Makedonien – bei Dimi Basislager- Festland Griechenland

Update 30.10.2021

So, wieder ein neuer Bericht. Fange ich mal chronologisch an. Nach angenehmer Fährfahrt 26 Std. kamen wir in Igoumenitsa an, fuhren runter, vor uns 2 Mobile aus Deutschland. Im ersten 2 Leute aus Mitteldeutschland, die bereits ein paar Mal im Winter für 6 Wochen jeweils in Griechenland waren, dann eine Berlinerin im besten Alter mit Hund, die hier Immobiliengeschäfte im Raum Saloniki machen will und absolut vom Fach ist. Mit dieser Deutschen habe ich die Visitenkarte ausgetauscht und Small Talk auf der Fähre geführt. Man weiß ja nie, wann man auf ihre Hilfe zugreifen sollte. An der Passkontrolle wurde das erste Mobil aufgehalten, wüst beschimpft, wie dämlich sie seien…. sie hatten das Corona-Einreiseformular nicht ausgedruckt geschweige überhaupt ausgefüllt, die Berlinerin genauso wie wir legten es dagegen vor, und der Zöllner laut schwenkend „seht ihr, alle Deutsche haben das, „ihr Deppen oder so ähnlich“ zu den Mitteldeutschen. Wir fuhren hinter der Berlinerin durch den Zoll, die erfahrenen Mitteldeutschen blieben zurück und werden vmtl. immer noch verhöhnt. Dann sind wir durch Igoumenitsa, ziemlich Verkehr und busy und schmutzig, „erinnerte eher an Mexico als an EU-Land“, meinte Sylvie. Dann sind wir die Bucht herum an den nördl. Campingplatz Drepano an einer Bucht mit Sandstrand.

Die Idee war dort erst einmal 2 Tage einzuchecken, um vom „Reisestress“ runterzukommen und zu akklimatisieren. Doch er will ADAC-Campcard nicht akzeptieren sondern nur Asci-Card, dann eben nicht. Abgesehen davon war es nicht so sauber, am Strand lungerten etliche wilde Hunde herum und Rinder rannten wild frei herum. Das eine oder andere Womo stand wild dort, also kein Problem, da aber ein starker unangenehmer Wind herrschte und die wilden Hunde Vorort waren, entschieden wir nach Telefonat direkten Weges erst einmal zu Freund Dimi zu fahren. Über die Autobahn, dort lernten wir das Mautsystem kennen, und nach 5 Stunden kamen wir in Stavros bei Veria an. Wir können mit dem Womo hinter dem Tor vor dem neugebauten Barbecue parken, haben Strom und sind aber in der unteren freien Wohnung eingezogen.

Dort wohnen wir jetzt bald eine Woche. Am kommenden Montag, also übermorgen werden wir für ein paar Tage nach Chalkidiki aufbrechen, das sind die drei Finger, hergeleitet von Poseidons Dreizack, westlich von Thessaloniki. Dann kehren wir wieder zurück hierher, um dann zu geeigneter Zeit Richtung Peleponnes aufzubrechen. Momentan haben wir 20° tagsüber und 10 Stunden Sonne, also in der Sonne im T-Shirt, abends wird es deutlich kühl bis nachts runter auf 6°. Obwohl Chalkidiki nur 120km weg ist, sind dort laut Info 19° und nachts 13°. Und in ca. einer Woche am 9.11. sind für hier, Stavros, tags 21° und nachts 18° angesagt. Wir werden sehen.

Was machen wir hier? Am ersten Tag musste ich mit Dimi durch das Dorf, Häuser anschauen, die verkauft werden sollen, seine bestellten Felder anschauen, im Dorf 50 Leute kennenlernen und wer alles in Deutschland war und dort gearbeitet hat. Nach Nummer 20 sahen dann doch irgendwie alle gleich aus. Der Ladenbesitzer schenkte mir kleine Flasche Wein, ein anderer stopfte mir Mandarinen in die Tasche, der dritte Sack voll Kiwis… anderorts sammelten wir 4 Tüten voll Wallnüsse… und Sylvie verspeist rund um die Uhr Obst, in Kisten sind Trauben hingestellt und was weiß ich.

Von den Kakifeldern habe ich frische Kakis mitgebracht, die esse ich auch. Mittlerweile weiß ich, wie man bewässert, was der Anbau kostet, Agraflächen-Unterschiede, Anbaumethoden….usw. Das harte Arbeiten, also das Sammeln auf den Feldern verrichten hier Albaner, die mit dem 3 Monate Visum hier im Urlaub sind, 8-10 Std. Arbeit=30€.

Ohne Essen und wenn ihnen Unterkunft gestellt wird, sind es nur 25€. Als ich beim Verladen geholfen habe, meinte der eine Albaner zu Dimi, „der Deutsche, also ich, „Chermanikos“, weiss schon, daß er nur 3€ kriegt“… wenn  der wüsste, nicht einmal die habe ich.

Wer jetzt glaubt, das ist Ausbeutung, der irrt, denn der griechische Mindestlohn beträgt 30€ für 8Std. Dann aber angemeldet. Niki, die Frau von Dimi, arbeitet 6 Tage die Woche, weil derzeit viel Arbeit, als Schneiderin für 25€ pro Tag 8 Stunden. Das ist irgendwie Verwandtschaft oder wie auch immer, jedenfalls geht sie um 7 Uhr aus dem Haus, fährt mit dem Fahrrad die 200m vor, und kommt um 4 Uhr wieder, Mo-Sa,… na immerhin, das sind dann im Monat 600€ … zwar nicht der volle Mindestlohn, aber eben Verwandtschaft… irgendwie so eben..

Am zweiten Tag dann war Namenstag von Dimitrios. Und Namenstag wird hier gefeiert wie bei uns der Geburtstag, der hier wiederum so gut wie keine Bedeutung hat. Also wurde im Barbecue um 14 Uhr der Grill angeschmissen und aufgetischt. Zu Beginn waren wir 12 Personen incl. uns

es wurden nie weniger, sondern blieb quasi konstant, obwohl die ersten nach 2 Stunden gingen, dafür kamen andere. Bis 23Uhr nachts ging das so. Die jungen können Englisch, die Alten evtl. deutsch, wenn sie denn mal in Deutschland gearbeitet haben. Viele in Hannover, wohl der Partnerstadt, aber auch Köln, Regensburg und Ruhrpott.    

Aufgetischt wird Massen an Fleisch, also der Grill lief sehr lange. Dazu gibt es einen Thermobehälter, in dem das Fleisch abgelegt wird. Wenn man es rausnimmt, ist es immer noch heiß wie vom Grill. Es herrscht nie Mangel, kein Nachschubproblem. Dann natürlich Tomaten, Gurken, Auberginenmuss, Zwiebeln, Feta (Schafskäse), Pommes Frites, Pita-Brot, normales Brot… und nicht zuletzt Trinken ab 14 Uhr… Retsina mit Cola, Tsipouro (Brand aus Traubenresten) in Kreta heißt das Raki) mit Wasser (wird eben nicht weißlich, da kein Anis drin ist wie beim Ouzo) oder eben normalen Wein. Nicht zu vergessen Frappe oder Mokacaffee (arabischer Cafe in kleinen Tassen). Und zwischendurch oder besser am Ende süßes Gebäck, Blätterteig in Zucker getränkt. Wenn du noch kein Diabetes hast, danach sicher. Ich hielt mich nach dem einmaligen Essendurchgang an Wein.

Der Mittwoch, der dritte Tag, war dann Begehung mit Sylvie und Hunden durch Stavros. Ein lehrreiches Training für Hunde und Mensch. An nahezu jeder Hauspforte oder Zaun standen wild bellende Hunde. Wilde Katzen flitzten an jeder Ecke herum. Und in der Stadt dann, dort wo die Cafeterias sind, die wilden Hunde. In den Wohngegenden eher selten, aber dort wo Essen verkostet wird oder in Touristencentren, wie Vergina (Geburtsort von Alexander dem Großen) 40 km weg, am Stausee, wo Parkplätze sind…

Spaziergang abgebrochen, da ein Rudel Straßenhunde auf uns zukam

also dort wo Leute Essen wegwerfen oder die Jungs auch füttern. Also die erste Begehung war quasi ein Spießrutenlauf für Mensch und Hund. Jetzt nach ein paar Tagen haben wir die Erfahrung gemacht, „sie hauen eigtl. ab, wenn wir sie fortschicken, also der Mensch“. Bei einigen bilden sich Rudel oder Einzelhunde, die einem dann folgen bzw. uns. Da hilft eine Wasserflasche, mit der man spritzt oder man beugt sich runter auf die Straße, tut so, als ob man einen Stein werfen will, dann flitzen die meisten ab. Therapie für Fella, denn irgendwann lohnt kein Bellen mehr, völlige Reizüberflutung. Ole „guckt nicht einmal mit dem Arsch hin“. Nur einmal im Ort, Mitte des Ortes, wechselten wir die Straßenseite oder drehten ab, denn da sitzt der Rottweiler. Der alte Oberboss von allen. Das war sogar Dimi zu riskant und wir nahmen einen kleinen Umweg. Ich denke es liegt daran, daß die Griechen eher zu freundlich sind. Also eher hart nach außen gegen Tier und Umwelt, doch eigtl. füttert fast jeder die Jungs und eingeschläfert wird auch keiner, solange er nicht Ärger macht. Natürlich „Kacke weg machen“, gibt’s hier nicht. Überraschenderweise sehen die wilden Hunde hier ziemlich gut genährt aus, will nicht sagen fett, aber nahe dran. Auch nicht mit Zecken übersäht oder so.

Gut, hier landwirtschaftliches Gebiet, also Essen und Wasser ist genug da. Evtl. ist das dann auf der Peleponnes anders. Auf alle Fälle ist es spannend für Hundebesitzer. Ängstlichen Hundebesitzern eher nicht zu empfehlen.   

Wie gesagt, die liegen hier einfach so auf den Bürgersteigen rum… hier mal einer, dem ein Bein fehlt, vmtl. abgebissen oder abgefahren… da geht man einfach so drüber hinweg, die rühren sich nicht. Mit den eigenen Hunden natürlich dann nicht, sondern so wie oben beschrieben. 

Am Donnerstag war dann Feiertag, da wo Griechenland zu Mussolini Nein „Ochi-Day“ gesagt hat, als dieser hier im zweiten Weltkrieg einmarschieren wollte. Sie hielten 21 Tage stand. Auch in diesem Ort wurde gekämpft. Die Italiener packten das nicht alleine, also schickte Deutschland Truppen, um zu helfen. Erst dann gaben sie auf. Die Nazis wüteten in Griechenland ziemlich übel. Ganze Dörfer wurden platt gemacht und egal ob Mann, Frau oder Kind wurden teils abgeschlachtet.  Nazis zwar, aber das waren eben auch deutsche Soldaten. Also die Deutschen. Bewundernswert, daß die Griechen eine der ersten Nationen waren, die Deutschland nach dem Krieg die offene Hand reichten,  und so Frieden sowie schnelles Verzeihen ermöglichten. Noch faszinierender, wie auch gerade die Alten, doch so gastfreundlich und gerade eben den Deutschen gegenüber sind. Das habe ich in anderen Ländern noch ganz anders erlebt, wenn man Richtung Norden schaut. Ich weiß auch nichts von ewigen Entschädigungsgeldern oder Forderungen, das sollte man bei Griechenland positiv miteinpreisen.

Jedenfalls bedeutet National-Feiertag freier Eintritt in Museen und eben auch für uns kostenfrei die Vergina-Grabstätte besucht, daher waren wir am Donnerstag dort,

und anschließend? …. Was wohl?… Barbecue, nicht ganz so üppig wie am Namenstag, aber im Prinzip dasselbe…

Freitag holten wir dann die von den Albanern in Kisten gesammelten Kakis vom Feld ab… von denen sind etwa 30 Leutchen im Dorf und die sind echt gefragt.. Zwischendurch solche Erkenntnisse wie „auch hier wird geblitzt“, aber wie in nordischen Ländern, es wird vorher davor gewarnt. Eigentlich gibt es nur ein Land, nämlich Deutschland, wo nicht gewarnt wird und so das staatliche Raubrittertum immer zuschlägt. Hier ist ein Schild „großer schwarzer Punkt und ein kleinerer daneben“= d.h. unmittelbar demnächst Blitzer. Die können aber auch mit Radarpistole zwischendurch blitzen. An Geschwindigkeitsregeln hält sich so gut wie keiner, daß man immer das Gefühl hat, störend im Verkehr zu agieren, immer wenn man sich an die Regeln hält; besonders nervend wenn ein LKW-Brummer hinter einem an der Stoßstange klebt. Das für uns Ungewohnte ist, daß die Kameras von hinten blitzen. So sind die Kästen nicht direkt mit Kameralinse auszumachen. Laut Dimi haben sie früher auch von vorne geblitzt, das hat aber dann zu „Mord und Totschlag“ geführt, weil bei den zugeschickten Bildern ständig jemand mit fremder Frau oder Mann, quasi bei Fremdgehen auf frischer Tat, abgebildet war. Seitdem eben nur noch von hinten. Bei einer Fahrzeughalterhaftung ist es auch egal, weil dieser haftet und bezahlt, nicht wie bei uns der Fahrer.

