47, das wären dann 353km/4Std. Ich glaube, wir werden diese fahren und machen den ersten ÜNstop auf Rastplats Risbro etwas früher. Wären 306km und dort sollte Platz sein für zwei Gespanne.
Als Alternative E6 bis Halmstad und dann die 26 hoch bis auf die 47mit 334km/4Std. Vorteil bei der zweiten Strecke ist, daß man anfangs mehr Autobahn fährt und dann nur Landstraße und 20km kürzer ist. Sollte man also spät von der Fähre kommen, egal warum auch, sind die 350km/4Std aus Müdigkeitsgründen nicht mehr stemmbar. Und im Dunklen in Schweden zu fahren, ist nicht empfehlenswert, jedenfalls nicht durch die Pampa, wo Rotwild oder Elch des Öfteren auf der Straße steht. Und auf dieser Strecke hat man nur Pampa und etliche Plätze, um zu stoppen, einfacher als auf einer Autobahn, zumindest gilt das für Schweden.
Nur Parken und Übernachten und morgens dann los auf nächste Etappe gen Norden, immer die 26 nordwärts am Vänernsee vorbei, größter Schwedens. Nur zur Info: für die 5 größten Seen und der Ostsee benötigt man keinen Angelschein, für kleinere und Flüsse meist schon, aber schlicht weg selten teuer. Auf der 26 bis zum Ende, da auf die 45 bis Mora, letzter großer Ort für uns vor Grenze. Obligatorischer Stopp, um frisches Brot und so aufzunehmen und Tanken vermutlich. Von da aus auf der 70 zum zweiten ÜNspot, der an einem langen Fluß Storån-Österdalälven liegt, der uns über 100km begleiten wird. Es gibt kommunale Lägerplats für 60kr, meist mit WC und Feuerstelle und bereitgestelltem Feuerholz. Dort Angeln und Natur genießen. Bis hierhin 407km/5Std.
Ob es so sein wird, bleibt eine der Überraschungen. Solche Lägerpläts gibt es etliche, die wir am kommenden Tag passieren werden. Ob wir eine dritte Übernachtung an einem dieser Plätze einplanen, wird sich zeigen, ansonsten geht’s geradewegs über kleinen Grenzübergang Lillebo nach Norwegen, westwärts durch Pampa bis zur E3 und dann hoch auf die E6, auf dieser 20km südl. nach Oppdal und zu unserem ersten Angelspot in Norwegen ans Meer/Fjord Sunndalsøra. Bis hier hin wären es 438km/6Std.
Tourstart 03.06.2025
Abfahrt um 5:30 Uhr in Hemme über Schenefeld nach Neumünster, eine Station auf A7 und dann über Neumünster Outletcenter nach Segeberg. In Segeberg Stop bei letzter Tanke und Sylvie zeitgleich rüber zum Penny, um 15 frische Brötchen zu holen. Verkehrstechnisch problemfrei, lediglich Sille und Jens haben die Tanke verpasst. Mussten also in Malmö kurz halten, um das nachzuholen, was 15 Minuten an Zeit gekostet hat. Erster Stopp um ca. 23 Uhr nach 308km bis Rastplatz Risbro hinter Jönköping direkt an einem See, der ziemlich voll mit LKW‘s war, aber dahinter war zum Glück Platz für unsere zwei Gespanne.
Morgens dann weiter Richtung Norden, unterwegs einen kurzen Stopp bei einem COOP, Brot und Toast, alles halber Preis, und dann über Mora, Tankstopp für Jens und uns, und dann weiter an den ersten KommunePlatz 60Kr mit WC und überdachter Feuerstelle. Um 15 Uhr trafen wir da ein nach ca. 440km. Nächstes Mal könnte man auch noch eine Stunde weiter zu einem der hinteren Plätze fahren, dann hätte man diese Stunde für den kommenden Fahrtag gespart. Mit offenem Feuer und gebasteltem Grill gab es an überdachtem Platz Fleisch und Salat…
früh los Richtung Grenze, dabei ging es auch ein wenig bergauf, dabei lief uns ein Rudel an Rentieren über den Weg, recht neugierig und erstes Highlight.
