Seit etlichen Jahren fahre ich oder besser wir nach Mittelnorwegen, mieten dort zuvor per Internet verschiedene Häuser an und gehen per Boot zum Fischen hinaus. Ein Erleben der Naturkräfte und der Tierwelt und das auf dem Meer und zu Lande gleichermaßen. Es gibt keinen relaxteren Urlaub in einer prächtigen Natur, um Kraft für unsere oft unbefriedigende Arbeitswelt zu tanken. Das sage ich als Therapeut, und der muss es ja wissen.
Jedenfalls das erste Mal war ich im hohen Norden 1986, mit Freundin im Auto und Zelt unterwegs, damals noch in Österreich unter Lohn und Brot, und zwar eine Fahrt mit der Fähre nach Schweden, an der Ostsee entlang, durch Schweden hindurch, durch ganz Finnland an Tausenden von Seen vorbei bis hoch an die russische Grenze, um dann entlang der norwegischen Küste vom Nordcap über die Lofoten bis zurück nach Oslo heimzukehren. Es waren viele Kilometer zu absolvieren, das ist wahr, es bleiben aber unvergessliche Momente in einsamer Natur, phantastische Weite, unzählige Seen und Flüsse, wahnsinnig viele freundliche Menschen, Elche und Schneehasen, aber auch Moskitos in Unmengen. Dies war mein erster Eindruck von dort. Gefischt habe ich sporadisch, weil damals eher sehr unerfahren. übernachtet nach dem „Jedermanns Recht“, ein ungeschriebenes Gesetz in den skandinavischen Ländern, dass man campen kann, wo man möchte, sofern man die Eigentumsgrenzen der dort lebenden Menschen beachtet und sich mit der Natur konform verhält. Vereinfacht gesagt heißt das „Nicht Campen in Vorgärten und keinen Müll liegen lassen“. Für mich stand damals fest! Dies ist das Kanada Europas, es ist nur schneller und kostengünstiger zu erreichen und man kann notwendiges Equipment leicht dorthin transportieren, einfach per Auto. Später schrieb ich im Neuseelandbericht, dass es schon Klasse ist hier in NZ, doch der Aufwand hierher zu kommen im Gegensatz zu einer Norwegenreise steht in keinem Verhältnis. Norwegen wird ewig als Sieger in meinen Darstellungen hervorgehen.
Die zweite Fahrt und die dann immer jedes Jahr folgenden Fahrten waren sehr viel besser geplant, was das Fischen anging und wir wohnten auch nicht mehr wild, sondern buchten immer im Internet im Voraus für die meiste Zeit bereits Hütten bzw. Häuser. Es finden sich zwar leicht günstige Plätze auf Campgrounds, einfache Minihütten an Hauptverkehrsverbindungen oder auch ein Platz zum Wildcampen, doch der Grund des Vorbuchens ist das Fischen im Meer. Also daher jetzt mehr dazu. Fischen im Meer ist frei, also man benötigt keinen Angelschein, den ich bis heute nicht besitze. Wieso auch, hier sich an so einen See zu stellen und einen übel miefenden Karpfen an Land zu ziehen, den man dann auch noch drei Tage baden muss in der Badewanne, damit er erst genießbar wird, um dann doch nur auf Gräten rumzukauen. Nein danke, muss nicht sein. Fischen hier in Norwegen ist vollkommen etwas anderes. Und weil man irre viel fängt, benötigt man von der Planung einfach Häuser, die mit Gefriertruhe und Boot ausgestattet sind. Man schneidet seine Fänge zu Filets, beschriftet diese schön sauber nach Menge und Fischart und friert dies portionsgerecht ein. So kommt es bei uns dazu, dass wir nach einem Norwegentrip von drei Wochen Dauer Fisch haben für das ganze kommende Jahr. Teils 50 Kilo reines Filet pro Mitfahrer. Der Rücktransport erfolgt in Styroporboxen, die mit Alufolie ausgekleidet sind. Die tiefgefrorenen Filets dort morgens vor Rückfahrt hinein und dann hält die Ladung durchaus 2 Tage und Nächte sogar bei heißen Sommertagen. Vielleicht sollte man sich nicht eine Woche Zeit lassen. Aber 80 Stunden sind kein Problem. Zuhause in München oder Ulm dann einfach in die Gefriertruhe. Und Fisch für das ganze Jahr und der schmeckt anders als alles, was man kaufen kann. Selbst gefangen schmeckt ohnehin viel besser.
So wie wird man nun Fischer!? Das ist ebenso easy, denn ich hatte dort Leute dabei, die zuvor weder besonders große Fischesser waren noch überhaupt keinen Schimmer vom Fischen hatten. Einen Tag „Schulung“ und es waren die größten und verrücktesten Fischer geboren. Nur mit dem Ausnehmen haben doch einige nach wie vor ihre Probleme. Na ja, mache ich halt, das Filet schneiden ist auch kein Problem, sollte man sich aber einmal zeigen lassen. Die Erfahrung macht’s dann. So gibt’s bei uns eine Arbeitsteilung, der eine schneidet die Filets, ein anderer bereitet den Feinschnitt vor, indem er die Haut abzieht, und den Feinschnitt machen meistens alle gemeinsam im warmen Haus bei Licht. Es kann durchaus dazu kommen, dass man nach 10 Stunden auf dem Wasser – die Zeit vergeht irre schnell – nahezu im Dunklen heimkommt (übrigens im Juni wird es nie dunkel) und dann den Fang verarbeiten muss. Das sind manchmal 2 Stunden Arbeit für alle zusammen. Erst dann gibt’s dann noch abendliches Fischessen, das gemütliche Bier oder den Wein danach, und dann fällt der erste um 10 Uhr schon tot ins Bett. Am kommenden Tag geht’s wieder raus, immer irgendwo anders hin. Man entdeckt Natur, Inseln, Tierwelt, raues Wetter und frische Luft powert einen frei in der Seele wie bei den Walfängern hunderte von Jahren zuvor. Kein Entrinnen von Natureindrücken, die einen überwältigen, Tiererlebnisse ob Robben oder Delphine, ein unbeirrbarer Jagdtrieb beim Fischen (gilt übrigens auch für das weibliche Geschlecht!!!), und eine körperliche Anstrengung in gesündester Natur und mit gesündestem Essen abends.
Es gibt nur Fischkreationen, egal ob gegrillt, gekocht, gebraten, Fischburger, Fischspagettis, Fischsuppe, ganzer Fisch am Feuer… immer Fisch drei Wochen lang, es sei denn man fängt nix, dann gibt es Erbsensuppe aus der Dose von Lidl. Wer will das schon, so vermieden wir den Nichtfang ganz einfach.
Ich könnte Hunderte von Geschichten erzählen, vom dem Delphinrudel, mit dem wir gemeinsam jagten, vom Wasserkochen, wo uns die Fische von allein in Kilogrösse ins Boot sprangen, vom spiegelglattem Meer nachts bei Vollmond und den springenden und rufenden Delphinen, von einsamen Inseln, die es zu entdecken gilt und auf denen wir am Feuer rasteten, nackt badeten oder Muschelbänke für die Vorspeise abräumten, von Riesenkrebsen aus Reusen ebenfalls Vorspeise, von Walen und Seespinnen in Tiefen von 200 Metern, von Rotbarschen wie eine Ziehharmonika angehängt an die Paternosterhaken aus 400 m Tiefe oder vom 20 Kilo schwerem Lumb aus 500 Metern, aufgeblasen wie ein Gymnastikball, von Bissen in der Tiefe, die das gesamte Equipment zerfetzten bzw. die Bremse lief und das Boot quasi gezogen wurde, bis man sich bereit erklärte, doch lieber die Schnur zu kappen, von Möwen, die einem auf der Schulter landen, um ein Bissen des Ausgenommen zu ergattern und unzählige Geschichten mehr. Aber auch Regengüsse auf dem Boot, pitschnass bis auf die Socken, auf einmal unruhige See, dann aber schnell rein, Verluste von Pilkern und Haken, nervig, ärgerlich, gefrustet. Verluste ganzer Angeln, die über Bord gingen sowie der Mitstreiter beim Anlegemanöver, irre Fachdiskussionen der „Neufischer“, wo, wie und wann man wo nun am besten fängt. “Unterrichtseinheiten“, wie man nun die Rolle bedient, wie man den Fisch am besten drillt, Knoten und Köderkunde, wie fährt man die Wellen am besten an, und so weiter… das gehört alles dazu! übrigens ein Boot gehört immer dazu bei unserer Haus- bzw. Hüttenauswahl. Also Boote sind dort in Norwegen Führerscheinfrei, zumindest die Kleineren. Bootfahren kann sowieso jeder. Boot mit 15 PS oder auch manchmal weniger ist völlig ausreichend, sofern man nicht auf die weite See hinaus will. Weiter raus, heißt auch mehr PS 50 und mehr ! Unsere Hausauswahl erfolgt meistens so, dass ein Haus tief innerhalb des Landes im Fjordgebiet liegt, dann eines mit Zugang zum Meer und Inselwelt und das dritte beinhaltet beides, also Zugang zu beidem, Fjord und Meer. Das Fischen unterscheidet sich in Nuancen, abhängig vom Gebiet. Am besten man fragt die Einheimischen und hat eine Seekarte mit Tiefenangaben. Ich für meine Person liebe es nach Seekarte die Gebiete per Angel zu erkunden, einen elektronischen Fischfinder haben wir nie gebraucht, lehne ich sogar ab. Mittlerweile nicht mehr!!!! Außerdem ist es viel spannender, dass die Fangquoten unterschiedlich sind von Tag zu Tag und auch die Auswahl der Fische. Grundsätzlich fängt man Dorscharten, doch die unterscheiden sich doch ich ihrer Art ganz erheblich. Auch die Fangmethoden sind durchaus verschieden. Langweilig wurde nie einem, auch nicht nach drei Wochen. Das Fischen ist nicht vergleichbar mit dem hiesigen Angeln. Man benötigt stabilere Pilk- bzw. Bootsruten, zusätzlich zu der großen Stationärrolle zum Pilken vom Ufer gehören eine Multirolle für Jeden mit geflochtener Schnur auf`s Boot. Dabei gilt vereinfacht gesagt, Bootsangeln relativ kurz und stabil, geflochtene Schnur dünn bis maximal 35 Kilo vollkommen ausreichend, Pilker (Metallfische) bis zu teils 1 Kilo notwendig. 1 Kilo ist hammermässig viel, doch auf 400 Meter bei starker Drift kommt man nicht anders hinunter auf den Boden, um zum Beispiel Lumb oder Steinbeißer zu fangen. Doch meistens fischt man so mit 50 bis 125 Gramm Pilkern im Freiwasser bei 30 bis 120 Metern auf Köhler (Seelachse), Hyse oder Leng. Und dann noch Dorsche auf Grund auch im Flachwasser, doch bitte nehmt keine kleinen Dorsche mit weniger als 1,5 Kilo Gewicht mit. Da ist doch sonst nicht genug zum Essen dran und die werden immer weniger nicht ausschließlich dieser Deppen wegen, aber auch deswegen. Das gilt auch für andere Fische! Dann gehört ein Grundequipment an Bord, bestehend aus Haken, Karabiner, Vorfächer, bei uns ein Gaff, usw…. Bei spezielleren Fragen einfach per Email bei mir nachfragen. Wir waren auch auf den Lofoten und in sehr vielen Ecken Norwegens eigentlich, beschränken uns die letzten Jahre aber auf Mittelnorwegen. Das liegt daran, dass die Anfahrt per Fähre von Hanstholm (Dänemark) nach Egersund am günstigsten ist und man ist gleich Vorort. Die längere Anfahrt von Oslo aus durch das Landesinnere haben wir mittlerweile über, denn es ist nur die ersten Male aufregend. Man sollte wissen, dass die großen Kataloge, die Häuser und Wohnungen für Norwegen anbieten, mindestens 30 % oder noch mehr kosten als die Direktvermarktung per Internet oder auch der einzelnen Gemeinden. Nahezu jede Gemeinde hat einen eigenen Vermietservice für ihre Gemeindemitglieder. Man findet auch immer etwas, wenn man nur so fährt und fragt oder die Schilder beobachtet „ledig“ (heißt frei). Preise in der Hochsaison also um August sind 20 % teuerer als im Mai/Juni oder im September. Egal, sowohl im Herbst als auch im Frühjahr hatten wir drei Wochen am Stück nur Sonne, auch einmal aber 14 Tage Regen. Reine Glückssache! Richtige Kleidung für beide Zeiten gehört ins Gepäck. Fischen kann feucht und schmuddelig werden, also auch nicht die Klamotten von Boss sind unbedingt angesagt. In Kneipen oder Discos geht man sowieso selten und wenn dann auf einen Kaffee. Den Rest kann man als armer Deutschbürger kaum bezahlen. Alkohol und fast alles an Essen wird in Deutschland eingekauft, dort lediglich die frischen Sachen wie Milch, Brot, Butter, Eier, usw… Auf dem Hinweg dienen die Styroporkisten als Transportmittel für Lebensmittel und Kleidung, auf dem Heimweg dann für jeden mit Filet gefüllt. Seit Juni 06 gilt ein neues Gesetz, dass pro Person nur noch 15 Kilo Fisch bzw. Filet auszuführen sind.
Unsere Häuser haben generell volle Ausstattung, Boot mit Motor, Gefriertruhe und Kamin, komplett ausgestattete Küche und Heizung. Kostenpunkt so um maximal 70 € pro Tag für 4 Leute. Dazu kommt nur noch der Bootssprit und Basis-Essenseinkäufe, Benzin und Maut für Fähren. Die idealste Tour laut Abrechnung war zu viert in Mittelnorwegen für 3 Wochen 3 verschiedene Häuser incl. aller Kosten (auch Anfahrt mit Fähre in einem Passat-Kombi und sämtlicher Einkäufe in Deutschland) als Gesamtkostenabrechnung pro Person von 543 €. Tolles Wetter, toll gefangen, und etliche Kilo Filet pro Person.
wir sind noch immer in Perth. Am kommenden Mittwoch fliegen wir morgens nach Adelaide, bleiben dort 1 Tag im Hotel in der Innenstadt, dann fliegen wir am 19.08. weiter über Auckland/NZ nach Vancouver/Canada. Aber was war zuvor: Wir haben alle unsere Verkaufanzeigen geschrieben und an verschiedenen Boards aufgehängt, online in den beiden Zeitungen inseriert namens Quokka und Gumtree(nur online), über die beiden läuft hier eigentlich alles, und natürlich online in den deutschsprachigen Foren wie zum Beispiel Reisebiene oder Australienforum, usw. Der Campertrailer war ziemlich gefragt, wir bekamen noch bestimmt 100 Anrufe, obwohl er relativ schnell verkauft war.
hier fährt der Campertrailer von dannen mit dem Fire-Officer
Dazu wurde ebenfalls etliches von unserem größeren Campingstuff mitverkauft wie zum Beispiel Kompressor und Kühlschrank. Soweit war alles ziemlich schnell weg, was auch weg sollte. Unser Zeug, das wir behalten wollen, wurde in unserer großen Aluminumbox verstaut, und unsere Freunde aus Mandurah, Ken und Jean, nahmen diese dann anlässlich eines Besuches bei uns (wieder dt. Würstchen und Kartoffelsalat) gleich mit nach Hause. Dort ist sie nun in ihrer Garage verstaut für das nächste Mal. Das kann zwar 2 Jahre dauern, dass wissen sie, aber dann ist vom kompletten Küchenzeug über Angeln, Schnorchelsachen, Benzinkanister bis zum Inverter alles griffbereit. Müßte dann also nur noch ein Auto her, ein paar Kleinigkeiten und los könnte es gehen.
hier das Bild von Ken und Jean
Was noch übrig war, war der Pajero. Einerseits gut, so konnten wir noch ne Weile durch die Gegend fahren, andererseits dauerte es bis zur letzten Woche, bis dieser dann auch verkauft war. Im Großen und Ganzen gab es annähernd kaum Wertverluste, wollen wir es mal so formulieren, und nun sitzen wir die letzte Woche ohne Auto rum. Das ist aber in Freo nicht so schlimm, da auch hier der Cat fährt (öffentlicher Bus kostenlos), mit dem man schnell auch am Bahnhof ist, um nach Perth zu fahren. So sind wir unterwegs, vom Footy-Spiel (Aussie football), heute abend gehen wir auch wieder, zum deutschen Stammtisch in Perth (hat Birthe gegründet), oder eben Sascha kommt zu Besuch mit Freundin Svennja,
Sascha und Svennja
oder unsere Freunde aus Northampton kamen rum am Wochenende, so war immer was los. Dann tauchten 2 deutsche „Backpacker“ aus dem Rheinland bei uns auf, die wir nur zuvor vom Internet her kannten. Sie wollten ursprünglich unser Auto kaufen, doch 1 Tag vor ihrer Ankunft war er halt weg. Wir konnten ja nicht warten, wenn uns jemand die Kohle in die Hand drückt, und sie hätten ihn dann nevtl. ja doch nicht genommen. Jedenfalls helfen wir ihnen zur Zeit bei Autokauf, allgemeiner Reiseplanung und so weiter. Haben ja ohnehin sonst nicht mehr soviel zu tun, denn die Reiseplanung für Canada ist ebenfalls abgeschlossen. Es gibt noch 2 Baustellen, aber dazu später mehr.
hier die „Backpacker“ Andre und Thomas aus dem Rheinland/Neuss
Sie sind nette und saubere Jungs im Alter von 22 Jahren, und nicht echte Backpacker, de hier ja eher einen schlechten Ruf innehaben. Sie kaufen sich gerade einen Nissan Pathfinder, wie aus dem Ei gepellt, ansonsten war noch ein Patrol im Angebot. Aber der ist einfach gepflegter und mit Garantie. Preis ist tragbar, Geld kriegen sie später wieder, wenn sie ihn dann mal nicht im Meer versenken oder im Linksverkehr zu Schrott fahren. Wären ja nicht die ersten. Damit schliessen wir Australien, doch diese Geschichte von hier noch, um einfach zu verstehen, warum Australien einfach anders ist, und warum wir wieder her müssen. Wir brauchten dt.Würstchen vom dt. Butcher ca. 3 km entfernt für unser BBQ mit den Mandurah Freunden, doch der Laden hatte immer zu, also sprachen wir auf den Anrufbeantworter. 5 Tage später kam dann ein Anruf, Helmut 53 Jahre, Butcher Chef, „sie hätten Betriebsferien, er könnte aber ein paar Würstchen hinter dem Laden in einer Box verstecken, wir sollten diese dann halt schnell abholen, damit sie nicht schlecht werden“. Dazu muss man sagen, wir kennen den nicht, noch nie gesehen oder zuvor gesprochen. Also sind dann vorbei gefahren, haben den Beutel geholt, 20 verschiedene dt. Würstchen,und Sylvie sagt, sie hätte noch nie Bessere gegessen. Ich rief Helmut dann diese Woche an, um die Würstchen bezahlen zu wollen, Antwort: „Wir schulden ihm nix“… das ist eben Australien, oder Deusche in Australien, und so wird man dann selbst auch ein bisschen und das Leben mit anderen wird viel relaxter und netter. Aber wenn wir in dann in Deutschland zurück sind, werden wir uns wieder anpassen, anders gehts ja nicht.
So, nun zu Kanada
Wir starten in Vancouver für 3 Tage in einem Hotel in Downtown, von dem man schon viel zu Fuss besuchen kann, im Hotel Kingston. Mein Bruder hat mir die Addresse von einem dt. Arzt weitergeleitet, zufällig auch namens Helmut, den wir angeschrieben haben. Unterdessen hat er sich gemeldet und der scheint super zu sein. Jedenfalls wollen wir bei ihm einen Rucksack mit zuviel Technik- ausrüstung sowie die neugekauften Markenklamotten unterstellen. Am Ende des Tripps durch Canada/Alaska sammeln wir die wieder ein. Die ersten 2 Wochen haben wir kein Auto und warum unnötig Gewicht im Rucksack rumschleppen. Auch besorgen wir uns, bereits bestellt, neuen Akku und Kabel für unseren Laptop. So etwas kann man auch schon von hier machen. Von dort aus geht es dann, also 3 Tage später, rüber mit der Ferry nach Victoria, 1 Tag, weiter mit Bus nach Port Hardy (hier leider bereits alles ausgebucht = 1. Baustelle), dann weiter mit BC-Ferry die Inside Passage nach Prince Rupert, 2 Tage, dann weiter mit Alaska-Ferry den Panholder über die vielen kleinen Inseln mit Stopp in Ketchikan, 3 Tage (2. Baustelle – noch keine Unterkunft), und Stopp in Juneau, 2 Tage, hoch bis Skagway, gleich weiter per Bus nach Whitehorse, 1 Nacht. Dort treffen wir mit Peer zusammen, der direkt aus Deutschland dorthinfliegt, und gemeinsam per Wohnmobil über Fairbanks und Anchorage einen großen Cirkel zurück nach Whitehorse, 1 Nacht, Flug nach Vancouver, 1 Nacht Hotel Airport Inn, und am 24. September dann direkt nach Frankfurt zurück. Es ist alles durchgebucht mit Ausnahme der beiden Baustellen. Dort laufen noch Anfragen per Email. Alles in allem mein erster Eindruck, da oben sind wir mit Sicherheit nicht alleine unterwegs. Da muss von den olympischen Winterspielen ein heftiger Run nach BC und Alaska sein, was sowohl Preise hochtreibt und auch wenig Handelsspielraum lässt, um Schnäppchen zu ziehen. So wie wir ja nun mal eigentlich immer vorgehen. Es bleibt aber im überschaubaren Rahmen, das kann ich schon einmal sagen, aber bushcamping hier im Aussie-Land ist sicher günstiger.
