Planung und Tourstart mit Fährüberfahrt
Am Dienstag, den 19.05.2026, Abfahrt um 5:30 Uhr in Hemme über Schenefeld nach Neumünster, zweite Abfahrt auf A7 nach Segeberg. In Segeberg Stopp bei letzter Tanke und Sylvie zeitgleich rüber zum Penny, um 12 frische Brötchen zu holen. Dann Stopp auf erstem Rastplatz Stück Autobahn nach ca. 10km, um Ole auszuführen und Brötchen zu schmieren. Dann noch halbe Stunde weiter bis zum Terminal Fähre Finnlines/Travemünde und einchecken, Abfahrt 10 Uhr, Ankunft in Malmö19 Uhr.
Hin in Luxuskabine mit Doppelbett und Kühlschrank sowie Panoramausblick nach vorne und zur Seite, mit Strom auch die Hinfahrt, da wir nur eine 11l Gasflasche mithaben. Zurück gebucht am 25.6. in 4erHundekabine, mit Strom und Essenspaket Frühstück und Abendessen.
Dieses Mal fahren wir alleine vorweg, da wir einmal etwas früher in Norwegen sein wollten, um auch neue Plätze auszuloten und um zu sehen, ob es dann mehr Fisch gibt und weniger Camperbetrieb ist. Das geht besser, wenn man solo unterwegs ist. Sille, Jens und Stefan fahren erst am 12. Juni los, also ein Treffen vor Ort findet vmtl statt.
So früh also Mitte Mai wie nie zuvor. Dafür sprechen einige Argumente. Der Fischbestand nimmt deutlich in den letzten Jahren ab, die Angeltouristen eher nicht und auch Womos werden immer mehr. Zu so früher Zeit hoffentlich weniger Betrieb an Campern und auch auf dem Meer an Anglern. Ab 30. Juni Norwegische Ferien, das will man dann ohnehin nicht wirklich.
Das Wetter war die letzten Jahre im Mai/Anfang Juni oft besser als Ende Juni/Juli. Und es hat ganz gut gepasst mit unserer privaten Vermietung mit unseren „Dauer“Gästen vom Ferienhaus in Tönning, die nun selbst fürs Saubermachen verantwortlich sind, und wir so insgesamt 35 Tage unterwegs sein können, eben um auch Neues zu erkunden. Die alten Plätze sind zum Teil angezählt. Sowie die politische Entscheidung, 2027 nur noch 10 Kilo Filet pro Kopf zu erlauben, was ein anderes Vorgehen zur Folge haben könnte.
Wir sind gestartet halb Fünf Abfahrt, alles reibungslos wie geplant, auf der Fähre wurden wir unmittelbar vor Ausfahrtsrampe platziert, also Startplatz 1. Kabine und Überfahrt einwandfrei.
Update 24.04.2026
Als erster runter von Fähre, vorweg vor allen anderen den Exitschildern folgend, und wir fahren ja auch nicht das erstemal mit Finnlines diese Strecke. Trotzdem steckten wir dann kurz vor verschlossenen Toren bei roter Ampel fest, alle anderen hinter uns. Nach vier Minuten fuhr ich dann ganz dicht ans Tor, was sich dann wie mit Zauberhand öffnete und Ampel auf grün umsprang. Bei geschlossenem Tor und grün würde vermutlich trotzdem keiner fahren. So gings grad raus, in den Kreisel und ratzfatz auf die Autobahn. Bis 10km vor Grenze 428km kurz vor 1Uhr nachts Augenzustop auf Rastplatz, noch die letzte freie Lücke zwischen überall parkender LKW‘s ergattert. Das könnte bzw. ist mittlerweile ein echtes Problem entlang Autobahn, einen Platz nach 22 Uhr zu finden.
Die Pause durfte aber nicht länger als bis halb 5 sein, da wir bis Oslo exakt 120km vor der Brust haben. Nach sechs Uhr willste da nicht im Berufsverkehr auf der Autobahn durch, daher rechtzeitig gestartet nach kurzem Nickerchen und um kurz vor 5 über Grenze, Oslo passiert bei regem Verkehr um Sechse, und insg. 195km bis zum nächsten Nickerchenstop und Frühstück gemächlich um ca. 9 Uhr zwischen Hamar und Lillehammer.
Den Rest von 417km bis Vike, einem neueren Stellplatz am Romsdalfjordeingang, den wir gegen 17 Uhr erreichten, wurde nach dem Frühstück um 11abgewickelt. E6 war problemlos, kleine 100m Baustellenumfahrungen bei Lillehammer, von Dombas runter nach Andalsnes 3 größere Baustellen, in Andalsnes obligatorisch Betanken der Bootstanks und frisches Brot und Cola bei Rema1000. An Mana vorbei, Dickschiff Michael und auch Bernd bereits beide auf ihren Plätzen.