Heute waren wir länger bei Lidl, Preise eruieren und auch bei Shell volltanken, so daß wir am Montag ohne Anzuhalten in unser Zielgebiet durchrauschen können. Dimi ist heute mit Frau und Onkel nach Saloniki, um Wohnung/Studentenbude für seine kleinste Tochter, die eine Physiotherapieausbildung macht, zu renovieren. Musste umziehen, weil notwendig. Noch 2 Jahre dann ist sie fertig.

Morgen dann Sonntag, da haben alle dann auch frei. Die zweite Rutsche Kaki-Ernte ist in einer Woche geplant. Da werden wir vielleicht wieder da sein. Wen es interessiert, der Albaner kriegt 3€ die Stunde fürs Sammeln, das Kilo Kaki kostet den Ankäufer 0,30€, der es wiederum an Lidl verkauft. Bei Lidl kosten Dimis Kakis kommende Woche im Angebot 2,31€ in Griechenland. Seine gehen tatsächlich zu Lidl und bleiben auch nur in Griechenland. In Deutschland kostet so ein Ding, richtig gehört eine ca. 0,40€. Die sind irrelang haltbar, können durch die harte Schale auch transportmässig echt was ab, im Keller gelagert halten die jetzt gesammelten bis März, und schmecken wie ein Mix aus Birne und Apfel und Honigmelone leicht süßlich. Ich, kein Obstesser, esse die. Und die schmecken. Einfach mal eine kaufen. Bei Lidl sind Preise hier zum Teil ähnlich wie bei uns, Pizza sauteuer 4€, griechischer Honig das Kilo 3,99€ und der Liter Diesel 1,56€. Das gute Zeug ohne Bakterien Zusätze. Also für uns völlig OK, für den 30€ für 8 Std. Verdienenden ziemlich hart. Aber die Griechen meckern nicht. Das ist eben so.  

die Griechen sehen alles etwas lockerer, man trinkt Frappe und nimmt’s wie’s kommt

Update 06.11.2021

Er wird mal wieder Zeit für den nächsten Zwischenbericht. Gegen unsere ursprüngliche Planung für ein paar Tage nach Chalkidiki, drei Finger östlich von Saloniki, zu fahren, sind wir nur am Sonntag letzte Woche zu einem Tagesausflug ans Meer Richtung Katerini gefahren. Auf der Landstrasse sind es knapp 44km. Durch einige Dörfer mit holpriger Straße kamen wir nach Alyki oberhalb von Katerini an einen Sandstrand und einem Hafen für Muschelarbeitsboote und kleinem Privathafen. Dort angekommen standen ein Bimobil und 2 Vans herum. Van-Life, die neue Bewegung, daß sich junge Menschen nach dem Abi oder Studenten einen „olllen“ Transporter oder Van kaufen und aufs Notwendigste beschränkt als Womo umbauen, ist allgegenwärtig. Auch die beiden Vans waren mit ca. 5 Leutchen besetzt, keiner älter als 22 Jahre und natürlich Deutsche. Später tauchte noch ein Dritter auf, ein Holländer-Päärchen. Man steht einfach am Strand unweit von den Hafenanlagen, wo sich 100 griechische Angler aufhielten.

Vorab, gefangen hat wohl keiner etwas, also ich hab jedenfalls nix gesehen mit dem Fernglas. Eine Außendusche hielt sogar Frischwasser bereit. Wild stehen ist das Motto, für die Van-Life Bewegung ohnehin quasi Pflicht, weil das Budget eben nicht mehr hergibt. So sollen sich laut Informationen auf der Peleponnes, wo wir ja im Dezember-Januar hinwollen, hunderte davon zur Zeit aufhalten. Wir werden sehen. Ein negativer Effekt ist sicher, daß diese Vans oft nicht über ein WC verfügen, sondern nur Matratze und Gaskocher und natürlich Handy und Tablet an Bord haben. Sie müssen gezwungenermaßen in die Wildnis kacken. Und das tun sie auch. Denn öffentliche Toiletten sind absolut Mangelware. Beim Walk mit den Hunden nahm ich Kontakt zu dem Bimobil-Fahrer auf, der sich als Uwe aus Aurich und ehemaliger Vollzugsbeamter outete. Er bat mich, die am Strand liegende, bereits tote und verwesende, Schildkröte „Karetta Karetta“ in ein von ihm zuvor tief ausgegrabenes Loch zu transportieren. Das tat ich.

Bereits im Rentenalter lebt er seit 2 Jahren ununterbrochen im Bimobil, teuer ausgestattet, und zufällig beim selben Händler in Elmshorn erstanden, da wo auch unser Womo herkommt. Seine Erfahrungen und seine Erzählungen ließen kein gutes Haar an der Firma. Unsere Erfahrungen waren anders. Wahrscheinlich hatten wir nur Glück bei unserem Kauf. Er legte 140000€ für sein Gefährt hin, dafür könnten wir unseres, größer und quasi neu, 3,5 x kaufen. Er hält sich im Sommer im Norden wie Dänemark, Schweden und Norwegen auf, im Winter eben jetzt hier in Griechenland. Er ist auch auf den Weg nach Süden zur Peleponnes.

Tagsüber konnte man sich noch draußen aufhalten, abends kamen dann die Moskitos in Schwärmen!!!

Wir verbrachten den Abend bei 2 Flaschen Wein und bei uns im Womo sitzend, tauschten Adressen  aus, und sind nach wie vor in Kontakt. Treffen ihn sicher später im Süden wieder. Er bekam von uns 4 Kakis geschenkt. In Zukunft haben wir eine ganze Kiste davon an Bord. Problem an dem Platz war, daß ab Sonnenuntergang Horden von Moskitos auftauchten. Daher saßen wir trotz guten Wetters im Womo beim Wein, weil draußen ging gar nix mehr.

Nach einer Nacht dort fuhren wir weiter, legten einen kurzen Angelstop an einem schönen Strand ein

und vor nach Katerni, schauten uns um, bei Lidl vorbei und dann gings zurück zur Basis zu Dimi. Es gab noch zuviel zu bequatschen.

Heute Samstag geht’s für Sylvie und Dimi nach Edessa, dort wird für Fa. Haid ein griechischer Kunde aufgesucht und einiges über den griechischen Markt beredet. Ich werde hier bleiben mit den Hunden und vmtl. den hier jetzt begonnenen Bericht fertigstellen.

In unserer Basis-Wohnung kann man alles wieder auf Vordermann bringen

Zuvor besucht Sylvie auch wieder alleine, eine „Hundelady“ Dimitrea, also eine Frau im Dorf, die sich privat um verletzte, vergiftete oder herrenlose Hunde kümmert. Sie werden verwahrt, gepflegt und aufgepäppelt. Sie war gestern zum Umtrunk, hat viele Infos und Geschichten. Mit selbstbeigebrachtem Englisch und mit Google-Übersetzer ist sogar Kommunikation für Sylvie mit ihr möglich. Für Schule war sie früher etwas zu faul, wie sie sagte. Sie macht sonst noch Honig als Imkerin, hat wohl auch ein paar Kaki-Felder… sie finanziert ihr „Hobby“ völlig ohne Hilfen. Es gibt scheinbar einen Kontakt nach Deutschland, der versucht, manch nicht vermittelbare Hunde in Deutschland unterzubringen. Ansonsten versucht sie die Hunde hier in Griechenland an den einen oder anderen zu vermitteln. Das ist aber außerordentlich schwierig. Und da wären wir beim Hundethema. Sie hat zur Zeit meines Wissens nach etwa 9 Hunde in „Pflege“ sowie drei eigene. Sylvie geht heute Mithelfen, also Füttern und so weiter. Es werden sicher einige Bilder folgen. Die mitgebrachten Utensilien aus unseren Privatbeständen wie Leinen, Halsbänder, Gurte… sind nicht wie geplant an die Hundestation in Kalamata ausgeliefert worden, sondern bereits hier an Dimitrea verschenkt seit gestern Abend. Die Griechen selbst haben kleine Hunde im Haus, so wie auch Dimi einen Pisser oben bei sich hat, die großen sind auf dem Hausgelände angekettet oder hinter den Zäunen zur Bewachung. Spazieren gehen sieht man so gut wie Niemanden mit den Hunden. Kacke wird nicht weggemacht und Trinkgeld gibt man auch nicht. Das hat zwar nix mit Hunden zu tun, aber viel mir gerade so ein.

Und schwarze Hunde sind so gut wie gar nicht vermittelbar. Und jetzt wo sie es gesagt hat, denken wir drüber nach, wie viele schwarze Hunde wir gesehen haben. Uns fällt nur ein kleiner Welpe ein. So, und nun erklärt sich auch, warum uns hier die Leute einerseits bewundernd und lobend „was für feine Hunde, und das Fell so glänzend (ob wir sie jeden Tag baden, eine ernstgemeinte Frage) und so brav begegnen, andererseits nie kam „und so schwarz“. Schwarz gilt als Farbe des Todes. Als doch griechisch-orthodox geprägtes Land ist also ein schwarzer Hund quasi ein NO-GO.

Ich interpretiere das jetzt so; wir mit den beiden auffällig schönen und gepflegten Hunden fallen dadurch extrem auf, an der Leine spazierend, sind sicher Abgesandte des Teufels.

Ein wenig übertrieben vermutlich. Aber wenn die Rolläden runtergehen würden beim Vorbeigehen, würde es Zeit, die Kurve zu kratzen. So ist es nicht, sondern die Leute im Cafe hocken und beobachten uns , fangen an zu Quatschen über uns, das bemerkt man schon. Aber eben nicht negativ. Und es gibt nach wie vor die Straßenhunde, in der Regel alle mittelgroß und aggressiv bellend, wenn wir mit unseren unterwegs sind. Wenn man auf sie energisch zugeht, hauen sie aber ab. Oder mit Wasserflasche spritzen hilft auch. Bis jetzt. Auch am Strand tigerten welche rum, oft in Rudelgrüppchen. Na klar, die Van-Life Bewegung ist tierlieb und nicht nur die, füttert und gibt Wasser. Die Hunde würden ansonsten bestimmt verhungern. Deswegen gibt es ja auch so viele.

Die anderen Tage verbrachten wir mit einem Besuch in Veria, einer der ältesten Städte Griechenlands, 60000 Einwohner groß, busy. Waren Einkaufen in sog. Chinesen-Kaufhäusern. So etwas wie bei uns Kik, aber ein Kik für alles. Da findest du Technik, Haushaltskram, Werkzeug, Klamotten, Taschen… und alles für chinese-Preise. Da reicht dann auch der Stundenlohn von 3€.  Wir gaben einen Tageslohn von 30€ aus, haben dafür im Gegenzug ich= neue Lederbrieftasche, eine Angel, Sbirolino, LED-Stirnlampe und Sylvie=neue Umhängetasche, Maskara, Doppelhundeleine… bestimmt irgendetwas vergessen.

und blitzsaubere glänzende Böden, hier jedenfalls keine Reinigungsprobleme

Dann war die zweite Kakiernte, die heute hoffentlich abgeholt wird vom Aufkäufer.

Bäume geschnitten bei Schwiegermutter, Grappa trinken beim „Rebell“, Häuser anschauen, die verkauft werden sollen, Umtrunk Tsipero abends in Cafeteria (nur für Männer, Frauen bleiben zuhause) und Labern mit Bürgermeister und anderen zum Teil 10 Worte Deutschkönnern … so wie mein Griechisch… So ein Tsipero als Raki, in Miniflasche serviert mit Flasche Wasser und etwas Geknabbere auf den Tisch kostet sage und schreibe 1€ pro Person. Kein Trinkgeld.