19.08.2010
Flug von Perth nach Adelaide verlief reibungslos, zum Flughafen fuhren uns die beiden Deutschen Thomas und Andre in ihrem Pathfinder, die zufällig ganz in der Nähe ihre Baustelle hatten, auf der sie seit neuestem arbeiten. Morgen fliegen sie sogar in das Desert bei Alice Springs zum Ölbohren, harter Job, aber so kommen sie zu ausreichend Geld am Anfang und ner Menge Abenteuer und Erfahrung.
In Adelaide per public-bus in die Innenstadt, dann zu Fuss zum Hotel, quasi in Chinatown gelegen, wobei deutlich wurde, dass entweder die Rucksäcke zu schwer sind oder das echte Backpackerleben nix mehr für uns ist. Jedenfalls das Hotel war halbwegs OK, erledigten tagsüber die Rückerstattung der überzahlten Rego in SA auf einem Amt und andere Kleinigkeiten. Mit dem Taxi morgens zum Airport, kostet effektiv dasselbe, was man für den shuttle-bus bezahlt, wie sinnvoll mal wieder. Abends waren wir noch mit den Freunden Simon und Stacey in Chinatown essen, jetzt ratet mal was.
Dann ging es weiter 4,5 Std. per Flieger bis Auckland/NZ, 1 Stunde Aufenthalt, und weiter nach Vancouver 14 Std., Ankunft dort mittags um 13 Uhr. Aber Ärger in Auckland. Beim Einchecken zur Maschine erleuterte man uns, dass man etwas in unserem Gepäckstück gefunden hätte, was nun raus müsse und es sei zu spät, um das Gepäckstück noch in die Maschine zu verladen. Beide Flüge vorher war es kein Problem, der Sack wurde nicht verändert, doch nun hier im schönen NZ. Na ja, die müssen das irgendwie Spitz gekriegt haben, daß ich ihr Land nicht besonders empfehle auf unserer Webseite. Jedenfalls war klar, daß uns ein Gepäckstück fehlen würde bei Ankunft in Vancouver. So war es auch. Übrigens der Campingkocher im Koffer war der Unruhestifter bzw. die dazugehörigen Patronen. Mal sehen was fehlt. Der Seesack soll morgen früh mit Rundflug über L.A. hier ankommen, und ausgeliefert werden. Wenn das klappt, hat das auch etwas Positives. Erstens netten Plausch mit den Kanadiern am Flughafen gehabt bei Vermisstenaufgabe des Gepäckstücks, zweitens der Seesack hat L.A. sehen dürfen und drittens ich musste ihn nicht zum Hotel schleppen.
Apropos Hotel. Echt super hier, klein aber fein, freies Telefon und Internet, Frühstück dabei, super sauber und mitten im Herzen von Downtown zu bezahlbarem Preis – das Kingston Hotel. Mit der neuen Strecke, seit Olympia, vom Flughafen geht es easy nach Downtown im Skylink (Metro). Der restliche Tag wurde mit einem langen Spaziergang durch Vancouver gestaltet. Dummerweise gerieten wie auch in den östlichen Teil der Stadt, der sich unmittelbar nach Gastown mit Chinatown in die Satdt einfügt. Also die Bronx, hoffe das schreibt man so, in New York kann auch nicht anders aussehen, es stinkt nach Pisse und Müll, es riecht ständig nach süsslichem Grass, und übelste Figuren sind unterwegs. Von ganz arm, schmutzig und krank bis zu Gangmitgliedern mit Goldketten behängt und Handschuhen bekleidet. Wenn man dann noch aus dem sauberen Australien kommt, ist das doch erst einmal zu verarbeiten. Mein lieber Mann, und das in dem schönen Multikulti-Vancouver. Morgen die Waterfront, den Stanley Park und dann noch einkaufen… neuer Schlafsack für Sylvie muss her … bis denne erst einmal
20.08.2010
mit Jet-Lag in den Knochen, konnte einfach nicht pennen, bin um 1 Uhr nachts aufgestanden und habe per Computer recherchiert. Dann wieder um 6 ins Bett, um dann um 8 zum Frühstück zu gehen. Der Zeitplan der biologischen Uhr hat sich exakt um 180 Grad gedreht, heißt wenn es in Australien 12 Uhr mittags war, ist es hier jetzt für uns 12 Uhr nachts. Das muss man erst einmal wegstecken. Dafür war der Spaziergang an der Waterfront und in Westcanada sehr erholsam, viele Touristen, viel Wasser und schöne Ausblicke, einfach sauber, nett und super.
Waterfront mit Wasserflughafendie kommen da ständig rein und raus
Auch ein paar Boots-Angler am Filetiertisch gesehen, die schöne Lachse filetierten und zwei Seerobben, die sich die Innereien sicherten. Also schon ein Unterschied zu Norwegen, da machen es die Möwen, nur da sind auch nicht soviel zuschauende Touris drum herum. Wer auf Fotos wartet, wird enttäuscht, erstens sind es keine Känguruhs und zweitens fangen wir die noch selbst, also warum Bilder von Fischen, die andere gefangen haben. Auf dem Rückwege noch kurz in ein Kaufhaus namens „Seals“ rein und Clearance-Angebote gibt es auch hier. Also wurde gleich zugeschlagen, neue Sandalen von Timberland für 30$ und ein Zelt, von 280$ runter auf 65$, dann noch runtergehahndelt auf 40$, nachdem wir es im Gang des Hauses Probe aufgebaut hatten, Materialcheck oder so ähnlich, sowie einen Klappspaten und neuen Reebok-Rucksack. Der Computer bleibt damit mit neuem Netzteil und Akku mit auf Tour. Die Ersatzteile wurden ebenfalls bereits hier in Vancouver geordert.
Es bedeutet weiterhin, es wird definitiv gezeltet. Morgen geht’s dann raus zum MEC, dem Campingstore-Laden Canadas, und ein neuer Schlafsack wird eingekauft. Diesmal für Sylvie sowie eine Unterlage für den Boden. Also die Idee vom Wohnmobil-Trip ist jetzt endgültig vom Tisch, damit sollen die Rentner fahren, wir gehen in die Natur. Scheiß auf die Bären. Morgen treffen wir uns mit Helmut, einem ausgewanderten Familienvater, um unsere überschüssigen Sachen ihm zu übergeben und erhalten sicher noch einige weitere Tipps. Am Ende der Tour holen wir sie dann wieder bei ihm ab. Sylvie räumt gerade an den Klamotten rum, der Seesack ist nämlich gerade reingekommen. Abends zweiter Tag, jetzt habe ich auch wieder etwas zum Wechseln. Die Sandalen sind für den Sommer kommendes Jahres. Na ja, nur das Einkaufen von Lebensmitteln macht doch nachdenklich, denn bei den Preisen und wenig Angebot, da muss man tatsächlich Fisch selbst fangen. Aber vielleicht klärt sich das ja noch. … also bis denne…
22.08.2010
So, heute geht’s weiter. Nach Frühstück in unserem ausgezeichneten Hotel „Kingston“ mitten im Herzen von Downtown, insbesondere wenn man bedenkt, daß uns das Zimmer 80$ kostet. Ohne Steuern wie immer hier. Und in der Hochsaison, denn die Amis haben noch Ferien, und ansonsten trifft man viele Touris aus allen Ländern. Wie immer viele Deutsche aber auch viele Schlitzaugen, wo auch immer die her sind. Gestern noch Einkäufe erledigt und Stadtluft geschnuppert. Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines Eishockey-Taschen-Trolleys. Riesig, lässt sich rollen und tragen, und viel Gepäck ist verstaut, sogar das neue moderne Sekundenzelt. Und ich als alter Bock kann das Ding schieben oder hinter mir her ziehen. Den Seesack und die Laptop- Tasche haben wir untergestellt bei Helmut in Richmond, danke dafür auf diesem Wege, und holen es am Ende des Trips dort wieder ab. Auch die Ersatzteile für den Laptop sind eingetroffen, d.h. jetzt wieder mit Original-Dell-Netzteil und Akku versorgt. Daher nehmen wir diesen auch mit auf unsere Tour im neuen Reebok-Rucksack. In einer halben Stunde geht es per Bus zum Fährterminal, dann rüber nach Victoria, und dort haben wir dann noch den halben Tag. Der Bus fährt geradewegs auf die Fähre und bis rüber nach Victoria „Pacific Busline“. Ist somit 15$ teuerer als wenn man es alleine bewerkstelligt, aber kein Geschiss mit dem Gepäck. So jetzt geht’s los.
23.08.2010
Das hat perfekt geklappt mit dem Bus, hat uns abgeholt, mit der Fähre rüber und schon mittags in Victoria. Unser Hotel Stratconia mit ausgezeichnetem Queenroom, aber auch der ärgerlichen Mitteilung, Frühstück ab 7:30am. Unser Bus morgen geht aber auch um 7:30am direkt nach Port Hardy. Also das ist blöd, jetzt hat man free breakfast und die fangen erst mitten am Tag an, dafür kriegen sie einen mit bei ihrer Bewertung. Und nicht mal nen Freibier als Ersatz ist drin. Und damit sind wir schon bei dem ersten Eindruck von Canada. Alles ist etwas größer als in Australien, Autos, Caravan, Häuser und sogar die Hunde.
Hund in Fußgängerzone – echt, keine Bronzefigur
Aber auch die Preise, die Menschenmassen incl. Touristen. Die Freundlichkeit der Leute hält sich augenscheinlich in Grenzen, kein Vergleich zu der Relaxtheit in WA. Vermutlich ist der Überlebenskampf größer, man glaubt nicht, wieviele Bettler oder Schnorrer unterwegs sind, oder einfach die zu große Zahl der Touris sind an dem Desinteresse Schuld. Ganz schlimm ist für uns, dass man als Fussgänger kein Geschäft mit Lebensmitteln in der Innenstadt findet, ausgesprochen übel. Ich weiß gar nicht, wie das in Deutschland ist, bin ja da eigentlich immer mit dem Auto unterwegs. Kann da ja genauso sein. Aber irgendwann haben wir ja ein Auto, ist bereits für Whitehorse geordert, die Hoffnung, dass die Menschen netter werden, besteht auch noch, sofern man mehr rausgeht gen Norden und in die Einsamkeit. Wir werden sehen.
Die Fährüberfahrt erinnert stark an Norwegen, auch die Vegetation, aber war nicht anders erwartet. Daher keine Fotos von dort. Aber von Victoria hier schöne Bilder von Waterfront mit Booten, Wasserflugzeugen allenthalben und schönen grünen blühenden Gartenanlagen und Gebäuden.
Wasserflugzeuge inmitten von Bootensieht aus wie das Ding in HannoverMenschenmassen…Touris…zu viele…
24.08.2010
Unser Hotel in Victoria lag zentral nur unweit vom Busbahnhof entfernt, so daß wir morgens zu Fuss in 4 Minuten am Terminal waren und den Greyhound Bus von Victoria nach Port Hardy (140$ = 2 Personen) bestiegen. Man fährt den gesamten Tag durch an der Ostküste, hält hier und da in den Orten für ein paar Minuten. Man sieht bei der Busfahrt ähnlich viel, als wenn man mit seinem Leihwagen fahren würde. Und es lohnt sich auch hier noch nicht unbedingt alleine unterwegs zu sein, der östliche Küstenabschnitt ist doch gut besiedelt und damit auch busy, die Passagen dazwischen durch Wälder, Berge und einzelnen Seen geprägt. Wenn man weiter gen Norden will wie wir halt, kann man durchaus die Kosten für Fahrzeug und die anschließenden erheblichen Mehrkosten für die Fähre einsparen. Oben im Norden ist es vmtl. spannender auf eigene Faust unterwegs zu sein. Unterwegs suchten wir einen der BC-Liquor-Shops auf. Man unterscheidet die privaten von den staatlichen, letztere sind ein paar $ günstiger, doch beispielsweise Wein kaum zahlbar. 1 Flasche billiger Merlot ca 10$, das ist also kein Weintrinkerland. Wieder mal Pluspunkt für Australien. Harter Stoff oder Bier dagegen, hier insbesondere deustches Bier, was doch verblüfft, ist das günstigste. Holsten, DAB, Becks oder auch Bitburger (Dose 0,5 = ca 2$) sind auf dem Markt. Wobei man als zu Fuss Reisender nur begrenzt Stoff mitschleppen kann. Unterwegs sah man auch den ersten Schwarzbären kurz in die Büsche springen. Angekommen in Port Hardy, wo wir eigentlich zelten wollten, regnete es. Kein guter Start fürs zelten, also ab in die Information. Ein junges Mädel suchte uns eine nettes B&B raus, das einzige was noch auf dem Markt zu kriegen war, ist tatsächlich sehr busy, insbesondere bevor die Fähre fährt. Unterwegs mit dem Bus waren aber die gesehenen Motels oder Cottages nahezu komplett leer. Also da geht mit Sicherheit etwas später, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind und mal keinen Bock auf Zelten haben! Da bin ich jetzt sicher, gerade weil wir ja zeitlich aus der Highseason rausfahren. Unser B&B bei Jessie, 80 Jahre alte Lady, ehemalige Lehererin, Malerin, top-fit und super nett. Es gab sogar morgens um 5 Uhr Frühstück, man muss so früh raus, wenn man zur Fähre will.
Jessie die Gastgeberin des B&B für 55$ mit allem
Und wie erwartet sind die Leute hier bereits bei weitem freundlicher, sowohl der Taxuifahrer, das Mädel in der Information oder eben Jessie selbst. Die einzigen, die hier gestresst auftraten, waren Deutsche, wieder stapelweise als Touris unterwegs, so dass man beim Fährterminal sich hinter seinem Englisch und seiner Australienjacke versteckt hat. Das war schon zum Teil peinlich. Ach ja, bei Jessie gingen wir noch auf einen Spaziergang spätnachmittags ans Meer, und in einer kleinen Bucht jumpten die Lachse (pink salmon) – kommen im September rein) wie wild durchs Wasser. Ein paar Locals fischten und fingen auch per Lure oder Fliegen, ein paar Seehunde dazwischen die wohl hin und wieder die Fische an der Angel weg holen, also quasi die Haie Canadas. Auch später sah man große Lachse (Coho), also Peer da geht was, bin jetzt sicher.
Port Hardy Ausfahrt zur Insidepassage – vielleicht doch die Multi mitnehmen und mal mit Böötchen raus wie in Norwegendie Tour hoch per Fähre von Vancouver Island, die „berühmte“ Insidepassage
Hier heute morgen, als wir mit der BC-Ferry raus sind aus Port Hardy, waren viele kleine Böötchen am Fischen in ruhigem Wasser, viele kleine Inselchen und mittendrin erblickten wir Wale. Ganz nahe zum Ufer sah man die Fontänen hochspritzen. Scheint nix besonderes zu sein, genau wie die Hunderte von Weißkopfseeadler. Einziger Wehrmutstropfen! Nach trockener Anfahrt regnet es nun bereits seit 2 Stunden. Aber auch das ist normal, 15-10 Grad übrigens. Soviel weiß ich schon von Canada. Trotzdem sehr beeindruckend, ähnlich wie Norwegen, nur irgendwie größer. Und wir sind ja erst am Anfang. Hier der Beweis, dass wir in Canada sind.
Sylvie in Canada
25.08.2010
Leider regnete es ununterbrochen weiter. Kurzzeitige 5 minütige Unterbrechungen nutzten wir, um einmal frische Luft zu schnuppern, aber gute Fotomotive, da alles mit Wolken verhangen war, fanden wir nicht vor. Andere knipsten aber wie blöde, na ja, ist halt die Insidepassage. Abends schaute man noch ein Basketballfilm im Kino an Bord, und raus ging es im Dunklen um 22:30 Uhr. Weiterhin Regen, d.h. mit Taxi rein nach Prince Rupert und in ein Motel. Die liegen alle so im Schnitt bei 75-90$ per Zimmer, also die Geschichte wird gegenüber Australien richtig teuer. Aber da wir ja auch anders reisen, kommt das auch nicht ganz unerwartet. Bei einem längeren Aufenthalt würden wir das sicher anders machen, aber so geht es nun mal nicht anders. Strömender Regen, Dunkelheit und alles nass, was willst Du da Zelten gehen. Die kleinen Städte sind gar nicht so klein, also bleibt sogar den Backpackern nichts anderes als ein Taxi zu nehmen. Und „Guten Morgen sagen“ kann hier nach wie vor keiner. Welch Umstellung zu Australien! Man fühlt sich wie ein Außerirdischer, wenn die Menschen so kalt an einem vorübergehen. Bereits gutes Training für Deutschland, da ist es ja auch so. Aber damit wir nicht immer nicht Deutschland rumhacken, die Fähre wurde in Deutschland gebaut, die Würstchen beim BBQ auf dem Schiff sind aus Bayern, und wie geschrieben, das günstigste und beste Bier ist auch aus Deutschland. Und Regen haben wir dort ja auch.
Wir bleiben einen Tag, nutzen das große Zimmer in dem Motel mit Kühlschrank, Kaffeekocher, Fernseher und viel Platz und free Internet, um zumindest die Webseite hochzufahren. Morgen geht es dann weiter mit der Alaska Ferry in die USA rein, Stopp auf Ketchikan für 3 Tage. Quartier haben wir noch nicht, überlegen evtl. Auto zu mieten und zu einem Campground in die Natur rauszufahren. So ein Kaff wie Ketchikan hat doch glatt 4 Autovermieter, nun ja, dann weiß man gleich Bescheid. Hoffentlich spielt das Wetter mit. So geht’s dann weiter.
Sylvies erstes Motel, daher muss das Bild hier rein von Prince Rupert – empfehlenswert – Parkside Resort Motel
27.08.2010
Morgens mit Taxe runter zur Alaska Marine Ferry, die die Panholer Passage befährt. Die gerufenen vorbestellten Taxis kommen immer pünktlich und sind durchaus bezahlbar. Man sollte sie halt tags zuvor vorbestellen. Rauf auf die Fähre und man glaubt es kaum. Es waren lediglich ca. 30 Personen auf dem Schiff. Unglaublich nach den eher negativen Erfahrungen auf der BC-Ferry bei der Insidepassage. Beim Zigarettchen, nur an der Backbordseite draußen erlaubt, kam ich ins Gespräch mit dem Chief-Offizier. Er erklärte mir, „die meisten würden nur die Direktfähre nach Haines nehmen und kein Inselhopping machen wie wir, und daher sei kaum jemand auf dem Schiff“. Und er erzählte mir vom Lachsfischen und mehr. Und wie bereits vermutet, umso weiter man vom Touristenstrom wegkommt, desto freundlicher und kommunikativer werden die Menschen. Wir genossen die 6 stündige Fahrt, quasi eine Privat-Cruise, mit 30 Mann. Wir waren die einzigen Deutschen, dafür 2 Kiwis und vier Australier, aber alle älter. Genervt hatte uns insbesondere bei der Insidepassage, und deshalb erwähne ich dies hier ausdrücklich, daß die Leute ihre Plätze mit Taschen, Jacken, Heften, Kissen oder was weiß ich besetzen und so reservieren. Gut, man wirft ja gerade den Deutschen diese Unart vor, zum Beispiel in Mallorca morgens um 6 Uhr ihre Liegestühle mit Handtüchern zu blockieren, dann zum Frühsück zu gehen, um später dann „ihren“ Platz zu beziehen. Gut, es waren genug dusselige Deutsche dabei, aber immerhin noch die Minderhet und es machten alle. Zum Kotzen. Manche hatten, glaube ich, an jeder Ecke einen Platz blockiert, je nachdem wo sie gerade sein wollten, vom Kino über Seitenplätze am Fenster bis zum Restaurant. Entweder ist das ein negatives Exportgut aus Deutschland oder die Menschen werden gesamt immer bescheuerter. Dafür hier ein Bild von der tollen Panholder-Tour, wir sahen Wale an jeder Ecke und Seelöwen oder Fische springen.