Der Platz für 175kr mit WC, Strom, Wasser und Ablass, zu bezahlen mit Vipps oder Go Marina-App, was wir taten, bar scheins auch noch möglich per Umschlag. Kurz gepilkt, geht nicht über die 7m weg, einen Dorsch von 50 cm und wieder laufen lassen. Ohnehin nix zum Filetieren vor Ort.
Dann gings weiter zu einem Holländer, Auswanderer Moviestar mit Frau und zwei pubertären Knaben, im holländischen Fernsehen, bei dem wir nach ausgiebiger Begehung seines von Baustellen geprägten Geländes den mittleren Platz bezogen. Zuvor auf dem Wege hierher 35km ein paar Ferienhäuser gecheckt und eine ganz gute Adresse ausfindig gemacht.
Also zu Holländer, Kommunikation in Englisch, Gelände steil zum Bootshafen, daher mittleren Platz, halber Anstieg zum WC oder zum kleinen Bootshafen. Da bleibt man fit. Chef Dennis ist mit Quad unterwegs. Aber natürlich auch Traktor vor Ort. Er erscheint sehr umtriebig, 2 große Appartements 8+6Pers., ein kleines App 4Pers., ein FH in Arbeit 6Pers., wo sich zur Zeit WC + Dusche für Camper befinden. Weiteres Häuschen, im Umbau zu Camper-Sanitärblock und Küche. In Rezeption Angelgedönsverkauf, oben an Straße 3 Stellplätze, am Wald Mitte 3 Plätze (eher 2), auf Weide Weg 1 Pl., aber da steht sein eigenes Mobil vor einem Jahr zugelegt und unten am Hafen ein Platz für kleinere Mobile.
Im Hafen 8 Bootsplätze, davon einer frei (mein Boot),

ansonsten Mietboote von 25 – 80 PS bzw. zwei Boote sind wohl die Tourboote, die er selbstverständlich als Panoramausfahrten oder Angeltrips auch anbietet. Dennis ist immer am Lächeln, fast immer, und war selbständig im Computernetzwerkbereich. Also die Stromsäule mit WiFi Internet ist schon vom Feinsten.
Überdachter Filetiertisch aus Nero Assoluto Granitstein mit Licht

und Schuppen zum Trocknen der Klamotten und bei Bedarf mit Gefriertruhen auch nett.