Für die Frauen auch etwas, Frappe oder frigo Cappucino, mit Flasche Wasser und Schokoladenhörnchen für 1,50€. Im Cafe natürlich mit Bedienung. Das dann tagsüber in Veria zum Beispiel. Ansonsten werden besprochen Themen wie landwirtschaftliche Flächen, Hauspreise, Autos…. usw…. Sylvie konnte sogar den Fernsehbericht über die Kollegin Sara im Fernsehen verfolgen, ich auch das Dortmund-Debakel gegen Ajax dank griech. Hacker, die es ermöglichen jeden, also ich betone jeden, Sender frei auf dem Computer zu sehen. Morgen dann wieder Barbeceu, also Sonntag, und dann geht es wirklich für ein paar Tage nach Chalkidiki. Im Gepäck der Selbstgebrannte 1,5l Tsiporo, das 1Kilo-Glas Honig, Kiste mit Kakis und Quitten, Kiwis, Äpfel und selbstgemachtes Zuckerzeugs von Schwiegermutter.

Update 13.11.2021

Vorab muss ich etwas korrigieren, nämlich daß die Kakis, die hier Lotos heißen (hergeleitet von Lotosblüte), lediglich 1,30€ kilo bei Lidl kosten. Damit relativiert sich das Preisgemenge und der Gewinn des Discounters ist doch nicht unverschämt hoch, eben nur hoch. Dafür trägt er auch das Verkaufsrisiko und wie wir festgestellt haben, sind die Kakis bei den Griechen nicht so angesagt wie bei den Deutschen. Des Weiteren haben wir festgestellt, daß jeden Donnerstag „shell-Discount“ Tag ist. Dimi erwähnte so etwas beiläufig, wusste aber nicht wann. Also tankten wir für 1,59€ Liter anstatt 1,51€ tags zuvor. Das passiert aber nicht wieder, jetzt wissen wir es und können es auch unseren Urenkeln noch erzählen, Donnerstags ist Tanktag….Wem?….

Weiterhin war Sylvie anderntags wieder bei Dimitria, der Hundefrau aus Stavros, um gemeinsam mit einem Helfer eine Hündin einzufangen, die immer wieder geschwängert wird und den Nachwuchs auf die Straße zum Überleben wirft. Darunter leidet so ein Hund auch, denn die Jungen sind ja kaum zu ernähren und daher überleben viele auch nicht das erste Jahr. Das taten sie, fuhren dann mit eingeladener Straßenhündin nach Veria, wo ein deutsches Team aus München für 1 Woche Sterilisationen im Akkord durchführt.

von groß bis klein, beim Hundeheim in Veria

Das Ganze wird über einen Verein namens TierInsel – Umut Evi e.V. durchgeführt und finanziert, mithilfe einiger weniger Hundehelfer der Kommune Veria. Im Frühling geht’s dann nach Mittelgriechenland. Früher auch in die Türkei. Das Konzept leuchtet mir persönlich ein und ist vmtl. die einzig wirklich greifende  Maßnahme, die langfristig etwas bringt. Die würden sogar von mir eine Spende kriegen. Angefangen hat es bereits, denn Sylvie hat  den dortigen Ärzten eine Kiste Kakis mitgebracht. Und die haben sich richtig gefreut. Und Sylvie hat neue Adresse. Nun haben wir auch Atropin an Bord, das man den Hunden bei Vergiftung spritzen kann. Das hatte uns zuhause die Tierärztin verweigert, denn wir könnten damit schließlich auch die Schwiegermutter unter die Erde bringen. Aber es kam nicht von den deutschen Ärzten. Was hab ich vergessen, nur Barbecue wie immer sonntags, abends bei Moskitos und 14 Grad und Kaki-Schwachsinns-Arbeitstherapie. Die ganzen aufgeladenen Kakikisten, 3 Tonnen, mussten alle abgeladen werden und dann jede einzelne Kaki „beschnitten“ werden und dann der ganze Scheiß wieder aufgeladen werden.

In 6 Stunden verrichteten wir dies incl. Frauen und 2 albanischen Minderjährigen (5€). Und das war meine letzte Kakikiste, die ich hochgehoben habe, und Griechenlands Wirtschaftsmisere ist auch nur durch Sterilisation aufzupäppeln.

So jetzt zur Chalkidiki-Tour. Wir fuhren Montags los, geradewegs Landstraße nach Saloniki, umfuhren die Mautstation zufällig, weil wir bei einem Lidl stoppten, um frisches Brot mitzunehmen. Denn von da gings nicht wieder auf die Autobahn, sondern erst später und da waren wir an der Mautstation vorbei. Bis auf den ersten Finger Kassandra. Wetter ist immer sonnig,  jeden Tag, und nachts so um 12°. Jetzt Mitte der Woche stürzen die Temperaturen auf 6° nachts ab für ein paar Tage, da geht es nicht mehr ohne Heizung. Tagsüber aber im T-Shirt unterwegs, die Griechen nicht, die im Winterpullover. Soll aber wieder wärmer werden, und egal, wir machen uns demnächst ohnehin auf den Weg nach Peleponnes. Noch Edessa, Sylvies Arbeitstermin, noch einmal Hundefrau,

noch einmal Barbecue und das war es dann auch hier oben im Norden.

Also weiter zur Tour. Kassandra, ist am meisten vom Tourismus geprägt, oder sagen wir ausschließlich. Alles hat zu, kein Campingplatz offen, kaum ein Laden oder Cafeteria, und die Orte selbst, tot. Ein paar Handwerker, vmtl. aus Saloniki, die abends um Fünfe abhauen, das war es. Das Gute daran, du kannst Dich wirklich überall hinstellen, niemanden interessiert es, und wenn‘s bei einem 4-Sterne-Hotel ist. Die Strände hast Du für Dich allein. Abends taucht dann manchmal ein Angler auf. Die angeln hier quasi nur nachts. Doch meist ist um 9 Uhr Schluss, weil dann wird’s den Griechen zu kalt. Und nicht nur denen. Und Du hast die zurückgelassenen Straßenhunde, die jetzt niemanden mehr haben,

im Sommer bei Touristenmassen sieht es ganz anders aus. Und Katzen, die in und um die Mülltonnen hausen. Mülltonnen und Müllcontainer gibt es zu Hauf. Mülltrennung natürlich nicht, Pfand ja sowieso nicht. Und da die 20 Meter zum Müll zu weit sind, schmeißen viele (ich will es mal freundlich ausdrücken), den Müll einfach aus dem Auto oder an den Strand. Unglaublich wie viele schöne Strände so verkommen und verdreckt aussehen. Und niemand schert sich darum. Das gilt für nahezu alle Strände bislang. Es müßten sich doch in Griechenland so Müllsammel-Aktionen von der Schule oder der Kommune organisieren lassen. Ruck-Zuck sieht es ganz anders aus. Das beste Beispiel ist der kleine Ort Kalamitsi auf Sithonia, mittlerer Finger, der sieht Picobello aus. Da haben wir sogar die letzten 2 Plastikflaschen und die letzte Dose Cola eingesammelt, weil es einfach sauber und ein tolles Panorama in der Bucht war.

Dort übernachteten wir unter anderem. Dagegen in Sykia, langer Strand und viele geschlossene Campingplätze, völlig runtergekommen und absolut verdreckt. Da willste nicht im Winter bleiben und erst recht nicht im Sommer beim Massentourismus. Auch Nikiti war schön, größter Ort auf Sithonia. Dort fuhren wir an den zentral gelegen Hafen, fragten nach Strom und kauften eine 12€ Karte. Mit der sind die Terminals zu betreiben, an denen die Boote angeschlossen sind oder auch Frischwasser zu erhalten ist. 30l = 9Cent. Strom ganze Nacht, Heizlüfter, Fernseher, Toaster, Kaffeemaschine, alles aufgeladen= 2€. Und das sind alle Kosten, keine Standgebühren. Diese Karte wird dann wieder mit dem Guthaben reloaded und ist bei weiteren Häfen in ganz Griechenland zu benutzen. Es sind auch welche auf der Peleponnes. Geht also nicht verloren das Guthaben. Besser geht ja gar nicht.

Ist ja eigtl. nicht für Womos vorgesehen bzw. haben wir es eingeführt.  Ist aber quasi die einzige Möglichkeit an Strom zu kommen. Und wir waren dort willkommen, uns grüßten Angler, Fischerboote-Besatzung und Angelo, ein deutsch sprechender ergrauter Grieche mit Zipero-Flasche. Mit diesem musste ich gleich nach Ankunft 2 Std lang “Medizin“ zu mir nehmen und Geschichten über Familie und deutsche Politiker anhören.

Er war sehr gut informiert. So richtig schlau bin ich aus ihm nicht geworden. Sieht aus wie Onassis, abgestürzt durch seine „Medizin“, hat irgendwie den Boden unter den Füssen verloren. Fuhr verbeulten Opel mit dt. Kennzeichen, hatte größte Baufirma auf Sithonia, war erster Hafenmeister, in der Politik auch, hat ein Pferd zu betreuen vom Enkel, eine dt. Exfrau in Hessen und kennt persönlich Politiker Rau, Steinmeier…. und hat noch mehrere Ländereien, die er seinen Enkeln versprochen hat. Oder alles nur Schmarrn, würde ein Bayer sagen.

Jedenfalls hat uns erster Finger nicht gefallen, weil zu touristisch und viele Orte liegen hoch. Von da aus geht’s steil und eng runter ans Meer, um dann festzustellen, „nee das is nix hier“… und dann die ganze Scheiße wieder rauf… dafür ist unser Mobil nur begrenzt geeignet und es kommt kein Spaßfaktor auf. Glaube auch mit einem Van hätte ich da keinen Bock drauf. Auf Sithonia ging es auch ein bissl bergig zu, doch ansonsten viel angenehmer. Mittlerweile auch mal die Angel ins Wasser geschmissen. Aber nix, weder Calamaris noch Fisch. Habe andere Angler beobachtet. Also Einheimische, die angeln hier wie verrückt, bauen Gerätschaften auf, drei Angeln, ziehen dann halbe Stunde später an neuen Standort. Aber wie einer etwas gefangen hat, hab ich noch nicht gesehen. Obwohl ich die quasi mithilfe des Fernglases observiere, will mir ja was von den heimischen Anglern abschauen. Doch einmal, da hatte ein Junger mit drei aufgebauten Angeln  wie beim Schießstand, einen Treffer. Aber Englisch, nee, Angler können ausschließlich nur Griechisch, bis jetzt. Aber anschauen durfte ich mir den, so mit Finger und Füßen kommuniziert. „kalo“ sagte ich, „poly kalo“ sagte er, und ich ging zum Womo zurück. Dachte nur OK, der Fisch war ca. 20cm lang, bräunlich, evtl. ein goldener Fisch. Denn von dem würde nicht einmal Fella satt, geschweige 2 Erwachsene. Ach so, ich muss noch übersetzen. „Gut“ sagte ich, „Sehr gut“ sagte er.

Ich vermute, die Angler füttern die Fische durch die reingeworfenen Köder, damit diese wachsen und von den Anglern in Norwegen wieder rausgeholt werden. Dort wirft man die Angel raus, um einen Fisch rauszuziehen, nicht um zu füttern. Nur als Erklärung für die unwissenden Nichtangler. 

Jetzt sind wir gerade in Lerissos beim dritten Finger mit Fernblick nach Troja oder heutige Türkei. Denke heute Samstag oder morgen geht es zurück zu Dimi, dann aber bald los auf richtige Tour in Richtung Peleponnes.

Noch anzufügen ist, daß wir hier an einem absoluten ruhigen langen Sandstrand nördl. von Lorissos übernachtet haben.

Abends versuchte ich mein Anglerglück.

Es kamen zwei weitere Griechen mit PKWs dazu. Aber niemand hatte wirklich einen Biss. Wo ich bereits aus Kältegründen abgebaut habe, hat der eine wohl einen Octopus rausgezogen. Darauf hat er aber nicht geangelt. Um uns rum sind ein älterer kräftiger Rüde und zwei schwarze Labradormixe, vermutlich aus einem neuen Wurf. Einer ist noch winzig so 4-5 Monate alt. Heute Morgen zum Frühstück stellte ich ihnen Wasser und zwei Schalen mit Trockenfutter von Lidl, dort gerade der 2 Kilosack im Angebot für 1,39€, hin. Es begann das große Fressen. Der Winzige wurde per Hand gefüttert. Danach schmissen sie sich in die Morgensonne mit voller Wampe und wirkten völlig relaxt. Wir gingen mit unseren beiden zur Morgentoilette raus, sie bewegten sich gar kein Stück. Auch unsere waren völlig relaxt, ein bissl Jaulen.