Panholder Passage USA
Übermorgen steigen wir wieder ein, verbringen dort 2 Nächte auf der Fähre in einer Kabine, um dann in Juneau für eine Nacht wieder zu unterbrechen. Wir freuen uns wieder auf das „leere“ Schiff und v.a.D. der Preis ist für alles genauso teuer wie die Insidepassage, und das mit 2 Nächten Außenkabine. Special 160$ plus 104$ für cabin! Nachschauen bei Alaskaferry, das geht. Also die Amis sind auch gut drauf, um das mal klarzustellen.
Ankunft in Ketchikan, kein Dorf!!!…wie erwartet
Hier legen bis zu 4 Kreuzfahrtschiffe pro Tag an, hauen aber nach ein paar Stunden wieder ab. Nur in dieser Zeit sind eben mal kurz 10.000 Leute unterwegs. Auch eine Unterkunft zu finden, ist nicht ganz einfach, zumindest eine bezahlbare mit entsprechender Leistung. Wir hatten im Net zuvor 2 Appartments ausfindig gemacht, doch bei Ankunft war niemand telefonisch erreichbar. Wir warteten 1 Stunde am Fähranleger, doch es ging nix, setzten uns dann ins Taxi und fuhren in ein gutes Hotel mit Specialangebot, das die Taxifahrerin ausgehandelt hatte über ihr Handy. Später gegen Nachmittag meldete sich dann die Jane aus der Agentur, entschuldigte sich, „alle seien auf einem Kreuzfahrtschiff zum Lunch einge- laden gewesen“, na ja, und das ist wohl nicht jeden Tag so und dann haben sie halt ein bissl länger gemacht. Jedenfalls organisierte sie dann, daß wir wieder aus dem Hotel ausziehen konnten – man kennt sich ja hier im Ort – und in ein Appartment unsere Wahl, immerhin noch 100$ die Nacht, aber so etwas von TOP. Alles da, von Küche über Internet und 3 Räumen und mitten im Ort am Hafen,
Unser Appartement von Jane Hanchett, Lehrerin, TOP
genau hinter der Brücke, wo zur Zeit Tausende oder Millionen von Pink Salmon (Lachse) den Eingang zum Fluss nutzen, um dort am Ende abzulaichen und zu sterben. Das ist der normale Zyklus 5-7 Jahe alt, zurück ablaichen und sterben. Oben an der Brücke stehen dann Angler bzw. jeder der Bock hat, und fängt per Reflexbeissen Riesenapparate, meist nur für ein Foto. Man darf aber auch bis zu 6 Stück mitnehmen. So ne Angelkarte für 1 Tag kostet 20$, vmtl. kontrolliert aber sowieso niemand. Mir war es jednefalls zu blöd, mich zu den Dummanglern und Amateuren von den Cruiseschiffen zu stellen, um dann eben nur 1 Lachs zu fangen. Mehr könnten wir ja ohnehin nicht essen. Abends sind wir mal runter, da war noch ein Ami aus Ohio da, der schenkte uns dann ein Riesenfilet für heute. Ist ja auch kein Problem, würde 3 Minuten brauchen, dann hätte ich auch so ein Teil. Wir heben uns das Fischen auf, wenn Peer weiter im Norden dazustösst. Da wird ja auch wohl etwas gehen, und dann evtl. ohne 20$, mal sehen. Jedenfalls irre Bilder, und wenn man so etwas noch nie live gesehen hat, ein Muss. Die ziehen den gesamten Fluss zu Tausenden hoch, man sieht nur noch Lachse, jumpen durchs Wasser, es platscht überall, man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.
keine Steine, alles Lachse, pink salmonim Hafen vor dem Flusseingang, ein irres Getümmel
Wir hatten jedenfalls tollen Spaziergang den Fluss entlang bergauf, sogar teils blauen Himmel, nette Begegnungen unterwegs, abends tolles Lachsfilet und den Tag zuvor auch „richtiges Essen“, weil ja Küche!!!…
pink salmon Filet, nicht der beste Lachs, sagen die Locals, doch für uns delikat
und auch ne Flasche Wein oder zwei, da verblüffender Weise die Preise hier, weiter ab vom Schuss aber eben USA, durchaus bezahlbar sind. Flasche Wein für 4$ lasse ich mir schon mal gefallen und der war OK und mit Korken sogar. Unterwegs sieht man dann auch anderes ausser Lachse wie zum Beispiel
Micha vor einem Totempfahl der ehemaligen First Nation, doch der Ort der Siedler ist schon über Hundert Jahre alt
So, wir bleiben noch einen Tag, dann geht’s weiter. Morgen mal die andere Seite der einen Strasse entlang. Richtung Süden gehts 20 km, Richtung Norden 40 km, und das war es auch schon. Aber Flughafen gibt es auf der anderen Seite, man muss mit Fähre rüber. Viele Touri-Geschäfte für die Cruise-Schiffe, versteht sich, aber auch sonstige Läden, die Riesen-Autos sind alle irendwo beschädigt, und es wird viel getrunken, aber für ne Insel am Arsch der Welt auch wieder nicht überraschend. Jedenfalls die ersten 2 Tage, die sich hier bei dem Trip ehrlich gerechnet haben. Bis denne.
die Tour mit Fähre durch den Panholder USA Inselbereichdie Tour im Norden von Whitehorse nach Alaska
11.09.2010
so nach langer Zeit mal wieder aber nur kurzer Zwischenbericht. Peer ist gut angekommen in Whitehorse, nach den nötigen Anfangseinkäufen und Übergabe unsers Leihwagens – bissl Theater, aber dafür jetzt keine Zeit – haben wir doch unseren Wagen, und der läuft bislang einwandfrei, übergeben bekommen. Sind dann am selben Tag los auf den Alaska Highway Richtung Haines Junction, haben dort unser erstes Forest Camp an dem Kluane Lake gemacht. Seit dem halten wir über Nacht nur auf sog. Natinalpark- Camps, die mit Toilette und Feuerstellen sowie manchmal Wasser ausgestattet sind. In Kanada kosten die 12$ in der USA 14$ im Schnitt, wenn man sie denn bezahlen will. Wir kochen auf dem offenen Feuer täglich unser Essen, und nach einjähriger Australienerfahrung nach wie vor excellent jeden Tag. Wir schlafen in 2 Zelten, Peer in seinem neuen Northface sleeingbag mit minus 18Grad problemlos, und Sylvie in ihrem MEC ebenso gut. Geht aber nur bis minus 12. Und das ist auch notwendig, weil abends wird es doch zum Teil heftig kalt, ohne Feuer und die manchmal groß, wäre es kaum machbar. Holz gibt es überall im Überfluß, also das ist überhaupt kein Problem. Wir sind relativ schnell nach Norden hoch, also schnell nach Alaska (USA) rein, Grenzübertritt easy going, nur Peer mußte 6€ Gesichtseintrittprämie zahlen. Wofür weiß eigentlich keiner so genau. Er hat auch verpasst, sich einen Einreisestempel in Kanada geben zu lassen, also er ist eigentlich gar nicht da. Hier in Alaska sind schon tolle Plätze zu finden, da sie am Meer liegen, die Lachse da sind, Fjorde und schneebedeckte Berge und dazugehörige Gletscher beeindrucken, tausende von Seen und Nadelwälder so weit das Auge sieht. Anfangs hat es geregnet, seit 4 Tagen ist es aber nur noch sonnig, dafür nachts kühl. So werden die Zelte zwar feucht, ob nun vom Kondenswasser der warmen Körper oder vom feuchten Nebel sei dahingestellt, tagsüber trocknet es aber fix wieder.
Die USA ist grundsätzlich erheblich günstiger als Kanada, fängt vom Petrol an bis über Essen und Alkoholika. Wir machen Kilometer, da wir unbegrenzt zur Verfügung haben, und haben so zwar wenig Zeit, sehen aber zumindest nahezu alles von hier oben, was man in dieser kurzen Zeit sehen kann. Wir wollen ja nur einen Einruck gewinnen. Erster Eindruck negativer Art ist, daß trotz der Weite und der unberührten Natur außerordentlich wenig Tiere anzutreffen sind. Gut, es ist ab 1. September Jagdsaison und jeder kann ja hier rumlaufen und rumballern. Aber man sieht wirklich wenig. Da wo Lachse noch ihren Aufstieg machen, OK, da sieht man dann die Seelöwen, Seeadler oder eben die Lachse selbst. Und natürlich auch Bären!
Wir hatten jetzt 2-3 mal Bärenkontakt, ich selbst einmal 2 Meter entfernt ein großen Schwarzbären, der war aber genauso erschrocken wie ich selbst, und kletterte dann erst einmal 3 Meter den Baum rauf. Ich zog mich langsam zurück und dann kam er wieder runter. Aber die laufen auch mal durchs Lager, as kann schon vorkommen. Grudnsätzlich sind die aber alle harmlos, alles großes Geschisse, wir haben weder Bärenspray (haben sie Peer an der Grenze abgenommen bzw. er hat es abgegeben). Keine nervenden Bimmeln an der Kleidung. Gut, unser Essen verpacken wir im Auto und nehmen es nicht mit ins Zelt. Auch die blutigen Klamotten wie Hose oder Jackett bleibt nicht im Zelt. Da wir 3 Lachse gefangen haben, Angellizens keine Ahnung, kann wohl kaufen, aber für einen Fisch lohnt das kaum. Solche Dinger sind natürlich etwas Besonderes und schmecken auch wirklich gut. So, das fürs Erste von hier, wir schlagen uns quasi per Camping durch die „Wildnis“, der Etat wird kaum angegriffen, Erlebnisse sind da, es könnte nur etwas wärmer sein. So hat mich ein leichter Husten und Schnupfen befallen, ist aber bereits wieder nahezu OK, doch nun ist Peer dran. Sylvie gehts gut, muss am Schlafsack liegen, oder daran, daß sie weniger Alkoholisches trinkt. So, jetzt versuchen wir noch ein paar Fotos reinzukriegen. Es sollte ja nur ein kurzer Zwischenbericht sein.
Lager in AlaskaBärSylvie beim gemeinsamen FischenMike zieht silver salmon rausSalmonPeer fischt
jetzt in Fairbanks. 15.09.2010 auf dem Wege Richtung Kanada…
23.09.2010
sind in Whitehorse zurück, haben Mietfahrzeug abgegeben. Alles OK. Planung war soweit perfekt, Kosten sehr übersichtlich gehalten, 5000 km gefahren, zum Teil kalt aber tagsüber gutes Wetter. Nur heute letzter Tag, es schneit in Whitehorse. Also es wird Zeit zu fliegen, aber auch ganz schnell. daher in wenigen Worten zusammengefasst: Berge, Gletscher, Wälder, Weite, Tundra, Seen, Fjorde, Lachse, Bären, Elche, Biber… im Herbst kalt bis tief in die Minusgrade, im Sommer zu viele Moskitos. Zu viele Hunter – daher wenig Tiere, Menschen nett und freundlich, doch reservierter als in Australien. Preise in Kanada sehr teuer, Alaska (USA) erheblich günstiger, insgesamt ein Land für Wanderer, Kayakfahrer, Hunter, Angler na ja, aber Australien ist viel, viel viel, viel, viel, viel besser !!!
hier die Bilder dazu. Mehr will ich über beide Länder nicht schreiben. Bleibe lieber bei Australien.
Im Meer darf man überall, an den Flüssen und Seen nur mit kaufbarem Angelschein (an vielen Orten möglich, einfach vor Ort fragen, aber doch ziemlich teuer so 18 $ Tageskarte = dafür kann man schon guten Fisch kaufen) angeln … Baits = Naturköder kann man auch fast überall kaufen, sogar an Tankstellen, sowie auch Angelzubehör von Pilkern, Blinkern bis zu Haken (warehouse). Natürlich gibt es bei Tankstellen nicht die besten Preise. Baits sind Naturköder wie squids, bonito, sardinen… entweder haltbar in Salzlösung im Eimerchen oder frisch, dann aber auch nur für einmaliges Vergnügen, es sei denn, man hat Gefriertruhe an Bord. Man kann auch selbst seine Muscheln sammeln (übrigens Zahnseide hilft, um diese ein wenig haltbarer zu befestigen) oder kleine Fische fangen und einsalzen für den kommenden Catchversuch. Auch bewährt haben sich Krebse (kleinere) für barsche und die gibt es überall (einfach unter einem ufernahen Stein schauen). Vom Ufer her sind die Bemühungen doch sehr begrenzt, ein Boot , wie auch immer, ist für den echten Fischer Pflicht. Wobei Ausfahrten doch sehr günstig zu haben sind, also Angeltrips für ein Sportboot für ab 75 $ bei 2 Personen Besetzung für nahezu den ganzen Tag zu haben. Also einfach fragen, Mitfahrgelegenheit gibt es ausreichend. Oder Fliegenfischen auf trout /Forelle und Salmon (Lachs) an Flüssen, gegen Entgelt versteht sich, und nur Fliegenfischen ist erlaubt wie an vielen Troutflüssen auch. Aal dagegen gibt es ausreichend. Das Nachtfischen war für mich nicht erstrebenswert, denn der Kampf mit Moskitos hat Vorrang und das Angeln selbst kommt dann eher zu kurz. Also Aal und Plattfische ade. Obwohl ein Aal geht immer und auch einmal ohne Angelschein. Ist wie bei den Verkehrsregeln, so genau nimmt es auch keiner, ist halt eine Frage der Einstellung. Jedenfalls Fischen mit Boot ist problemlos, man fängt zumindest im Marlborough-Sound blue cods (Dorsche) und anderes reichlich, aber Boot sollte sein, auch wenn es nur ein Ruderboot ist.
Mietfahrzeug
Also im Januar gab es Angebote ab 18 $ per day für Mittelklassewagen bei längerer Mietdauer. Ausgebauter Stationswagen mit Campingausstattung ab 29 $, größeres Modell wie VW-Bus ab 45 $. Die größeren renommierten Händler wie Kea oder Maui sind sicher etwas teuerer. In der Nebensaison ab April gibt es sicher noch bessere specials. Autos kaufen kann man überall im Lande, also nicht nur in Auckland oder Christchurch. Dort sind halt die größten Händler und auch der backpacker-Umschlageplatz. Autos in allen Preisklassen sind käuflich zu erwerben, unproblematisch. Händler helfen sicher bei der Anmeldung, Private sollen sogar zu Einem ins Hotel kommen, wenn man am Telefon zuvor seriöses Interesse gezeigt hat. Die Preise sind bezahlbar, also wirklich vernünftiges Auto ab 5000$ problemlos zu bekommen.
Welches Fahrzeug, ob nun PKW (und/oder 4-wheel-drive), sleepervan (stationwagon oder minibus) oder Wohnmobil (campervan) das Sinnvollste ist, kann ich so selbst nicht endgültig entscheiden. Alle haben Vorteile …so der 4-wheel-drive (man fährt einfach an den Strand oder an die Flussmündung durch das Flussbett vor… ist schon geil), der normale PKW reicht jedoch für die meisten gravelroads völlig aus und sehr preiswert dazu, doch übernachten muß man dann im zelt oder in cabins, dies ist teuerer oder kann sehr nass werden…. Der stationwagon, so wie wir es gemacht haben, hat alle Vorteile des PKW und den Vorteil des trockenen übernachtens, doch ist der Platz natürlich beschränkt und man muß stets hin und herräumen und zum Pinkeln muß man auch raus (nicht jedermanns Freude bei Moskitos, auch nicht die des Mitschläfers evtl.) … letzteres vielleicht der größte Vorteil des campervan, doch auch die sind oft genug auf Campinggrounds zu finden, der warmen Dusche wegen oder wegen der ewigen Restriktionen „no camping“ lassen wir mal dahingestellt und zahlen müssen die dann auch, dabei sind die Grundkosten für die großen campervans schon ganz schön happig und erheblicher Nachteil, mit den Dingern kommt man nicht überall hin, schon gar nicht zu einsamen Topplätzen… also wie auch immer, das muß jeder selbst entscheiden…unsere Variante mit Stationwagon oder Minibus ist jedenfalls völlig OK…
Autofahren
Linksverkehr. Eigentlich problemlos, in Großstädten wie Auckland oder Wellington schon ein wenig stressig, wenn man keine Erfahrung hat. Also am besten am Anfang als Neufahrer im Linksverkehr so schnell wie möglich raus aus den beiden Metropolen. Geschwindigkeitskontrollen nur (wenn überhaupt) in den Metropolen. Schilder sagen aus, 100 km auf Landstraßen, jede Kurve zeigt per Schild empfohlene Geschwindigkeit an, doch letztlich hält sich irgendwie niemand daran. Manchmal ist der Fahrstil des Einen oder Anderen als halsbrecherisch zu bezeichnen. Also auch in einsamen Gegenden oder Schotterpisten (gravelroad) immer damit rechnen, dass jemand um die Kurve geschossen kommt, egal ob mit Bootsanhänger oder sogar ein LKW. Sehr merkwürdig ist manchmal, dass in den Naturparks auf Schotterstrassen „tempory“ Warnung auf 30 km reduziert ist – die sollte man auch beachten, denn hin und wieder bricht mal wieder ein Stück Strasse weg oder so – doch gleich nach Aufhebung erscheint dann wieder das 100 km Schild, in Gegenden in denen maximal 50 km gefahren werden kann. Also nicht als Aufforderung verstehen, ist Schwachsinn! Auch bitte bedenken, dass viele Einheimische und auch die Backpacker und viele andere oft ohne Zusatzversicherung unterwegs sind, also selbst zahlen müssen bei Schäden. Nur wer kein Geld hat, kann auch die Bagatellschäden selten bezahlen, Recht haben heißt also noch lange nicht, auch Recht bzw. Geld bekommen. So sind an Fahrzeugen Beulen recht häufig anzutreffen. Und die Einheimischen fahren seit Kindheit an auf den Gravelroads, dementsprechend schnell, als Urlauber habe ich mich spätestens nach vier Wochen so daran gewöhnt, dass ich nicht mehr über Radpannen oder andere Schäden nachsinne, sondern mittlerweile genauso mitfahre.
Bekleidung
Wichtig ! Unbedingt warme Jacke bzw. mind. 1 besser 2 Sweatshirts dabeihaben, kann bei südlichen Winden, abends oder in den Bergen echt kalt werden. Auch die aufkommenden Winde aus dem Süden in Wellington oder wie in Melbourne sind arschkalt, also daran denken. Gilt auch für den Sommer! Socken können nützlich sein, wenn die Moskitos oder sandflies angreifen so gegen Abend (dazu siehe Moskitos) – vielleicht nicht gerade Socken (weiße) und Sandalen mit kurzer Hose- so „outet“ sich der Deutsche generell, ist wie beim Fliegen das „Dummgeklatsche“ nach der Landung wie bei einem Theaterstück. Findet man ja vorwiegend nur noch bei Ibiza und Mallorca – Reisen. Badesachen sind eher weniger angesagt, also das Wasser ist meistens einfach zu kalt. Gibt aber auch Harte, die können das ab. Also sehr subjektiv. Und einsame weitläufige Buchten, wo sich das Wasser dann bei Sonne aufheizt. Neuseeland ist jedenfalls kein Badeland wollte ich damit sagen. Regenkleidung ist ebenfalls Pflicht.
Campingplätze
Gibt es überall. Es gibt die „Top 10 Holiday-Parks“, die „Kiwi-Holiday-Parks“, no-name-Parks und die DOC-Plätze (Department of Conservation)s sowie offiziell frei kostenlosen Plätze, oft mit Wasser oder Toilette. Preise und Ausstattung variieren, doch das teuerste für tent-site (Zeltplatz) ist so 14 $, bei weniger geht`s dann runter auf 7 $ bei den campinggrounds. Die DOC –Plätze haben in aller Regel donation-boxes, in die man die Gebühr einzahlen sollte. Von 2,50- 5 $ pro Person, bei Einheimischen entsteht der Eindruck, es handelt sich hier bei um eine „freiwillige Gebühr“. Die Kommerziellen sind fast alle tadellos und Schnittpreis von 10 $ ist OK pro Person. Für Campervans, die power-site (mit Stromanschluß) wollen, meist 1-2 $ mehr. Cabins (3x3meter große Kabuffs) gibt nahezu auch überall bei den Kommerziellen und liegen bei mind. 35 $ aufwärts (sind oft nicht größer als ein Zelt, also sicher auch nicht gemütlicher), es gibt aber auch wieder manchmal Klasseangebote. Flats („Wohnungen“= Raum mit Kochgelegenheit, WC, und Bett) dann mind. ab 50 $, Motels fast alle minimal 70 $ eher mehr, in den Stadthotels auch so ab 50 $ das Doppelzimmer. hotel (hier nicht gleich unser Hotel) heißt nicht unser Hotelstandard ! Den gibt s sicher nicht unter 80 $ !
Backpacker haben eigene Unterkünfte auf manchen campinggrounds, von double bis zu dorms (Gruppenräume). Backpackerstationen gibt es auch fast überall, in den Städten sowieso und in eigenen Broschüren am Flughafen oder Informationen jederzeit erhältlich. Bustouren verbinden diese Backpacker-Unterkünfte landesweit miteinander, also wer nicht selbst fahren will, kann dies so machen. Käme für mich persönlich auf keinen Fall in Frage. Man verliert doch zu viel an persönlicher Freiheit. Das rentiert sich nicht in meinen Augen, ganz abgesehen von dem „Völkchen“ , weiter dazu „no comment“.