Aber eben auffällig viel Baustellen, wacklige Deckel, überall liegt Werkzeug und angefangene Arbeiten rum, Angelruten in Massen (ob die am Ende des Jahres noch alle da sind? Schon Gottvertrauen) und so wirkt das ganze Konzept noch nicht voll überzeugend.
Die Preise sind angemessen bis hoch. Problem bei uns, die Rampe. Vorab hat er mir erlaubt, das eigene Boot zu seinen dazuzulegen, schon mal großartig, aber die Rampe geht nicht durchgehend mit Beton tief genug rein und bricht mit steiler Abbruchkante ab, so dass der Trailer bereits mit Rahmen aufsetzt. Rein geht ja noch mit Geschubse aber raus muss an anderem Platz geschehen. 500m südwärts, es wird sich zeigen, wie es geht. Rein hat er mit seinem Quad gemacht, mit Womo eher unmöglich. Na, wie gesagt, vor drei Jahren war er noch mit seiner Firma in Holland mit Netzwerktechnik beschäftigt, jetzt ist er Angelprofi, Camper, Reiseführer, Hotelier, Bootmechaniker, und Allroundhandwerker bei Riesenprojekt und kurzzeitig „Filmstar“. Wie der finanzielle Backround aussieht weiß ich nicht, jedenfalls fünf Fahrzeuge und 7 Boote und viel zu viel Arbeit für 50 jährigen auf steilem steinigen Gelände. Da kann jeder sich doch Gedanken machen. Aufgrund von Wetter Westwind mit 10-18er YR ist an Angeln bzw. mit Boot raus, nicht zu denken. Das soll hier vier Tage so sein. Pilken kannste auch vergessen, und sonst ist hier nix. Also wollen wir los, dafür aber muss das Boot raus. Merkwürdigerweise ist bei Anne in Roedven nur Ostwind von 2 angegeben, kaum zu glauben, Regen zwar auch, und das würden wir am liebsten checken. Umso eher umso besser.
Update 26.06.2026
So entschieden wir uns auch, sagten dem holländischen Gastgeber Dennis,

daß wir am liebsten morgen fahren wollen, um das Sturmwetter zu umgehen. Begeistert war er nicht im ersten Moment, aber dann doch total hilfsbereit. Denn wir brauchten seine Hilfe, um das Boot aus dem Wasser zu holen. Die brauchbare Slipstelle war ca. 400m entfernt. Er betonte aber, alles auf mein Risiko hin, „er sei raus aus der Haftung“ und ob ich mich denn überhaupt trauen würde, da rauszufahren mit dem Boot.
Er fuhr zeitgleich mit seinem Pajero und unserem Trailer in Begleitung mit Sylvie dort rüber. Ich traute mich, wollte ja weg und nicht vier Tage da nur rumhängen. Also aufs Boot, alle Fender und Seile abgebaut, alles ins Boot und raus aus dem Hafen in die bereits 2m hohen Wellen. Ein Ritt, der harmloser war als befürchtet, ein Schlauchboot ist schon relativ sicher. Langsam zwar die Wellen ausgefahren und rüber zum anderen Hafen. Dort über steinige Stelle, keine richtige Slippe, am Strand, die auch nur mit Allradfahrzeug befahrbar war, auf den bereits im Wasser stehenden Trailer Boot raufgehievt und ab zurück zum Lager. Sylvie und ich waren bis Oberschenkel im Wasser, es klappte aber alles reibungslos. Dann wurde in einer halben Stunde alles verpackt, Boot festgeschnürt, Motor gesichert und Persenning rauf. Angehängt, zum Bezahlen gegangen und ab. Auch mit Fischschein und Rechnungsnachweis über Aufenthalt alles online aufs Handy bzw. per email übermittelt.
Dann gings zurück über Andalsnes am Pfingstsonntag, dort der Rema1000 geöffnet, Cola, Brot und Kartoffeln eingekauft, und weiter zu Anne Camping. Kennen wir ja schon seit Jahren und wollten es dieses Jahr eigtl. weglassen, den sonst nötigen Schein zur Fischausfuhr hatten wir nun ja bereits. Doch aufgrund der Wetterverhältnisse wurde die Insel- bzw. Westküstentour gecancelt.
Lieber zu Anne, da war das Wetter mit Wind von 2-4 angegeben, auf den Inseln Bud und unserem Camp mit 18-24 bei YR. Das ist schon ein brutaler Unterschied. Bei 24 fliegt dir dein Vorzelt weg und auch der ein oder andere Baum, bei 4 kann man rausgehen mit Boot zum Angeln. Deswegen sind wir ja nun mal hier. Und es stimmte, was YR angab, es war quasi Badewanne gegenüber vorher.