Hatten zuvor Elche aber noch nie Rentiere live gesehen. Sille hatte zweimal Begegnung mit Elch. Die Straßenverhältnisse über den Grenzpass ließ erheblich zu wünschen übrig, mehr als 70 ist da nicht drin. Es rappelte heftig im Mobil, bei Sille entleerten sich Schränke….Wir waren eine Stunde voraus, Jens und Sille sind Langschläfer, also bilden wir die Vorhut und informieren über WhatsApp über Vorkommnisse. Der Grenzübergang war kaum zu erkennen, da weder ein Häuschen noch sonst etwas dort stand, lediglich das Norge Schild.
Bereits unterwegs in Oppdal Bootskanister vollgemacht, kamen wir gegen 15 Uhr nach ca. 500 km in Sunndalsøra an. Zufällig war Hafenmeister Kjell Vorort, den wir letztes Jahr kennengelernt hatten. Er erinnerte sich, machten den Deal klar, 250Kr für Womos wie alle, Boote dagegen gratis direkt vor unserem Stellplatz am Gästehafen.
Die Boote waren beide um 19 Uhr im Wasser, aber die erste Ausfahrt dann auf kommenden Morgen verschoben. Der Platz überraschte uns, mit nagelneuen WC’s und Dusche, Entsorgung für Grauwasser mit Eimer und Toilettenentsorgung. Auch ein Häuschen zum Sitzen bei Schlechtwetter und ein 25 PS Boot zu mieten gäbe es auch. Die Umgebung ist ebenfalls imposant und Ole hat seinen Buggy als neues Zuhause akzeptiert.
Ole ist richtig gut drauf.
Wir standen auf Platz 3+4, Boote direkt davor unter uns. Problem war noch Filetiertisch, keiner da. Mit Begrüßungsgeschenk Flasche Chantré war aber gute Stimmung, und Kjell besorgte uns einen Tisch zum Filetieren beim Müllhäuschen. Das ging einwandfrei, nur etwas zu tief für mich. Daher hielt ich mich beim Fangen zurück. Weil 20 Fische da zu Filetieren am Stück überlebt mein Rücken nicht.
Zum Angeln: nettes Gebiet, recht tief, keinerlei Inselchen, kaum Untiefen, sonst nett. Keine Fremdfischer nur Norweger und die schleppen ja quasi ausnahmslos. Also raus zum Angeln, verschiedene Tiefen, ganz eng an Felswänden, in die Buchten oder in der Mitte in Tiefe, absolut keine Bisse. Ich schleppte einen 50er Köhler und größeren Rotbarsch nach Hause, dann zwei Hundefutterfische für Ole. Sille und Jens zwei 70er Pollaks, auf einer kleinen Untiefe am Rand eines Wasserfalles, Glückstreffer, genau richtig am rechten Ort zur rechten Zeit. Sille ihren beim Schleppen. Ja na klar, Schleppen, das wollten wir ohnehin, da ja dort der Lachsfluss reingeht, doch da sind noch keine Lachsangler. Vmtl. ist er noch nicht da. Wasser ausgesprochen kalt und viel Schnee auf den Bergen.
Nach gefühlten 1000 mal Pilken, Gummifisch oder was weiss ich reinwerfen ohne überhaupt einen Biss, fängt man an zu Schleppen, aber eben auf Mefos oder Lachs. Nach zwei Tagen war bei mir die Luft raus und ich wollte sofort weg. Schöner Platz aber ohne Fische = Schrott: Da war ich mittags wieder drin, als ich einen Norweger reinkommen sah, der in Sichtweite quasi neben mir draussen war. Da wollte ich wissen, was der gefangen hat als Einheimischer. Die sind hier alle total nett, Kjell englisch, zweiter Chef spricht deutsch, dritter Chef gibt’s auch. Alles Clubchefs… Jedenfalls los mit Ole und seinem Buggy,
Sylvie auch und den Typ abgefangen. Jung, Mitte dreißig. Was haste gefangen? 8 große Sei (Seelachse). Wie? Immerhin stand er quasi neben mir mit seinem Boot. Na mit Schleppen mit Wobblern 6m und 12m, wie früher einmal in Mana. Er zeigte mir Wobbler dann auch die Fische, ausgenommen und Kopp ab, 8 Stück in der Wanne 70-80er. Ok, nun wieder motiviert, weil die Wobbler hab ich da seit dem Manaerlebnis. Hätte ich auch selber draufkommen können. Er verriet mir auch wo er seine gefangen hat. Alle auf rechter Seite, allein 4 an grüner Stange vorne vor Hafen.