Campingartikel
alles sehr günstig zu erhalten. / siehe Einkaufen. Einige Beispiele: Zelt 2 Personen ab 20 $, Gaskocher im Koffer incl. Kartusche (Flaschenform) ab 20 $ bis 50 $ gesehen, Gaskartuschen 4 Pack ab 12 $, Kühlboxen ab 20 $ = 30 Liter oder 300 Liter = 150 $, und ansonsten eigentlich alles nahezu günstiger als bei uns. Hängt ab, ob Fachgeschäft oder Discounterangebot. Einheimische machen fast alles über Gas, so finden sich verschiedene Variationen von BBQ-Grill, 2-3 Flamm- Kocher oder etliche Lampen. Kerosinlampe ab 20 $. Moskitonetzvarianten nicht vergessen ! Habe diese hier nicht günstig gesehen, hatte selbst solches aus Deutschland mit. Da gibt’s immer mal wieder Schnäppchen. Feuer machen auf der Südinsel oft unproblematisch, Nordinsel verbietet dies meist (siehe Reisebericht).
Einkaufen
Man bekommt alles, das vorweg, einiges günstiger als bei uns und anderes teuerer. Bei den Supermärkten also Lebensmittel sticht „countdown“ hervor, günstiger als new world oder woolworth, zu erwähnen bleibt auch noch das „warehouse“, in dem man Vieles von sämtlichen Campingartikeln bis zu Batterien oder Neoprenschuhen, also einfach fast alles (auch teils Lebensmittel) ausgesprochen günstig erstehen kann. Also Campingsachen und Angelsachen bekommt man sicher genauso günstig wie bei uns, bei Bekleidung sieht dies ähnlich aus… man muss halt nach Angeboten schauen, dann ist es auf jeden Fall sehr viel preisgünstiger. Lebensmittel selbst sind je nach Saison zum Teil doch teuerer, insbesondere bei Wein, Zigaretten (30 Gramm Tabak 18 $) und Bier (Dose 0,3 1 $ und das ist dünn) ist mehr zu veranschlagen. Rauchen ist ohnehin überall untersagt, sogar in den Kneipen, so daß man immer eine Anzahl Leute vor der Tür trifft. Die Auswahl an Wein ist dagegen riesig, günstigste Flasche Minimum 7 $. Besonders günstig sind Rumpsteaks, also Fleisch zum BBQ, Softdrinks wie Cola oder Sprite, Kartoffeln, Tomaten, Avocados, Kiwis und so etwas. Auch Dinge wie Pfannen und öffner sind durchaus günstiger als bei uns. Man braucht sich also nicht unnötig in Deutschland mit Einkäufen zu belasten und damit evtl. sein Reisegepäck, das ja in jedem Fall durch die Fliegerei begrenzt ist, zu belasten, also lieber persönliche Dinge und eine wärmere Jacke mitnehmen.
Nord-/Südinsel-Fähre
haben hier vor Ort gebucht und das in Hochsaison Mitte Januar. War kein Problem, wenn man es eine Woche im voraus macht und variabel ist; d.h. die Tagesfahrt war ausgebucht, haben daher Nachtfahrt gemacht (1:30 nachts), so eine übernachtung quasi gespart und Kosten für Fähre betrug 190 $. Dies ist günstig, Tagesfahrt 270 $. Zu buchen leider die specials nicht selbst im Internet, machen dann die Informationsbüros oder Reisebüros. Man muß sich nämlich nur mit einem Code einlocken, damit man an die Sonderangebote herankommt. Den hat man privat halt nicht. Mit Visa bezahlt, kein Thema. Direkt am Fähranleger zahlt man definitiv Vollpreis, also kein Handeln möglich so auf last-minute-basis oder so.
Internet/Geldverkehr
Quasi überall und im letzten Winkel findet sich irgendwo ein Internetzugang… also ein Netcafe, Infobüro mit Internet, backpacker, campingground oder cafe… für uns war immer Pflicht, Computer mit CD-Laufwerk zu finden, das war nicht überall immer möglich. Unsere Filme, die wir drehen, überspielen wir auf mitgenommene externe Festplatte, weil doch erheblich Speicherkapazität benötigt wird. Dies bewährt sich hervorragend. Es gehört aber auf alle Fälle ein Doppelstecker ins Gepäck, da nicht überall immer gleichzeitig 2 Steckdosen verfügbar sind sowie die Adapterstecker. Bilder und Infos brennen wir auf CD’s mit unserem Notebook.
Für 3 Monate -Aufenthalt ist ein einheimisches Konto absolut unnötig. Man kann fast überall mit Visa- oder auch Maestrokarte Geld abheben. Die Gebühren sind durchaus moderat, also zu verschmerzen, Geldwechsel in cash (Euro) auch überall möglich in Banken oder Wechselstuben. Travellerschecks also nur unbedingt notwendig, wenn man nicht in Kartenbesitz ist oder nicht wieder an eine Ersatzkarte herankommt bei Verlust. Auslandsgeldüberweisungen sind teuer. Das Land ist sicherer als bei uns in Deutschland, gefährlichster Platz vermutlich Backpacker-Ansammlungen, ansonsten lassen wir den Wagen sehr oft unverschlossen. Kein Problem.
Karten/Informationen
An allen öffentlichen Plätzen oder größeren Städten gibt es Informationen und reichlich Kartenmaterial. Alles gratis! Kein ADAC oder so notwendig, die überhäufen einen hier mit Infos und Karten. So gibt es Karten und Broschüren über alle Provinzen und Städtchen, die jeden Reiseführer quasi unnötig machen, da diese Infos aktueller sind als jeder Reiseführer. Reiseführer lesen vorher, gehört natürlich irgendwie dazu. Natürlich das Infomaterial in Englisch, bei Karten ja egal. Sicher gibt es auch diese Infos zum teil bei dem Neuseeländischen Tourismusbüros in Deutschland. Meistens finden sich sogar auf den Campingplätzen und bei den Sehenswürdigkeiten Infoständer mit Karten und Informationen, auch „Werbeschrott“ dabei. Und dann in den kleineren Orten einfach fragen, die haben da mit Abstand die besten Informationen, wenn man ein Haus mieten, eine Angeltour unternehmen oder ein Ausritt per Pferd unternehmen will. Jeder kennt jeden, und dies ist der günstigste Weg in allen Belangen.. Ich werde jedenfalls Karten mitbringen und bei ebay auf den Markt schmeißen. Fragen: Wer Fragen hat ganz persönlicher Art oder direkt konkrete Infos will, soll sich über das Gästebuch melden, um Kontakt aufzunehmen und dann kann man das per email sicher weiterverfolgen… mal sehen, inwieweit man da behilflich sein kann…
Moskitos/Sandflies
Ja ein wirklich großes Problem. Die kommen also in den Sommermonaten, sobald die Dämmerung einbricht, schlagartig manchmal in Kompanien an; insbesondere in den einsamen Naturschutzgebieten, also da wo es am Schönsten ist. So an Licht anmachen am Fluß oder See ist nicht zu denken, also früh ins Bett und früh raus, am Meer oft besser, aber die gibt’s auch da. Ein Moskitonetz oder Moskitogitter, das man am Fahrzeug als Schutz befestigen kann, ist ratsam, um im Fahrzeug nicht zu ersticken. Einfach ein Moskitonetz mit doppeltem Klebeband und/oder mit Klettverschluß, je nach Fahrzeug an diesem befestigen. Wir haben einfach am Stationwagon eine Schnur rings um den offenen Kofferraum gespannt, bleibt immer, und abends fummeln wir das Netz einfach darunter. Lassen dann die Klappe auf. Viel Luft, toller Blick manchmal aufs Meer oder Berge und Klasse, wenn man dann die Moskitos am Netz vergeblich auf und ab fliegen sieht. Schlimmer sind die kleinen schwarzen Fliegen „sandflies“, winzigklein und deshalb auch kaum auszumachen. Die sind wirklich übel, weil man kaum eine Chance hat, diese vor dem Beißen platt zu machen. Bei Moskitos hat man das Summen, bei den sandflies bleibt eigentlich nur, wenn man sich bewegt, beißen sie nicht oder sehr selten und nachts auch nicht. Dagegen gibt es sie überall, also auch in Waldgebieten bei üppigem feuchten Gras, also nicht nur im „sand“. Und die Stiche jucken genauso wie die der Moskitos, machen Beulen und umso mehr, wenn die Sonne darauf scheint; also dann, wenn sich jeder freut, „Sonne!“; dann juckt’s auch schon wieder. Und verheilen, das dauert. Was kann man machen? Sich einschmieren mit Schutzmittelchen, na klar gibt’s so etwas, doch tagsüber vergisst man dies doch schon öfter mal. Und wer will ständig mit giftiger Keule rumlaufen. Also da muss man durch. Nach einem Monat merkt man es nicht mehr so, die Stiche werden auch nicht so dick, anscheinend adaptiert der Körper oder die Viecher beißen vorwiegend frisch Angekommene. Wie sagte ein Neuseeländer „sandflies… einfach ignorieren“… wer das kann, ist zu beneiden….
Regeln
Kilometerbeschränkung auf Landstraße 100 km, in Ortschaften 50 km, oder bei Baustellen „temporary“ 30 km. In Ortschaften würde ich mich daran halten, ansonsten ist es scheinbar Ermessenssache. So wie dies gilt dies auch für andere Regeln, also „no fire, no camping, no rubbish“…. Sind grundsätzlich nur so einzuhalten, dass man sich nicht gerade bei jemandem auf den Balkon stellt, Feuer im trockenen Feld macht (Brandstiftung, das könnte teuer werden), Müll in die Müllbehälter wirft und nicht in die Natur (man findet immer irgendwo einen; eigentlich kostet dies aber Geld auch für die Einheimischen)… an Regeln am besten nur halten nach eigener Einschätzung, was sinnvoll ist und mit gebührendem gesundem Menschenverstand. Dies erscheint mir der sinnvolle Weg mit dem Schilderwald „no camping, usw…“ umzugehen insbesondere auf der Nordinsel; so wie mit den Lizenzen zum Fischen (einfach zu teuer die Tageskarte für den Hobbyfischer). Problem ist ursächlich wohl entstanden, als Hunderttausende von Campern das Land überfielen, ihren Müll auf Kosten der Gemeinden und von Privatleuten in jede erdenkliche Tonne stopften oder gar einfach liegen ließen. Daher ist es nachvollziehbar, nervt trotzdem. Aber diese Hoch-Zeit ist auch vorbei, denke ich einmal, denn wer will denn schon im Vorgarten bei jemandem wildcampen in Zukunft.
Die Südinsel ist auf jeden Fall, was das Thema angeht, viel unproblematischer.
Ja, wie man deutlich erkennt, hat uns der „walk about“ wieder einmal übermannt. Dieses Phänomen, von der Urbevölkerung den Aborigines bekannt, wird nach wie vor praktiziert. Sie zieht es urplötzlich hinaus ins Outback, dort wird dann nach alter Tradition gejagt und alte Rituale vollzogen. Sogar Aborigines, die voll in der Gesellschaft integriert sind, also feste hochkarätige Arbeitsplätze haben, verschwinden von einen Tag auf den anderen, um mit Stammesbrüdern loszuziehen in die Traumzeit. Dies ist der „walk about“. Unser Walkabout ist etwas länger geplant als erneute Reise nach Down Under, doch für viele aus unserem Umfeld ähnlich gewertet. Dieser Drang nach Veränderung und Reise scheint auch in unseren Genen verankert zu sein. Denn eine immer größer werdende Unruhe und damit verbundene Unzufriedenheit im Laufe von 3 bis 4 Jahren ist der treibende Motor unseres Walkabouts. Oder ist Australien daran Schuld?! Wer weiß es schon so genau! Er war ja auch vorher schon da, zumindest bei mir.
Fixer Termin steht jetzt. Wir fliegen mit NZ-Airs und Lufthansa per „world around“-Ticket wie folgt. 01. Oktober 2009 ab München nach Los Angeles, unterbrechen dort für 4 Tage shopping und relaxing, dann am 06. Oktober weiter über Auckland/NZ nach Adelaide/Australien. Bleiben dann in SA und Westküste ca. 9 Monate, dann geht es ca. Mitte Juni 2010 retour über Vancouver/Kanada mit einem Stop Over für 3 Monate, um dann ca. Mitte September 2010 zurück nach Frankfurt heim zu kehren. Es ist derzeit vermutlich eine sehr günstige Flugvariante über den Pazific, die Australien und USA/Canada miteinander kombinieren lässt. Der Flugpreis ist absolut akzeptabel liegt bei exakt 1500€ incl. Freigepäck 2x 23 Kilo. Die „Krise“ hat also auch Vorteile, wenn man bedenkt, dass die Route Australien – USA zu einer der teuersten der Welt zählt. Wir bedanken und sehr bei Colibri-Reisen/Offenburg/Stuttgart, die uns sehr hilfreich, kompetent und flexibel dazu verhalfen. Der Frau Pau sei auf diesem Wege noch einmal ausdrücklich gedankt und dieses Reiseunternehmen ist ausdrücklich zu empfehlen. Wir hatten weitere angefragt, doch sie konnten uns bei weitem nicht so helfen, wie dieses Reisebüro!!!
Den Basketballern von Erdgas-Ehingen und auch der erfolgreichen Urspringschule, immerhin zweifacher NBBL Champion, wird auch auf der Reise weiterhin mental jede nur mögliche Unterstützung zukommen. Wir werden alle Vorgänge soweit es geht verfolgen und die eine oder andere Info und evtl. Ihnen auch ein paar nette Fotos zukommen lassen. Also Down Under ist auch auf Seiten von Urspring und von dort aus kommt volle Unterstützung. Jedes Känguruh drückt Euch die Daumen, zumindest die, die wir treffen werden … Ihr werdet sehen.
Mittlerweile ist der Leihwagen für 12€ für die erste Woche Adelaide angemietet worden und auch nettes Apartment in Brighton ca. 7 km von City von privat preiswert gebucht, direkt an der Promenade nahe der Jetty. So hat man wenigstens Platz in seinem voll ausgestattetem Quartier und kann sich entspannt ausbreiten mit LapTop und Kartenmaterial. Die erste Woche wird ja eine intensive Fahrzeugsuche und Materialbeschaffung beinhalten, so dass man nach „stressigem“ Handeln und Rumfahren abends evtl. noch eine Angel von der Jetty baumeln lassen oder zumindest gemütlich am Strand spazieren gehen kann. So etwas kann man alles online im Vorfeld erledigen, auch um Fahrzeuge werde ich mich auf diesem Wege noch kümmern. Doch Anschauen und Checken muss man diese vor Ort. Das Hotel in L.A. für die 4 Tage/üN werden wir wieder Lastminute buchen, das sollte in diesem Falle der bessere Weg sein und wird 3-4 Tage vor Abflug erfolgen. Darüber hinaus wird versucht auch jetzt insbesondere online, Kontakte zu Deutschen in Australien WA/SA zu knüpfen, die man auf der Tour evtl. besuchen könnte, um einfach durch die dt. Einheimischen viel mehr über wirkliche Infrastruktur aus dt. Sicht zu erfahren und echte Insiderinformationen zu ergattern sowie spannende und nette Gespräche auch in Deutsch unterwegs führen zu können. Passende Kontakte solcher Art sind außerordentlich schwierig auf der Tour selbst herzustellen, da wir ja meist fernab auf wilden und einsamen Plätzen campieren. Da trafen wir bei der letzten Tour nur einmal auf einen Deutschen, der in Australien lebt und das im Kakadu-NP-Park – da gibt’s ja nur feste Plätze.
Webseite: Mittlerweile ist auch die neu erstellte Webseite, entworfen und bearbeitet von Sylvies 16 jaehrigem Neffen Michi. Man staunt schon wie fit die jungen Leute gerade in den modernen Kommunikationsbereichen sind.
Da saßen die noch vor kurzem als junge Bubis im Kanu
und schon kreieren sie einem eine fast professionelle Homepage
Jedenfalls ist es so angedacht, dass wir auf der aktuell anstehenden Tour wieder sowohl Texte als auch Bildmaterial mit leichter Zeitverzögerung einspeisen wollen. Somit kann jeder, der es moechte, immer genau den Verlauf der Tour verfolgen. Anhand der eingemalten Tour und der dort markierten Uebernachtungsplaetze auf den vorweg geschalteten Uebersichtskarten der Regionen kann man durch Anklicken dieser Zahlen direkt auf die zugehörigen Berichte gelangen und hat obendrein eine geographische Orientierung anhand der Karten. So kann auch jeder, der einmal in diese Gegend kommen sollte, konkrete Infos über diese abrufen, in deutscher Sprache versteht sich. Der durchlaufende Banner auf der Home-Seite sollte immer den neuesten Stand aufweisen und verlinkt dann auch auf den letzten aktuellen Bericht. Per angegebener Emailadresse sind auch Fragen an uns möglich. Ich hoffe sie gefällt allen!? Tipps und Allerlei wird immer von unterwegs aus ergänzt, diese sind wie gewohnt subjektiv und auch immer von der jeweiligen Gemütsverfassung gefärbt. Wir können damit lediglich Denkanstösse vermitteln, Basisinfos oder Erlebnisse und von uns gemachte Erfahrungen wiedergeben. Mehr wollen wir auch gar nicht.
So ging es los mit dem Gepäck plus 2 x Rucksäcke und Laptop
Jetzt wollen wir mal die erste genauere Berichterstattung abliefern. Flug von L.A. nach Adelaide war unproblemantisch, NZ-Air guter Gastgeber mit gutem Essen, excellentem Service und gutem Unterhaltungsprogramm. Lufthansa sollte sich anstrengen und sollte dankbar für einen solch Kooperationpartner sein. Trotz alledem war die Tour sehr anstrengend, denn den ganzen Tag von 9 bis 21 Uhr Abflugszeit im Hotel in L.A., dann 1 Stunde Verspätung, plus 12 Std. nach Auckland plus 2 Stunden Aufenthalt dort plus 5 Std. Flug nach Adelaide, dann Ankunft in Adelaide bei angenehmem sommerlichem Wetter um 10 Uhr morgens.
Bevor es jedoch ins Bett ging abends um 9 Uhr, zuvor noch Mietwagen abgewickelt, einen Autohändler aufgesucht, eingekauft bei Coles und zum Apartment raus nach Brighton vergingen nochmals 10 Stunden. Macht also zusammen 11+1+12+2+5+11=43 Std. quasi auf den Beinen. Großartiges Schlafen geht bei meiner Länge ja so gut wie nicht im Flieger, egal bei welcher Linie. Sylvie war auch kaputt, aber so nimmt man ab, und das baut dann wieder auf. Und vor allem hat alles perfekt geklappt, Gepäck angekommen, jetzt noch durch die in L.A. gekauften Kayakträger ergänzt, vom Autovermieter abgeholt und Billigkarre (und das ist sie wirklich, aber fährt) erhalten sowie einen Autohändler aufgesucht, mit dem er kooperiert. Zu dem dann auch gleich hin, machte uns Angebot – wieder ein Pajero.
Linksverkehr kein Problem, als ob ich gar nicht weg gewesen wäre. Dann kurz beim Supermarkt rein und Basiseinkäufe erledigt, schließlich haben wir ja ein Apartment, dann noch zu Telstra-shop und Prepaidhandy-card und wireless-Stick gekauft und dann geradewegs zum Apartment, und tatsächlich der Schlüssel lag wie verabredet im Briefkasten. Alles verladen und ausgepackt, dann noch ne Pizza in den Ofen geschoben, und um & abends kam der Vermieter vorbei und holte sich seine Kohle ab. Apartment perfekt, liegt am Meer sehr zentral und hat alles, was man braucht. Um die Ecke auch gleich eine Library mit umsonst Internet-Wireless Zugang. Dann tot umgefallen, aber um 4 Uhr nachts war ich fit und am Computer, dann auch gleich per wireless-stick den newsbanner aktualisiert.
Brighton Jetty
Brighton Beach
Am folgenden Tag also wie bereits angesprochen früh gestartet um 4 Uhr, denn länger schlafen konnte ich nicht mehr. Wir hatten ein Date mit dem Autohändler für späten Nachmittag ausgemacht zwecks Probefahrt und so mit dem Pajero BJ 98 / 170000ks / für guten Preis, weiß mit bullbar, tow bar, sidesteps, und all dem Zeug bei 3.5i-6 Zyl. Motor manuell. Das war laut meinen vierwöchigen Recherchen im Vorfeld ein sehr gutes Angebot. Mir persönlich ging da ein bisschen zu schnell und wieder ein Pajero, obwohl der komplett anders ausssieht. Ist ein ganz anderes Modell und viel neuer, nur der Name ist gleich. Jedenfalls beschlossen wir, gleich morgens eine Rundtour zu machen und die ausgearbeiteten Händler abzufahren, um andere Autos anzuschauen. Das ging dann von einem zum anderen, smalltalk hier und Information da, ohne Pause bis abends um 6 Uhr. 2-3 Autos wären potentiell auch in Frage gekommen, darunter ein Triton mit canopy um 10000$, ein Explorer für 9000$, ein Challenger für 12000$. Übrigens für die, die den Wechselkurs nicht kennen, rechnen einfach die Hälfte und dann 10 % dazu, schon seid ihr in Euro.