Am Camp bei Anne angekommen, große Verwunderung, nur Dirk und Christel, ein altes Ehepaar, die schon seit X Jahren Stammgast sind und 5 Monate bleiben, sowie ein Ritschratsch aus Sachsen, der nur 2 Tage blieb. War Ok und die beiden Älteren sind ja die Ruhe selbst, sitzen meist im Vorzelt, haben aber sogar dickes Buster-Boot dabei. Ist aber noch nicht einmal im Wasser, obwohl sie schon 2 Wochen vor Ort sind. Haben ja auch reichlich Zeit.
Es sah aus wie ein Geisterplatz. Die beiden Campingplätze vorher wie Mana Camping waren dagegen ganz gut besucht. Anne Camping wird jetzt scheins vom Sohn Kurt betreut oder auch nicht, es ist ein „Do it yourself Platz“.

Man soll sich einfach was suchen und bezahlen per Vipps oder Iban. Vipps geht für die meisten Ausländer sowieso nicht und Iban Überweisung auch nur online ist auch für den einen oder anderen nicht möglich. Na dann überweisen sie also, wenn sie zuhause sind. Wer es glaubt?
Jedenfalls wir Platz unten von Dieter geschnappt, direkt am Wasser. Unser alter Platz zwar frei, eigtl. sowieso alles frei, doch Gras etwas zu hoch, dann lieber da unten. Auch mal wat Neues. Dann auch noch gleich das Boot rein bei Flut mithilfe Womo und Seilwinde und Sicherungs-/Abschleppseil.

Auch alles geklappt. Bootsliegeplatz direkt gegenüber vom Lager, so Boot jederzeit im Blick. Platz inspiziert, alles beim Alten. Nun genießen wir die Ruhe hier.
Auf dem Wasser draußen war ich auch schon. Den Großfisch nicht gefunden, dafür 4 Halbwüchsige 40er Seelachse mitgenommen zum Burgeressen

und einen für Ole. Abends dann noch raus mit Sylvie kurz vor zur Ecke, sie lässt runter auf schwarzrot und Bumms Fisch! Und ein Großer! Auf halbem Wege dann Rute abgenommen, weil diese zu kurz für sie war, kaum zu halten, und dann hoch damit. Ein achtziger Köhler!
Es gibt also doch schon welche. Zuvor ich tagsüber bestimmt 100x raus und nix in der Tiefe, Ecke, Stab, Vogelinsel, Seehechttiefe und 100m Loch. Alles nix. Sylvie einmal und Bumms.

Ok, wir sind viel früher dran, noch keine Makrele beim Schleppen, nur kleine Pollaks und Köhler, aber schwierig war es ja auch letztes Jahr. Schön zu sehen, nur wenige Boote auf dem Wasser und in der Lachsfarm nur 1-2, ein Wunder bzw. warum da, wenn man auch nix fängt. Die einschlägigen Stellen im Roms hebe ich mir noch auf. Heute am dritten Tag etwas windiger und ungemütlich, viel Regen. Also eher Ruhetag, um die Knochen mal auszuruhen.
Erst Umzugstag und dann gestern 2 Schichten. Eben bei den Alten Smalltalk über Anne, wissen auch nix, und sind echt ganz schön alt. Sylvie hat noch Handy von ihm zum Laufen gebracht. Und wir dürfen auch was in die „private“ Kühltruhe umlagern, weil unser Gefrierfach im Womo nichts mehr hergibt. Und eine der großen Truhen für ein paar Fischteilchen anzuschmeißen, macht noch keinen Sinn.
Update 10.06.2026
Also mal in Kurzform zusammenfassend, den ungeplanten Aufenthalt bei Anne und Oddvar in Roedven wetterbedingt und dann den Umzug zur Kirche. Das schöne bei Anne war, daß das Wetter grundsätzlich gut mit Sonne war