Uns so startete ich am kommenden Morgen, mit Wobblern ausgestattet, einen neuen Anlauf. Und gleich bei grüner Stange der erste 70er, später dann an einem Wasserfall wieder 70er und dann echten Kracher auf den kleinen Tiger von 90 cm, der sowohl Pilker als auch Karabiner beschädigte.
Und fünf verpasste Bisse, da Schleppen mit Multi alleine nicht so ganz easy ist. Und das machste ja auch nicht jeden Tag, sonst alle fünf Jahre. Also Schleppen auf Pollak oder Köhler, wir sind mehr für körperliches Pilken, um Gewicht zu machen. Macht auch mehr Fun.
Heute geht’s rüber zur Kirche, unser 2ter Platz. Wird sich zeigen, ob man da per Hand erfolgreich angeln kann. Ich weiss wo und wie. Ansonsten wird da eben auch geschleppt. Die drei Fische brachten 3,8 Kilo Filet ohne Bauchlappen. Somit wieder im Soll bei 28 Tagen. Gestern Abend bei Flut die Boote beide rausgezogen, bissl stressig doch notwendig. Jens Boot liegt in meinem, Persenning rüber, passt aber nicht so perfekt, aber ist ja auch nur für 65 km zur Kirche weiter. In ner halben Stunde geht’s los. Bisschen spannend wird es weil gerade Pfingstmontag Feiertag ist und ne Menge Norweger unterwegs sind. Auch deutlich mehr Wohnmobile als die letzten Jahre schon unterwegs, von überall, Italiener, Franzosen, Holländer.
Reserviert haben wir ja erst ab Dienstag, den 10.06. Da die letzten Tage super Wetter war und es heute regnet, machen wir heute den Umzugstag, da wir zur Flut ankommen, um gleich noch die Boote zu Wasser zu bringen. Tschüss Sunndalsøra – schön wars hier.
Update 19.06.2025
Bei der Kirche angekommen, erwartete uns ein leerer Platz mit Schildchen “Reserviert vom 10.-20.06. für Mike und Sylvie“.
Erfreulich, hatte also geklappt mit Kjell per Email. Wetter nach wie vor schlecht, also geeigneter Umzugstag. Nachdem wir unsere Mobile plaziert hatten dann Boote rein, Kjell hatte uns mehrere freie Plätze zur Auswahl vorgeschlagen und dann Spot bezogen.
Verändert hatte sich nicht viel, neue Stromanschlüsse mit 4 Stück, neue Lampe im WC. Das war es. Und der Preis hatte sich erhöht auf 250kr, was für den Service eindeutig zu viel ist, plus 250 für Boote in der Woche, so daß wir nach einer Woche zu Anne umgezogen sind. Die größten Sorgen um die Kilos waren ausgeräumt, wir hatten 20kilo=48Päckchen, also quasi einmal in der Woche Fisch, Jens und Sille 18 Kilo.
Wir positionierten unseren Alufiletiertisch. Und raus zum Angeln. Wir fingen gut per Pilken, auch vom Steg,
kein weites Fahren, Köhler, Pollak, Dorsch, aber auch kein Highlight Fisch dabei. Also kein Lachs oder Heilbutt…Wetter hatten wir drei Tage Super – Sommerwetter, also Angeln mit kurzer Hose und Muskelshirt.
Ole konnte endlich mal ins Wasser
und auch mit aufs Boot
Und genau zu dieser Zeit kam Robert der Fotograf, auch in unserer Norwegen-Gruppe, vorbei, so dass der dritte Bobilplatz dann auch belegt war. Er ging mit mir gemeinsam mit dem Boot, zum erstem Mal für ihn, zum Meeresfischen raus, fing auch schöne Fische (70er Seelachs…) und lernte den Unterschied zwischen Seelachs und Pollak kennen und war ganz begeistert.
Das Meeresfischen, wie wir das machen, ist was völlig anderes als irgendwelche Salmoniden mit der Fliegenrute aus dem Lech zu ziehen. Der Norwegenreiz ist bei ihm geweckt.
Er führte noch seine 2500 Euro Drohne vor, machte Luftaufnahmen von unserem Camp,
holte diese aber schnell wieder rein, nachdem mehrere Vögel seine Drohne attackierten – das war ihm dann doch zu brenzlig. Er brach dann zur Atlantikstraßen-Tour auf, um einen Lachsfluss nördlich von Trondheim anzufahren. Dort darf er gratis fischen gegen ein paar Aufnahmen.