Maßstab war folgende Vorgabe: nicht älter als 15 Jahre also mind. 1995 Baujahr, nicht mehr als 200.000ks und mehr als 3000$, was sich automatisch daraus ergibt. Damit ist ein Händler vom Gesetz verpflichtet, die statuatory warranty zu geben; d.h. eine Basisgarantie für die ersten 5000ks oder 3 Monate für alle wichtigen Teile. So richtige Schnäppchen waren bei allen Autos aber nicht dabei. Mit etlichen Visitenkarten ausgestattet, den Laptop über die Schulter gehängt und einem Stadtplanbuch (ohne das geht es gar nicht) auf Sylvies Schoss ging es auch raus zu einem unserer angeschriebenen (und nett geantworteten) Camper-Trailer Companys. Gebrauchten 1999er für 3300$ auf dem Hof, ein brand new für schlappe 5700$. Dies wurde auch getestet, Auf- und Abbau in Minutenschnelle. Haben das ja noch nie gemacht, die gibts ja in Deutschland quasi gar nicht. Gute Sache und das wollen wir machen, das steht nun fest. Ein Anruf genügt und die machen uns einen fertig. Keine Anzahlung nötig, Wort reicht aus. Wir hatten ja noch einen anderen, vielleicht geht da ja etwas für 5000$. Und wie es der Zufall so will, sind wir bei einem Autohändler, der zwar kein passendes Auto hatte, dafür aber Rückenprobleme nach einem schweren Unfall vor 6 Monaten und sich auch vor einem Jahr ein trailer-tent, so nennt man es auch, gekauft hat. Geheimtip, und das ist es auch.
Damit es auch so bleibt, lassen wir es dabei. Jedenfalls haben wir einen gekauft und können ihn Montag abend frisch lackiert abholen. Der Verkäufer hatte auch noch einen 8 Zyl. Landrover Discovery zu verkaufen, ursprünglich für 5000$, der uns doch erhebliche Kopfschmerzen bereitete. An sich kein schlechtes Angebot, der Preis war aber durch ungünstige Konstellation auf 6500$ gestiegen. Und wenn etwas beim Landrover kaputt gehen sollte, soll man sich dumm und dämlich zahlen.
Daher kauften wir letztlich abends doch den Pajero – vmtl. am Freitag frisch geserviced abholbereit –
Ob das die richtige Entscheidung ist, weiß man beim Autokauf nie. Zweifel bleiben aber. Jetzt geht es darum, die Ausrüstung einzusammeln, also vom BBQ-Grill bis zur Gabel, Abwaschkiste bis zum Gaskocher. Campingtisch, echt geiles Teil, gestern schon für 34$ mitgenommen. Weiterhin alles klären, Bank, Versicherung, Anmeldung, Nationalparks, Informationscenter, Bekannte aufsuchen, Kaykahändler und alle Einkäufe. Es gibt also noch reichlich viel zu tun, bevor ich die erste Angel auswerfen kann. Vor der Tür hier bei uns tun sie das auf der Jetty oder in Booten. Die Urlaubsathmosphäre ist also schon gegeben. Känguruh gab es aber noch nicht, weder auf der Speisekarte noch in Natura, dafür aber strahlend blauer Himmel, tagsüber 30 Grad, nachts allerdings noch recht frisch.
Erst in das Marion Shopppingcenter (größtes shoppingcenter Adelaides) ein paar Minuten mit dem Auto, dort quasi alles vertreten, was namhaft ist in Australien wie Target, BIGW, Kmart, Mitre10, Bunnings, 1$-shops, JB-HI-FI, Woolie und Coles, und viele, viele Boutiquen. Dort kriegst du alles, aber halt immer nur neu. Ein paar Dinge wie Pfanne und CD/MP3-Player (mit USB-Anschluß) wurden sofort mitgenommen. Zu gutes Angebot, anderes wurde auf Papier von Sylvie notiert, um Vergleichspreise zur Hand zu haben. Einen Super-Bademantel, den sie zwar nicht unbedingt braucht, aber für 10$=6€, gab es für Sylvie. Haben jetzt durch den Hänger erheblich viel mehr Platz, brauchen auch die Sitze nicht herauszunehmen, können demnach problemlos 2 Personen mitnehmen, falls doch jemand uns besuchen kommen will.
Dann weiter zu sog. OP-shops, die gebrauchte Sachen verhökern, mal aus sozialem Interesse mal kommerziell ausgelegt. Da finden sich immer Schnäppchen, weil vieles muss nicht unbedingt neu sein. Dasselbe gilt für Flohmärkte, die jetzt am Wochenende aufgesucht werden. Der Wagen ist gestern in unseren Besitz übergegangen, funktioniert bislang alles tadellos, nur schmutzig von innen, der neue CD-Player von Pioneer mit USB dudelt schon. Heute lassen wir ihn trotzdem in einer Werkstatt unseres Vertrauens checken. Wir sind auch RAA (=ADAC) Premium Member geworden. Wir hoffen, das darüber abrechnen zu können. Kostet 95$, dauert 1,5 Std. und bringt hoffentlich keine negativen Erkenntnisse. Bremsbeläge sind in ca. 20.000ks fällig und linke Sony-Box hinten brummt, Differenzial bisl ölig, das war eigentlich alles. Lassen wir uns überraschen. Dann heute noch zu zwei Privatverkäufern von ebay die Kayaks anbieten, mal sehen, was da geht. Morgen holen wir Stühle ab, auch ebay.
Desweiteren hatten wir Besuch in unserem Apartment von Gudrun und Karl, beide 1940 geboren, und noch richtig fit. Wie immer in Australien, die sind einfach fiter. Über eine Stunde gequatscht, dann haben sie uns noch die Bestätigung für den Erhalt einer Client-Number, für die Rego-Anmeldung manchmal hilfreich, ausgefüllt. Eigentlich besagt die nur, daß man eine postalische Anschrift bei einem Resident in Australien hat; denn wir sind ja auf Tour und können kaum einen Brief in Empfang nehmen. Die Versicherung bei der RAA für Auto und Hänger ging so etwas von problemlos über die Bühne und war so nett, daß wir gar nicht mehr dort raus wollten aus der office. Auch noch voll beladen mit Karten und sonstigem Zeugs. Leider gibt es keine Promotion-Aktion derzeit, wir hatten auch die Mitgliedsnummer von Gudrun parat als Neumitglieder-Werbung. Fast schon so wie bei uns zuhause. Die beiden Deutschen, übriges erst seit ca. 5 Jahren ein Paar, was Ihnen beiden sichtlich gut bekommt, müssen wir unbedingt noch besuchen auf nen Bier, evtl. am Dienstag, wenn wir ohnehin auschecken müssen und dann evtl. Richtung Gawler nach Norden aufbrechen werden. Sie wohnen etwas außerhalb dort oben auf der Strecke.
So jetzt gehts los. Zu Erwähnen bleibt, daß nicht jeder die angegebene Telefonnummer testen sollte so wie Peer abends um 18 Uhr, es klingelt dann nämlich bei uns um 3 Uhr nachts. Wir sind 9 Stunden voraus! Die Numer funktioniert, auch SMS, das wissen wir spätestens seit heute Nacht, auch von Deutschland aus.
Erfreulich, ganz erfreulich, daß die Basketballer auch auswärts gewinnen können und so überzeugend. Conny „Bleib fit und unverletzt und halte die Mannschaft als Team zuasammen, weiter so! Gruss aus Australien“. Würdet on top stehen, hättet Ihr das erste Ding in Stahnsdorf nicht -wie soll man das nennen- verzockt, verschenkt, verpennt.
Bei uns hier ist alles soweit fortgeschritten, daß wir bald auf Tour gehen können. Müssen ohnehin Dienstag aus dem Apartment raus, die Neuen kommen dann. Soweit hat alles gut geklappt, wie das Auto nun laufen wird, bleibt abzuwarten. Bislang jedenfalls gut, und es erstrahlt nun auch in ganz anderem sauberen Glanz.
Die Ausrüstung umfasst folgende Artikel. Hier eine gesondert aufgeführte Liste mit ortsüblichen Preisen oder teils vom Flohmark erworbenen used parts, wirklich nur interessant für die, die auch nach Australien reisen wollen. Als Resümee kann man insofern festhalten, daß 1 Woche doch sehr knapp bemessen ist, um solch Vorbereitungen ins allerletzte perfekt umzusetzen. Die Tage beginnen morgens um 5 Uhr und enden abends um 1o Uhr. Und es muss alles klappen, demnach gut vorbereitet sein von zuhause her, und da man meist auf freundliche relaxte Australier trifft, ist das Ganze doch gar nicht so stressig wie manche vermutlich glauben.Anstrengend aber schon.
Mike Rizor – SA Yorke Peninsula
2. Etappe – Yorke Peninsula
13.10.2009
Am Dienstag Morgen ausgecheckt aus dem Apatment und los zum campertrailer-Händler, um auf dem Wege Richtung Norden Yorke Peninsula diesen abzuholen und zu bezahlen. Dies lag on the way und so mussten wir nicht hin und zurück durch die Stadt. Montags selbst beide, also Pajero und Trailer umgemeldet, die Rego bezahlt und Kennzeichen für den Trailer mitgenommen. Auch für den Trailer zalt man eine Rego (99$) für ein Jahr incl. Anmeldegebühren. RAA third party Versicherung mit Diebstahl läppische 44$ für das Jahr, eine stampduty wird nicht fällig, und unser Händler übernahm diese Kosten aus Kulanz, wie er sagte. Für den Pajero werden allein ca 800$ Rego fürs Jahr fällig.
Am Sonntag kräftig auf einem Flohmarkt zugeschlagen, von Pfanne über Eskys (Kühlboxen)) bis Werkzeug, usw… Günstiger geht nicht mehr, ein Besuch im deutschen Klub war auch dabei, und ebay-Einkäufe wurden ebenfalls eingesammelt. Dann nennen wir uns Besitzer eines nagelneuen Kayaks mit Rutenhalten, Sitz und Paddel für 300$. Wie das geht weiß keiner hier so geanu, aber der Chef holte das Ding irgendwie als „verkratzt“ aus der Fabrik. Dasselbe gilt auch für andere Eikäufe, ein bisschen Handeln geht überall. Jedenfalls nahezu alles komplett an Bord, besser ausgestattet als damals nach einem Jahr. Drei, vier Sachen fehlen noch, Kabel für Konverter, zweite Batterie, Axt und das war es auch schon. Zu Erwähnen bleibt, dass alle Autohändler „Mafiosis“ sind, liegt wohl am hart umkämpften Markt. Deswegen kriegt unser Dealer auch keine Bestnote und wird damit nicht weiter empfohlen, dagegen der Camper-Trailer Mann ist eine Wucht.
Camper-Trailer Firma Adelaide „Desert Sky“ – Rudi Vester
Hilfsbereit, nett, ehrlich und der Preis einfach Klasse und kann auch auf Auktionen Autos erstehen, falls jemand Bedarf hat.
Mittlerweile haben wir unser Trailertent auch das erste Mal komplett aufgebaut, alles hat geklappt. Schon echter Luxus. Auch das Fahren klappt bislang einwandfrei, und Platz für Besucher ist auch. Also Nico sieh zu. Auch Peer müßte nicht mehr im T-Häuschen unterkommen, vorne im Vorzelt ist reichlich Platz. Wobei wir die Walls, also die Außenwände, nocht nicht aufgebaut haben. Auf dem Foto also nur Fahrzeug und Aufbau mit Vorzelt. Etwas geübt, klappt das in 15 Minuten. Solange haben wir letztes Mal auch gebraucht. Und viel mehr Raum und Platz!!!
Erstes Lager Port Parham für 2 Tage – 15.10.2009
Dies ist also unser erstes Lager auf der Tour Richtung Yorke Halbinsel, freies Camp mit Wasser, Toiletten und BBQ-Grills. Außer uns vielelicht 4 Parteien. Also nicht voll. Alles in Ordnung bei uns, Wagen läuft auch noch gut. Zum perfekten Anfang spielt das Wetter nicht mit. Der Wind pfeift und es regnet immer mal wieder, oder anders ausgedrückt „es stürmt“, aber Zelt hält. das sollte es auch! Aber das ist das Einzige, was durchaus verbesserungwürdig ist, der Rest hat nahezu perfekt geklappt. Und das Wetter wird besser, da sind wir sicher. Trocken haben wir es ja, und Platz auch, also hauen wir uns gleich ein Rumpsteak auf unseren Grill mit unserer 4l Gaspulle am Hänger und arbeiten noch ein bisschen das Kartenmaterial und die Unterlagen der Information aus.
Fast vergessen, auf dem Wege raus aus der Stadt besuchten wir noch die Deutschen Gudrun und Karl, die uns eine postalische Adresse in Adelaide zur Verfügung stellen; so etwas ist außerordentlich hilfreich bei Anmeldung eines Fahrzeuges! Hier die Beiden in ihrem Heim in Craigmore.
Gudrun und Karl…Herzliche Grüße an Eddy in Melbourne
19.10.2009
Das schlechte Wetter haben wir beim Wein mit unserem Nachbarn Bob, einem 1959 ausgewanderten Österreicher aus Linz und seiner neuen Partnerin im Caravan „Priscilla“ vebracht. Nette Geschichten aus seiner Sturm und „Jagd“ zeit ließen es nicht langweilig werden. Unser Trailerzelt ist jedenfalls sturmtauglich und auch durchnässt. Wir sollten ohnehin das Zelt komplett mit Wasser einweichen und dann von der Sonne trocknen lassen laut Hersteller, daß sich die Nähte wasserdicht schließen. Dies hat das Wwetter erledigt und die Sonne ist jetzt auch da. Von Port Parham ging es weiter nach Black Point (kommerziell – kann man vergessen), weiter nach Port Julia Bushcamping für 6$ mit Toiletten und Wasser. Schöne Jetty zum Squidfangen (Calamares). Kein Wind mehr, dafür ein dummer Nachbar (wie sagte Bob „shit in his brain“), der seinen Generator bis spät in die Nacht laufen ließ. Also brachen wir den kommenden Tag auf und beschlossen, direkt in den Innes NP zu fahren. Dort sind die Dinger nicht erlaubt, zumindest auf den meisten Plätzen, und das Wetter sollte ja auch besser werden. Also warum im Auto sitzen, wenn das Wetter gut wird. Ein weiterer Grund, die wilden Bushcamping-Plätze an der Marion Bay links liegen zu lassen, ist der, daß wir uns entschieden haben, den National Park „Holiday Pass“ für 2 Monate Südaustralien Gültigkeit 51$ pro Fahzeug zu zulegen, der es erlaubt eben 2 Monate lang alle includierten Nationalparks anzufahren und dort zu übernachten. Und da wir vorhaben vier Parks, den Innes, Remarkable, Lincoln und Coffin anzufahren und dort länger zu bleiben, ist es quasi ein 1$ Tagespreis, den wir uns doch noch leisten können.
Lager Innes NP unser Lager mit Vorzelt ohne Walls
Hier im Innes angekommen, traumhaftes Wetter, keine Generatoren, kaum Leute, gleich bei der Anfahrt den ersten Squid gefangen, den Sylvie parniert abends verspeiste und ich die Würstchen (die sie nicht mochte), den zweiten Tag gleich 5 Fische mittlerer Größe gefangen, so daß wir bei Kartoffelsalat und Meeresgetier kein Hunger leiden. Eine Handvoll Emus kamen auch kurz vorbei, MacPie und andere Sänger wecken uns morgentlich, die Sonne knallt, daß man tatsächlich gegen Nachmittag lang anziehen muss – gegen die Sonne die ersten Tage.
Micha vor Strand in Cable Bay Innes NP
Fliegen hat es aber auch und Moskitos in Stubenfliegen-Größe tagsüber. Feuer machen ist erlaubt, offiziell bis 1. November, und der von Hans gebaute Grill hält – TOP! Danke. Dann wird man sehen. Nachts sternenklar und frisch. Wir speisen dieses per wireless-Verbindung mit unserem Telstra-Stick ein, evtl. die Bilder erst später. Kontingent geht nämlich auf mb. So und jetzt los zur Jetty nebenan, da waren wir noch nicht, per Auto. Zelt lassen wir einfach stehen. Ist ja abgeschlossen, der Hänger jedenfalls.
26.20.2009
Heute nach 13 Tagen wild Camping oder besser bushcamping zurück in der Zivilisation angekommen; d.h. auf Campingplatz in Port Pirie direkt in der Stadt am River untergekommen. Gut, sauber, zentral für 22$ powersite, laden alle Stromreserven auf, haben Wassertanks gefüllt, Wäsche gewaschen, Großeinkauf Nahrungsmittel und damit die Bestände aufgefüllt, beim RAA-Büro noch abgeklärt, ob unsere Hängerversicherung perfekt ist. Hatten nämlich per Email Kennzeichen und Rego nachgereicht. Alles super.
Dann die vorerst letzte große Ausgabe getätigt. Offen war ja noch, wie das mit dem Aircompressor und dem Inverter zu händeln sei, also Strom umwandeln von 12V auf 220V, um LapTop und Kamerakkus aufzuladen. Aircompressor deswegen, weil man bei Beachfahrten die Luft bis zur Hälfte aus den Reifen lassen und später dann wieder auf festerem Boden aufpumpen muss. Denn 100 km mit halbgefüllten Reifen ist doch ausgesprochen unempfehlenswert. Und Rechargen von Computer und Kamera ist ja jedem klar. Aus nun 13 Tagen wild in Folge sollen ja noch 21 Tage und mehr werden. Haben nun eine günstige Variante ausgewählt mit einem besseren „JumpStarter“, der sowohl einen leistungsfähigen Kompressor als auch Akkuagregät besitzt. So schließe ich einfach den mitgebrachten Inverter dazwischen und kann die erwähnten Geräte aufladen. Den Jumpstarter können wir bei der Fahrt per Zigarettenanzünder aufladen oder bei der nächsten Stromtanke eben. Schöner Nebeneffekt, man kann auch seine zusammengeklappte Batterie vom Fahrzeug zumindest für einem Einmalstart des Motors verwenden. Also im Busch evtl. schon mal sinnvoll.
Den Kompressor ausprobiert, funktioniert einwandfrei, Luft runter und auch wieder rein, auch Computer lässt sich aufladen. Wie oft man das kann, wird sich zeigen, und ob man alle 4 Reifen tatsächlich voll aufpumpen kann, wird sich ebenso zeigen. Bleibe etwas skeptisch, denn mit 90$ wieder ein Schnäppchen oder? eine Super-Sache, wenn es denn so funktionieren sollte. So das die technischen Details.
Allgemein zur Tour: Wetter sonnig, aber auch stets kühler Südwind, durchaus typisch für SA. Bisweilen böig. Plätze daher nicht Überlaufen, ersten raueren Track mit Hänger auch gut überstanden. Noch ist alles heile, aber staubig und sandig. Beim Fischen noch ein paar Squids und dessen Arme als akutfrischen Köder erbrachte 2 klasse schmackhafte KG (King George Whiting) von je 35 cm Länge. Werden nicht größer!
Einer der 2kg – ist ein leckerer Speisefischund die nettaussehenden, tintenversprühenden Squids
Dann aber auch wieder mal 2 Tage keinen Fisch. Von netten Nachbarn aus dem Gippsland, Kaye und Shane, beim Stanley-Wein gute Tips geholt;
Kaye und Shane in ihrem Lager
u.a. dem mit dem Jumpstarter. Erste Solardusche, Campfeuer, Emus, Brown Snake (zweitgiftigste), Delphine, na ja und all so etwas, angetroffen. Zu Erwähnen folgende Geschichte. Sylvie stellt wie immer am Lager einen Eimer oder zwei mit Wasser auf. Salzwasser vom Meer ist kein Problem, doch einmal war es Frischwasser aus einem Tank. Als wir dann vom Fischem am Meer zurückkamen, saßen 1000de bees (wilde Bienen) auf und in diesen. Das Lager war umlagert. Also sie rein in das von mehreren Seiten zu betretende Trailerzelt, da war man sicher. Und durch meine 5m lange Meeresrute war ich in der Lage, den Eimer aus weiter Entfernung umzustoßen und mich dann ebenfalls im Zelt zu verkriechen. Die Sonne trocknete nun den Rest des Wassers binnen einer halben Stunde weg, dann war wieder Ruhe.