und windtechnisch immer eine Ausfahrt möglich war. Außer uns oben nur Dirk und Christel, die beiden Alten, die schon Jahre kommen und vor uns da waren und bis September bleiben. Die sitzen zwar nur im Vorzelt rum und man sieht sie kaum, doch zweimal war ich dort auf nen Schnack. Genaues Wissen, was los ist mit Anne und mit Roedven, hatten sie nicht. Er wartete schon seit 2 Wochen darauf, daß sein Buster Boot zu Wasser gebracht wird. Er kann das alleine nicht, braucht dafür anderes Fahrzeug, Trecker oder Allradfahrzeug. Der Filetierfisch war unbenutzt, alles etwas verwahrlost, nichts aufgeräumt, nur die kleine Gefriertruhe lief. Wir räumten bissl auf und machten es uns gemütlich in der einmaligen Ruhe, die wir so nicht kannten. Alles total entspannt, auch Ole gefällts richtig gut hier, er ist ganz gut drauf und läuft überall rum. Freut sich sich mal über netten Campingnachbarshund, wie z.B. Lotte, die sich allerdings nur für ihren Stock interessiert

die Atmung ist zwar bisschen schwer aber kein Humpeln mehr und sonst freut er sich des Lebens. Für weitere Strecken, wie z.B. zum 1km entfernten Laden, hat er ja seinen Wagen, der unverzichtbar ist.


Nur für Sylvie ist das dann anstrengend, Ole den steilen Berg im Wagen hochzuschieben – gutes Training.
Nach dem Spaziergang dann erstmal Päuschen machen.