Unser größtes Problem ist tatsächlich das Verbringen vom Grauwasser, also unser Wasser vom Abwaschen und Zähneputzen, sowie das Klo. Es gibt lediglich Entsorgungsstationen auf den Campingplätzen, die ja alle zu sind. Als wir bei der Tankstelle, wo wir teuer tankten, fragten, ob wir diese entsorgen dürften, kam ein freundliches Ochi. Der Tankwart konnte Englisch und sagte „ja, das ist ein Infrastrukturproblem“. Also was macht man. Man lässt es ab das Grauwasser, da wo es vermeintlich niemanden stört. Bei dem Müll überall hat man nach dem zweiten Mal kein schlechtes Gewissen. Es ist ja eigtl. nur Wasser. Dasselbe passiert mit der Toilette. Viele haben sog. Trocken-WC, wir leider nicht. Wir verzichten aber auf Papier bzw. das Papier für den Hintern geht in eine Tüte, wie sonst in den Häusern und Gaststätten auch. Einmal fanden wir ein Autobahn-WC. Da wir aber hier nie Autobahn fahren, entfällt diese Möglichkeit. Also bei einsamer Bergüberquerung, anhalten und in die Natur. Ist ja auch nur Kacke wie von den Hunden. In den Bergen summt es unglaublich, denn an jeder freien Ecke stehen Bienenkästen. Die tun aber auch nix beim Entleeren. Schade, daß solch Infrastruktur den nördlichen Ländern vorbehalten ist. In Schweden ist an jeder Ecke eine Entsorgungsstation zugänglich, frei und meist kostenlos. Öffentliche WC`s gibt es hier in Griechenland so gut wie gar nicht, und wenn Du mal eine findest, dann betrittst Du die nur unter Waffengewalt. Sonst ist alles gut. Nur kleinere Probleme, bei mir mal der Rücken nach „Schwachsinns“Kaki-Verladeaktion und bei Sylvie mal in  die Schulter gezogen, nachts den einen Ort verlassen, weil es zu regnen begann und wir auf weicher Gravelroad, also so roter Lehmboden, am Strand standen. Wenn es da durchgeregnet hätte, wären wir da nie rausgekommen. Also nachts umgezogen an befestigtem Ort. Ansonsten klappt alles, Sylvies Konferenzen per Internet für die Firma, Freundlichkeit des Gastgeberlandes, Essen und Trinken ist super, Angeln sekundär – kommt erst später – zuhause mit Vermietung dank Kirsten und auch die Börse läuft noch.

Griechenland – Überwintern 2021/2022

im Oktober 2021 geht’s los

So langsam nimmt die Planung Kontur an. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Was ist also geplant. Wir wollen endlich mit unserem Womo auf längere Tour gehen („Scheiß auf Corona und geimpft sind wir auch“); d.h., daß ein Überwintern in Griechenland für uns ansteht. Das haben viele andere vor uns gemacht, viele sind jeden Winter in Spanien, Portugal oder Italien unterwegs und andere fahren durch Afrika. Also nix besonderes eigentlich. Doch für uns schon, obwohl doch viel im Leben gereist mit allerlei abenteuerlichen Erlebnissen, denn es ist das erste Mal „Überwintern“ im Süden im Womo begleitet von unseren beiden Hunden auf engstem Raum für uns. Vmtl. wird es weniger gefährlich als bei anderen Reisen, wohl hoffentlich aber genauso abwechslungsreich und ablenkend von einer zurückliegenden Zeit mit zuvor seltsam „staatlich verordneter Freiheitseinschränkung“, wobei sie uns als Eigenheimbesitzer auf dem Lande nicht ganz so schwer getroffen hat wie andere.

Die Anreise erfolgt über Süddeutschland, Österreich und Italien – Venedig – Igoumenitsa als Fährverbindung mit „camping on board“ am 24. Oktober. Die Rückreise vmtl. Mitte März bleibt offen, entweder ähnlich zurück oder auf dem Landwege mit ganz anderen europäischen Ländern.

Für uns in der Planung zu beachten sind folgende Themenbereiche und werden aktuell bearbeitet:

Hunde – Regeln, Gefahren, Verpflegung… also welche Impfungen sind notwendig, welche Vorschriften gelten für die Ein-und Durchreise der verschiedenen Länder, welcher Umgang ist mit Hunden üblich, Gefahren von Giftködern und „wilden Hunden“, wie läuft’s mit der Futterversorgung…

Reiseplanung – Was soll angefahren werden, Wetter, Übernachtungsmöglichkeiten Womo… also wohin soll es gehen, wann ist es wo am Sinnigsten vom Wetter her zu sein, offiziell ist freies Campen in Griechenland untersagt, wer hat im Winter offen…

Wohnmobil – Länderregeln, Verkehrsvorschriften, Maut, Straßenverhältnisse… Vorschriften für Womo über 3,5t wie Bereifung, Schilder und Ausstattung, welche Mautregeln und wie kann man dies sinnvoll kostengünstig gestalten, Verkehrsregeln im jeweiligen Land, kann man auch jeden Platz mit einem mittelgroßen Womo anfahren….

Wohnmobil – Ausstattung -Technik und Zubehör, die ein mobiles Arbeiten als auch qualitativ hohes Niveau an „Luxus“ garantieren, Angeln zur Selbstversorgung, Hundezeugs

Griechenland – Sprache, Gesten, Highlights, Landeskunde… der griechischen Schrift kundig, ist die Aussprache doch schon hammerschwer…

Allgemeines – Krankenversicherung, Kapitalversorgung, ADAC, Zuhause-Planung mit Eigentumsversorgung bzw. Betreuung und Vermietung…. wer versorgt Haus, Garten und schaut nach dem Rechten… was ist mit Frost bzw. Minusgeraden und Schnee… wer schaut nach dem Ferienhaus und der Vermietung… wer kümmert sich um postalische Angelegenheiten…

Daher denke ich, daß sicherlich ebenso Neufahrer oder Nachahmer etliche sehr brauchbare Infos finden werden, denn wenn wir etwas machen, machen wir es meist ganz hervorragend…. daß die Leute, die wissen wollen, was wir so treiben, ganz nette Anekdoten und die ein oder andere auch neue Information über Griechenland vorgesetzt bekommen… hoffentlich unterhaltsam genug, wir werden uns bemühen… wie immer Politik, Religion und Genderthematik sind tabu, doch das gelingt mir nie, das hinzukriegen… und ein bisschen eigenkomponierte Philosophie/Lebensweisheit wird sicher nicht fehlen, gerade wenn man in einem Land wie Griechenland unterwegs ist. Vorab geplant sind folgende Unterrubriken

geographische Reiseblöcke

Makedonien – bei Dimi Basislager- Festland Griechenland

Südliches Festland – Pilion – Euböa – Athen

Peloponnes – Überwintern

Griechenlandreise Oktober-März allgemein

Essen, Riten und Gastfreundschaft

Sprache, Gesten und Regeln

Antike, Highlights und Topspots

Immobilien, Kapital, Geschäfte

Länder, Gesetze, Maut und Regeln

Übernachtung, Plätze und Preise

Webseiten, Apps und Digitalisierung

Hunde, Tipps und Tierisches

Wohnmobil spezifisch -Tipps, Ausstattung

Reisetipps allgemein

START UNSERER TOUR am 16.10.2021

So, sind losgefahren am Samstag, den 16.10.2021, zuerst nach Hannover zu Muttern, um sich beim Kaffee noch zu verabschieden. Man weiß ja nie, was in geplanten 4 Monaten so alles passiert. Geschlagene 5 Stunden von Tönning nach Hannover, Herbstferien-Reiseverkehr, so daß wir bei Munster dann über die Dörfer aufgrund von Stau auswichen. Beim Womo ist es nicht ganz so wichtig, ob nun Autobahn oder Landstraße, denn schneller als 100-120 fährt man in der Regel ohnehin nicht. Bei den heutigen Dieselpreisen rechnet sich das sogar, in den Nachbarländern kommt dann die eingesparte Maut obendrein dazu.

Übernachtet abends dann in Bad Brückenau, da sind 2 Stellplätze, beide gratis, nur für Strom wirft man 2€ ein. Die sind an der Straße, nachts aber dann ruhig. Strom, weil der kleine neue Heizlüfter von Lidl läuft (absolut ruhig) und springt zu jeder gewünschten Temperatur an. Der Kühl-Gefrierschrank natürlich dann auch. Wir haben eine 11Kilo Gasflasche sowie eine kleine 5 Kilo an Bord, das würde Dicke langen, doch der geröstete Toast am Morgen ist gesetzt, wenn man keine frischen Brötchen oder Baguette zur Hand hat, und so auf den eingefrorenen Toast zurückgreifen muss. Auf einen Wandler haben wir bewusst verzichtet, macht für uns keinen Sinn. Dazu später mal mehr, warum und wie die Ausstattung. Zur Info vorab; wir haben vor, die 11kg Gasflasche in eine griechische Flasche mithilfe eines Gasadapters (bereits an Bord) bei Freund Dimi auszutauschen. Die andere und sonstiges Zeugs wird bei ihm ebenfalls untergestellt. Das ist schön, wenn man eine Basis im Land hat. Bei Rückfahrt kommt die deutsche wieder rein und er kann die andere abgeben und das Pfand kassieren oder behalten für ein andermal. Die griechische lässt sich dann quasi überall tauschen. Zwar haben wir auch einen Fülladapter für die deutsche Flasche dabei, und die Griechen füllen wohl auch oft (zum Teil verbotenerweise), aber es bleibt immer ein etwas ungutes Gefühl. Außerdem gibt es Vorort nur Butan und kein Propan-Gas. Und Butan in Norwegen wäre später einmal nicht so toll, wenn es kalt ist.

Von Bad Brückenau, nachts war es 1 Grad, Scheiben vorne wie immer feucht morgens, dann kam der Fenstersauger von Kärcher zum Einsatz und ein paar Trockentücher, ging es weiter nach Ulm/Ehingen. Dort wurde dann Sylvies Familie besucht und bei ihrer Firma übernachtet. Die haben ein Stromkabel rausgelegt und ein Schlüssel für Wasser, WC usw. lag bereit. Dort wurde es nachts deutlich wärmer, nämlich 3 Grad… also Lüfter und so weiter. Den gesamten Montag verbrachte Sylvie ohne Pause in ihrer Firma. Es gab vielerlei zu besprechen. Der Montag war der Familie gewidmet, das sind so einige, und ein gemeinsames Essen im Restaurant fand auch statt. Danke noch dem Gastgeber, sonst wäre unsere Reisekasse schon vor der eigentlichen Reise gesprengt worden.

Dienstag, den 21sten, ging es früh um sieben los über Ochsenhausen nach Füssen und Grenze nach Reutte. Auf deutscher Seite war die Autobahn gesperrt und alle entgegenkommenden Autos wurden rausgezogen. Auf unserer Seite, also nach Österreich, war gar keine Grenze zu sehen. Dann ging es über Imst und dann Autobahn Richtung Salzburg und dann über den Brennerpass nach Italien. Ein Halt für die Hunde zum Pinkeln, ein Foto mit Blick auf die Zugspitze, und die Feststellung, daß der Diesel in Österreich nur 1,40€ kostet, waren alle Erkenntnisse.

Na ja, zu Erwähnen bleibt, daß wir trotz den nur 130PS die Anstiege zügig und problemlos bewältigten. Wir überholten die LKW’s und die meisten Womos seltsamerweise. Sind aber eigtl. ganz gut beladen. Gestoppt ganz kurz an Rastplatz kurz vor Grenzübertritt nach Italien, um das Warnschild an den Fahrradträger zu montieren. Der ist Pflicht in Italien. An der Grenze war weit und breit niemand. Da wir aufgelastet sind, also 3,85t im Schein verzeichnet haben, gelten wir als LKW papiermässig, optisch jedoch gehen wir noch als unter 3,5t durch. Nur bei Mautkontrolle würde das vmtl. sehr teuer werden. Die Österreicher sind ja nicht blöd. Daher haben wir uns die GO-Box, die für LKW notwendig ist, bereits im Vorfeld übers Net geordert. Das geht, obwohl es oft heißt, es ginge nicht. 5€ Versand und an die Scheibe gebastelt. Und kostet auch nur unwesentlich mehr als die 10 Tagesvignette für diese Tour. Anders sieht es aus, wenn man in den 10 Tagen ständig in Österreich hin-und herfahren würde auf der Autobahn. Funktioniert und immer freie Fahrt und keinen Stopp vorher bei Stelle, um die zu besorgen, oder dann auf der Strecke. Einfach immer nur freie Fahrt. Andere fahren mautfreie Strecke über Fernpass (Reschenpass) nach Meran. Aber wir wollten einfach schnell und völlig flexibel so schnell wie möglich nach Italien.

Gestoppt haben wir nicht in Sterzing wie geplant, sondern erst an einem See namens Lago di Caldonazzo/Valcanover Parkplatz.