Die ersten Tage waren zwar trocken, doch ab dann eigentlich nur noch Regen und kalt so um 11 – 15 Grad.
Vorfälle bei der Kirche gab es nicht, einmal war einer da, ein paar zum Baden, ein paar Knaben zum Pilken, das war es auch schon. Leider kam Kjell uns im Preis nicht entgegen, daher zogen wir um nach einer Woche. Sonst wären wir wohl noch geblieben. Der Spot ist für uns eben unschlagbar.
einfach schön – besonders wenn die Sonne scheint
Arbeitsplatz ist eingerichtet
Oles Fischpfanne
Nächstes Jahr werden wir per Mail abfragen, was für ein Preis aushandelbar ist. So sind wir verblieben.
Dann gings im Schnellumzug rüber zu Anne genau wie vorher. Dort angekommen, sehr wenig los, ein Idiot stand in der oberen Mitte und blockierte den kompletten Zuweg. Unten war unser Spot frei so wie auch andere.
Außer Dieter und Josef war niemand Bekanntes da. Insgesamt 5 Parteien. Tote Hose, sogar alle Hütten außer einer nicht bezogen. Die 2 Jungs aus Leer vom letzten Jahr waren da. Die Information, daß Anne im Februar verkaufen würde an Onkens Nachfolger, Deutscher aus Schweden. Spätestens in 2 Jahren ziehen die Preise dramatisch an, da bin ich sicher, vorausgesetzt er macht Renovierungen…..das Kapitel Anne CP ist dann Geschichte aber dann evtl. bessere Organisation und Planbarkeit.
So zum Angeln. Fuhr erst einmal bissl Schleppen, Ok und hatte ein paar Makrelen, aber nicht die Massen. Köder für Seehecht war da. Den kommenden Tag vor zu Romsspitze und beim dritten Runterlassen einen Biss und die Bremse lief und lief. Eine gefühlte Stunde brauchte ich, um den Knaben mit der kleinen Rolle und kurzer Bootsrute heile nach oben zu bringen. Ein 105cm großer Köhler von 9,5 Kilo, passte nicht in den Kescher, hob ihn mit der Hand rein und fuhr nach Hause.
Das ist ein Highlightfisch, der größte von mir gefangene Köhler und hatte zuvor keinen größeren dieser Art gesehen. Eigentlich damit fertig hier. Fisch quasi genug und Highlight auch. Wie sich die Tage herausstellte, ist so gut wie kein Fisch da. Die Jungs aus Leer taten sich schwer, fuhren von Molde bis sonst wo, und hatten Fische der Größe nach in ihrer Box weit unter Niveau. Das war ihnen auch bewusst, aber eben nur eine Woche, teures Haus und Boot… Man soll wohl fangen um 5 Uhr morgens direkt vor Lachsfarm, für uns hier bei Anne eine NoGo Regel. Abwarten? Auch bei meinem Bolzen war der Magen ratzekahl leer. Kein Kleinfisch da!
Darüber hinaus habe ich am dritten Tag im rechten Knie erhebliche Schmerzen, bin froh überhaupt in kleinen Schritten zum WC zu kommen. Warum? Keinerlei Erklärung, gab keinen Vorfall. Vielleicht das Boot aussteigen? Wetter ist erbärmlich und auch nicht stimmungsförderlich.
Überlegen auch vorher abzureisen nach Südschweden, wenn das Wetter da besser ist. Heute jedenfalls absoluter Ruhetag, Knie muss ja noch halten für Boot rausbringen und Rückfahrt! Aber ohne zu Angeln ist es trostlos bei diesem Wetter, Leute auch nicht so spannend.
Update 22.06.2025
Abschlussbericht bei Anne. Wir sind nur mit 5 Parteien zur Zeit da, Dieter, Mike aus Nürnberg, Herzopi Werner+Gabi, Sille/Jens und wir, drei Häuser besetzt, Thailady-Heini und FettConcorde, nicht erbaulich und alte Opis mit Frauen, die nur Babyfische fangen. Haben wir alle schon einmal gesehen und das damit mindestens einmal zuviel. Gestern war ich 8 Stunden draußen trotz Knie, mit Bandage von Sille, weil ich befürchte, daß das Kreuzband instabil ist. Beim Bergabgehen kam es zu einem schmerzhaften Knacksen im rechten Knie.