Es kamen in einer Woche ca. 8 Mobile, die Hälfte fuhr ungesprochen, die anderen vier blieben einen Tag, einmal Franzosenpaar, die später bei Sylvie 250 Kr bezahlten, weil sie unbedingt bezahlen wollten. Die Bezahlung mit Iban ist auch nicht so ganz einfach, weil Norwegen eben nicht in der EU ist und verwirrende Sicherheitsabfragen verlangt werden. Ein anderer deutscher Geselle, dem gaben wir Angeltipps und richteten ihm seinen Router ein, der in Norwegen nicht lief. Sylvie machte Dirks Handy einsatzbereit, und einem Deutsch-Brasilaner Päärchen, die in München seit 7 Jahren leben und arbeiten, gaben wir Tipps zum Platz und Fisch.
Von Oddvar und Anne war in der ganzen Zeit nix zu sehen. Die sind völlig raus. Anne wurde mit Verdacht auf Schlaganfall per Rettungswagen nach Molde gebracht, der sich aber als Diabetesschock entpuppte und es ihr wohl wieder ganz gut geht. Das zweite Bein soll scheins auch teilweise abgenommen werden. Also so gut auch nicht.
Boote sind wohl noch alle da, Häuser nun nur noch bei Airbnb und nur für 14 Tage buchbar und nur die zwei mittleren, waren konstant leer. Das vor zwei Jahren angeschaffte Womo BJ 2012 für 600000NK gammelt auch nur so vor sich hin, findet sich wohl kein Käufer. Woher wissen wir das. Weil irgendwann kam der Kurt, Sohn der beiden, arbeitet auf Geninstitut für Lachse in Molde, wohnt am Langfjorden, und ist mit Sohn und Fussball, eigener Familie und Arbeit ziemlich ausgelastet, kam zum Rasenmähen. Es war ja noch alles ungemäht, daher standen wir auch unten auf Dieters Platz. Das war es dann aber auch.
Ganz am Ende brachte er das Boot von Dirk zu Wasser, aber immer in Zeitnot, aber nett und mit Englisch geht es. Dann tauchten auch noch Asbjörn, der Schwager mit Tochter Maybrit auf, wobei Asbjörn sogar ganz gut deutsch kann. Jedenfalls deutlich mehr als mein Norwegisch und Englisch auch. Mit diesen fanden dann auch Verhandlungen über ein Projekt statt, das die kommenden Jahre einiges verändern könnte. Es ist noch nicht abgeschlossen, daher fahren wir hier von der Kirche am 15ten Juni, wo wir seit 5 Tagen stecken und mit Jens, Sille und Stefan zusammentreffen, die heute 10. Juni anreisen, wieder zurück nach Roedven.
Für die drei ist alles vorreserviert, Platz und auch Bootsplätze. Das haben wir erledigt. Evtl. bleiben die noch ein paar Tage länger hier, bevor sie auch rüber zu Anne fahren. Die drei bringen uns sogar ein paar Sachen mit, die wir bestellt haben. Und dann kommt Leben in die Bude.
Hier sind nur drei Plätze offiziell, reservieren kann man eigentlich nicht, und als wir hier ankamen am 5ten, war der vordere Platz reserviert für einen Opi Norweger mit Riensenschlachtschiff Niesmann+Bischoff. Mittlerweile unser „Freund“, er bekam von uns 60er Sei/Köhler und 70er Torsk. Die Frau ist zwar eifrig am Pilken, doch die Fänge sind überschaubar. Kommunikation schwierig, nur norwegisch und Hände und Füße. Er kann kaum noch straucheln, sieht aus wie ein alter Bauer und ist hier in Öre geboren. Daher kommen einige alte Knochen, z.B., der rote Treckertyp, hier und da zu Besuch. Aber er ist ruhig und angenehm. Abgesehen davon, daß er sich ziemlich breit gemacht hat und seinen Grauwasserschlauch über 10m direkt in den Hafen abführt. Ist sein Land, er darf das.
Hier war nur einmal ein Ritschratsch, Deutsche ein Jahr unterwegs, Mechaniker und Krankenschwester, aus Portugal nach Norwegen und jetzt wieder zurück. Sie waren am Pilken wie die Irren, aber echt noch keine Ahnung. Als sie dann einen Fisch fing, konnte man das Gejauchze bis nach Kristiansund hören. Dann schaute ich mir ihren tollen Fang später an, ein Dorsch von maximal 35cm, kleinere habe ich im Leben noch nie gesehen. Als er dann sagte, er hätte Angelschein gemacht vor einem Jahr, und Dorsch muss 40 cm sein, was er definitiv nicht hatte, klärte ich ihn auf. Mindestens 55cm, und wenn man etwas zu essen haben will für 2 Personen sollte schon mindestens 60 haben und pralle sein.
Und dann spielte ich wieder Angellehrer, denn grundsätzlich waren sie supernett, einsichtig und wollten nur angeln und fangen. So schenkte ich ihm erst einmal einen 50gr. Pilker, denn sein größter war 25gr. und den hat er noch beim Ranmachen fallen lassen, so daß dieser zwischen die Holzbretter ab ins Meer fiel. Bis jetzt hatte ich einen alten Pilker verheizt und sechs gefunden. Also so jetzt nur noch 4 Plus. Dann zeigte ich ihm wie man fängt später, zuvor mit dem Spruch „wenn ich zehnmal rauswerfe, hab ich dreimal einen Biss. Er hatte gefühlt schon 100 Würfe und nix, sie den Dorsch nach 50x. Wobei das eher Würfchen waren. Also nach dem Essen ging ich vor, haute die Angel raus und gleich beim ersten Wurf rumms nen 50er Pollak. Hatte ja gesagt, den kriegen die beiden. Aber so nen schönen Pollak. Jedenfalls fielen ihm die Augen aus, der hatte gedacht, ich bin so ein Laberheini. Dann fing ich noch nen kleineren Köhler, den ließ ich laufen. Hätte er schon gerne gehabt, aber zu lütt. Dann hatte ich noch einen Biss und der schüttelte sich ab. Das waren zehn Würfe.
Na ja egal, dann drückte ich ihnen den Pollak in die Hand zum Filetieren. Großer fragender Blick. Also Filetieren zeigen, Sylvie Haut abziehen, das ganze Programm. Und sie waren happy, hauten sich ihren Dorsch (den haben sie wohl selbst filetiert, hätte ich auch nicht angerrührt) und den Pollak in die Pfanne. Abends stand er dann wieder vorne, wo wir ins Bett sind, mit seinem neuen Angelwissen.
Lustig war noch, wo wir vorne am Pilken standen, erzählte ich, „es gäbe auch Schweinswale und so, na ja so ne Art Delphine ohne lange Schnauze. Wie soll man das sonst Unwissenden erklären, die grad Angelschein gemacht haben. Leicht ungläubiges Lächeln wurde mir entgegnet. Und vier Minuten später schwimmt ein Schnaufer 30m vor der Pilkstelle vorbei, da war helle Aufregung. Vermutlich hätte ich gesagt, die Welt gehe eine Woche später in die Luft, das hätten sie nun geglaubt. Ich selbst vermutlich auch. Am nächsten Morgen berichtete er, er habe ein Köhler gefangen 40 cm. Stolz wie Bolle.
Aber warum erzähle ich das, weil sie uns tatsächlich eine Flasche Wein überreichten, zwar so nen Obstwein für Sylvie und Sille. Aber immerhin Ritschratscher auf billigster Schiene, also die müssen sich durchschlagen, aber die Geste ist super. Nicht alle Ritschratscher sind „das Letzte“, aber viele. Bei uns gabs auch für Hafenmeister Christian ne Flasche Chantre, für den Holländer ne Flasche Wein und für Tochter Maybrit, die Rotwein liebt, auch eine Flasche nach Handschlagdeal. Selbst haben wir keinen mehr, außer dem Fruchtgetränk, hoffe Sille kann aushelfen.
So jetzt zu meinem Fischen. Bei Anne gabs drei 80er Köhler und paar kleinere 50er, also von denen genug. Die schmecken auch gut, vielleicht sogar besser als die großen, einer ergibt schon Essen für zwei Personen an Filet. Dann beim Schleppen paar vernünftige Dorsche und einen Leng.