Also runter von der Grenze, tierischer Stau an LKWs auf rechter Spur, galt nur für schwere Brummis über 7,5t, also wir links und freie Fahrt. Die Brummis standen teils über 10-20km oder länger. Manche waren wohl auch eingeschlafen, denn immer wieder waren hunderte von Meter Lücke. Die anderen warteten brav dahinter, bis er ausgeschlafen war. Keiner von denen befuhr die linke Spur. Bewundernswert. Dann ging es in Bozen runter von der Autobahn vor an die Mautstelle Italiens. Da schiebt man die zuvor gezogene Karte rein, und es kommt langer Text in italienisch. Dann in englisch, dann in deutsch „Karte nicht leserlich“.. „Bitte nicht aussteigen“… und die Schranke bleibt unten. Dann  nach einem Moment piept es auf, der Betrag 6,60€ und den kann man per Münzen oder Schein einwerfen. 8€ rein, 1,40€ Wechselgeld zurück. Nur eins ist echt Kacke, sorry für die Formulierung, aber es gibt zwei Einwurf- und Entnahmestellen, tief für PKWs und hoch für LKWs. Und man muss wissen, die Schiebe beim Ducato geht nicht ganz nach unten. Ich wählte den unteren Einwurf und dabei habe ich die Scheibe durch die Achsel bis an den Hals gedrückt, um das Wechselgeld zu ergattern. Beim nächsten Mal probiere ich den oberen Einwurf, wahrscheinlich dann Ischias danach vom Verdrehen.

Jedenfalls ging die Schranke auf. Und nun sollte man wissen, wohin man möchte, denn die unmittelbare Ausfahrt teilt sind in 4 Abfahrten, und man hat nur einen kurzen Moment zu entscheiden. Und Italiener fahren schmerzfrei. Alles gut, richtig getroffen. Dann ging es 30 km Landstraße zu dem ausgewählten Stellplatz, 10€ alles incl. Dort angekommen, „Schild geschlossen – Kommune“ mit Kette verschlossen. 2 Womos (Italiener) standen einfach auf dem Parkplatz für PKWs davor. Aber nee, zum Anfang so einen Spot, nee beim besten Willen nicht. Trotz ermüdender Fahrt Weiter! So kamen wir zu dem oben genannten See, zwar kein Strom, aber Entsorgung, Müll und Wasser. Alles gratis. 20m entfernt kleiner Laden mit tollen Brotsorten zum Abendbrot und Frühstück und eine Trentino Flasche  (es ist dort nämlich das gleichnamige Weingebiet) gab es auch. Und Spot am See ist OK. Und kein Wasser mehr am kommenden Morgen an der Scheibe, also auch kein Lüfter mehr nötig. Wir sind im Süden.

Tags darauf ging es weiter. Nur noch Landstraße. Man spart die Maut und diese ist gut zu befahren. Der Diesel kostet hier 1,54€, bei einem Lidl unterwegs gestoppt (günstiger als bei uns), in einem Ort ein bissl verfahren, aber dann durch bis ans Meer in das bekannte Jesolo. Da waren viele schon, da würde ich nie hinwollen im Sommer zumindest. Jetzt im Herbst schon alles tot, dafür schön ruhig. Ein Pizzeria hat auch auf, da gibt’s dann heute Calzone zum Fussball. Wein auch schon rausgestellt. Der Platz ist neben dem DeiDogi, da wollten wir eigtl hin, doch einen zu spät rein auf Don Bosco. Jungmädel sagte zu Sylvie, 10€ und 3€ Strom, und Sylvie zeigte die ADAC Campcard und „Rabatt?“. „Hat sie noch nie gesehen, na gut aber 10%, also 10€“. Kein Kommentar.

OK, wir suchten uns einen Platz, Strom ran, Stühle raus, Kaffeemaschine an, Kuchen von Lidl auf den Tisch, erst einmal Kaffee. Es war 12 Uhr. Hier ist alles, nur kein Toilettenpapier, aber dafür die berühmten Stehklos. Für Sylvie interessant, da wir vor kurzem in einer Runde ausgiebig darüber sprachen, und sie die tatsächlich nicht  kannte. „Dann aber mal los zum Testen“, fachsimpelte ich. Es gibt ja sogar Bücher übers „richtige Geschäft“, wie ich neuerdings weiß. Ich bevorzuge WCs zum Sitzen in tiefer Höhe ohne Höckerchen. Aber jetzt genug davon.

10€ ist völlig „mega“, voll Wlan, warm genug, 200m zum Strand, 150m zur Pizzeria, dort habe wir uns leckere Calzone geholt

und Fernsehen geht auch. Sylvie konnte bissl arbeiten für die Firma. Morgen geht’s dann vor nach Venedig auf den Campingplatz nahe des Fährterminals.

24.10.2021

So, nach 2 Tagen hier in Jesolo ging es nach einem kurzen Stopp bei Aldi, Wein, Tomaten, Trauben und Brot geholt, weiter geradewegs per Landstraße nach Venedig auf den Fusina-Campingplatz. Dort ist man Visasvis von Venedig am Wasser, also Blick auf Venedig und ca. 500m vom Fährableger von Anek Ferries entfernt.

Fella fühlt sich wohl

Es ist Industriegebiet, also keinerlei Einkaufsmöglichkeiten, es sei denn im eingegliederten Shop (teuer verständlicherweise daher Aldi vorher) und einer Pizzeria und Restaurant. Das Nette dort ist nicht allein die gute Lage, sondern es gehen auch stündlich Transferböötchen rüber direkt in die City von Venedig. Ticket kostet 13€ pro Person als Tageskarte oder 3-Tageskarte ca. 25€. Hunde dürfen mit an Bord. Trotzdem haben wir entschieden, daß ich mit den Hunden am Camp bleibe und Sylvie ist alleine für 5 Std. nach Venedig rübergefahren.

Im Camp selbst war es tagsüber sehr ruhig, denn fast alle sind rüber. Die Nacht von Freitag auf Samstag zuvor war die Hölle los, bis spät 1-2 Uhr. Irgendwelche Kleincamper oder auch Wohnwagengespanne suchten sich im Dunkeln Plätze, parkten manche einfach zu oder bauten völlig bescheuert nachts um 1 Uhr die Markise mit Stirnlampen auf. Auch bei uns direkt war ein Österreicher mit so einer Karre. Und alle Herren Länder sind vertreten, Holländer, Belgier, Schweizer, Esten, Dänen, Franzosen, Engländer…. Ganz Europa ist da. Am Sonntag, unserem Abfahrttermin, war dann obendrein Venedig-Marathon. Viele Straßen waren dort wohl gesperrt. Menschenmassen auf dem Markusplatz. Also für Hunde und das bei vollem Sonnenschein wäre das nun  gar nix gewesen. Nicht zu vergessen das Kreuzfahrtschiff „Viking Jupiter“…

norwegische Flagge, das ja neben dem Campingplatz in Sichtweite lag, die wurden mit Bussen geholt und gebracht. Nach der neuen Regel dürfen die Kreuzfahrtschiffe ja nicht mehr Venedig direkt anlaufen, werden also außerhalb geparkt. Wir jedenfalls am Abend so umgeparkt, daß wir auch am frühen Morgen vom Platz rauskommen. Es gibt auch keine gezeichneten Plätze, außer die teuren nummerierten direkt am Wasser erste Reihe, die kosten dann aber auch mal gleich 39€. Wir bezahlten aufgrund ADAC-Campcard (12€ Einkaufspreis) nur 25€, sparten alleine 11€ pro Tag. Diese wurde übrigens auch bei Rezeption hinterlegt, so daß der Ausweis selbst in eigener Tasche verblieb. Auch abends haben wir bereits ausgecheckt, daß wir morgens nur zur Entsorgung vorfuhren, Wasser raus und Frischwasser rein, und dann rüber zum Check-in am Fährableger. So spart man sich das allmorgendliche Chaos bei Ein/Auscheck.

Blick auf unseren Campingplatz von der Fähre aus

Der Check-in bei der Fähre ging fast reibungslos von Statten, dann ging‘s auf die Fähre rauf und Polizeikontrolle. Insgesamt sind wir hier 6 Womos (oder sowas ähnliches) nach Igoumenítsa und 4 direkt weiter nach Patras. Wir parken auf dem Deck, haben sog. Fensterplatz mit Blick aufs Meer, und Duschen und WC sind ebenfalls auf dem Deck in 15m.

Strom holt man sich mithilfe einer langen Stange von der Decke. Darum musste ich mich selbst kümmern, von den Einweisern waren alle verschwunden. Die anderen Camper habe ich gleich mitversorgt. Um uns herum die Womos und LKWs eng auf Anschlag eingeparkt. Irgendwo soll hier theoretisch eine Hundeecke sein am Ende des Decks, doch dorthin ist gar kein Durchkommen. Es ist viel zu eng. Einer der noch fetter ist als ich, muß im Fahrzeug bleiben. Wir haben als einzige hinter uns eine Lücke von 5 Metern, so daß ich unser Fahrzeug einfach nach erfolgter Einweisung 1m zurückgesetzt habe. Ansonsten wäre die Treppe nicht mehr auszufahren gewesen und für die Hunde kein Einstig mehr da. Die Hunde dürfen an Bord an allen Decks außen, da haben wir natürlich bei Begehung Gebrauch von gemacht.

Leider kein Fahrstuhl in Betrieb, daher Treppe und Ole verfiel in altes Muster „die gehe ich nicht“. So musste ich den kleinen Hund 2 Stockwerke hochtragen. Runter ging‘s dann aber von alleine. Heute 2ten Tag an Bord, jetzt nach dem Frühstück, Sylvie pennt noch, werden wir einen 2ten Anlauf starten. Die Nacht war ruhig, es gab abends Strammen Max mit Schinken und Bärlauchkäse und Spiegeleiern.

Wir haben selbst auf unserer Magnetfeldplatte per Strom gekocht. Ab ca. 4 Uhr heute Morgen ist das Meer gut bewegt, daher verbleibt Sylvie lieber im Bett. Ihr geht’s soweit gut. Ein bissl liegt ihr die letzte Überfahrt nach Norwegen im Magen bzw. in Erinnerung, wo ja quasi alle außer den echten Seefahrern sich ausgekotzt haben. Vermute dem einen oder anderen geht es hier momentan auch nicht so toll. Werde mal Begehung machen vorab alleine. Bin seit 5 Uhr auf den Beinen, geduscht und gefrühstückt.

Wenn man um 22 Uhr ins Bett geht,  das Meer sieht man ja auch nur bei Tageslicht, oben auf dem Schiff war auch nix los, Disco zu, dann ist man eben um 5 schon fit. Sonst kriege ich Dekubitus vom Rumliegen. Was ich jetzt schreibe, stellen wir dann erst nach Ankunft ein, denn wir haben auf dem Schiff  kein Internet. Haben alle mobilen Daten ausgestellt. Das kostet hier sonst richtig Geld. Sylvie hat gestern noch im Shop Calvin eingekauft für uns beide, das gab das Börsenbudget der letzten 2 Wochen her. Teuer….gut riechen ist jetzt angesagt.