Fangtechnisch quasi Null, zwei kleinere Köhler als Köder, weil keinerlei Makrelen beim Schleppen zu kriegen sind. Ich wollte unbedingt auf Seehecht gehen, was ich dann mit den Köhlerstücken auch tat. Nach vier vergebliche Bahnen das Resultat lediglich ein 80 cm magerer Hai, den ich wieder laufen ließ. Mike (Spitzname „Franken Colt Seavers“) sagte, „mit Köhler Seehecht – kannste vergessen“. Hätt‘ ich das gewusst, hätte ich eine der 5 eingefrorenen Makrelen mitgenommen, war mir aber sicher, daß ich wohl eine fangen würde. In den ersten beiden Tagen habe ich ja 5 gefangen, diese dann zwecks Räuchern eingefroren. Wer rechnet denn damit, daß die auf einmal verschwunden sind. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich da gleich zu Beginn 12 Stück gefangen und gut wäre es gewesen. Köder genug und zum Räuchern auch. Beim Abschlussschleppen sprang dann wenigstens noch ne kleinere Mefo ran, habe ich mitgenommen zum Räuchern. Ist schon egal hier.
Dann gab‘s noch am letzten Angeltag, bevor abends das Boot rauskam, eine Ausfahrt mit Sylvie und Ole und 10x Runterlassen. Leider ohne Biss nach Hause, aber das Wetter war der einzige Tag hier bei Anne, der dies zuließ.
Ole macht das völlig entspannt auf dem Boot,
auch das Einsteigen klappte gut. Unser neuer Buggy für ihn ist Gold wert und sowohl Hütte als auch Transportmittel zu Boot oder bei längeren Spaziergängen. Der E-Roller von Sylvie kam auch zweimal zum Einsatz, hoch zum Laden für Brot und Küchlein.
Sonst gibt’s nur die Info, daß Anne wohl Geschichte ist und die Anlage von Onkens Gesellschaft übernommen wird. Ein Deutscher aus Schweden, quasi ein Büblein, ist der Vermarkter, dann wird’s teuer hier und bei vorhandenem Fischbestand und in Anbetracht der Leute, die dann hier sein werden, kaum noch ein erstrebenswertes Ziel. Dann ist es hier sicher nicht mehr so ruhig – sogar die Möwen brüten auf dem Boot von René.
Wir reisen dieses Jahr insbesondere aufgrund des schlechten Wetters, das uns die kommenden vier Tage erwartet und die schlechten Fischbestände, vier Tage früher ab gen Südschweden. Dort soll es wenigstens wärmer sein. Mal sehen, was dabei rauskommt. Am letzten Tag kam dann doch noch die Sonne raus – um 23 Uhr zur Bettzeit, unser Boot ist schon abfahrbereit und ein Foto vom Sonnenuntergang war auch noch drin.
Für kommendes Jahr müssen neue Stationen her oder ganz weiter hoch evtl. Vesterålen, dazu dann nächstes Jahr mehr.
Update 30.06. – Rückfahrt
Und tastsächlich reisten wir vier Tage vorher ab, überraschend sogar noch am Abend spontan, weil, nachdem Sylvie beim Bezahlen oben war mit alter Rechnung vom letzten Jahr 1100kr bei den Kindern von Anne und nettem Schnack die Preiserhöhung auf 1400 bezahlte, Sille und Jens mit dem Auto hochfuhren ohne Rücksprache. Warum auch, sind ja alle erwachsen. Jedenfalls kamen sie zurück und berichteten stolz 1800kr bezahlt zu haben 1400 plus 2 Tage Boot á 200 also 400. Wat für ne Scheiße. Stolz, weil beschissen 1 Tag Boot weniger und keinen Strom. Wie toll! Mein Kommentar dazu. Niemand bezahlt 200kr für ein Gummiboot Liegeplatz, Oddvar hatte gesagt „so nen kleines Boot, da machen wir nix, das war schon seit Jahren so“. Also um jeglicher Diskussion aus dem Weg zu gehen, falls doch nun Rückfragen kämen und die anderen und zwar der eigene Kreis ja bereitwillig 200kr für den Liegeplatz bezahlt haben, soll ich anfangen zu diskutieren. Am besten mit der Begründung, „hätten sie ja auch nicht bezahlt, wenn sie Euch nicht beschissen hätten und sich dadurch schönrechnen“. Tatsache ist und bleibt, sie haben einen Scheißliegeplatz für ein Schlauchboot mit 200kr vergütet. Daher fuhren wir noch am selben Abend los, um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen, übernachteten wild auf der Dombassstrecke an bekanntem Parkplatz.