Man muss aber suchen und hat auch mal 5x hintereinander nix. Der Zigarettenkonsum steigt schon aus Langeweile, die Finger sind ja ewig trocken und es lässt sich gut eine drehen und insbesondere das Knarren der Bremse fehlt, wenn die großen Bolzen die Flucht ergreifen. Man ist halt verwöhnt.
Hier sieht es nicht viel anders aus. Die typischen 70/80er fehlen, Bisse in der Tiefe absolute Mangelware. Dafür beim Schleppen fette Dorsche, schöne 60er Pollaks, und im 20er Bereich pralle 50er Köhler. Die Box ist mit 24 Kilo voll, also nur noch 6 Kilo Kontingent über. Daher fange ich jetzt wohl für andere mit, oder verlege mich aufs Schleppen auf Meerforelle und Lachs. Ein 1m großer Lachs ist mir zweimal schon begegnet, sprang vor mir raus und es platschte. Den hab ich im Auge, das wäre der Hammer. Der treibt sich jedenfalls hier rum. Gestern gab es dann die ersten zwei Makrelen, eine beim Schleppen, die andere vom Ufer. Wat für ein Bolzen 45cm und 800gr schwer, sind als Köder dann bei Anne, da geht’s dann auf Seehecht. Ein großer Seehecht und wir sind voll. Nur das Tagesessen halt vor Ort, dass fang ich blind. Aber Wetter gut und ab heute Leben in der Bude.
Hier noch ein paar Bilder

