Nächstes Mal dann aus Griechenland und weiter in der Rubrik

Makedonien – bei Dimi Basislager- Festland Griechenland

Kanada 2010

12.08.2010

wir sind noch immer in Perth. Am kommenden Mittwoch fliegen wir morgens nach Adelaide, bleiben dort 1 Tag im Hotel in der Innenstadt, dann fliegen wir am 19.08. weiter über Auckland/NZ nach Vancouver/Canada. Aber was war zuvor: Wir haben alle unsere Verkaufanzeigen geschrieben und an verschiedenen Boards aufgehängt, online in den beiden Zeitungen inseriert namens Quokka und Gumtree(nur online), über die beiden läuft hier eigentlich alles, und natürlich online in den deutschsprachigen Foren wie zum Beispiel Reisebiene oder Australienforum, usw. Der Campertrailer war ziemlich gefragt, wir bekamen noch bestimmt 100 Anrufe, obwohl er relativ schnell verkauft war.

hier fährt der Campertrailer von dannen mit dem Fire-Officer

Dazu wurde ebenfalls etliches von unserem größeren Campingstuff mitverkauft wie zum Beispiel Kompressor und Kühlschrank. Soweit war alles ziemlich schnell weg, was auch weg sollte. Unser Zeug, das wir behalten wollen, wurde in unserer großen Aluminumbox verstaut, und unsere Freunde aus Mandurah, Ken und Jean, nahmen diese dann anlässlich eines Besuches bei uns (wieder dt. Würstchen und Kartoffelsalat) gleich mit nach Hause. Dort ist sie nun in ihrer Garage verstaut für das nächste Mal. Das kann zwar 2 Jahre dauern, dass wissen sie, aber dann ist vom kompletten Küchenzeug über Angeln, Schnorchelsachen, Benzinkanister bis zum Inverter alles griffbereit. Müßte dann also nur noch ein Auto her, ein paar Kleinigkeiten und los könnte es gehen.

hier das Bild von Ken und Jean

Was noch übrig war, war der Pajero. Einerseits gut, so konnten wir noch ne Weile durch die Gegend fahren, andererseits dauerte es bis zur letzten Woche, bis dieser dann auch verkauft war. Im Großen und Ganzen gab es annähernd kaum Wertverluste, wollen wir es mal so formulieren, und nun sitzen wir die letzte Woche ohne Auto rum. Das ist aber in Freo nicht so schlimm, da auch hier der Cat fährt (öffentlicher Bus kostenlos), mit dem man schnell auch am Bahnhof ist, um nach Perth zu fahren. So sind wir unterwegs, vom Footy-Spiel (Aussie football), heute abend gehen wir auch wieder, zum deutschen Stammtisch in Perth (hat Birthe gegründet), oder eben Sascha kommt zu Besuch mit Freundin Svennja,

Sascha und Svennja

oder unsere Freunde aus Northampton kamen rum am Wochenende, so war immer was los. Dann tauchten 2 deutsche „Backpacker“ aus dem Rheinland bei uns auf, die wir nur zuvor vom Internet her kannten. Sie wollten ursprünglich unser Auto kaufen, doch 1 Tag vor ihrer Ankunft war er halt weg. Wir konnten ja nicht warten, wenn uns jemand die Kohle in die Hand drückt, und sie hätten ihn dann nevtl. ja doch nicht genommen. Jedenfalls helfen wir ihnen zur Zeit bei Autokauf, allgemeiner Reiseplanung und so weiter. Haben ja ohnehin sonst nicht mehr soviel zu tun, denn die Reiseplanung für Canada ist ebenfalls abgeschlossen. Es gibt noch 2 Baustellen, aber dazu später mehr.

hier die „Backpacker“ Andre und Thomas aus dem Rheinland/Neuss

Sie sind nette und saubere Jungs im Alter von 22 Jahren, und nicht echte Backpacker, de hier ja eher einen schlechten Ruf innehaben. Sie kaufen sich gerade einen Nissan Pathfinder, wie aus dem Ei gepellt, ansonsten war noch ein Patrol im Angebot. Aber der ist einfach gepflegter und mit Garantie. Preis ist tragbar, Geld kriegen sie später wieder, wenn sie ihn dann mal nicht im Meer versenken oder im Linksverkehr zu Schrott fahren. Wären ja nicht die ersten. Damit schliessen wir Australien, doch diese Geschichte von hier noch, um einfach zu verstehen, warum Australien einfach anders ist, und warum wir wieder her müssen. Wir brauchten dt.Würstchen vom dt. Butcher ca. 3 km entfernt für unser BBQ mit den Mandurah Freunden, doch der Laden hatte immer zu, also sprachen wir auf den Anrufbeantworter. 5 Tage später kam dann ein Anruf, Helmut 53 Jahre, Butcher Chef, „sie hätten Betriebsferien, er könnte aber ein paar Würstchen hinter dem Laden in einer Box verstecken, wir sollten diese dann halt schnell abholen, damit sie nicht schlecht werden“. Dazu muss man sagen, wir kennen den nicht, noch nie gesehen oder zuvor gesprochen. Also sind dann vorbei gefahren, haben den Beutel geholt, 20 verschiedene dt. Würstchen,und Sylvie sagt, sie hätte noch nie Bessere gegessen. Ich rief Helmut dann diese Woche an, um die Würstchen bezahlen zu wollen, Antwort: „Wir schulden ihm nix“… das ist eben Australien, oder Deusche in Australien, und so wird man dann selbst auch ein bisschen und das Leben mit anderen wird viel relaxter und netter. Aber wenn wir in dann in Deutschland zurück sind, werden wir uns wieder anpassen, anders gehts ja nicht.

So, nun zu Kanada

Wir starten in Vancouver für 3 Tage in einem Hotel in Downtown, von dem man schon viel zu Fuss besuchen kann, im Hotel Kingston. Mein Bruder hat mir die Addresse von einem dt. Arzt weitergeleitet, zufällig auch namens Helmut, den wir angeschrieben haben. Unterdessen hat er sich gemeldet und der scheint super zu sein. Jedenfalls wollen wir bei ihm einen Rucksack mit zuviel Technik- ausrüstung sowie die neugekauften Markenklamotten unterstellen. Am Ende des Tripps durch Canada/Alaska sammeln wir die wieder ein. Die ersten 2 Wochen haben wir kein Auto und warum unnötig Gewicht im Rucksack rumschleppen. Auch besorgen wir uns, bereits bestellt, neuen Akku und Kabel für unseren Laptop. So etwas kann man auch schon von hier machen. Von dort aus geht es dann, also 3 Tage später, rüber mit der Ferry nach Victoria, 1 Tag, weiter mit Bus nach Port Hardy (hier leider bereits alles ausgebucht = 1. Baustelle), dann weiter mit BC-Ferry die Inside Passage nach Prince Rupert, 2 Tage, dann weiter mit Alaska-Ferry den Panholder über die vielen kleinen Inseln mit Stopp in Ketchikan, 3 Tage (2. Baustelle – noch keine Unterkunft), und Stopp in Juneau, 2 Tage, hoch bis Skagway, gleich weiter per Bus nach Whitehorse, 1 Nacht. Dort treffen wir mit Peer zusammen, der direkt aus Deutschland dorthinfliegt, und gemeinsam per Wohnmobil über Fairbanks und Anchorage einen großen Cirkel zurück nach Whitehorse, 1 Nacht, Flug nach Vancouver, 1 Nacht Hotel Airport Inn, und am 24. September dann direkt nach Frankfurt zurück. Es ist alles durchgebucht mit Ausnahme der beiden Baustellen. Dort laufen noch Anfragen per Email. Alles in allem mein erster Eindruck, da oben sind wir mit Sicherheit nicht alleine unterwegs. Da muss von den olympischen Winterspielen ein heftiger Run nach BC und Alaska sein, was sowohl Preise hochtreibt und auch wenig Handelsspielraum lässt, um Schnäppchen zu ziehen. So wie wir ja nun mal eigentlich immer vorgehen. Es bleibt aber im überschaubaren Rahmen, das kann ich schon einmal sagen, aber bushcamping hier im Aussie-Land ist sicher günstiger.

19.08.2010

Flug von Perth nach Adelaide verlief reibungslos, zum Flughafen fuhren uns die beiden Deutschen Thomas und Andre in ihrem Pathfinder, die zufällig ganz in der Nähe ihre Baustelle hatten, auf der sie seit neuestem arbeiten. Morgen fliegen sie sogar in das Desert bei Alice Springs zum Ölbohren, harter Job, aber so kommen sie zu ausreichend Geld am Anfang und ner Menge Abenteuer und Erfahrung.

In Adelaide per public-bus in die Innenstadt, dann zu Fuss zum Hotel, quasi in Chinatown gelegen, wobei deutlich wurde, dass entweder die Rucksäcke zu schwer sind oder das echte Backpackerleben nix mehr für uns ist. Jedenfalls das Hotel war halbwegs OK, erledigten tagsüber die Rückerstattung der überzahlten Rego in SA auf einem Amt und andere Kleinigkeiten. Mit dem Taxi morgens zum Airport, kostet effektiv dasselbe, was man für den shuttle-bus bezahlt, wie sinnvoll mal wieder. Abends waren wir noch mit den Freunden Simon und Stacey in Chinatown essen, jetzt ratet mal was.

Dann ging es weiter 4,5 Std. per Flieger bis Auckland/NZ, 1 Stunde Aufenthalt, und weiter nach Vancouver 14 Std., Ankunft dort mittags um 13 Uhr. Aber Ärger in Auckland. Beim Einchecken zur Maschine erleuterte man uns, dass man etwas in unserem Gepäckstück gefunden hätte, was nun raus müsse und es sei zu spät, um das Gepäckstück noch in die Maschine zu verladen. Beide Flüge vorher war es kein Problem, der Sack wurde nicht verändert, doch nun hier im schönen NZ. Na ja, die müssen das irgendwie Spitz gekriegt haben, daß ich ihr Land nicht besonders empfehle auf unserer Webseite. Jedenfalls war klar, daß uns ein Gepäckstück fehlen würde bei Ankunft in Vancouver. So war es auch. Übrigens der Campingkocher im Koffer war der Unruhestifter bzw. die dazugehörigen Patronen. Mal sehen was fehlt. Der Seesack soll morgen früh mit Rundflug über L.A. hier ankommen, und ausgeliefert werden. Wenn das klappt, hat das auch etwas Positives. Erstens netten Plausch mit den Kanadiern am Flughafen gehabt bei Vermisstenaufgabe des Gepäckstücks, zweitens der Seesack hat L.A. sehen dürfen und drittens ich musste ihn nicht zum Hotel schleppen.

Apropos Hotel. Echt super hier, klein aber fein, freies Telefon und Internet, Frühstück dabei, super sauber und mitten im Herzen von Downtown zu bezahlbarem Preis – das Kingston Hotel. Mit der neuen Strecke, seit Olympia, vom Flughafen geht es easy nach Downtown im Skylink (Metro). Der restliche Tag wurde mit einem langen Spaziergang durch Vancouver gestaltet. Dummerweise gerieten wie auch in den östlichen Teil der Stadt, der sich unmittelbar nach Gastown mit Chinatown in die Satdt einfügt. Also die Bronx, hoffe das schreibt man so, in New York kann auch nicht anders aussehen, es stinkt nach Pisse und Müll, es riecht ständig nach süsslichem Grass, und übelste Figuren sind unterwegs. Von ganz arm, schmutzig und krank bis zu Gangmitgliedern mit Goldketten behängt und Handschuhen bekleidet. Wenn man dann noch aus dem sauberen Australien kommt, ist das doch erst einmal zu verarbeiten. Mein lieber Mann, und das in dem schönen Multikulti-Vancouver. Morgen die Waterfront, den Stanley Park und dann noch einkaufen… neuer Schlafsack für Sylvie muss her … bis denne erst einmal

20.08.2010

mit Jet-Lag in den Knochen, konnte einfach nicht pennen, bin um 1 Uhr nachts aufgestanden und habe per Computer recherchiert. Dann wieder um 6 ins Bett, um dann um 8 zum Frühstück zu gehen. Der Zeitplan der biologischen Uhr hat sich exakt um 180 Grad gedreht, heißt wenn es in Australien 12 Uhr mittags war, ist es hier jetzt für uns 12 Uhr nachts. Das muss man erst einmal wegstecken. Dafür war der Spaziergang an der Waterfront und in Westcanada sehr erholsam, viele Touristen, viel Wasser und schöne Ausblicke, einfach sauber, nett und super.

Waterfront mit Wasserflughafen
die kommen da ständig rein und raus

Auch ein paar Boots-Angler am Filetiertisch gesehen, die schöne Lachse filetierten und zwei Seerobben, die sich die Innereien sicherten. Also schon ein Unterschied zu Norwegen, da machen es die Möwen, nur da sind auch nicht soviel zuschauende Touris drum herum. Wer auf Fotos wartet, wird enttäuscht, erstens sind es keine Känguruhs und zweitens fangen wir die noch selbst, also warum Bilder von Fischen, die andere gefangen haben. Auf dem Rückwege noch kurz in ein Kaufhaus namens „Seals“ rein und Clearance-Angebote gibt es auch hier. Also wurde gleich zugeschlagen, neue Sandalen von Timberland für 30$ und ein Zelt, von 280$ runter auf 65$, dann noch runtergehahndelt auf 40$, nachdem wir es im Gang des Hauses Probe aufgebaut hatten, Materialcheck oder so ähnlich, sowie einen Klappspaten und neuen Reebok-Rucksack. Der Computer bleibt damit mit neuem Netzteil und Akku mit auf Tour. Die Ersatzteile wurden ebenfalls bereits hier in Vancouver geordert.