Das Problem war uns neu, obwohl davor gewarnt wird, doch nun selbst erlebt. Das Problem wird immer größer, aufgrund von Wassermangel und zunehmenden Bienenvölkern kommt es zu solch Vorfällen und auch zu Unfällen. Selten sind wohl die Bienen die Opfer. Auch noch 2 Tage später kamen immer Mal wieder ein paar vereinzelte Bienen vorbei und checkten den blauen, aber nun leeren Eimer. Gute Orientierung und Erinnerung die Kameraden. Das Summen blieb uns für 24 Stunden oder länger im Hirn. Wir hoffen, in Deutschland ist alles OK, morgen werden wir mal ins Internet gehen, Emails checken und schauen, was die Basketballer so gespielt haben. Hoffe weiterhin erfolgreich!?
Die Welt könnte untergehen und wir hören nur das Rauschen vom Meer und die Bienen und den Wind. Die Nächte sind auch kühl hier, daher gehe ich lieber in den warmen Schlafsack. Sylvie liegt schon drin. Fotos schauen wir morgen früh gemeinsam durch. Vielleicht ein nettes Bild von den letzten Plätzen oder so.
Gym Beach Innes NP
Ansonsten geht es morgen weiter in den NP Mount Remarkable, langer Track von 5 Stunden = 12km erwartet uns dort durch Schluchten. Kein Meer mehr für ein paar Tage, dafür Kängurus und Emus, aber auch kaum Wind und keine Moskitos???, hoffe ich. Übrigens die mitgekaufte Wall, also das Vorzelt, leistet gute Dienste. Ist Schutz gegen Fliegen beim Essen und Moskitos in jeder Lage´sowie Wind- und Sonnenschutz. Gruss an Alle.
Lager „The Cap“ – Wall mitaufgebaut
Mike Rizor – SA Eyre Peninsula
3. Etappe – Eyre Peninsula
27 Okt. angekommen im Mount Remarkable Nationalpark. Dieser war uns ja in bester Erinnerung von unsrere ersten Tour, und hat uns diesmal noch mehr beeistert. Wir standen auf unserem identischen Platz von 2005. Emus rannten durch Lager allenthalben, kündigen ihr Kommen immer durch tiefes Glucksen ähnlich wie Buschtrommeln. Känguruhs waren genauso im Lager und auch auf dem 12 km gemachten Walking Track in der Mittagssonne. Es war brutal heiß, kein Wind dort, und durch die Frühlingszeit ein irres Treiben von Vögeln. Viele alte Bekannte wie Mac Pie, Krähen, Kakadus und auch „Bummsi“ =Kookaburra“ und etliche kleinere waren darunter. Jeder versuchte den anderen irgenwie zu übertönen. Jeden Abend gab es schönes Lagerfeuer und so gut wie keine Moskitos. Am letzten Abend kamen dann unserer Einladung nach 2 Waliser Australier Pauline und John aus Rockingham WA dazu, beide Rentner und mit einfachem 4WD Van für 3 Monate unterwegs. Feuchtfröhlich, mit etlichen Liedern seitens unserer Gäste bis spät gegen 11 Uhr nachts, bis alles Holz verbrannt war. Eine Einladung zum Segeln in WA nahe Perth wurde ihrerseits ausgesprochen. Daher auch ein Foto von den beiden.
Einzig die ungewohnte Hitze und die Fliegen waren ermüdend. Aber durch den ungewohnten Luxus von warmen Duschen in einem NP, Klasse Toiletten und überhaupt dem Flair des Parks lassen dies schnell vergessen. Mir macht die Sonne ein wenig zu schaffen, oder evtl das verbliebene Waschmittel der letzten Wäsche von Port Pirie. Die waschen hier nur kalt in der Maschine und evtl. war sie einfach zu voll gestopft. Jedenfalls gab es ein bischen Juckreiz und kleine Pickel an Armen und Beinen, insbesondere in der Glutsonne. Bei Sylvie waren es dann Blasen nach dem Walk. Die dicken Schuhe sind schon ungewohnt. Von dort aus ging es über Port Augusta, dort Getränke aufgefüllt, weiter nach Point Lowly. Ein quasi Boat-Camp mit Rampe, scheins Anglerparadies. Voll ist es auf dem Camp, weil Wochenende und Halloween, und ab morgen ist die Snapperangelsaison hier für einen Monat gesperrt. So allerhand Boote und auch normale Angler. Wir sind mit Känguruhsteak und Wiener Schnitzel für 2 Tage versorgt, trotzdem trieb es uns vor zum Angeln. Doch ohne Köder?. So versuchten wir uns nahe der Bootsramp auf Squid, doch es lief nix. Dann gingen wir zu den vielen anderen, alle im Flachwasser am steinigen Strand bei Vollebbe. Dort interviewte Mike eine 67 jährige Einheimische, wie man hier und was man so fischt. Sie fischte mit Maden und selbsterstellen Teig aus Katzenfutten mit allerhand anderem. Ein spezieller Floater und ganz kleinem Haken auf Garfisch, Tommy Ruff und auch auf Squid, speziell mit Schwimmer vorweggeschaltet, damit sich der Squidlure nicht festhaken kann. Letzten Endes schenkte sie uns ihre restlichen Maden, den speziellen Floater mit Haken, und alle Köpfe mit Armen, der von ihr gefangenene Sqiuds als Köder. Wir werden versuchen, diese wieder einzusalzen und so länger haltbar zu halten, da wir ja die kommende Zeit ausschließlich am Meer bleiben werden. So sind die Australier halt, immer gut drauf, freundlich, manchmal auch laut, aber mit 67 Jahren auf den Steinen rumzuspringen und einen Sack voll Fische zu fangen in der Sonne. Mein lieber Mann, das sollten mal meine Patienten auch tun. Neu ausgestattet mit Floater, Haken und Teig gelang es uns dann postwendend auch Garfische und Tommy Ruffs zu fangen. Die Garfische schenkten wir ihr, das andere ging in die Köderbox. Wir werden unser Glück gegen Abend noch einmal, nach vertilgtem Schnitzel mit Kartoffelsalat, von der Bootsramp aus versuchen. Gut zum Sitzen auch wenn es dunkelt.
Morgen geht weiter nach Port Gibbon oder Lipson Cove. Den evtl. gefangenen Fisch können wir da vertilgen. Wetter gut,keine Fliegen hier, überhaupt keine Moskitos mehr, Allergie so gut wie weg, Blasen verheilt. Bald gehts auch mit dem Kajak los, die Tage sind bereits angezählt. Zum Abschluss kleiner Gruss an die Basketballer von Erdgas-Ehingen und auch dem NBBL-Team. Läuft bei allen ja richtig gut, wann kommt die Tabellenführung. Weiter so, insbesondere auch Conny durchhalten, Engel vielleicht auch mal länger ohne Verletzung. Auch Kevin spielt ja wieder ein bisschen, also wir verfolgen das schon. Und einen ersten neuen Fan von den Steeples können wir auch präsentieren. Es ist der Kookaburra, Wappenvogen von einem der australischen Bundesländer, und auch bekannt als „Lachender Hans“. Einmalig sein Gehabe, sein lachender Gesang gegen Abend, ein ganz toller putziger Eisvogel. Eigentlich eher ein Kamerad als Vogel. Kommt manchmal ins Lager, ist nicht scheu. Hier ein Bild
03.11.2009
weiterhin auf dem Wege zum Nationalpark Lincoln ganz im Süden der Eyre Peninsula. Zuvor gestoppt in Point Gibbon, ein Wahnsinnsspot quasi mitten in den Sanddünen, 30 Meter zum Meer. Dort gebadet, Garfische gefangen mit der neuen Technik,
Point Gibbon
nur noch in Badehose unterwegs, kein Mensch weit und breit. Einfach rechts fahren, wo die Kreuzung zum Port Gibbon Lager ist, immer weiter, die Bootsramp passieren und am Ende ein Toilettenhäuschen. Dann einfach dahinstellen, ist OK. Wären länger geblieben, wenn nicht am folgenden Tag der Wind auf West gedreht hätte, oder besser Sandsturm. Gegen Mittag das Lager geräumt und weiter nach Lipson Cove, ebenfalls wild und auch ein TopSpot. Leider ist der Wind nach wie vor da, doch wir haben hier unser Lager besser aufgestellt. Hoffen nun, daß der Wind nachlässt. Kajak fahren ist nicht drin, die Sonne scheint aber trotzdem.
Heute ist Nachtangeln angesagt. Zu Erwähen bleibt, daß wir alles per Wireless Stick hier hochladen, schon eine Weile keine Dusche gesehen haben, alles etwas salzig schmeckt, Riesensauerei durch den feinen Sand und Sturm zu vermelden ist, mittlerweile gesäubert, wir Besuch von einem Skorpion ordentlicher Größe im Vorzelt hatten. Beim Verladen kam er unter dem Eski hervor. Habe ihn eingefangen und in der Wildnis laufen gelassen. Morgens in den Sanddünen kroch eine 1,50 Meter lange Schlange direkt am Zelt vorbei. Also gleich raus und Foto, bevor sie dann in dem dünnen Gestrüpp der Dünen verschwand. War übrigens bereits die zweite, die wir diesmal in Reichweite gesehen haben.
Fragt mich nicht ob giftig, aber hier sind die meisten giftig. Nur die Riesenpythons können nur beissen. Das ist verhältnismässig harmlos. Also mehr Fotos als Geschreibsel diesmal. Dafür melden wir uns per Email bei Einigen, da wir mb`s verbraten wollen bzw. müssen. Leider hatten wir nachts einen Nagel im linken Hiterreifen, den es am nächsten Tag sofort zu flicken galt. So fuhren wir nach Tumby Bay, dort flickte man diesen für 28$. Schon der zweite Platten in 4 Wochen. Also 2 Schlangen und 2 Platten. Hoffentlich geht das nicht so weiter. Aber die flicken hier so einen Reifen bis 20zig Mal. Ein neuer würde um die 250$ kosten. Haben den Druck jetzt ein wenig reduziert auf Anraten des Reifenmechanics. Übrigens jetzt in Louth Bay, guter Spot mit kleiner Jetty. Dort das nachtangeln hin vertagt, und Essen für heute gesichert. Gleich drei größere Squids angelandet sowie 2 Haie. Diese jedoch wieder laufen lassen, da wir beide Arten nicht kannten. Der eine von 3 Kilo hatte scharfe Dornen auf den Backflossen und sieht aus wie ein Tiger, brown mit schwarzen Streifen. Ob man den essen kann?, haben ihn fotografiert und werden uns erkundigen. Bereits das zweite Mal diesen an der Angel. Niemand kenntihn bisher. Übrigens hier im Süden in Coffin Bay gibt es etliche weiße sharks, haben auch den letzten weißen Haifilm hier gedreht.
Das nächste Mal aus dem NP Lincoln. Caravanpark ist gestrichen, da wir mit unserem System gut aufladen können. Gerade wird unser JumpStarter, also unser Akku, bei dem Generator des Nachbarn mitaufgeladen. Das erset Mal, daß ein Generator uns von Nutzen ist!
10.11.2009
Wir sind jetzt seit 5 Tagen auf einem TopSpot im Lincoln NP (Surfleet Cove),
Lincoln NP Surfleet Cove
ohne unser Lager zu verändern. Alles komplett aufgebaut, Kayak liegt an der 10 Meter entfernten Beach. Die Wall leistet gute Arbeit gegen die stark zunehmenden Fliegen. Fast Nullarbor Verhältnisse. Dadurch, daß es seit 6 Tagen immer über 30 Grad ist, kaum Wind und für uns absolut tropische Temperaturen die Folge sind, scheint es auch für die Fliegen ein Eldorado zu sein. Vermutlich der heiße Sommeranfang. Viele Vögel verschiedener Spezies, meist als Päärchen unterwegs. Auch hier zeigt sich die Sommerzeit mit Nahrungsvielfalt und Nachwuchsarbeit. Zu Erwähnen speziell die Papageien, Sittiche oder Kakadus,
machen manchmal Höllenspektakel, doch entschädigen durch Farbenpracht. Die Rotweißen, die Gründgelben, nur Weiße, dazu trällernde MacPies, leidende Raben oder Krähen, streitende Möwen, grummelnde Pelikane, kleine zwitscherne Langschwanzjäger, die die Insekten in Wahnsinnschnelle aus der Luft wegfangen, ein paar Zirkaden, hin und wieder Delphine zu hören und zu sehen, dann der „Schnalzer“ und nachts Kuckucks oder so etwas.
Haben gestern am Feuer gesessen mit einem Päärchen aus Madrid, beides Journalisten, die gerade erst angekommen sind. Auf der Toilette steht ein Schild, Feuer erlaubt in der Zone zwischen Hightide und Lowtide,
immer jemand am Feuer, und bitte schön kleine Lagerfeuer, dies nur im Lincoln und Coffin Bay NP. In Westaustralien ist laut unseren Infos bereits absolutes Feuerverbot. Da darf man sich nicht mal ne Zigarette anstecken, tue ich auch seit Wochen nicht mehr, sondern lediglich die Pfeife kommt zum Einsatz. Der Tagesbudgetsatz sinkt konstant, da dies quasi alles Null-ÜN sind. Durch den 2 Monatspass fallen keine Gebühren für ÜN oder Eintritt an. Gedient wird mit Toietten, Papier und trotz Wasserarmut, ein bissl Regenwasser, was wir zum Duschen nutzen. Ansonsten kann man Baden in mollig warmem Wasser bei reinen aber flachen Sandabschnitten. Trotzdem ganz schön, mal das Salz von der Haut zu kriegen und die Haare, zumindest bei Sylvie, bei mir sind ja keine mehr,locker in den Wind zu hängen. Wenn er denn mal da wäre, kaum eine Brise.
Tagsüber geht es im Wechsel im Kayak raus aufs Wasser und gefischt wird insbesondere Squid, gestern gab es einen Aussie Salmon meinerseits dazu. Da es relativ flach ist, die Gezeiten tun ein übriges dazu, und etliche Pflanzen ein Fischen vom Land quasi unmöglich machen, sind wir die einzigen hier im Camp, die Fisch zu essen haben. Der eine oder andere Squid ging auch zu unseren Nachbarn, Australier die bereits 8 Jahre im Caravan im Lande unterwegs sind, jetzt 52 Jahre alt. Kein Angler, aber Fischesser. Dafür hat er reichlich tools an Bord, kann per großer Solaranlage auch unseren LapTop rechargen. Na ja, so hilft man sich gegenseitig. Kein Generator weit und breit, welch Seltenheit. Meist ja auch nich erlaubt in NP`s, hier überraschenderweise schon. Aber keiner da.
Sylvie ist gerade unterwegs mit dem Kayak, kurz nach dem Frühstück, die Bucht ist spiegelglatt, und gestern war sie mit Flipper, sah genau so aus, silberfarben und groß Aug in Aug 5 Meter vom Kayak entfernt. Unsere Körperfarbe ist nahezu von oben bis unten dunkelbraun, auf dem Kayak sitzt man halt nur mit Badehose, wenn die Angelhaken nicht wären, würde ich mich auch ohne reinsetzen.
Mit dem Kayak klappt`s ganz gut, einen eigenen Anker gebastelt, damit man nicht immer abgetrieben wird. Manchmal ist es besser an einer Stellle zu stehen, nur der Rutenhalter ist noch nicht angebaut. Es fehlen mir 4 Schrauben dafür. Dachte die sind am Kayak mit angebaut, nur da wo welche sind, passt er nicht hin. So klemmt man sich die Rute einfach unter die Beine oder legt sie vorne in den Fussraum zur Zeit. Einfach ein Strick an das Paddel gebunden, schon ist ein Paddelhalter da. Lässt man einfach schwimmen, wenn man die Angel im Einsatz hat und holt dieses später wieder ran. Durch die wireless-Verbindung sind wir jederzeit und nahezu egal wo, auch hier, mit dem Internet verbunden, werden heute noch einmal Emails schreiben. Nur die Stromreserven begrenzen den täglichen Netzugang. Und da wir ja nicht mit dem Auto fahren seit Tagen, entfällt das Rechargen während der Fahrt leider auch. Morgen haut unser Solarnachbar ab, dann greifen wir wieder auf unser System zurück. Eigentlich wollen wir ja autark agieren, sind immer noch in der Anfangsphase unseres Trips.
So jetzt schaue ich mal nach, welche Fotos wir beimischen können. Werde darauf achten, Nico vom DGS, kein „falsches“ T-Shirt anzuhaben. Hast ja recht, ist jetzt Bootslappen. Müssen halt verbraucht werden. Kleinere Goannas gibts übrigens auch,
und Kängurus abends immer bei uns am Lager vorbei zu ihrer Weidefläche. Damals waren die ja hier total vertraulich bis aggresiv in die Camps gekommen – 2005 der Kampf Känguruh gegen Sylvie um das Toastbrot – diesmal ganz ängstlich und suchen keine Nähe. Denke mal, die haben die „Vertraulichen“ abgeschossen und eine neue Generation von nicht „domestizierten“ Känguruhs lebenlassen. Ist ja eigentlich auch normaler für einen NP. Für uns war das aber damals schon toll, wenn du Hand in Hand mit Känguruh am Tisch sitzen konntest. Gab mit Sicherheit zu viele Unfälle und negative Vorkommnissse. Die haben ja damals schon das Lager der Motorradfahrer geplündert. Was haben die wohl die Jahre später angestellt?! Noch 2 Tage hier, dann das 2te Camp hier namens Semptember Beach, die anderen sind nicht interessant. Dannn gehts weiter in den Coffin NP, gleich um die Ecke.
Nachgereicht: hier noch ein Bild vom Blauzungen-Skink (Tannenzapfen)
12.11.2009
heute umgezogen in das andere Camp „September Beach“ im Lincoln NP. Hatte uns das nette Mädchen in der Information in Port Lincoln als besten Platz sehr empfohlen, hatte auch Ahnung vom Fischen. Aber vorweg, den letzten Abend haben wir mit unseren Nachbarn, Traver und Roslyn am Feuer zwischen Lowtide und Hightide verbracht. Beide traveln jetzt seit 8 Jahren kreuz und quer durchs Land, arbeiten hier und da mal wenn sie was kriegen, unter anderem als Voluntäre für Nationalparks in Westaustralien oder schlichtweg als Housekeeper (Putzkolonne). Sie früher im Steuerberatungsbüro, er Elektriker, dann selbständigen Campinghandel, Sohn lebt und arbeitet in England, hatten die Nase voll, Haus verkauft und los gings. Er ist jetzt 52, vor 8 Jahren gestartet, so kann man es auch machen.
Also wie gesagt, heute umgezogen in ein anderes Camp und zuvälligerweise kannten wir das auch vom letzten Mal. Die Beach ist echt der absolute Hammer. Feinster Sand und bereits nach wenige Metern so tief, dass man schwimmen kann. Blick aufs offene Meer und allenthalben kreuzen Delphine auf. Schwimmen zur Abkühlung, und das mit „Flipper“, wie im Fernsehen.
„September Beach“ im Lincoln Nationalpark
Auch gleich raus mit dem Kanu, das Wetter ist nach wie vor über 30 Grad, kaum Wind und daher kein Problem, mit dem Kayak rauszugehen. Nach Minuten hatte Micha einen fetten Squid an der Angel. Mit frischem Köder bestückt gab es dann einen Papagaienfisch vernünftiger Größe, sowie 2 größere Aussie Salmon. Zu erwähnen ist, dass er auch 2 größere verloren hat, weil die Angel zu klein war. Unter dem Kayak sichtbar ein Schwarm von silberglänzenden Salmon, Angel runter und rums. Haben die Fische gleich am Strand filetiert, vergessen immer die Fotos zu machen.
Gestern gab es übrigens auch Fisch, da kam Sylvie mit nem großen Leatherjacket nach Hause und 3 Breams. Essen heute, Reis mit süß-sauer-Soße, Fischfilet in Mehl….Essen gestern, Fisch paniert mit gebratenen Nudeln vom Vortag. Den Tag zuvor, Calamares paniert mit Zitrone auf Brot mit Butter. Also verhungern werden wir nicht, nur Trinkwasserbestände und Brotreserven gehen dem Ende entgegen. Uns bleiben hier also maximal 2-3 Tage noch.
Hört sich alles klasse an, wa, aber….wie immer, nichts ist perfekt. Durch die Hitzewelle ist es brutal warm, man schwitzt aus allen Löchern, Schatten eigentlich nur im Vorzelt, was das geringste Problem darstellt, man säuft halt wie ein Loch, das ist ja nicht so dramatisch, problematischer ist die Fliegenplage, wie noch nie erlebt. Ein tagsüber rausgehen ohne Moskitomütze ist undenkbar, dadurch wird es noch heißer, die Fliegen kleben einem überall, wo man schwitzt, das ist sehr gewöhnungsbedürftig, und das ewige Summen nervt. Die einzig ruhige Zeit ist im Kayak auf dem Wasser. Also teilen wir uns die Stunden tagsüber im Kayak. Die andere Zeit verbringt man quasi im Vorzelt. Mit dem Ergebnis, dass man Sonnenbrand hat und der andere Muskelkater vom Fliegentotschlagen. Aber egal, trotz alledem ist es top.