Dann gings weiter mal über die E6 nach Biri, eine Trabrennbahn für 250Kr mit allem, zu bezahlen mit Vipps (norwegisches paypal – für Deutsche nicht nutzbar, es sei denn man hat norwegisches Konto und Handynummer). Als ich dann am kommenden Morgen in cash bezahlen wollte, sagte man mir, Restaurant macht erst um 17 Uhr auf und es sei Renntag. „Kennen das Problem, wir dürften gratis stehen“. Das ist super, so blieben wir auch noch am Renntag und mittelbar an der Strecke mit Womo stehend,
schnell noch ein Onlinewettkonto freigeschaltet und die 250 Kr als Wetteinsatz angelegt. Mit 10€ Minus nach 8 Rennen sind wir raus für 2 Tage stehen und spannend war es, obwohl ich lieber Galopprennen mag.
Robert, der Fotograf aus Landsberg, war unterdessen auch eingetroffen auf einen Besuch. Er blieb auch 2 Tage und genoss gratis-Stehen mit heißer Dusche…. Das gefiel ihm.
Für uns ging es dann weiter über Grenzübergang Charlottenberg alt bekannte Strecke, Unterschied die Abkürzung von Hamar, eine gut fahrbare Strecke gegenüber der Elverum Strecke, die sich immer wie Kaugummi zieht. Nach Einkauf in Charlottenberg, die Ablassstation dort wurde geschlossen, weiter auf unseren wilden Parkplatz
und dann am kommenden Tag weiter nach Bua zu unserem „Eisdielenplatz“. Jetzt 180Kr, alle hier in Schweden haben die Preise um mindestens 30Kr erhöht. Durchs Eis aber angenehm.
Gegenüber völlig überfüllt mindestens 70 Womos. Auch andere Plätze sind mittlerweile quasi sämtlich überlastet, spätestens mittags sollte man da sein, sonst wird es eng oder „Fullt“ = Voll.
Unser nächster Platz war in Falkenberg am Hafen, war sehr nett und Topplatz Nummer 1 als „Torwächter“.
Restlicher Rum als Cuba Libre in der Sonne vor dem Womo und nachdem junger Einweiser als Ferienjob gegangen war, meinten einige wohl, wir wären die Autorität vorne. Ok Standplatz mit daneben parkendem Trailer hatte auch sonst niemand. Weiter dann kurz vor Halmstad auf einen online vorreservierten Hafenplatz als letzte Übernachtung bevor es auf die Fähre geht für 280Kr. Etwas zu teuer, Sonne ja aber starker Wind. 10 Plätze, über kommende Monate online ausgebucht, insb. Schweden. Nett aber nicht das Gelbe vom Ei.
Wenn Topwetter ist, Ok, wenn Mai auf Hornies und August auf Makrelen angeln ja, Baden bei dem Algenwucher eher nicht, und sonst alles da insb. gute Ablassstation. Die Information bzgl. Angeln stammt von einem Lobsterkorbfischer vom Hafen, dem wir einen aus dem Wasser gefischten großen Fender geschenkt haben. Wollen schließlich sauber und leer auf die Fähre. Werden erst gegen halb12 los, um 13 Uhr musste verschwunden sein, dann kommen die Nächsten. Marketingkonzept für Bootshafen schon genial, verdienen sich dumm und dämlich, man siehts am Riesen Leinwand-Fernseher im Clubheim, da darfste aber nicht rein. Man bucht die Katze im Sack, Stornieren geht nicht, ansonsten wären wir evtl. sogar weitergefahren, sollte ja auch nur mal ein Test sein. Alle sehen wie ausgebucht und dann buchen sie auch. Vorteil, keine Sucherei und alles da, obwohl man durch den Wind quasi 2/3 der Zeit in der Karre saß. Hatten durch Boot als Windschutz immerhin ein bissl draußen sitzen können.
Hier schreibe ich grad den Abschlussbericht, bald geht‘s los, noch 150 km zur Fähre knappe 2 Stunden. Alles gepackt für die Fähre, rauf und in die Kabine, Pennen und Duschen, dann um Null Uhr von Bord und nachhause. So um halb zwei nachts werden wir wohl da sein, rechtzeitig zur Hitzewelle und Tropennacht am kommenden Tag.