Es bedeutet weiterhin, es wird definitiv gezeltet. Morgen geht’s dann raus zum MEC, dem Campingstore-Laden Canadas, und ein neuer Schlafsack wird eingekauft. Diesmal für Sylvie sowie eine Unterlage für den Boden. Also die Idee vom Wohnmobil-Trip ist jetzt endgültig vom Tisch, damit sollen die Rentner fahren, wir gehen in die Natur. Scheiß auf die Bären. Morgen treffen wir uns mit Helmut, einem ausgewanderten Familienvater, um unsere überschüssigen Sachen ihm zu übergeben und erhalten sicher noch einige weitere Tipps. Am Ende der Tour holen wir sie dann wieder bei ihm ab. Sylvie räumt gerade an den Klamotten rum, der Seesack ist nämlich gerade reingekommen. Abends zweiter Tag, jetzt habe ich auch wieder etwas zum Wechseln. Die Sandalen sind für den Sommer kommendes Jahres. Na ja, nur das Einkaufen von Lebensmitteln macht doch nachdenklich, denn bei den Preisen und wenig Angebot, da muss man tatsächlich Fisch selbst fangen. Aber vielleicht klärt sich das ja noch. … also bis denne…

22.08.2010

So, heute geht’s weiter. Nach Frühstück in unserem ausgezeichneten Hotel „Kingston“ mitten im Herzen von Downtown, insbesondere wenn man bedenkt, daß uns das Zimmer 80$ kostet. Ohne Steuern wie immer hier. Und in der Hochsaison, denn die Amis haben noch Ferien, und ansonsten trifft man viele Touris aus allen Ländern. Wie immer viele Deutsche aber auch viele Schlitzaugen, wo auch immer die her sind. Gestern noch Einkäufe erledigt und Stadtluft geschnuppert. Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines Eishockey-Taschen-Trolleys. Riesig, lässt sich rollen und tragen, und viel Gepäck ist verstaut, sogar das neue moderne Sekundenzelt. Und ich als alter Bock kann das Ding schieben oder hinter mir her ziehen. Den Seesack und die Laptop- Tasche haben wir untergestellt bei Helmut in Richmond, danke dafür auf diesem Wege, und holen es am Ende des Trips dort wieder ab. Auch die Ersatzteile für den Laptop sind eingetroffen, d.h. jetzt wieder mit Original-Dell-Netzteil und Akku versorgt. Daher nehmen wir diesen auch mit auf unsere Tour im neuen Reebok-Rucksack. In einer halben Stunde geht es per Bus zum Fährterminal, dann rüber nach Victoria, und dort haben wir dann noch den halben Tag. Der Bus fährt geradewegs auf die Fähre und bis rüber nach Victoria „Pacific Busline“. Ist somit 15$ teuerer als wenn man es alleine bewerkstelligt, aber kein Geschiss mit dem Gepäck. So jetzt geht’s los.

23.08.2010

Das hat perfekt geklappt mit dem Bus, hat uns abgeholt, mit der Fähre rüber und schon mittags in Victoria. Unser Hotel Stratconia mit ausgezeichnetem Queenroom, aber auch der ärgerlichen Mitteilung, Frühstück ab 7:30am. Unser Bus morgen geht aber auch um 7:30am direkt nach Port Hardy. Also das ist blöd, jetzt hat man free breakfast und die fangen erst mitten am Tag an, dafür kriegen sie einen mit bei ihrer Bewertung. Und nicht mal nen Freibier als Ersatz ist drin. Und damit sind wir schon bei dem ersten Eindruck von Canada. Alles ist etwas größer als in Australien, Autos, Caravan, Häuser und sogar die Hunde.

Hund in Fußgängerzone – echt, keine Bronzefigur

Aber auch die Preise, die Menschenmassen incl. Touristen. Die Freundlichkeit der Leute hält sich augenscheinlich in Grenzen, kein Vergleich zu der Relaxtheit in WA. Vermutlich ist der Überlebenskampf größer, man glaubt nicht, wieviele Bettler oder Schnorrer unterwegs sind, oder einfach die zu große Zahl der Touris sind an dem Desinteresse Schuld. Ganz schlimm ist für uns, dass man als Fussgänger kein Geschäft mit Lebensmitteln in der Innenstadt findet, ausgesprochen übel. Ich weiß gar nicht, wie das in Deutschland ist, bin ja da eigentlich immer mit dem Auto unterwegs. Kann da ja genauso sein. Aber irgendwann haben wir ja ein Auto, ist bereits für Whitehorse geordert, die Hoffnung, dass die Menschen netter werden, besteht auch noch, sofern man mehr rausgeht gen Norden und in die Einsamkeit. Wir werden sehen.

Die Fährüberfahrt erinnert stark an Norwegen, auch die Vegetation, aber war nicht anders erwartet. Daher keine Fotos von dort. Aber von Victoria hier schöne Bilder von Waterfront mit Booten, Wasserflugzeugen allenthalben und schönen grünen blühenden Gartenanlagen und Gebäuden.

Wasserflugzeuge inmitten von Booten
sieht aus wie das Ding in Hannover
Menschenmassen…Touris…zu viele…

24.08.2010

Unser Hotel in Victoria lag zentral nur unweit vom Busbahnhof entfernt, so daß wir morgens zu Fuss in 4 Minuten am Terminal waren und den Greyhound Bus von Victoria nach Port Hardy (140$ = 2 Personen) bestiegen. Man fährt den gesamten Tag durch an der Ostküste, hält hier und da in den Orten für ein paar Minuten. Man sieht bei der Busfahrt ähnlich viel, als wenn man mit seinem Leihwagen fahren würde. Und es lohnt sich auch hier noch nicht unbedingt alleine unterwegs zu sein, der östliche Küstenabschnitt ist doch gut besiedelt und damit auch busy, die Passagen dazwischen durch Wälder, Berge und einzelnen Seen geprägt. Wenn man weiter gen Norden will wie wir halt, kann man durchaus die Kosten für Fahrzeug und die anschließenden erheblichen Mehrkosten für die Fähre einsparen. Oben im Norden ist es vmtl. spannender auf eigene Faust unterwegs zu sein. Unterwegs suchten wir einen der BC-Liquor-Shops auf. Man unterscheidet die privaten von den staatlichen, letztere sind ein paar $ günstiger, doch beispielsweise Wein kaum zahlbar. 1 Flasche billiger Merlot ca 10$, das ist also kein Weintrinkerland. Wieder mal Pluspunkt für Australien. Harter Stoff oder Bier dagegen, hier insbesondere deustches Bier, was doch verblüfft, ist das günstigste. Holsten, DAB, Becks oder auch Bitburger (Dose 0,5 = ca 2$) sind auf dem Markt. Wobei man als zu Fuss Reisender nur begrenzt Stoff mitschleppen kann. Unterwegs sah man auch den ersten Schwarzbären kurz in die Büsche springen. Angekommen in Port Hardy, wo wir eigentlich zelten wollten, regnete es. Kein guter Start fürs zelten, also ab in die Information. Ein junges Mädel suchte uns eine nettes B&B raus, das einzige was noch auf dem Markt zu kriegen war, ist tatsächlich sehr busy, insbesondere bevor die Fähre fährt. Unterwegs mit dem Bus waren aber die gesehenen Motels oder Cottages nahezu komplett leer. Also da geht mit Sicherheit etwas später, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind und mal keinen Bock auf Zelten haben! Da bin ich jetzt sicher, gerade weil wir ja zeitlich aus der Highseason rausfahren. Unser B&B bei Jessie, 80 Jahre alte Lady, ehemalige Lehererin, Malerin, top-fit und super nett. Es gab sogar morgens um 5 Uhr Frühstück, man muss so früh raus, wenn man zur Fähre will.

Jessie die Gastgeberin des B&B für 55$ mit allem

Und wie erwartet sind die Leute hier bereits bei weitem freundlicher, sowohl der Taxuifahrer, das Mädel in der Information oder eben Jessie selbst. Die einzigen, die hier gestresst auftraten, waren Deutsche, wieder stapelweise als Touris unterwegs, so dass man beim Fährterminal sich hinter seinem Englisch und seiner Australienjacke versteckt hat. Das war schon zum Teil peinlich. Ach ja, bei Jessie gingen wir noch auf einen Spaziergang spätnachmittags ans Meer, und in einer kleinen Bucht jumpten die Lachse (pink salmon) – kommen im September rein) wie wild durchs Wasser. Ein paar Locals fischten und fingen auch per Lure oder Fliegen, ein paar Seehunde dazwischen die wohl hin und wieder die Fische an der Angel weg holen, also quasi die Haie Canadas. Auch später sah man große Lachse (Coho), also Peer da geht was, bin jetzt sicher.

Port Hardy Ausfahrt zur Insidepassage – vielleicht doch die Multi mitnehmen und mal mit Böötchen raus wie in Norwegen
die Tour hoch per Fähre von Vancouver Island, die „berühmte“ Insidepassage

Hier heute morgen, als wir mit der BC-Ferry raus sind aus Port Hardy, waren viele kleine Böötchen am Fischen in ruhigem Wasser, viele kleine Inselchen und mittendrin erblickten wir Wale. Ganz nahe zum Ufer sah man die Fontänen hochspritzen. Scheint nix besonderes zu sein, genau wie die Hunderte von Weißkopfseeadler. Einziger Wehrmutstropfen! Nach trockener Anfahrt regnet es nun bereits seit 2 Stunden. Aber auch das ist normal, 15-10 Grad übrigens. Soviel weiß ich schon von Canada. Trotzdem sehr beeindruckend, ähnlich wie Norwegen, nur irgendwie größer. Und wir sind ja erst am Anfang. Hier der Beweis, dass wir in Canada sind.

Sylvie in Canada

25.08.2010

Leider regnete es ununterbrochen weiter. Kurzzeitige 5 minütige Unterbrechungen nutzten wir, um einmal frische Luft zu schnuppern, aber gute Fotomotive, da alles mit Wolken verhangen war, fanden wir nicht vor. Andere knipsten aber wie blöde, na ja, ist halt die Insidepassage. Abends schaute man noch ein Basketballfilm im Kino an Bord, und raus ging es im Dunklen um 22:30 Uhr. Weiterhin Regen, d.h. mit Taxi rein nach Prince Rupert und in ein Motel. Die liegen alle so im Schnitt bei 75-90$ per Zimmer, also die Geschichte wird gegenüber Australien richtig teuer. Aber da wir ja auch anders reisen, kommt das auch nicht ganz unerwartet. Bei einem längeren Aufenthalt würden wir das sicher anders machen, aber so geht es nun mal nicht anders. Strömender Regen, Dunkelheit und alles nass, was willst Du da Zelten gehen. Die kleinen Städte sind gar nicht so klein, also bleibt sogar den Backpackern nichts anderes als ein Taxi zu nehmen. Und „Guten Morgen sagen“ kann hier nach wie vor keiner. Welch Umstellung zu Australien! Man fühlt sich wie ein Außerirdischer, wenn die Menschen so kalt an einem vorübergehen. Bereits gutes Training für Deutschland, da ist es ja auch so. Aber damit wir nicht immer nicht Deutschland rumhacken, die Fähre wurde in Deutschland gebaut, die Würstchen beim BBQ auf dem Schiff sind aus Bayern, und wie geschrieben, das günstigste und beste Bier ist auch aus Deutschland. Und Regen haben wir dort ja auch.

Wir bleiben einen Tag, nutzen das große Zimmer in dem Motel mit Kühlschrank, Kaffeekocher, Fernseher und viel Platz und free Internet, um zumindest die Webseite hochzufahren. Morgen geht es dann weiter mit der Alaska Ferry in die USA rein, Stopp auf Ketchikan für 3 Tage. Quartier haben wir noch nicht, überlegen evtl. Auto zu mieten und zu einem Campground in die Natur rauszufahren. So ein Kaff wie Ketchikan hat doch glatt 4 Autovermieter, nun ja, dann weiß man gleich Bescheid. Hoffentlich spielt das Wetter mit. So geht’s dann weiter.

Sylvies erstes Motel, daher muss das Bild hier rein von Prince Rupert – empfehlenswert – Parkside Resort Motel

27.08.2010

Morgens mit Taxe runter zur Alaska Marine Ferry, die die Panholer Passage befährt. Die gerufenen vorbestellten Taxis kommen immer pünktlich und sind durchaus bezahlbar. Man sollte sie halt tags zuvor vorbestellen. Rauf auf die Fähre und man glaubt es kaum. Es waren lediglich ca. 30 Personen auf dem Schiff. Unglaublich nach den eher negativen Erfahrungen auf der BC-Ferry bei der Insidepassage. Beim Zigarettchen, nur an der Backbordseite draußen erlaubt, kam ich ins Gespräch mit dem Chief-Offizier. Er erklärte mir, „die meisten würden nur die Direktfähre nach Haines nehmen und kein Inselhopping machen wie wir, und daher sei kaum jemand auf dem Schiff“. Und er erzählte mir vom Lachsfischen und mehr. Und wie bereits vermutet, umso weiter man vom Touristenstrom wegkommt, desto freundlicher und kommunikativer werden die Menschen. Wir genossen die 6 stündige Fahrt, quasi eine Privat-Cruise, mit 30 Mann. Wir waren die einzigen Deutschen, dafür 2 Kiwis und vier Australier, aber alle älter. Genervt hatte uns insbesondere bei der Insidepassage, und deshalb erwähne ich dies hier ausdrücklich, daß die Leute ihre Plätze mit Taschen, Jacken, Heften, Kissen oder was weiß ich besetzen und so reservieren. Gut, man wirft ja gerade den Deutschen diese Unart vor, zum Beispiel in Mallorca morgens um 6 Uhr ihre Liegestühle mit Handtüchern zu blockieren, dann zum Frühsück zu gehen, um später dann „ihren“ Platz zu beziehen. Gut, es waren genug dusselige Deutsche dabei, aber immerhin noch die Minderhet und es machten alle. Zum Kotzen. Manche hatten, glaube ich, an jeder Ecke einen Platz blockiert, je nachdem wo sie gerade sein wollten, vom Kino über Seitenplätze am Fenster bis zum Restaurant. Entweder ist das ein negatives Exportgut aus Deutschland oder die Menschen werden gesamt immer bescheuerter. Dafür hier ein Bild von der tollen Panholder-Tour, wir sahen Wale an jeder Ecke und Seelöwen oder Fische springen.