Nur wie sich jetzt zeigt, sind wir mit der Kombination, Campertrailer und Vorzelt (Wall) bestens unterwegs, da wir ja dadurch eine schattige Rückzugsmöglichkeit auch vor Fliegen und Moskitos haben, ohne in Platznot zu geraten. Andere nur mit Dachzelt haben diese Möglichkeit nicht, oder die in den geschlossenen Caravanen hängen in ihren luftdichten Buden rum. Nur mit Auto und Zelt bist Du gnadenlos verloren und suchst das Weite. Dadurch sind die Plätze hier quasi leer, das zweite ist, das Kayak ist absolut Gold wert, es gewährleistet tatsächlich jeden Tag Fisch, egal wer ihn von uns beiden auch gerade fängt. Vom Ufer – Surf- und Rockfishing – (an dieser Stelle Gruß an Peer) – ist das eigentlich unmöglich, es ist zu flach, zu viele Pflanzen, zu viele Verluste an Haken und Gewichten, die Nerven liegen blank, und evtl. kommt auch nie ein Fisch vorbei. Wir haben diesmal vieles richtig gemacht, die Frage die wir uns jetzt stellen ist, warum haben wir das nicht gleich beim ersten Mal so gemacht. Aber das erste Mal war ja genial und eine Steigerung von genial gibt es ja nicht.
Und von hier aus auch ein Gruß an die NBBLer, viva URSPRING und an Felix. Läuft ja ganz gut. Doch das Leben ist nicht immer ein Honigschlecken, obwohl vieles top ist, manchmal muss man auch Härte zeigen. Seht, Euer Physio muss auch leiden – das Schwarze sind Fliegen und nicht Dreck – metergroße Fliegen
17.11.2009
Umzug in den Coffin Nationalpark auf der anderen Seite der Südspitze der Eyre Peninsula. Es fiel uns schwer, die Top-Spots des Lincoln NP nach nun 11 Tagen zu verlassen. Haben noch für die beiden letzten Tage Brot am Feuer an der Beach gebacken, da unsere Vorräte an Brot und Milch zu Ende gingen. Auch Brot hält sich nicht unbegrenzt. Und Fisch zum Frühstück ist zuviel des Guten. Hier noch ein Bild von einem unserer 8 gefangenen Aussie Salmon
Aussie Salmon
Außer der Fliegenflut war kaum etwas zu verbessern dort beim letzten Platz an der September Beach. Nachbarn gaben uns auch noch Milch und Brot, dafür bekamen sie 5 Squids von uns. Die waren zuviel, alle mit dem Kayak direkt vor der Haustür dort gefangen. 3 Squids für uns zum Essen reichen allemal aus. Auf dem Wege zum Coffin NP wieder in Port Lincoln die Vorräte ausgiebig nachgekauft, auch 2 neue Stühle in Reserve zugelegt, haben halt nur begrenzte Haltbarkeit, insbesondere bei Mike, obwohl es sicher schon 5 Kilo verloren hat. Sind immer noch 8 zuviel. Dann noch einen Anker und Paddelhalter für das Kayak zugelegt, einen Sack Eis für eisgekühlte Drinks zugelegt – zumindest 2 Tage – und dann ab in den NP.
Anreise zum Spot schon Klasse, doch das Basis-Camp fast leer. Dachten eigentlich, es müsste voll sein. Lager dort im schattigen und windgeschützen Terrain eingerichtet und abends nach längerer Zeit wieder einmal BBQ mit Salat und Baguette. Der Spott ist vom Park her und den Tieren super, doch die ziemlich flache Bucht – etwas muffig riechend – keine Einladung zum Kayakfahren oder etwa zum Fischen. Werden heute per Auto ohne Trailer einmal die Umgebung checken, andere Lager nur per 4WD erreichbar. Das werden wir daher ohne Trailer im Schlepptau einmal testen, denn andere erzählten uns, sie hätten sich gebogged =festgefahren. Dann entscheiden wir, wie es weitergeht. Hoch Richtung Nullarbor kommen noch reichlich freie Plätze laut unseren Recherchen.
Auch gibt es die Überlegung, eventuell in Westaustralien als Voluntäre für den NP aktiv zu werden. Arbeiten umsonst, dafür kostenloses Bleiben in den NP`s, Wasser und Energie und so, was gerade zu der beginnenden Ferienzeit Mitte Dezember = Sommerferien Australien eine interessante Alternative sein könnte. Werden per Email mal nachfragen in Perth. Für die kommenden Tage sind 37 Grad angesagt, dann evtl, thunderstorm = Gewitterrisiko. Das sollte man also bei der Wahl des Camps berücksichtigen. So mehr beim nächsten Mal. Kurz nochmals erwähnt zum Coffin NP. Das Basislager Yangie Bay ist ausgesprochen schwach, zumindest was das Wasser angeht. Es liegt am Ende der Bay und ist eher modrig und stinkend. Da kann man weder Kayakfahren noch Angeln, nur das Weite suchen. Unser Lager sehr schattig und windgeschützt mitten in den Bäumen.
Lager mit Fahnen
Vögel unentwegt um einen herum, zu Erwähnen der blue wren, so ein kleiner hüpfender Blaukopf, die ausgesprochen zutraulich sind. Nur hat er die Macke ständig am Auto am Seitenspiegel einen Kontrahenten zu erkennen und ununterbrochen dagegen zu hüpfen. Wir mussten diese abdecken, das nervt auf Dauer. Andere wie der Golden Whistler hat einen unverkennbaren Ruf mit einem endenden lauten Schnalzer, dann der Red Wattle Bird, Stimme wie keuchender Husten, ein Honigfresser mit langem Schnabel, unscheinbar aber lauter als Papageien. Und noch einige andere, sowie den „Techno Vogel“, der monotonen Technobeat zum besten gibt, Name noch unbekannt. Also wir mit dem Auto los, Lager bleibt dann einfach allein. Superspots für Kameraentusiasten, Sanddünen und offenes Meer, das entschädigt für das mässige Lager. Gleich auch noch an eine beach runter mit dem Auto, einfach an den Strand, Kayak vom Dach, kurz raus, einen großen Squid an der Angel, reichte Dicke fürs Abendessen.
Sylvie im Kayak
Dann den Nachbarn, der am selben Tag ankam, aufgesucht. Er wirkte interessant, da ebenfalls Campertrailer und Kayak dabei. Es stellte sich heraus, daß Rob und Kerry (50+40), er Regierungsbeamter in Canberra, sie Polizeiangestellte als Paar für 3 Monate in WA waren. Nun auf den Rückwege. Er im 4WD-Klub und das hatte zur Folge, daß es abends beim Wein eine Theorie-Lehrstunde über 4 WD Fahren und Ausrüstung gab, Sylvie Superspots aus WA in unserer Karte aufnehmen konnte, eben gerade für Kayaking und Fischen, sowie die Verabredung am folgenden Tag, eben heute, den 4 WD Track gemeinsam zu fahren. Und das taten wir auch. Auf diesem sind alle anderen Plätze zum Campen. Nicht einer war dort anzutreffen. Wir wissen auch warum. Die Camps waren um einiges besser als das Basislager. Auf dem Track haben sich bereits einige festgefahren. Es sind insbesondere nur die tiefsandigen Dünen, die nicht einfach zu fahren sind. War jedenfalls ganz schön anstrengend und auch aufregend. Tips gab es genügend von den beiden 4WD-Profis. Wagen wurde schon belastet, hat aber gehalten. Reifendruck hatten wir auf 20 psi runtergelassen und nachher mit unserem Airkompressor = Jumpstarter alleine wieder alle voll bekommen. Auch dieser hat sich bewährt. Und nach der Lehrstunde, Dünen zu fahren, ist man wieder um ein wenig Erfahrung reicher. Dank von hier aus nochmal den beiden. Interessanterweise auch unterwegs mit Kayak, Campertrailer und 4WD Fahrzeug.
Entschädigt wird man nicht nur durch die Vögel, auch durch Kängurus und Emus allenthalben.
22.11.2009
Wir verließen den Coffin Bay NP kurz vor Beginn eines Gewitters am frühen morgen, mit Blitz, Donner und Regen fuhren wir bereits fertig gepackt aus dem Park. Leider blieb das Wetter die nächsten Tage bescheiden, d.h. bedeckt, immer wieder mal ein bisschen Regen und windig. Jacke anziehen gehört zur Zeit dazu. Wir stoppten für 2 Tage bei „Walkers Rocks“, bei Elliston, das Camp ist ganz OK, versuchten auch unser Glück mit dem Kayak, doch da lief ausser kleinen Pissern gar nix. Es wundert einen manchmal, dass in so einer flachen Bay außer uns noch 4 weitere Paarungen vom Ufer aus fischten, alles Australier. Wir lugten dort in die Eimer, was denn nach Stunden so die Fangerfolge waren, bei einem ein Flathead von vielleicht 18 cm Länge, bei der anderen ein Salmon von 20 cm und ein paar Mullets, vielleicht 11 cm. In meinen Augen alle untermaßig und für ein Dinner für 2 Personen allemal zu wenig. An die Fischvorschriften scheint sich hier auch niemand zu halten, wie überall leider. Wie soll man größere Fische fangen, wenn die als kleine schon herausgenommen werden.
Mike fing zwar vom Ufer beim Pilken mit Lure 2 halbwegs vernünftige Salmon, das reichte dann für 1 Abendessen, doch sonst eher Flaute angesagt was Fisch angeht. Südaustralien ist ja auch nicht gerade berühmt für Fischvielfalt und Fischmenge, das wird in Westaustralien ganz sicher anders. Morgen geht’s weiter nach Baird Bay und andere Camps südlich von Streaky Bay. Hoffentlich wird das Wetter auch besser, damit das Kayakfahren Spaß macht. Heute bei den Talia Caves auf einem frien Bushcamp, sehr eindrucksvoll zum Limestone anschauen und Blowholes und später dann mit unseren Nachbarn auf ein Weinchen zusammensitzen. Diese trafen wir bereits in Point Lowly vor 20 Tagen und hier nun zufällig wiedern. Ein junges Paar, um die 27 Jahre, unterwegs mit 4WD und Luxustrailer und 2 Hunden. Haben Haus verkauft und nehmen sich mal kurz ne Auszeit für 1 Jahr und sind auch unterwegs nach WA.
27.11.2009
seit Tagen leider kein „coverage“, also kein Wireless zur Verfügung hier an der Westküste der Eyre, um ins Internet zu kommen. Morgen gehts nach Streaky In Streaky Bay zum Einkaufen, haben wohl dort einen anständigen Foodland und Butcher. Tanken müssen wir auch. Sind seit Tagen immer noch wild unterwegs. Campingplatz seit 4 Wochen nicht mehr gesehen. Duschen mit Solardusche, Energieversorgung funktioniert, also warum sollten wir. Nach Talia Caves fuhren wir über Venus Bay (campground viel zu busy und nicht gut – haben wir gehört und gesehen) weiter nach Baird Bay. Privat, aber klein, sonst super, 5 $ und auch bezahlt. Zum Fischen ist das aber nix. Hatten kleine Feier erst mit Australiern Helen und Peter aus Brisbane, später gsellten sich dann erstmals ein anderes deutsches Päärchen vom Chiemsee dazu. Mit KEA Camper 50 Tage unterwegs, ganzer Westen, Mitte und Süden. Viel Fahrerei, wie immer bei all zu mietenden Fahrzeugen, immerhin aber 4WD. Sie wussten aber einiges über Kanada zu erzählen, dort waren sie ein paar Mal und immer noch ganz begeistert.
Für uns dann weiter am nächsten Tag mit dickem Kopf nach Speeds Point. Ein Superspot, ganz alleine den ersten Tag, mit Blick auf Meer, Delphine und Seehunde, Kayakfahren und Squidfangen, Uferfischen und Whiting und dicke Breams fangen, das ganze Programm also. Interessanterweise keine anderen Camper dort, obwohl es in jedem Buch steht. Halt keine Toiletten, na und, Spaten und ab in die Dünen. Hatten tolles Camp und gute Zeit. Eine andere Campertrailer-Partie mit 2 Hunden, Deanne und Paul mit mit Beppo und Nikki, gesellten sich dann 2 Tage dazu. Beide Akademiker und ein ganz anderes Unterhaltungsniveau war angesagt. Leider ist unser Englisch nach wie vor für die ganz großen Konversationen nicht ausreichend, aber 80% geht klar. Interssante Themen wie Wirtschaft, Geschichte, Reisen und so weiter. Sie luden uns dann auch zum Oyster-Essen ein, doch über Nacht zog ein Wetterwechsel auf. Starker Sturm und Regen, mussten raus, unser Lager mehr befestigen, und es war eine unruhige Nacht.
Jedenfalls einigten wir uns, das essen auf später einmal in Melbourne zu verschieben, von da kommen nämlich beide. Machen nur ein paar Wochen Auszeit-Ferien, doch in WA kamen sie nicht klar mit ihren Hunden. Überall Gift ausgelegt gegen Füchse und so Zeugs, das war ihnen dann doch zu riskant. Nun wieder auf dem Rückwege. Obsessionierte Köche, bei ihnen also Prawns, Oysters und all so etwas auf dem Tisch. Meist aber eben immer gekauft. Er mehr Fliegenangler auf Trouts. Hat aber auch ein Kayak wie ich in Melbourne liegen, nur etwas besser eben.
Wir sind dann weiter auf die Tracor Beach, unweit von unserem vorherigen Platz, warten darauf, daß das Wetter ein wenig ruhiger wird und gehen morgen früh nach Streaky Bay rein zum Einkaufen und um dies alles hochzuladen. Haben fertiggeschriebene Emails seit über einer Woche im Gepäck und kriegen die nicht hochgeladen. Hier absolut kein Empfang. Hoffen, das klappt morgen. Auch wenn die eine oder andere Email nicht ganz auf dem neusten Stand sein sollte, verschicken werden wir sie trotzdem. Hier noch ein Blick vom Camp „Speeds Point“ Super!!!
Speeds Point
02.12.09
nach etwas stockender Berichterstattung, da wir zeitweise keinen Wireless-Netzugang (kein Coverage) hatten, heute mal wieder zusammenfassend, was so gelaufen ist. Zur Zeit auf einem Campground in Ceduna namens Shelly Beach für 26$ powersite eingecheckt. Der Beste im Ort und sein Geld auch wert. Good value for the price und nicht cheap, wie man im Englischen sagt. Ceduna, die letzte Station vor der Nullarbor-Etappe, über 1000km Strecke Tundra, so will ich das mal nennen. Mit der längsten Geradeuasstercke in Australien nämlich 145 km geradeaus ohne eine Kurve. Übernachtungsmöglichkeiten dort kein Problem, man fährt einfach rechts oder links an die Seite und campt. Mehr ist da aber auch nicht außer Steilküste und Aboriginal-Land und Bordertown, die Grenze zwischen SA und WA, wo sie einem sämtliche Früchte, Kartoffeln, Honig und so weiter wegnehmen. Fruchtfliegenproblem heißt es. Aber erst einmal fahren und dann mehr zu dem Trip. Auf jeden Fall sollte der Wagen OK sein, und Proviant an Bord, da unterwegs nur wenige und daher sehr teure Roadhäuser sind. Aus diesem Grunde und auch, weil wir einiges im Net zu tun haben, wie unsere Krankenversicherung zu erneuern, Konten zu checken und all so etwas. Dafür braucht man volle Energiereserven und eine heiße Dusche darf auch mal wieder sein.
Aber was war zuvor. Wir mussten den Top-Spot Speeds Point aufgrund Wetterwechsels, d.h. Wind nahm erheblich zu und drehte, es wurde merklich kalt und regnete zeitweise, verlassen. Wir versuchten unser Glück in Tractors Beach mit mässigem Erfog ein stabileres Lager aufzustellen, die Nacht war sehr kurzweilig, weil viel unterwegs, um neue Befestigungen zu verankern oder schlicht weg die Zeltstäbe per Hand zu sichern. Das lässt sich leider nicht mit Schlafen verbinden. Früher Aufbruch und wo sollte man hin!? Jedenfalls fanden wir überraschenderweise in Haslam (5$ Platz) auch an der Küste ausreichend Schutz, mussten also nicht ins Landesinnere ausweichen. Das war aber eine Überlegung unsererseits. Wetter beruhigte sich, und da eine lange alte Jetty ins Meer hinausfüht in dem 50-Einwohnerdorf, sonst ist da übrigens gar nix, nicht einmal eine Kirche, aber Toiletten und Wasser auf dem Platz, wurde intensiv gefischt. Gleich am ersten Tag sprangen wie immer ein paar Squids an die Angel und reichten dicke als Mahlzeit. Die Arme der Kameraden nehme ich immer als frischen Köder. Was über ist, wird eingesalzen, so daß immer ausreichend Köder an Bord ist. Haben nocht nicht einmal Köder gekauft. Werden wir wohl auch nicht mehr müssen, dazu schon zu erfahren im Angeln in Australien. Jedenfalls mit dem frischen Köder sprang mir ein Kingfisch an der Jetty an die Angel, die bog sich und er gab Gas. Zu schnell, Bremse zu hart eingestellt und ab war er. Aber ich hatte ihn sogar gesehen. Shit, doch keine 15 Minuten später kam er oder ein anderer zurück und wiederd dasselbe Spiel. Diesmal besser darauf vorbereitet, lief die Schnur nahezu 300 Meter aufs Meer hinaus, ich musste nachdrehen und der Haken riss. Runde 2 verloren. Solch Kingfische wiegen durchaus 20 – 30 Kilo und sind echte Powermaschinen.
Dabei war Werner, seinerzeit vor 51 Jahren als 17-jähriger Bäcker aus Österreich ausgewandert.
Er war auch zum Fischen dort. Nun lebt er in Wirulla, einem Örtchen 30 km in Landesinneren. Er kaufte sich dort ein Haus für 8000 AU-Dollar vor 4 Jahren, unfassbar oder ?! Jedenfalls ist Werner ein Mordstyp, der viel erlebt und beim gemeinsamen Kaffeetrinken seine Lebensgeschichte zum Besten gab. Dieses Kaffeetrinken zog sich über 3 Tage, er kam jeden Tag wieder angefahren zum gemeinsamen Fischen, zum Kaffe und erzählen. Viele Angeltips, frisch gebackenes Brot und selbstgemachte Chillisoße von ihm bekommen, und er nun stolzer Besitzer einer Deutschland-Cap.
Interessanterweise weigerte er sich rigoros, deutsch zu sprechen, da er dies seit 50 Jahren nicht mehr getan hat. Die gesamte Unterhaltung verlief also in englisch, wobei natürlich sehr hilfreich ist, dass er jedes deutsch Wort versteht. Also eine Unterhaltung, bei der zu 100% alles verstanden wurde, das ist schon toll. Er jedenfalls heute alleine lebend, nach Herz-OP und Schlaganfall immer noch taffer Typ, war einstiger Lotto-Großgewinner, dann Steinesucher in Coober Pedy, lebte dort unter der Erde, Töchter in Darwin aber doch wohl ein bisschen einsam in Wirulla. Leider keinen Computer aber wir werden ihm eine Postkarte schreiben und auf jeden Fall auf dem Rückweg in Wirulla besuchen gehen. Vielleicht gibt es ja auch noch ein anderes Häuschen für 8000 Dollar, dann schlagen wir zu.
Weiter zum Kingfish. Die 3. Runde wurde am folgenden Tag meinerseits eingeleutet. Präpariert mit geflochtener 35 Kilo-Schnur, Stahlvorfach und Riesenhaken. Nun sollte er mir nicht entkommen. Der zuvor gefangene KG Whiting schenkte ich Werner. Da für uns an diesem Tage nur Kingfish auf dem Speiseplan stehen sollte. Weil eben noch nie gefangen und noch nie gegessen, er soll vorzüglich sein. Doch auch Runde 3 ging verloren und diesmal ganz übel. In dem Moment als Sylvie weiter vorne an der Jetty einen riesengroßen Squid an der Angel hatte, diesen aber dann doch beim herausheben verlor und ich ihr zur Hilfe eilte, Schlug wieder ein Fisch zu. Diesmal so heftig, dass die 5m Brandungsangel im hohen Bogen über das Geländer flog. Werner stand 3 m daneben, staunte und rief „Scheiße“. Sein 1. deutsches Wort nach 51 Jahren. 2-3 andere Hobbyangler blickten dann gemeinsam mit Werner und mir staunend der langsam davonschwimmenden Angel hinterher. Sylvie und ich überlegten, ins Meer hineinzuspringen und hinterherzuschimmen. Davor wurde uns aber dringend seitens Werner abgeraten, da doch etliche größere Haie hier vor Ort seien. Mich überraschte vor allen Dingen, dass die Angel nicht sank. Dann blieb die Angel so ca. 50 m entfernt verweilend auf dem Meer liegen. Also flitzen wir beide zum Auto zurück, entsicherten das Kanu vom Dach, trugen es 200 m an die Beach vor und Sylvie, als erfahrene Kanutin, eilte per Kayak hinterher. Selbst mit Fernglas zur Jetty zurück, doch das Ganze dauerte sicher 15 Minuten.
Angekommen am Ende der Jetty hatten alle die Angel aus den Augen verloren. Sylvie fuhr unverrichteter Dinge hinaus aufs offene Meer, um sie zu suchen. Mit dem Fernglas war nix zu entdecken. Sylvie war schon ziemlich weit draussen und alles winken und rufen um sie zurück zu bewegen, kam irgendwie bei ihr nicht an. Doch irgendwann kam sie zurück und auf dem Rückwege fuhr sie quasi gegen die Angel. Nahm die Angel heraus und was war? auf der anderen Seite war ein Fisch, der nun seinerseits wieder Fahrt aufnahm aufs offene Meer. Micha erinnerte später dieser Vorgang an den Kampf „Sylvie gegen das Känguruh um das Toastbrot“. Vermutlich kannte der Fisch diese Geschichte aus 2005, hatte so viel Respekt, dass er das Stahlvorfach zerriss und die Flucht ergriff. Jedenfalls kam Sylvie als Siegerin mit Rute und Rolle zurück, nur ein gerissenes Stahlvorfach. Aber abends um 9 Uhr nach üppigen Spaghetti mit Salat, 12 Stunden Dauerfischen und Kayak-Rettungsaktion war für sie Schläfchen angesagt. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich diesmal um einen großen, sehr großen Stingray (Rochen) gehandelt haben muss, denn diese machen vorübergehend immer wieder mal Päuschen. Ansonsten wäre die Angel längst weit draussen auf offener See mit Fisch unterwegs. Ich selbst versuchte noch die Runde 4 zu gewinnen und hatte auch wieder den Biss. Auch in diesem Fall lief die Schnur wieder 200 m hinaus, doch der Haken riss.
Daraufhin verließen wir heute morgen das Camp und entschlossen uns, hier auf dem Campground das zivilisierte Leben zu suchen. Heute kauften wir nicht nur den Proviant für die kommende Strecke ein sondern leisteten uns auch den Luxus des Kaufes einer Outdoor-Duschkabine. Für 85 Dollar erstanden wir im Sonderangebot eine absolute Markenkabine, sonst 135 Dollar. Für die weiteren Outdoortage, so kann man dann auch jederzeit am hellichten Tage, wenn auch andere Mitcamper zugegen sind, die erholsame warme Dusche per Solardusche genießen. Vielleicht das Dankeschön für Sylvies Kampf um die Angel.
Ansonsten geht es uns gut, werden jetzt mal alle Emails checken und alles was im Internet zu erledigen ist angehen. 21.00 Uhr abends und die Wampe mit 3 Riesensteaks gefüllt.
Heute 37 Grad hier in Ceduna mit mäßigem Wind. Tagsüber in der Sonne schon ziemlich hart. Übrigens hier in Ceduna viele Aborigines anzutreffen. Das erste Mal auf der Strecke von Adelaide nach Westen.
Übrigens ab jetzt geht es weiter unter Rubrik „Nullarbor“. Siehe dort zukünfige weitere Tour.
Mike Rizor – SA Nullarbor
4. Etappe – Südaustralien Nullarbor
04.12.2009
Jetzt, wie man sieht, sind wir bereits auf der Nullarborseite. Das entspricht zwar unserem Zeitplan, doch irgendwie hat man das Gefühl, es geht irgendwie alles viel zu schnell. Schon jetzt kommen die ersten Überlegungen, was kommt wohl danach. Obwohl doch gerade erstmal 2 Monate der Reise absolviert sind. Anyway. Jedenfalls in Ceduna auf dem Campground saßen wir bis nachts um eins am Computer und speisten alle unsere Datensätze über unseren Wireless-Stick ein. Wir rechargten für 20 Dollar nach, obwohl uns unsere mb-Bestände noch immens erscheinen. Doch wenn man nicht nach 30 Tagen nachcharged, entfällt das laufende mb-Guthaben. Wir haben das Gefühl, doch erheblich das Internet zu nutzen, also die Webseite zu speisen, möglichst aktuell, Emails zu schreiben, Fotos hochzuladen und mehr kann man eigentlich gar nicht machen. Trotzdem verbrauchen wir kaum mb’s. Also das mit dem Wireless-Stick ist schon ne ganz klasse Angelegenheit.
Überraschenderweise erhielten wir auch in der selbigen Nacht in Ceduna noch eine Email von Elvira und Dieter aus Frankfurt, die den bekannten Australien-Stammtisch in Frankfurt und die dazugehörige Webseite betreiben. „Sie seien gerade in Ceduna!!“ Also schickten wir unsere Telefonnummer rüber und trafen uns am folgenden Morgen nach dem auschecken vom Campground vor dem Foodland. Elvira und Dieter waren unglücklicherweise auf einem der anderen Campgrounds. Jedenfalls saßen wir mehr als 2 Stunden an der Beach von Ceduna beim Smalltalk zusammen und inspizieren gegenseitig unsere Fahrzeuge, tauschten neueste Erkenntnisse aus und wir fuhren gen Westen und sie nach Osten in die Gawler Ranges. Beide bleiben 6 Monate, mit Zielpunkt Perth, so dass ein weiteres Treffen an der Westküste grob vereinbart wurde. Beide verfügen über ausreichend Australienerfahrung, denn sie sind schließlich das 15. Mal hier und mit einem umgebauten komplett ausgestatteten LKW auf Tour. Hier ein Bildchen, auch für die Frankfurter.
Wir fuhren dann gegen Mittag Richtung Nullarbor auf unseren angepeilten Platz Fowlers Bay. Dort liegt ein Campground und Jetty, doch unsere Insiderinformation besagte, dass ein freier Platz unweit 15 km Gravelroad (4WD) von dort aus anzufahren ist. Warum also noch einmal Campground, hatten ja alles auf Vordermann gebracht. Wirklich 4WD ist die Strecke nämlich auch nicht, doch die Corrogation-Road (Waschbrettpiste) hatten wir in diesem Dimensionen noch nie erlebt. So mussten wir den Reifendruck runterlassen und fuhren trotzdem diese km nach Scotts Bay in Schrittgeschwindigkeit. Hier an diesem Platz ist außer uns und 3 eingefleischten Hardcorefischern, die im Swagman an der Beach pennen und zuvor im Aboriginiegebiet Yalata auf Mulloway-Fang waren, sonst niemand. Das Panorama zwischen riesigen Sanddünen, wie in der Sahara, und die Ruhe beeindrucken sehr, leider müssen wir über die Dünen zu Fuß zur Beach. Ein direktes ranfahren mit dem Campertrailer ist zu riskant. Also lassen wir das Kayak auf dem Dach, haben ein sehr gut windgeschütztes Camp aufgestellt und vor allen Dingen heute die neu erstandene Duschkabine installiert. Das ist schon ne tolle Sache. Die erste Dusche soll nicht die letzte gewesen sein. So sieht das Lager aus.
Hier bleiben wir 3 Tage, um dann auf Gravelroad weiter nach Nundroo auf den Highway zurückzukehren, dort am Roadhouse unseren Reifendruck wieder zu erhöhen oder es selbst per Airkompressor zu machen. Dann wird vermutlich der nächste Stopp unmittelbar neben dem Highway an der Steilküste der Nullarbor sein und Micha wieder sein Angelglück aus 150 m versuchen.
Sylvie auf den Dünen
Mit Fischen war es hier für uns nicht so doll, hatten, ehrlich gesagt, aber auch nicht soviel Begeisterung bei der Sache gezeigt. Einerseits weil ein bissl überfischt und anderseits kommt eventuell übermorgen die Bordertown, Grenze zwischen SA und WA, auf uns zu. Dort ist nicht nur die Zeitumstellung zu beachten, 2,5 Stunden Uhr zurück, sondern auch, daß wir sämtliche Fruits, Vegetables und Honig, usw… nicht mitnehmen dürfen. Insofern brauchen wir erst einmal diese Vorräte auf, dann kommt wieder Fisch auf den Speiseplan. Heute daher Spaghetti mit Knoblauch und Zwiebeln, frischen Salat und viel Parmesan.
07.12.2009
also wir stehen kurz vor dem internen Landesübertritt von SA nach WA, etwa 10 km davor im bush, verbrauchen die letzten Zwiebeln, Kartoffeln und so, um den „Grenzübertritt“ unbeschadet zu überstehen. Strafen von bis zu 5000$ auf Plakaten an der Straße angedroht. Na ja, wer es denn glauben mag, mal abwarten. Persönlich halte ich das für nen großen australischen Witz. Aber was soll’s. Zuvor den harten Track (Rüttelpiste) mit gesenktem Reifendruck aller Räder, auch Hänger, der ist gehopst wie ein Flummi auf der Anfahrt, nahezu unbeschadet überstanden. Eine Schweißverbindung des Gasflaschenhalters am Hänger ist aufgebrochen und nun steht die Flasche im Fussraum. Hans, kannst Du das nicht mal kurz anschweißen, nimmst Deinen Piaggio und das mobile Schweißgerät. Komm doch kurz mal rum. Dann wollten wir im Roadhouse unsere Reifen auffüllen, doch dummerweise war der Luftfüllapparat seit einer Woche defekt. Also selbst mit unserem Jumpstarter und das klappte perfekt. Später im Nullarbor-Roadhouse 150km weiter kontrolliert, 1A, in der Zeit nahm Sylvie eine Dusche für 1$ (heiß, 5 Minuten)). Und wer es nicht glauben mag, voller Ausschlag beim wireless, so daß wir die vorgeschriebenen Mails und Webseite hochladen konnten. Wann diese Zeilen rausgehen, weiß ich jetzt jedenfalls auch noch nicht. Aber sicher aus WA.
Dann stoppten wir für unser Lager wieder inmitten der Steilküste, in Höhe einer royal flying doctor Landepiste, einfach links rein, 200 m Gravelroad und dann auf the Top das Lager.
Steilküste Nullarbor
Nur der kleine Aufbau des evtl. zu erwartenden Windes wegen. Und alle unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt. Wir meinten Fliegen ohne Ende, tagsüber Hitze über 45 Grad, Kälte in der Nacht, Wind weil ungeschützt, weit und breit kein Baum zu erwarten, und Sylvie persönlich hat auch nicht mit Fisch gerechnet. Es war anders. Kein Wind, daher das Lager simpel und ungesichert aufgestellt. Fisch anfangs auch nicht, da ich nach mehreren Versuchen gar nicht ins Wasser gekommen bin und bereits drei Steine und Haken verheizt habe. Angel an die Seite und keinen Bock mehr. Nach einer Viertel- stunde Pfeife, erneuter Begehung des Geländes, versuchte ich es erneut 40m weiter. Und da kam ich ins Wasser, unten sah man tiefblaues türkis schimmerndes Wasser und einige dunkle Bollen im Wasser darunter. Zuvor erfreuten uns nahezu hunderte von Delphinen, die in irrem Tempo durchs Wasser pesten und meterhohe Sprünge absolvierten. Mit Fernglas ein tolles Spektakel. Aber zurück zum Fischen, Sylvie bastelte die Steine als weights, einen Haken mit dünnerer Schnur, dann Hauptschnur und die lange Brandungsrute. Köder ran, den gesalzene Squid, haben noch reichlich. Brauchte einge Zeit, um mich an die Weite der Schnur, vielleicht 180m oder mehr geht es runter, und die dortigen Bisse zu gewöhnen. Biss fühlt sich an wie ein kleiner shitie-Biss, doch wenn man dann rechtzeitig durchzieht, kam ein Sweep von mehr als 2 Kilo (bester Speisefisch SA)) und ein Groper von 2 Kilo ohne Stein aus der Tiefe zum Vorschein. Den Groper 47 cm habe ich noch alleine geschafft, doch beim Sweep musste Sylvie vorübergehend die Rute stützen, ich hatte keinen Saft mehr in den Armmuskeln. Kurzes Break und dann weiter kurbeln. Also Fisch satt an der Nullarbor, dort wo nur deutsche Touris fischen, ganz, ganz wenige. Hier die Fische.
GroperSweep
Alles gut, wenn dann nicht morgens um 5 Uhr Sturmböen beinahe unser Lager zerlegt hätten, d.h. raus, Zeltstangen stützen und da es bereits fast hell war, hieß es, Lager abbauen und los. Frühstück gab es dann bereits verspätet hier in diesem Lager, mitten im Bush, üppig mit Rühreiern und Zwiebeln und Käse. Die Zwiebeln müssen eben auch weg. Dann Lager ordnen, alles heile geblieben, nix verloren. Verloren haben wir bislang noch nichts, eher gefunden. So sind wir Besitzer eines Crabkorbes mit Seil, den man auch als Kescher an einer Jetty verwenden kann. Auch etliche Gewichte, Squidlure und Angelzeug wurden eingesammelt. Aber Verluste durch Abnutzung, Fehlverhalten oder so ähnlich gibts auch reichlich. Irgendwie geht jeden Tag etwas kaputt im rauen Outdoorleben. Harte Beanspruchung der Materalien eben. So ist eine Feder einer neuen Angelrolle defekt, für den Nullarborfisch hat es aber noch gelangt (dafür habe ich genau die genommen, warum eine der heilen evtl. überbeanspruchen), Angelrute von Peer einfach „Krach“ und voll gebrochen (die olle Rute aus Australien vom Flohmarkt), 2 platte Reifen, eine Schraubverbindung (Gewinde) der Wallstangen defekt (irgendwie geflickt), Taschenlampe Kontakt gebrochen, die eine Pfeife gebrochen (draufgesetzt), neues Kaffeeglas auf dem einzigen Stein in 20 Meter Umkreis am Strand fallengelassen und in 1000end Stücke, Zigarettenstecker des Inverters Kabel ab (musste gelötet werden – 0$ ist eben Australien) jetzt der Gasflaschenhalter, 2 Fliegenklatschen zerfetzt, vergessener Tankdeckel, Gaskocher verstopft, usw… also man muss nahezu jeden Tag irgendetwas flicken, so jedenfalls gefühlt. Wenn ich das so lese, na ja 60 Tage unterwegs, da fehlt doch noch irgendetwas. Aber die Verluste waren noch zu ertragen. Vielleicht sollte ich auch nach Sponsoren suchen, Nico gib mir mal Tips, das ist doch Dein Resort. Hier noch ein Bild der Glaubwürdigkeit wegen. Fische wirken auf Foto immer kleiner. Der Magen lügt aber nicht nach dem Mahl. Voll bis Anschlag, beide und Klasse war der Sweep.
Nächste Zeilen dann aus WA, wenn sie uns denn reinlassen!!!
09.12.2009
also wir sind in WA! Der „Grenzübergang“ fand tatsächlich statt, Kontrollpunkt besetzt morgens um 6 Uhr, wir lieferten brav unsere letzte Zwiebel und unsere Knoblauchzehen ab, trotzdem wollte er einen Blick in alle Eskys und in den Hänger werfen. War aber ansonsten supernett. Wenn man bedenkt, wie dreckig und sandig unser Gespann nach 2 Monaten ist, stellt sich nach wie vor die Frage, welchen Sinn diese Fruchtfliegenkontrollen machen. Anyway, und weiter ging es Kilometer um Kilometer, dann die längste Geradeausstrecke der Welt? (zumindest in Down under) von 146 km ohne Kurve, stad ja bevor.
Weiter ging es in den größten Eukalyptuswald der Welt. Dies ist tatsächlich so, aber Eukalyptus wächst ja, soweit ich weiß, nahezu nur in Australien. Das ist hier so, immer alles muss am größten, längsten oder so sein, man findet im letzten Kukaff so etwas wie größter gebogener Walfischzahn oder eben so ähnlich. Jdenfalls campten wir im Eukalyptuswald auf einem Fels „Newman Rocks“, ein grandioser Ausblick und dazu kleines naheliegendes Wasserloch. Der Tip kam von Traver, den wir im Lincoln Park kennengelernt hatten. Ein guter Tip, denn dieser Spot ist als free bush camp nirgendwo angegeben. Auf keiner Karte oder in irgeneiner Infobroschüre. Dort aber unendlich viele Feuerstellen, Mülltonnen und Klasseplätze. Wir fragten uns, wie kann das sein? Außer uns niemand dort! Und wir hofften auch, daß in der Dämmerung die Tiermassen zum Wasserloch strömen würden. So wie in Afrika? Es lag soviel unterschiedlicher Kot (Scheiße) dort rum, von Kamelen, Emus, Känguruhs, Karnickeln, Eidechsen (man kennt sich ja mittlerweile aus mit Scheiße). Ein schöner sonniger Nachmittag, allein auf weiter Flur, nackig herumspringen in einem tollem Ambiente mitten in der Nullarbor, das hat schon was
Doch es kamen nicht die Tiere wie erhofft, stattdessen abends ein Tourbus mit ca. 10 Personen und Hänger. Einer der Kleinanbieter, so unter freiem Himmel und richtiges Outbackleben oder so. 2-3 Schlitzaugen dabei, junges Volk, denen entweder Zeit oder der Mumm fehlt, alleine Australien zu erkunden. Sicher der finaziell günstigere Weg langfristig gesehen. Und jetzt war uns auch klar, warum dieser Platz nirgendwo auftaucht. Da muss es Absprachen geben zwischen Tourveranstaltern und Informations- centern. Sie machten jedenfalls ein großes Lagerfeuer, waren ansonsten aber richtig leise. Uns animierte es, auch ein kleines Feuer zu machen unter sternenklarem Himmel, Holz gab es genug, aber leider auch mit ein bissl Wind. Wir waren ja genau auf der Anhöhe. Wir dachten, in WA ist es anders als in SA, das geht schon in Ordnung. Morgens verschwanden sie in aller Frühe, das Feuer glühte noch. Wir hatten unser kleines Feuerchen brav mit Sand gelöscht und da war nix mehr von zu sehen. Wir fuhren auch weiter, um möglichst schnell Richtung Meer zu kommen und abzuklären, wann und wie das wohl laufen wird mit den zu erwartenden Ferien und dem very busy in WA. Vielleicht auch schnell vor Beginn noch in einen der beliebten NP’s Le Grade und El Arid.
Um das zu recherchieren wollten wir möglichst schnell zu der Information in Norseman und dann weiter nach Esperance, da sich auch dort ein Nationalpart-Office-Büro befindet. Als Sylvie sich nach den Fire Barn-Bedingungen in WA erkundigte, fiel die Tante in der Information fast aus allen Wolken, in WA herrsche ebenso von November bis April absolutes Feuerverbot und solch Veranstalter sind die Verursacher von Waldbränden, es sei unverantwortlich und würde mit hohen Strafen verhängt. Wir erwähnten aber nicht, dass wir auch ein Feuerchen hatten, hätten wir aber auch ohne Anschauungsunterricht auch nicht gemacht. Nur so ne gebuchte Outbacktour ohne abendliches Lagerfeuer ist ja natürlich nur die Hälfte wert, vielleicht gehen deswegen die Tourfritzen so ein Risiko ein. Das ist eben Australien.
Auf unserer Nullarborstrecke fuhren wir in wenigen Tagen 1500 km. Für uns dieses Mal recht ungewöhnlich, doch dies war so geplant. Bei einem Verbrauch von um die 14 Liter, bei einem Literpreis von 1,40 Dollar im Schnitt, ist dies auch ein merklicher Kostenfaktor, der uns in unserer Tagesbudgetberechnung wieder ein bisschen zurückwirft. Daher gönnten wir uns dann auch hier heute diesen Luxus-Campground für 28 Dollar, um morgen früh hier in Esperance frisch rasiert und geduscht bei der Nationalpark-Office vorzusprechen. Großeinkauf haben wir bereits heute erledigt und der Gasflaschenhalter wurde in einer Werkstatt für 10 Dollar angeschweißt.
Viele Autos trifft man auf der Nullarbor nicht, aber es kann durchaus sein, dass einem so ein Roadtrain im Nacken sitzt mit 120 Meilen auf dem Tacho und dann zum überholen ansetzt. Die toten Känguruhs am Straßenrand sind chancenlos gegenüber diesen Kolossen. Zu erwähnen ist noch, dass wir am zweiten und vierten Nullarbor-Tag zeitweise Regen hatten, also kurzfristige kleine Schauer, und das in der trockendsten Ecke ganz Australiens. Wieder mal anders als erwartet.
GLÜCKWUNSCH den Basketballern!!! Sieg gegen Herten, das war auch nicht unbedingt zu erwarten. Bei der Party danach wäre ich auch gerne dabeigewesen. Sind jetzt im free Camp Menginup, zwischen NP Le Grand und NP Le Arid, ein freies geiles Camp. Gehört bereits zu Süden von WA, daher Und weiter geht es auf Seite WA Süden !!!