Panholder Passage USA

Übermorgen steigen wir wieder ein, verbringen dort 2 Nächte auf der Fähre in einer Kabine, um dann in Juneau für eine Nacht wieder zu unterbrechen. Wir freuen uns wieder auf das „leere“ Schiff und v.a.D. der Preis ist für alles genauso teuer wie die Insidepassage, und das mit 2 Nächten Außenkabine. Special 160$ plus 104$ für cabin! Nachschauen bei Alaskaferry, das geht. Also die Amis sind auch gut drauf, um das mal klarzustellen.

Ankunft in Ketchikan, kein Dorf!!!…wie erwartet

Hier legen bis zu 4 Kreuzfahrtschiffe pro Tag an, hauen aber nach ein paar Stunden wieder ab. Nur in dieser Zeit sind eben mal kurz 10.000 Leute unterwegs. Auch eine Unterkunft zu finden, ist nicht ganz einfach, zumindest eine bezahlbare mit entsprechender Leistung. Wir hatten im Net zuvor 2 Appartments ausfindig gemacht, doch bei Ankunft war niemand telefonisch erreichbar. Wir warteten 1 Stunde am Fähranleger, doch es ging nix, setzten uns dann ins Taxi und fuhren in ein gutes Hotel mit Specialangebot, das die Taxifahrerin ausgehandelt hatte über ihr Handy. Später gegen Nachmittag meldete sich dann die Jane aus der Agentur, entschuldigte sich, „alle seien auf einem Kreuzfahrtschiff zum Lunch einge- laden gewesen“, na ja, und das ist wohl nicht jeden Tag so und dann haben sie halt ein bissl länger gemacht. Jedenfalls organisierte sie dann, daß wir wieder aus dem Hotel ausziehen konnten – man kennt sich ja hier im Ort – und in ein Appartment unsere Wahl, immerhin noch 100$ die Nacht, aber so etwas von TOP. Alles da, von Küche über Internet und 3 Räumen und mitten im Ort am Hafen,

Unser Appartement von Jane Hanchett, Lehrerin, TOP

genau hinter der Brücke, wo zur Zeit Tausende oder Millionen von Pink Salmon (Lachse) den Eingang zum Fluss nutzen, um dort am Ende abzulaichen und zu sterben. Das ist der normale Zyklus 5-7 Jahe alt, zurück ablaichen und sterben. Oben an der Brücke stehen dann Angler bzw. jeder der Bock hat, und fängt per Reflexbeissen Riesenapparate, meist nur für ein Foto. Man darf aber auch bis zu 6 Stück mitnehmen. So ne Angelkarte für 1 Tag kostet 20$, vmtl. kontrolliert aber sowieso niemand. Mir war es jednefalls zu blöd, mich zu den Dummanglern und Amateuren von den Cruiseschiffen zu stellen, um dann eben nur 1 Lachs zu fangen. Mehr könnten wir ja ohnehin nicht essen. Abends sind wir mal runter, da war noch ein Ami aus Ohio da, der schenkte uns dann ein Riesenfilet für heute. Ist ja auch kein Problem, würde 3 Minuten brauchen, dann hätte ich auch so ein Teil. Wir heben uns das Fischen auf, wenn Peer weiter im Norden dazustösst. Da wird ja auch wohl etwas gehen, und dann evtl. ohne 20$, mal sehen. Jedenfalls irre Bilder, und wenn man so etwas noch nie live gesehen hat, ein Muss. Die ziehen den gesamten Fluss zu Tausenden hoch, man sieht nur noch Lachse, jumpen durchs Wasser, es platscht überall, man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.

keine Steine, alles Lachse, pink salmon
im Hafen vor dem Flusseingang, ein irres Getümmel

Wir hatten jedenfalls tollen Spaziergang den Fluss entlang bergauf, sogar teils blauen Himmel, nette Begegnungen unterwegs, abends tolles Lachsfilet und den Tag zuvor auch „richtiges Essen“, weil ja Küche!!!…

pink salmon Filet, nicht der beste Lachs, sagen die Locals, doch für uns delikat

und auch ne Flasche Wein oder zwei, da verblüffender Weise die Preise hier, weiter ab vom Schuss aber eben USA, durchaus bezahlbar sind. Flasche Wein für 4$ lasse ich mir schon mal gefallen und der war OK und mit Korken sogar. Unterwegs sieht man dann auch anderes ausser Lachse wie zum Beispiel

Micha vor einem Totempfahl der ehemaligen First Nation, doch der Ort der Siedler ist schon über Hundert Jahre alt

So, wir bleiben noch einen Tag, dann geht’s weiter. Morgen mal die andere Seite der einen Strasse entlang. Richtung Süden gehts 20 km, Richtung Norden 40 km, und das war es auch schon. Aber Flughafen gibt es auf der anderen Seite, man muss mit Fähre rüber. Viele Touri-Geschäfte für die Cruise-Schiffe, versteht sich, aber auch sonstige Läden, die Riesen-Autos sind alle irendwo beschädigt, und es wird viel getrunken, aber für ne Insel am Arsch der Welt auch wieder nicht überraschend. Jedenfalls die ersten 2 Tage, die sich hier bei dem Trip ehrlich gerechnet haben. Bis denne.

die Tour mit Fähre durch den Panholder USA Inselbereich
die Tour im Norden von Whitehorse nach Alaska

11.09.2010

so nach langer Zeit mal wieder aber nur kurzer Zwischenbericht. Peer ist gut angekommen in Whitehorse, nach den nötigen Anfangseinkäufen und Übergabe unsers Leihwagens – bissl Theater, aber dafür jetzt keine Zeit – haben wir doch unseren Wagen, und der läuft bislang einwandfrei, übergeben bekommen. Sind dann am selben Tag los auf den Alaska Highway Richtung Haines Junction, haben dort unser erstes Forest Camp an dem Kluane Lake gemacht. Seit dem halten wir über Nacht nur auf sog. Natinalpark- Camps, die mit Toilette und Feuerstellen sowie manchmal Wasser ausgestattet sind. In Kanada kosten die 12$ in der USA 14$ im Schnitt, wenn man sie denn bezahlen will. Wir kochen auf dem offenen Feuer täglich unser Essen, und nach einjähriger Australienerfahrung nach wie vor excellent jeden Tag. Wir schlafen in 2 Zelten, Peer in seinem neuen Northface sleeingbag mit minus 18Grad problemlos, und Sylvie in ihrem MEC ebenso gut. Geht aber nur bis minus 12. Und das ist auch notwendig, weil abends wird es doch zum Teil heftig kalt, ohne Feuer und die manchmal groß, wäre es kaum machbar. Holz gibt es überall im Überfluß, also das ist überhaupt kein Problem. Wir sind relativ schnell nach Norden hoch, also schnell nach Alaska (USA) rein, Grenzübertritt easy going, nur Peer mußte 6€ Gesichtseintrittprämie zahlen. Wofür weiß eigentlich keiner so genau. Er hat auch verpasst, sich einen Einreisestempel in Kanada geben zu lassen, also er ist eigentlich gar nicht da. Hier in Alaska sind schon tolle Plätze zu finden, da sie am Meer liegen, die Lachse da sind, Fjorde und schneebedeckte Berge und dazugehörige Gletscher beeindrucken, tausende von Seen und Nadelwälder so weit das Auge sieht. Anfangs hat es geregnet, seit 4 Tagen ist es aber nur noch sonnig, dafür nachts kühl. So werden die Zelte zwar feucht, ob nun vom Kondenswasser der warmen Körper oder vom feuchten Nebel sei dahingestellt, tagsüber trocknet es aber fix wieder.

Die USA ist grundsätzlich erheblich günstiger als Kanada, fängt vom Petrol an bis über Essen und Alkoholika. Wir machen Kilometer, da wir unbegrenzt zur Verfügung haben, und haben so zwar wenig Zeit, sehen aber zumindest nahezu alles von hier oben, was man in dieser kurzen Zeit sehen kann. Wir wollen ja nur einen Einruck gewinnen. Erster Eindruck negativer Art ist, daß trotz der Weite und der unberührten Natur außerordentlich wenig Tiere anzutreffen sind. Gut, es ist ab 1. September Jagdsaison und jeder kann ja hier rumlaufen und rumballern. Aber man sieht wirklich wenig. Da wo Lachse noch ihren Aufstieg machen, OK, da sieht man dann die Seelöwen, Seeadler oder eben die Lachse selbst. Und natürlich auch Bären!

Wir hatten jetzt 2-3 mal Bärenkontakt, ich selbst einmal 2 Meter entfernt ein großen Schwarzbären, der war aber genauso erschrocken wie ich selbst, und kletterte dann erst einmal 3 Meter den Baum rauf. Ich zog mich langsam zurück und dann kam er wieder runter. Aber die laufen auch mal durchs Lager, as kann schon vorkommen. Grudnsätzlich sind die aber alle harmlos, alles großes Geschisse, wir haben weder Bärenspray (haben sie Peer an der Grenze abgenommen bzw. er hat es abgegeben). Keine nervenden Bimmeln an der Kleidung. Gut, unser Essen verpacken wir im Auto und nehmen es nicht mit ins Zelt. Auch die blutigen Klamotten wie Hose oder Jackett bleibt nicht im Zelt. Da wir 3 Lachse gefangen haben, Angellizens keine Ahnung, kann wohl kaufen, aber für einen Fisch lohnt das kaum. Solche Dinger sind natürlich etwas Besonderes und schmecken auch wirklich gut. So, das fürs Erste von hier, wir schlagen uns quasi per Camping durch die „Wildnis“, der Etat wird kaum angegriffen, Erlebnisse sind da, es könnte nur etwas wärmer sein. So hat mich ein leichter Husten und Schnupfen befallen, ist aber bereits wieder nahezu OK, doch nun ist Peer dran. Sylvie gehts gut, muss am Schlafsack liegen, oder daran, daß sie weniger Alkoholisches trinkt. So, jetzt versuchen wir noch ein paar Fotos reinzukriegen. Es sollte ja nur ein kurzer Zwischenbericht sein.

Lager in Alaska
Bär
Sylvie beim gemeinsamen Fischen
Mike zieht silver salmon raus
Salmon
Peer fischt

jetzt in Fairbanks. 15.09.2010 auf dem Wege Richtung Kanada…

23.09.2010

sind in Whitehorse zurück, haben Mietfahrzeug abgegeben. Alles OK. Planung war soweit perfekt, Kosten sehr übersichtlich gehalten, 5000 km gefahren, zum Teil kalt aber tagsüber gutes Wetter. Nur heute letzter Tag, es schneit in Whitehorse. Also es wird Zeit zu fliegen, aber auch ganz schnell. daher in wenigen Worten zusammengefasst: Berge, Gletscher, Wälder, Weite, Tundra, Seen, Fjorde, Lachse, Bären, Elche, Biber… im Herbst kalt bis tief in die Minusgrade, im Sommer zu viele Moskitos. Zu viele Hunter – daher wenig Tiere, Menschen nett und freundlich, doch reservierter als in Australien. Preise in Kanada sehr teuer, Alaska (USA) erheblich günstiger, insgesamt ein Land für Wanderer, Kayakfahrer, Hunter, Angler na ja, aber Australien ist viel, viel viel, viel, viel, viel besser !!!

hier die Bilder dazu. Mehr will ich über beide Länder nicht schreiben. Bleibe lieber bei Australien.

Berge
Elche
Seen
Schneehühner
Biber
Präriehund
Gletscher
Berge
Lachse
Wälder
Weite

so, jetzt die Erzählung abgeschlossen. Nun wieder live, per Email oder gar nicht. Gruss Mike